„Flexibilität im Energiemarkt“ – Wo liegen lukrative Geschäftschancen für Energieunternehmen?


Energie & Umwelt

Antworten gibt unser neuer „blue oceans“ Branchen-Trendreport #3

Wie sich „Flexibilität als Geschäftsmodell“ nutzen lässt, damit beschäftigt sich die aktuelle Ausgabe unseres gemeinsam mit energate erstellten Branchen-Trendreports „blue oceans“. Die dritte Ausgabe zu dem Thema ist im Februar 2020 erschienen. Neben einer umfassenden Marktanalyse anhand der Innoloft Datenbank und Insights unseres Partners energate stellen wir euch anhand von Beispielen vor. Ihr findet in dem Report News, Interviews mit Startups, Kooperationsgesuche in Form von Calls sowie einen detaillierten Business Case. Mit diesem stellen wir euch ein bislang noch wenig bekanntes, aber bereits profitables Geschäftsmodell für die Flexibilitätsvermarktung vor.

Flexibilität im Energiesektor ist ein breites Thema. Dessen Bedeutung wächst vor dem Hintergrund neuer technologischer Entwicklungen sowie der zunehmenden Verbreitung von erneuerbaren Energien, Energiespeichern, Elektromobilität bei gleichzeitiger Reduktion konventioneller Energieerzeugung.Damit betrifft Flexibilität die Bereiche Erzeugung und Verbrauch genauso wie die Bereiche Handel oder sektorenübergreifende Nutzung von Energie.

Sechs Startup Beispiele mit Anwendungen für „Flexibilität als Geschäftsmodell“

Welche Flexibilitätslösungen junge Unternehmen und Startups bereitstellen und welche Geschäftsansätze sie damit verfolgen, möchten wir euch anhand von sechs Beispielen aus unserem blue oceans Trendreport #3 hier in Auszügen vorstellen. In Interviews teilen deren CEOs ihre Sicht auf die Entwicklung der Thematik. Weitere Startups und Details hält der Trendreport sowie unsere Innoloft-Datenbank für euch bereit.

Zum blue oceans Trendreport

 

Sympower – Flexibilität für Netze mit Hilfe von Demand Response

Das niederländische Startup Sympower wurde 2015 gegründet. Ihr Produkt erschließt Flexibilität auf Basis von flexiblen Verbrauchern, wie beispielsweise intelligente Heiz- und Kühlsysteme von Haushalten und Unternehmen für die Energieversorgung. Mit ihrer Demand-Side-Management (DSM) Lösung bieten sie dem Energieversorgungssystem eine Alternative zu fossilen Brennstoffen als Flexibilitätsreserven. Anstelle von Kohle- und Gaskraftwerken binden sie Heizsysteme, Energiespeicher, Lüftungssysteme, Wasserkessel und andere sich in der Umgebung befindende Geräte ein. Diese Flexibilitätsquellen poolen sie auf einer Plattform. Mit ihrer DSM Lösung lassen sich Treibhausgasemissionen reduzieren und Angebotsschwankungen von erneuerbaren Energien ausbalancieren. Mehrwerte aus ihrem Angebot ziehen können Übertragungsnetzbetreiber als ihre Hauptkunden. Diese sind dadurch in der Lage auf zunehmende Anforderungen am Energiemarkt zu reagieren. Gleichzeitig können Übertragungsnetzbetreiber Assets für ihre Kunden generieren.

Im Interview im Blue Oceans Trendreport verrät Simon Bushell, Gründer und CEO von Sympower B.V. über weitere Details zur ihrer Demand Response Lösung für Netze.

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Bl!xt – Analoge Leistungsschalter in digitale Multifunktions-Schalter verwandelt

Das 2018 in Schweden gegründete Startup Blixt hat seinen Fokus auf Leistungsschalter gelegt. Während herkömmliche Leistungsschalter dem Abschalten von Strom und damit der Stromunterbrechung dienen, hat Blixt eine digitale Alternative entwickelt. Mit ihrem multifunktionalen Schalter können sie nicht nur Energieflüsse steuern, sondern diesen auch überwachen. Über ihre Leistungsschalter wird eine Echtzeit-Fernsteuerung von Haushaltslasten möglich. Damit geben sie dem Verbraucher, aber auch Energiedienstleistern ein neues Werkzeug in die Hand. Mit diesem schaffen sie die Voraussetzung für eine intelligente Nachfragesteuerung, bei der eine Steuerung auch aus der Ferne erfolgen kann. Blixt hat sich als B2B-Unternehmen zur Aufgabe gemacht, eine neue digitale Leistungsschalter-Infrastruktur in den Markt zu bringen. Das tun sie jedoch nicht auf sich allein gestellt. Vielmehr wollen sie sich mit bestehenden Anbietern zusammenschließen und sich gemeinsam den Anforderungen eines zukünftigen Energiemarktes zu stellen.

Über die Gründe, warum sich Bl!xt mit Leistungsschaltern beschäftigt und welchen Beitrag ihre Technologie für mehr Flexibilität bedeutet, darüber spricht Charlotta Holmquist, Co-Gründerin und CFO von Bl!xt in ihrem Interview im blue oceans Trendreport.

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Urban Energy – Ladesäulen mit Hilfe von Smart-Grid-Technologien netzdienlich steuern

Mit ihrem Energy Data Hub bringt das gleichnamige Startup urban Energy Verbraucher und Erzeuger auf intelligentem Weg zusammen. Dazu hat das Berliner Startup eine B2B-Software-Plattform erstellt, die auf Basis von intelligenten Algorithmen alle Daten in städtischen Quartieren in Echtzeit erfasst. Um Anlagen, Gebäude und Ladesäulen netzentlastend zu managen, erstellen KI-Modelle Prognosen. Diese berechnen, wann der günstigste Zeitpunkt beispielsweise zum Laden eines Elektrofahrzeugs ist. Mit ihrer Smart-Grid-Lösung konzentriert sich urban Energy zunächst auf Stadtwerke und Wohnungsbaugesellschaften. Die Lösung kann ebenso für Logistik- und Gewerbekunden von Interesse sein, die auf eine elektrische Flotte umstellen.

