Komprenu ist das Startup der Woche 50: Innovative Software für Energiemonitoring und Condition Monitoring


Energieeffizienz & Umwelt, IT & IKT

Wenn es um Ressourcen-Einsparung geht, kann man auf viele Software-Lösungen zurückgreifen, die den Verbrauch von Geräten und Maschinen messen. Allerdings setzt ein Unternehmen Geräte verschiedener Hersteller ein, die überwacht werden müssen. Daher gibt es oft Kompatibilitätsprobleme. Um Energiemonitoring und auch Condition Monitoring übersichtlicher zu machen, hat unser Startup der Woche, Komprenu, eine Software-Lösung entwickelt, die es erheblich einfacher macht, Daten einzusehen und Einsparpotentiale zu finden. Wir haben uns mit Rolf-Dieter Clavery, CEO von Komprenu, zusammengesetzt, um über die Lösungen und Technologien im Detail zu sprechen.

Hallo Rolf-Dieter! Schön, dass du Zeit hast, uns ein paar Fragen zu beantworten! Steigen wir doch direkt ein. Was steckt hinter eurem Startup Komprenu?

Bei Komprenu haben wir den Anspruch, Ressourceneinsparung einfach zu machen.
Dazu entwickeln unsere herstellerunabhängige Katmai-Plattform. Die Plattform zeichnet Daten für das Energiemanagement, Condition Monitoring oder Gebäudedaten auf. Diese Daten werden visualisiert und mit Hilfe von maschinellem Lernen kann das Einsparpotential optimal ausgeschöpft werden.

Das klingt nach einer spannenden Idee! Besonders der Visualisierungsaspekt macht es den Benutzern einfacher, die Daten schnell zu verstehen und entsprechende Maßnahmen einzuleiten. Welche Technologie steckt dahinter?

Die Daten werden aus den Messgeräten in einem Unternehmen erhoben und über einen kleinen Konnektor über eine sichere Verbindung an unseren Server übertragen. Dort werden die Daten aufbereitet und den Analysen unterzogen. Die Konfiguration und die vom Anwender gestaltbare Visualisierung erfolgen über eine reine Web-Oberfläche. Damit ist die Anwendung vom Mobilgerät bis zum Desktop-PC bedien- und einsetzbar.

Meist sind die Mess-Strukturen in Unternehmen über die Zeit gewachsen. Somit ist es wahrscheinlich, dass auch unterschiedliche Messgeräte und/oder Plattformen zusammengekommen sind. Wir können unterschiedlichste Datenquellen nutzen und auch Daten aus mehreren Portalen unterschiedlicher Hersteller oder Energieversorger in einer Datenbank zusammenführen. Der Energiemanager in einem Unternehmen muss für einen monatlichen Bericht nicht mehr unterschiedliche Quellen manuell abfragen, und bekommt damit mehr Zeit, sich um das Thema Optimierung zu kümmern.

Energie Monitoring ist mittlerweile aber nichts Neues mehr. Schließlich gibt es viele junge Unternehmen, die sich dieser Herausforderung annehmen. Was lässt euch da herausstechen?

Unsere Software macht den Ressourcenverbrauch transparent: wo wird wann wieviel von welcher Ressource verbraucht. Das machen andere EM-Systeme auch. Wir gehen aber weiter und bieten an, mit erweiterter Sensorik in die Maschine zu schauen und auch dort Zustandsdaten zu erfassen, die dann mit den Verbrauchsdaten in Bezug gesetzt werden können. Das ermöglicht Kennzahlen zu bilden und das bis zu einem einzelnen Stück einer Serienfertigung. Hat man diese Zahlen einmal ermittelt, kann man sie auch nutzen, den Energieverbrauch für die geplante Produktion zu berechnen. Außerdem kann hierbei der Energieverbrauch optimiert und/oder die Energie auf dem Spotmarkt zielgenau eingekauft werden.

Das klingt nach einem guten Herausstellungsmerkmal! Vertreibt ihr eure Software als Teil eines Software-as-a-Service Modells?

Unsere Software ist im aktuellen Stadium noch im Fluss und wird beständig ausgebaut. Daher bieten wir sie zurzeit nur als Dienst an, den wir in einem deutschen nach ISO 27001 zertifizierten Rechenzentrum betreiben. Es wird sie in absehbarer Zeit aber auch als „On Premises“-Lösung geben.

Für den Dienst verlangen wir monatlich eine Bereitstellungspauschale und pro gemessenem Wert einen Betrag. Dadurch sind die Kosten überschaubar und auch für kleine Unternehmen erschwinglich.

Ressourcen sparen ist ein Prozess, der einige Zeit dauert und über unterschiedliche Schritte durchgeführt wird. Diesen Prozess wollen wir gerne mit begleiten. Neben unserer Software bieten wir dazu auch die Unterstützung bei der Planung der Messstellen, gerne zusammen mit dem Energiemanager oder einem Energieberater, der Konfiguration und der Einrichtung der Visualisierung an. Darüber hinaus helfen wir bei der Interpretation der erfassten Daten.
Gerne erstellen wir auch als Dienstleistung Software in individuellen Projekten. Wir bringen zusammen mehr als ein halbes Jahrhundert Erfahrung bei der Entwicklung von Software für industrielle Prozesse in unterschiedlichen Branchen mit. Dieses Wissen bringen wir gerne bei unseren Kunden ein!

Welche Zielgruppe wollt ihr mit eurem Produkt erreichen? Und auf welchen Märkten bewegt ihr euch schon?

Unsere Zielgruppe ist jetzt am Anfang die kunststoffverarbeitende Industrie. Hier ist ein Einsparpotenzial von bis zu 50 % vorhanden. Auch in kleineren Unternehmen können damit jedes Jahr Kosten in der Höhe des Preises einer Eigentumswohnung gespart werden. Ok, über die Größe der Wohnung reden wir hier nicht…
Wir beschränken uns aber nicht darauf, sondern bieten unsere Leistungen natürlich Unternehmen jeglicher Branche an!Gerade Zulieferbetriebe für größere Unternehmen werden sich der Herausforderung der Klimaneutralität stellen müssen. Hier ist die Einsparung von Energie, als Vorbereitung, ein Muss.

Die Endlichkeit der Ressourcen hört nicht an deutschen Grenzen auf. Das betrifft genauso Europa und den Rest der Welt. Auch wenn wir zunächst Firmen vorwiegend in Deutschland ansprechen, bietet die Webplattform eine orts- und länderunabhängige Möglichkeit die Leistungen anzubieten.

Du hast vorhin schon erwähnt, dass ihr eure Software noch weiterentwickeln wollt. Wo steht ihr denn jetzt gerade mit Komprenu und eurer Katmai-Plattform?

Unsere Plattform ist bereit Daten zu erfassen und zu visualisieren und suchen hierfür Pilotkunden. Zurzeit arbeiten wir daran, die restlichen Punkte auf der Liste des BAFA umzusetzen und als förderfähige Energiemanagement-Software eingestuft zu werden. Das soll in Q1/2020 der Fall sein.
Parallel planen wir die nächsten Schritte in Richtung Condition Monitoring und maschinellem Lernen.

Rolf-Dieter, vielen Dank für dieses spannende Gespräch! Wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg bei dem Ausbau eures Produktes und sind gespannt, wie sich Komprenu weiter entwickeln wird! Wer mehr über euch erfahren will, schaut am besten auf eurem Innoloft Profil und in den Innoloft Requests rein!