Fehlerfreie Kommunikation im Gesundheitswesen


Health & FoodTech

Es ist bekannt, dass Bürokratie und ineffiziente Kommunikationswege große Teile des Personals im Gesundheitswesen überfordern. Das erzeugt unnötigen Stress bei Personal und Patienten. Demzufolge besteht akuter Optimierungsbedarf bei der Kommunikation zwischen allen Beteiligten im Gesundheitssystem. Insbesondere im Hinblick auf die Qualität und die Schnelligkeit der übermittelten Informationen, gibt es noch reichlich viele Probleme zu lösen, um Entscheidungsträger besser mit Informationen zu versorgen und es zu weniger Fehlentscheidungen kommt.

Die nachfolgenden Startups haben die Kommunikationsprobleme im Gesundheitswesen erkannt und intelligente, skalierbare Lösungen erfunden. Mithilfe dieser erhält nicht nur der Patient eine bessere personalisierte Versorgung. Pflegern, Ärzten und weiterem Gesundheitspersonal werden sich wiederholende, anstrengende Aufgaben abgenommen. Das spart wertvolle Zeit, die sie anstelle mit Bürokratie, mit dem Patienten verbringen  können.

 

Acht MedTech Startup Beispiele aus dem Innoloft Innovationsnetzwerk sorgen für ein besseres Gesundheitswesen

 

visidoo – Digitalisiertes Terminmanagement

Terminausfälle sind frustrierend und führen zu unnötigem Stress. Die Organisation rund um Termine inklusive Erinnerungen kostet Zeit und Geld. Visidoo hat erkannt, dass diese Aufgaben mithilfe von digitalen Tools weitestgehend automatisiert werden können. Das Geschäftsmodell ist für kleine Praxen ein monatlicher Pauschalbetrag und für größere Praxen ein Betrag pro Patient pro Monat. Die Kommunikation zwischen Praxis und Patient erfolgt über die mobile visidoo App. Diese beinhaltet für Praxen einen Messenger, sendet automatische Erinnerungen und Recalls. Die Patienten profitieren von einer übersichtlichen Darstellung ihrer Termine und anstehenden Vorsorgeuntersuchungen, auch für ihre Kinder.

 

Patientus – Virtueller Raum statt Arzt-Wartezimmer

Seit April 2017 können Ärzte und Patienten per Videosprechstunde miteinander verbunden werden. Dank internetbasierter Kommunikationssoftware ermöglicht der Service von Patientus eine telemedizinische Versorgung aus der Ferne und stellt somit ein ergänzendes Angebot dar. So können Beratungsgespräche und Nachsorgetermine unkompliziert online durchgeführt werden. Die Notwendigkeit für einen physischen Kontakt zwischen Arzt und Patienten entfällt zumindest für die Nachsorge. Diagnosen darf der behandelnde Arzt allerdings weiterhin nur in einem Vor-Ort-Gespräch mit dem Patienten stellen. Patientus wurde Anfang 2017 von jameda übernommen.

 

eHealth Ventures – Datenabgleich zwischen Einweisern, Behandlern und Nachversorgern

Patientendaten werden heute oft nur langsam und häufig auch nur auf Anfrage zwischen Organisationen geteilt. Dies führt zu langen Wartezeiten beim Patienten und im schlimmsten Fall zu kostspieligen Überdiagnostizierungen und -therapierungen. Das in Berlin ansässige Startup eHealth Ventures GmbH bietet mit POLAVIS CLINIC ein Kommunikationsportal für Krankenhäuser, mit dem sie relevante Falldaten sicher mit niedergelassenen Ärzten zur Weiterbehandlung teilen können. Darüber hinaus bietet die Software-Suite Funktionalitäten wie ein Postfach und Terminfindung. Die Plattform wird mit dem krankenhausinternen Informationssystem verbunden und behält die Daten vor Ort.

 

myo – Eine ganzheitliche Kommunikationsplattform für die Pflege

Häufig sind Angehörige von pflegebedürftigen Freunden und Familienmitgliedern neugierig und besorgt um deren Gesundheit. myos ganzheitliche Kommunikationsplattform für die Pflege berücksichtigt Bewohner, Angehörige, Pflegende und Pflegeheimbetreiber. Über diese wird es Angehörigen erleichtert, mit Bewohnern in Kontakt zu stehen und über deren Gesundheit informiert zu sein. Pflegende gewinnen mit der App durch die Aufzeichnung von Aktivitäten Zeit und beugen konfrontativen Gesprächen vor. In einer zunehmend digitalisierten Gesundheitsversorgung ist myo für Pflegeheimbetreiber ein Alleinstellungsmerkmal, um effektiver Personal zu gewinnen.

