Urban ENERGY ist das Startup der Woche 43: Smart City von morgen


Energieversorgung, Mobilität, Smart City & Buildings

Das Thema Elektromobilität ist aus aktuellen gesellschaftspolitischen Debatten nicht mehr wegzudenken. Obwohl das 2010 von der Bundesregierung gesetzte Ziel, 2020 rund eine Million E-Autos auf deutschen Straßen zu haben, lange noch nicht erreicht ist, steigt die Anzahl der neuzugelassenen E-Fahrzeuge stetig. Was dabei jedoch immer zu beachten ist: sind viele E-Autos zum Laden an das Stromnetz angeschlossen, kann das zu neuen Ladespitzen und im schlimmsten Fall zu einer Netzüberlastung führen. Unser Startup der Woche, Urban ENERGY, adressiert genau dieses Problem und entwickelt eine Cloudlösung, die die Netzauslastung optimieren soll. Welche Technologien dahinter stecken und wie die Lösung im Detail aussieht, erfahren wir von Geschäftsführer Paul Dittrich im Interview.

Hallo Paul! Wir freuen uns sehr, dass du heute hier bist. Wir starten auch direkt mit der ersten Frage: Wie würdest du Urban ENERGY in einem Satz vorstellen?

urban ENERGY bringt das Energiemanagement mit KI auf ein neues Level und optimiert die Netzauslastung.

Und wie genau macht ihr die KI für diese Zwecke nutzbar? Erzähl‘ uns in diesem Zusammenhang gerne etwas über eure Produkte und Leistungen.

Die urban ENERGY Cloud Plattform stellt eine moderne Lösung zur Integration kosteneffizienter sowie hochskalierbarer Smart Grid Analytics in Echtzeit dar. Daten aus bestehenden Ladesäulen- oder Energiemanagementlösungen können zentral integriert und innerhalb von Millisekunden weiterverwendet werden. Kunden profitieren neben der zur Verfügung gestellten Plattform as a Service (PaaS) zur Entwicklung eigener Anwendungsfälle außerdem von der Data Analytics Funktion für Smart Grids. Die urban ENERGY Cloud Plattform, welche sowohl on-premise, öffentlich (z.B. AWS, Azure) als auch hybrid betrieben werden kann, stellt eine hochmodulare Komplettlösung bereit, um Energy Intelligence mithilfe von Predictive Analytics, Prescriptive Analytics sowie Machine Learning in Echtzeit zu operationalisieren.

Das klingt gerade im Hinblick auf die genutzen Technologien sehr zukunftsträchtig. Um langfristig am Markt bestehen zu können, müsst ihr euch jedoch trotzdem gegen konkurrierende Unternehmen durchsetzen. Mit welchem Alleinstellungsmerkmal geht ihr diesen Wettbewerb an?

Ja, es gibt bereits große Player wie Siemens mit schwergewichtigen Lösungen oder Anbieter in bestimmten Nischen wie Ladesäulen- oder klassisches Energiemanagement für Gebäude. Es gibt aber nur wenige Anbieter, die eine pragmatische Lösung im Bereich der intelligenten Vernetzung anbieten, die auf die aktuellen Probleme, wie Überlastung der Verteilnetze wirklich eingeht. urban ENERGY füllt diese Lücke und geht in die Rolle eines Energie-Vermittlers zur Integration unterschiedlicher Anwendungen, mit dem Ziel eine Smart City durch Künstliche Intelligenz so energie- und kosteneffizient wie nur möglich zu gestalten.

Wie integriert ihr eure Cloud-Lösung inklusive der verschiedenen Leistungen denn in ein Geschäftsmodell?

Noch vor Gründung von urban ENERGY haben wir über ein Jahr lang Gespräche mit möglichen Kundengruppen geführt. In dieser Zeit haben wir unseren Business Case optimiert und ein für den Kunden optimales Lizenzmodell entwickelt. Eine einschlägige Rentabilität für den Kunden ist bereits ab 5 Ladesäulen gegeben. Neben Ladesäulen sind jedoch auch andere Use Cases wie Predictive Maintenance oder Vorhersagen von Energiemengen möglich. Mit der adesso AG, einem großen IT-Unternehmen und Phoenix Contact, einem weltweit agierenden Elektrotechnik Konzern haben wir nicht nur zwei Investoren, sondern auch strategische Partner, die über ein weitreichendes Vertriebsnetzwerk verfügen. Aktuell führen wir weiterführende Gespräche in der Energie- und Immobilienwirtschaft.

Befindet sich dort auch euer Zielmarkt oder setzt dieser sich aus anderen Branchen zusammen?

Neben Stadtwerken erfolgen Projekte in enger Zusammenarbeit mit den entsprechenden Immobilienunternehmen. urban ENERGY wird aber auch zunehmend für Logistik- und Gewerbeunternehmen interessant, die ihren Fuhrpark nach und nach elektrifizieren möchten. Mehrere LKWs oder Busse aus dem ÖPNV zeitgleich mit Strom zu versorgen wird einer der großen Herausforderungen der Zukunft, die sich urban ENERGY annehmen möchte. Aktuell konzentrieren wir uns auf den deutschsprachigen Raum, da wir immer mehr Anfragen von Stadtwerken oder auch Wohnungsbaugesellschaften erhalten, die die Herausforderungen im Verteilnetz sehen und hier nach entsprechenden Lösungen suchen.

Wo steht ihr denn aktuell mit der Entwicklung von Urban Energy? Ist eure Cloud Plattform bereits nutzbar?

Genau, die eigentliche IoT-Cloud-Plattform steht bereits. Aktuell erweitern wir diesen Energy Data Hub um weitere Use Cases: z.B. die zeitliche Verlagerung von Ladevorgängen, die Vorhersage von Energiemengen aus Erneuerbaren Energien. Aktuell sind wir daher auf der Suche nach ersten Projekten zur Verprobung des urban ENERGY Plattform und erster Use Cases. Im Rahmen eines Forschungsprojektes, welches ab Dezember 2019 startet, arbeiten wir über drei Jahre hinweg u.a. mit der Stadt, den Stadtwerken und der TU Dortmund sowie dem Fraunhofer Institut gemeinsam an einer Quartierslösung.

Damit sind wir schon am Ende unseres Interviews angelangt. Vielen Dank für die interessanten Antworten! Wir wünsche euch weiterhin viel Erfolg und wollen an dieser Stelle natürlich noch auf euer Innoloft Profil und euer Innoloft Request aufmerksam machen. Interessenten können dort weitere spannende Informationen zu euch finden.