Instagrid ist das Startup der Woche 45: Portable Power for Professionals


Energiespeicherung

Mobile Energie wird Vielerorts benötigt: Bei Veranstaltungen, auf Baustellen oder bei der Neugestaltung des Gartens. Da es dafür noch keine effiziente bzw. nachhaltige Lösung gibt, werden auf Baustellen bspw. noch häufig Dieselgeneratoren eingesetzt. Die Nachteile sind sicherlich für alle klar. Unser Startup der Woche, instagrid, schließt diese technologische Lücke mit seinen innovativen Batteriespeichersystemen. In unserem Interview mit Gründer Sebastian Berning erfahren wir mehr darüber.

Hey Sebastian! Schön, dass du heute hier bist. Wir beginnen direkt mit einer kurzen Frage. In einem Satz: Was entwickelt instagrid?

instagrid entwickelt und vermarktet die leistungsfähigsten mobilen Batteriespeichersysteme für professionelle Anwender, die derzeit auf dem Markt sind.

Das klingt sehr spannend. Könntest du uns etwas mehr über eure Technologie erzählen?

instagrid hat Batterien entwickelt, die ohne zusätzliche Umrichter oder Umrichter am üblichen Netz aufgeladen werden können und diese auch bei hoher Leistung wieder zur Verfügung stellen können. Man kann sich das so vorstellen, als bräuchte man kein Ladegerät, um sein Smartphone aufzuladen, oder als könnte man seine Autobatterie verwenden, um einen Bohrer direkt zu betreiben. Da die Eigenschaften dieser neuen Batterien weitgehend durch die komplexe Software der Batterien definiert sind, nennen wir die Technologie eine software-defined Batterie. Die Technologie ist ausschließlich auf die Umwandlung von Strom ausgerichtet und kann mit jeder Batteriezelle kombiniert werden, z.B. Lithium-Ionen-Batterien oder Blei-Säure-Batterien.

Zu Beginn des Interviews hast du eure Batterien als „leicht“ und „kompakt“ beschrieben. Bilden diese Eigenschaften neben der „mobilität“ auch euer USP?

Genau. Da unsere Batterien keine Stromrichter benötigen, können mit ihnen Systeme für Netzanwendungen geschaffen werden, die kompakter, leichter, kostengünstiger und leistungsfähiger sind als herkömmliche Systeme. Wir nutzen die Technologie derzeit, um tragbare Energiespeicher für professionelle Anwender zu entwickeln. Unsere Kunden kommen zum Beispiel aus der Bauindustrie, dem Gartenbau oder der Veranstaltungstechnik und sparen viel Zeit bei der Verlegung von Stromkabeln und der Suche nach Steckdosen. Darüber hinaus können unsere Nutzer sicher sein, vor Ort immer einen geeigneten Stromanschluss zu haben, ohne ein Gerät zur Stromerzeugung dabei haben zu müssen. Unsere Batterie-Netzteile sind etwa 50% leichter und 65% kleiner als andere Geräte auf dem Markt und sind die einzigen Systeme, die die volle Netzspannung für den Betrieb von Großgeräten wie Hochdruckreinigern bereitstellen. Dennoch sind die Geräte absolut wasserdicht, da zur Kühlung keine Belüftung erforderlich ist.

Und wie vertreibt ihr euer Produkt?

Zum einen entwickeln wir auf Basis unserer Batteriemodule White Label-Produkte für Großkunden. Diese Produkte werden in Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten entwickelt, zertifiziert und hergestellt. Die Produkte werden dann von den White-Label-Kunden selbst vertrieben, und wir bieten auf Anfrage Kundendienste an. Andererseits werden wir ab 2020 unsere Batteriespeichersysteme unter unserer eigenen Marke für die mobile Energieversorgung anbieten. Diese Batterien werden dann ausschließlich zur Online-Miete über ein Direktkunden-Servicemodell angeboten. Auf diese Weise hoffen wir, sehr günstige und faire Einstiegspreise anbieten zu können, da neben einer monatlichen Grundgebühr auch eine nutzungsabhängige Komponente berechnet wird.

Du hast bereits eure Kunden erwähnt, die aus vielen verschiendenen Branchen kommen. Sprecht ihr dementsprechend auch unterschiedliche Märkte an?

Wir adressieren derzeit den Markt für mobile Stromerzeuger, der weltweit mehrere Milliarden Euro umfasst. Wir glauben, dass dieser Markt schnell wachsen kann, wenn eine zuverlässige und komfortable elektrische Lösung zur Verfügung steht – wie bei Pedelecs / E-Bikes in den letzten Jahren zu beobachten war. Darüber hinaus adressieren wir bereits andere Märkte mit Pilotkunden, wie beispielsweise kompakte Solarspeicher für Mietwohnungen in der Stadt oder elektrische Reservekanister für Elektroautos. Letzteres testen wir derzeit mit norwegischen und finnischen Automobilclubs. Da Skandinavien in Sachen Nachhaltigkeit oft eine Vorreiterrolle spielt, haben wir dort seit letztem Jahr ein Büro, das unsere Business Development Aktivitäten koordiniert. Unsere Produkte werden international, außerhalb der EU, z.B. in den USA, vertrieben.

Damit kommen wir zur letzten Frage: Wo steht ihr derzeit mit der Entwicklung eurer Technologie? Bestimmt habt ihr seit eurer Gründung hart daran gearbeitet.

Wir industrialisieren derzeit unsere ersten Serienprodukte mit mehreren Markenpartnern. Die Technologie ist weitgehend ausgereift und wird derzeit von diesen Partnern unter Laborbedingungen und im Feld auf Herz und Nieren geprüft. 2019 war für uns bereits ein sehr erfolgreiches Jahr. Nach unserer Seed-Finanzierung im Januar konnten wir ein tolles Team aufbauen und wurden im Frühjahr von InnoEnergy als innovativstes Energiespeicher-Startup der Welt mit einem Preisgeld von 100.000 Euro ausgezeichnet.

Sebastian, vielen Dank für das spannende Interview! Wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg und hoffen, noch viel von euch zu hören. Wer sich für weitere Informationen über euch und euer Produkt interessiert, kann gerne einen Blick auf euer Innoloft Profil werfen.