David Stolz, CEO, berichtet in seinem Interview im blue ocean Trendreport unter anderem, wie sie Stromnetze davor bewahren zum Flaschenhals der Elektromobilität zu werden und wie sie selbst Flexibilität Vermarktung nutzen wollen, um zu wachsen.

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EnergyCortex – Transparenz bei Energiedaten herstellen

Hohe Energieverbräuche erzeugen hohe Energiekosten. Beides ist direkt miteinander verbunden und spielt gerade für produzierende Gewerbe- und Industriekunden eine erhebliche Rolle. Das 2018 in Aachen gegründete Unternehmen EnergyCortex verfolgt das Ziel Energiekosten und damit verbunden die Energieverbräuche für Letztverbraucher durch den Einsatz von KI-basierten Datenanalysen zu senken. Mit Visual Cortex hat EnergyCortex eine Software entwickelt. Sie stellt eine Kundenschnittstelle zu den Daten ihrer Kunden und den eigenen Services bereit. Über sie lassen sich Daten aufbereiten und visualisiert darstellen. Derzeit bedienen sie mit ihren sektorenübergreifenden, intelligenten Services das B2B-Segment in Deutschland. Gleichwohl besteht die Möglichkeit für einen weltweiten Roll-out.

 

Bastian Baumgart, CEO, erzählt wie sie Transparenz für für Industrie- und Gewerbekunden herstellen und welche Mehrwerte ihre Lösung für sie bedeutet.

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Senfal – Wirtschaftliche Mehrwerte für Kunden auf Basis von KI erzeugen

Das 2014 in den Niederlanden gegründete Unternehmen Senfal hat eine Demand Response Plattform mit Hilfe eines selbstlernenden Algorithmus entwickelt. Ihre auf KI basierende Lösung regelt auf Grundlage von Energieverbrauchsdaten von Anlagen und Unternehmen Stromeinkäufe, deren Marktpreise für den Intra-day-Stromhandel prognostiziert werden. Dadurch können sie den Verbrauch der Anlagen flexibel steuern, als auch den Einkauf von Strom optimieren. Das Startup kann auf die Weise einen wirtschaftlichen Mehrwert für seine Kunden generieren. Zugleich erhalten Kunden einen transparenten Zugriff auf die Informationen. Senfal wurde 2019 von Vattenfall gekauft.

Bart de Vries, Business Owner, Vattenfall Flexibility Services gibt tiefer gehende Einblicke in die Lösung von Senfal in seinem „blue oceans“ Trendreport Interview. Er beantwortet zudem detailliert die Frage,  worin der Vorteil besteht Teil eines großen etablierten Energieversorgers zu sein.

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gridX – Kundennutzen mit Hilfe flexibler Plattformlösungen stärken

Das 2016 in Aachen gegründete Startup hat eine Plattform in Verbindung mit einer ganzheitlichen Energie-IoT Lösung entwickelt. Über diese vernetzt sie herstellerunabhängig End-Geräte und managt deren Energieverbrauch. Mit ihren Lösungen Independent Homes, Smart Charging, Microgrids und Smart Commerical stellen sie Konnektivität und Kommunikation von Geräten her. Dabei verbinden sie unterschiedlichste Hersteller und Geräte. Langfristig sollen in die Plattform neben Energieverbrauchern und -speichern auch Erzeuger, wie beispielsweise virtuelle Kraftwerke integriert werden. Für die Vermarktung ihrer Lösungen setzt gridX heute schon auf starke Partnerschaften, um win-win-Situationen zu erzielen und einen größtmöglichen Kundennutzen herzustellen.

Wie gridX sein Ziele zur zentralen Plattform für Energieerzeuger und -konsumenten erreichen will und warum Kunden an ihrem Business Model teilhaben können, erklärt David Balensiefen, Co-Gründer und CEO in seinem „blue ocean“ Trendreport Interview.

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Fazit

Flexibilitätslösungen für den Energiemarkt gibt es reichlich. Diese gezielt durch Einsatz neuer intelligenter Technologien zu nutzen, ist eine Aufgabe, der sich Startups und junge Unternehmen angenommen haben. Vor dem Hintergrund einer globalen Energiewende und der weltweiten Transformation von Energiesystemen mit wachsender Einbindung von erneuerbaren Energien sowie sektorenübergreifender Nutzung von Elektrizität gewinnt das Thema „Flexibilität als Geschäftsmodell“ an Gewicht. Das zeigt unsere Trendanalyse, genauso wie die Beispiele und die von energate erfolgte Befragung von Marktakteuren aus der Energiewirtschaft.

Allen innovativen Marktakteuren, die sich mit neuen Geschäftsfeldern im Energiemarkt allgemein und vielversprechenden Geschäftsmodellen im Bereich Flexibilität im Besonderen beschäftigen, bietet blue oceans relevante Informationen zum Flexibilitätstrend als Zukunftsthema der Energiebranche.

Wer schnuppern möchte, findet hier eine Leseprobe und bei Interesse auch den vollständigen Report.

Zur Leseprobe

 

Einen Auszug zum Marktüberblick gewährt Peter Hinßen, Innovationsmanager bei Innoloft und Mitverfasser des blue oceans Trendreports, in seinem Gastbeitrag auf dem Blog Regelleistung-Online