 

Beispiele aus dem Ausland

 

Gesundheitssysteme sind vielfältig. Trotz ihrem gemeinsamen Ziel, die Gesundheit jedes Patienten sicherzustellen, ist jedes Gesundheitssystem einzigartig. Sie weisen unterschiedliche Regulationen, Kulturen und Patienten auf. Deshalb ist nicht jede neue Applikation und Lösung von einem auf ein anderes Gesundheitssystem übertragbar. Oft stehen Startups bürokratische Hürden im Weg. Dennoch zeigen wir im Folgenden drei internationale Startups, welche die Kommunikation innerhalb des Gesundheitswesens verbessern. Sie geben einen Ausblick darauf, was heute schon alles möglich ist.

 

KRY – Erfolgreiches Telemedizin-Modell aus Schweden

Als 2014 KRY in Schweden gegründet wurde, wollten die Gründer Patienten den Zugang zu Versorgung erleichtern und daran mitwirken, dass überfüllte Wartezimmer bald der Vergangenheit angehören. Über die App KRY werden digitale Video-Arzttermine vermittelt, inklusive Diagnose, Beratung, Rezept, Krankschreibung und Überweisung. KRY agiert hier als Mittelmann und wirbt sowohl Ärzte, als auch Patienten. Gespräche und Zahlungen werden innerhalb der App abgewickelt, sodass möglichst wenig bürokratischer Aufwand entsteht. Zwar gibt es noch kein offizielles Launch-Datum, dennoch steht KRY für Deutschland bereits in den Startlöchern.

 

Komed Health – Echtzeit Krankenhaus-Kommunikationsplattform aus der Schweiz

Eine ähnlich wie WhatsApp aufgebaute Applikation ist die Erfindung von Komed Health. Mit ihr wollen sie die Kommunikation zwischen allen Beteiligten innerhalb eines Krankenhauses revolutionieren. Die Applikation arbeitet synchron und in Echtzeit über verschiedene mobile Endgeräte. Sie bietet die Möglichkeit, Gruppenchats zu Patienten zu erstellen und interne Arbeitsgruppen zusammenzufassen, um Kommunikationswege zu kürzen. Derzeit wird das System in mehreren Krankenhäusern in der Schweiz angewandt.

 

MUrgency – Ein globales Notrufsystem aus Indien

Die Möglichkeit, immer und von überall einen Notruf absetzen zu können, ist für Bürger aus entwickelten Ländern selbstverständlich. Weniger bekannt ist, dass Millionen von Menschen keinen Zugriff auf solche Systeme haben. MUrgency hat sich die ambitionierte Vision gesetzt, mithilfe von mobiler Technologie ein globales Notruf Netzwerk aufzubauen, um allen Menschen Zugang zu diesem lebensrettenden Kommunikationstool zu verschaffen. Vor allem in Regionen mit schwach ausgebauter Infrastruktur ist MUrgency Reaktionszeit kürzer als die von vergleichbaren Systemen. 50.000.000 Menschen wurden bereits mit MUrgencys Dienstleistungen versorgt und mittlerweile bietet die App auch ein Feature, welches nahegelegene MUrgency-Nutzer im Notfall benachrichtigt.

 

Suki – Intelligenter Sprachassistent für Ärzte

Das aus Redwood, Kalifornien stammende Startup entwickelt und vertreibt mit Suki einen Sprachassistenten, der Ärzten den mit dem Verfassen von Arztberichten verbundenen Arbeitsaufwand verringert. Ärzte diktieren lediglich ihren Bericht, und Suki verwandelt das Gesprochene in ein Format, welches in das Krankenhaus-Informationssystem integrierbar ist. Laut Eigenaussage verläuft die Berichterstattung somit um 76% schneller als die herkömmliche, schriftliche Berichterstattung. Suki hat bereits über 20 Millionen Dollar an Investitionssumme erhalten.

 

 

 


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