gridlux ist das Startup der Woche 9: Schnelle Identifikation attraktiver Glasfaser-Ausbaugebiete


IT & IKT

Langfristig gesehen führt kein Weg am Ausbau der Glasfasernetze vorbei. Allerdings ist die Identifikation potentieller Ausbaugebiete für Glasfaser bisher mit erheblichen Aufwänden verbunden. Auch die Abschätzung der damit verbundenen Kosten ist keine schnelle Sache. Künstliche Intelligenz hilft dabei. Die Lösung dazu kommt von unserem Startup der Woche, gridlux. Wie ihr Produkt genau funktioniert, hat uns Lukasz Glowacki, Business Development Manager bei gridlux, im Interview erzählt.

Hallo Lukasz! Der Glasfaser-Ausbau beschäftigt Kommunen, Länder und die Bundesebene. Dabei ist die Planung sehr aufwändig. Wie schafft ihr Abhilfe mit gridlux?

Mittels künstlicher Intelligenz identifiziert gridlux interessante Gebiete für einen wirtschaftlichen FTTH / FTTB (Fiber to the home / Fiber to the basement Anm. d. R.) Ausbau automatisch und macht diese anhand einer Aufwandsindikation vergleichbar.

Wie werden diese Informationen bereitgestellt?

Unser Online-Tool ist eine Software-as-a-Service Lösung die ganz einfach über eine URL aufgerufen wird. Basierend auf KI gestützten Algorithmen identifizieren wir interessante Gebiete für einen wirtschaftlichen FTTH / FTTB Ausbau automatisch. Mit der Aufwandsindikation kann man die Gebiete miteinander vergleichen.

Was lässt gridlux in der Branche besonders herausstechen?

Die gesamte Planung, darunter auch die Bestimmung von potentiellen Ausbaugebieten, ist kompliziert und teuer. Unser Verfahren macht die schnelle strategische Grobplanung simpel und verständlich. Wir befähigen den Kunden eine aktive Rolle einzunehmen und künftige Ausbauentscheidungen daten- und faktenbasiert zu treffen – und damit Wettbewerbsvorteile zu erlangen. Darüber hinaus ermöglicht unser intuitives Online-Tool eine Realtime-Aufwandsindikation, z.B. für Kommunen und Landkreise (Förderverfahren). 

Der Einsatz von künstlicher Intelligenz bringt viele Vorteile mit sich. Grundsätzlich kann man sagen, dass wir den strategischen Grobplanungsprozess mit dem Einsatz von KI gestützten Algorithmen digitalisieren. Viele Telekommunikationsunternehmen und Planungsbüros verwenden Standardsoftware-Werkzeuge für die Planung, wie zum Beispiel AutoCAD oder Google Earth, dennoch müssen viele Ergebnislisten händisch erstellt werden. Ein weiterer Vorteil ist die zeitliche Komponente. Der herkömmliche Prozess nimmt sehr viel Zeit in Anspruch. Unsere entwickelten Algorithmen rechnen auch große Gebiete in Sekundenschnelle durch. Das reduziert die Kosten und erhöht die Planungssicherheit. Darüber hinaus ist gridlux komfortabler als die gängigen Software-Lösungen. Warum? Weil alle relevanten Daten wie Adressen, Straßen, Oberflächenart und Nutzung, sozio-Ökonomische Daten oder die Anschlussverfügbarkeit Bestandteil des Online-Tools sind. Sie müssen keine Daten mehr kaufen und aufwändig in Ihre Software importieren.

Du hast eben schon angesprochen, dass ihr euer Online-Tool als eine Software-as-a-Service Leistung anbietet. Ist es das einzige Produkt, was ihr in eurem Portfolio habt?

Nein. Im Prinzip besteht unser Portfolio aus zwei Produkten. Zum einen eben das Online-Tool für die Aufwandsidikation und Erschließung neuer Gebiete. Für das Tool erheben wir eine jährliche Lizenzgebühr. Dann gibt es noch den „Strategischen Grobplanungsservice“, bei der wir mittels künstlicher Intelligenz interessante Ausbaugebiete identifizieren und automatisiert berechnen. Dabei stellen wir unseren Kunden auch für sehr große Bereiche eine Rangliste der attraktivsten Gebiete zur Verfügung. Der Preis berechnet sich aus der Anzahl der zu berechnenden Adresspunkte.

Grenzt ihr eure Zielgruppe in einer bestimmten Weise ein?

Nicht unbedingt. Die Lösung ist für unterschiedliche Zielgruppen interessant. Im Prinzip für alle Parteien, die am Planungsprozess eines Glasfaserausbauvorhabens beteiligt sind, zum Beispiel TK-Carrier/Telekommunikationsunternehmen, Stadtwerke, Planungsbüros, Städte und Kommunen. Aktuell bieten wir unsere Lösung nur für den deutschen Markt an.

In welcher Phase befindet sich gridlux gerade? Ist euer Produkt schon im Einsatz?

Wir sind aktuell noch ein internes Startup der EWE AG. 

Für unsere Dienstleistung haben wir schon erste Kunden gewonnen und arbeiten in diesem Quartal an der Fertigstellung unseres Online-Tools. Wir konnten unsere Lösung gemeinsam mit einem großen Telekommunikationsanbieter (EWE TEL) einsetzen und dem Unternehmen einen siebenstelligen Betrag einsparen. Die entega Medianet GmbH hat die Berechnung für eine Großstadt beauftragt. Wir sind zuversichtlich, dass die Lösung sie überzeugen wird und wir dann einen weiteren  Großauftrag erhalten. Darüber hinaus sind wir in weiteren aussichtsreichen Gesprächen mit Telekommunikationsnetzbetreibern, Planungsbüros und Kommunen.

Lukasz, wir sind leider schon am Ende des Interviews angekommen. Wir danken dir, für das tolle Gespräch und wünschen euch viel Erfolg mit der Fertigstellung des Online-Tools! Wer mehr über gridlux erfahren möchte, kann sich das Innoloft Profil und die entsprechenden Requests anschauen.

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