Energy Mavens ist das Startup der Woche 4: Wünsche und Bedürfnisse des Kunden verstehen


Energieerzeugung, Energiemarkt & -handel

Beim Kauf eines Produktes entscheidet der Käufer nicht mehr nur auf Grundlage des Preises. Mittlerweile spielen viele verschiedene Faktoren in die Kaufentscheidung mit ein. Dafür sind unter anderem aktuelle gesellschaftspolitischen Entwicklungen verantwortlich. Wie soll man aber nun Produkte gestalten, die dem potentiellen Kunden zusagen? Dafür hat unser Startup der Woche, Energy Mavens eine Lösung geschaffen. Mit ihren speziellen Kundenanalysen bieten sie Unternehmen Support in der Produktentwicklung.

Hallo Thomas! Wir freuen uns sehr, dass du heute hier bist. Lass uns direkt loslegen: Wie würdest du Energy Mavens in einem Satz beschreiben?

Wir analysieren die Bedürfnisse von Stromkunden, um EVUs (Energieversorgungsunternehmen Am.d.R.) in der Gestaltung und Entwicklung von Energiewende-Produkten zu unterstützen.

Wie funktioniert so eine Analyse? Welches Framework nutzt ihr dafür?

In der Psychologie entwickelt, hat sich die Conjoint-Analyse inzwischen auch im Marketing als ein Schätzverfahren durchgesetzt. Die Methode ermöglicht die Offenlegung der wahren Präferenzen von Befragten, indem eine (fiktive) Entscheidung zwischen verschiedenen Produkten abgebildet wird. Wir verwenden dabei eine moderne, adaptive Methodik, welche die Befragten individuell anspricht und so stärker involviert als bei derzeitig verwendeten Standardumfragen.

Die Anwendung unserer Conjoint-Analyse auf innovative Produkte der Energiewirtschaft, unterstützt so EVUs und Stadtwerke bei der Produktgestaltung und Kundenclusterung. Kundenbedürfnisse können so gezielter bedient und die Kunden selbst früh in die Produktentwicklung einbezogen werden. Die Kunden fühlen sich so als Mitgestalter. Außerdem ist die Befragung für sie deutlich spannender als jede herkömmliche Marketing-Umfrage. Validere Ergebnisse ermöglichen eine simulierte Bewertung von Produktkombinationen, die nicht im Fragebogen abgefragt wurden. Bspw. kann ein Konkurrenzprodukt dem eigenen gegenübergestellt und so (zu erwartende) Marktanteile abgeschätzt werden.

Du bist schon auf die Vorteile der Conjoint-Analyse eingegangen, allerdings nutzt ja nicht nur ihr diese Methode. Was macht ihr anders als eure Mitbewerber?

Momentan steht die Energiewirtschaft an einem Tipping-Point. Energieversorungsunternehmen und Stadtwerke werden von reinen Lieferanten zu Energiepartnern. Entsprechend ist ein umfangreicheres Kundenverständnis unabdingbar. Kunden treffen Entscheidungen für oder gegen einen Versorger, bzw. dessen Produkte, nicht mehr nur anhand des Preises, sondern lassen sich von einer Vielzahl an Parametern leiten. In Abhängigkeit seiner Präferenzen bieten unterschiedliche Produkte dem Kunden einen Nutzen oder nicht.

Um diese Präferenzen zu verstehen und für Energiepartner nutzbar zu machen, wenden wir die Conjoint-Analysen auf energiemarktspezifische Fragestellungen an. Aus Sicht eines Stadtwerks bedeutet das: Welche Merkmale hat ein Energiewende-Produkt? Wie bepreise ich es? Wo positioniere ich es und an wen? Durch das frühe Abfragen der Meinung von Endkunden schaffen wir es, früh ein kundenzentriertes Design zu entwickeln und Energieprodukte effizienter zu gestalten.

Im Ergebnis ermöglichen wir mit unserer Herangehensweise die Offenlegung von Zahlungsbereitschaften, Wechselhürden sowie zielgruppenspezifischen Besonderheiten. Das ermöglicht einem EVU die passgenaue Gestaltung, Platzierung und Bepreisung Ihrer Produkte.

Verstehe. Wie gestaltet sich das Pricing für Energy Mavens?

Wir bieten eine quantitative Beratung an. Dass heißt, unsere Umsätze ergeben sich aus unserem Tagessatz und den veranschlagten Beratertagen pro Projekt. Der Aufwand wird dabei für jedes Projekt individuell festgelegt. Dabei kommt es u.a. darauf an, mit welcher Datengrundlage gestartet wird und wie groß die Umfrage werden soll.

Darüber hinaus bieten wir als Partner unsere Unterstützung in verschiedenen Phasen der Produktentwicklung an. Dazu gehört z.B. die Ideengenerierung, das eigentliche Testen, die Validierung und die schlussendliche Umsetzung und Markteinführung. Wir verfolgen einen kooperativen Beratungsansatz, bei dem wir in einen engen Austausch und regelmäßige Feedback-Schleifen mit unseren Kunden treten.

Du hast schon erklärt, dass es bei euren Kunden besonders um Stadtwerke und EVUs geht. Kannst du auf eure Zielmärkte nochmal detaillierter eingehen?

Wir konzentrieren uns auf die Abteilungen Marketing und Produktentwicklung kleinerer Stadtwerke bzw. regional agierender EVUs auf dem deutschen Markt. Bei dieser Zielgruppe sehen wir das größte Potential für datenbasierte Kundenanalysen. Außerdem ist für diese Versorger mit starkem regionalen Bezug eine kundenorientierte Ausrichtung der Produkte enorm wichtig.

Wo steht ihr aktuell mit der Entwicklung von Energy Mavens? Sind eure Leistungen schon nutzbar?

Ja. Unser Fokus liegt aktuell auf der Umsetzung von Pilotprojekten und dem damit einhergehenden Aufbau von Referenzen. Den proof-of-concept, dass wir mit der Methodik Aussagen zu Energiewende-Produkten treffen können, konnten wir im Rahmen zweier Studien bereits zeigen. Eine Untersuchung zur Gestaltung des Produktes „Lokalstrom“ wurde in Kooperation mit der Allgäuer Überlandwerk GmbH durchgeführt. In einem zweiten Projekt analysieren wir die Präferenzen von EE-Investoren im Kontext von Ausschreibungen gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung (ISI). Besonders stolz sind wir in diesem Zusammenhang, dass wir am Fraunhofer ISI seit dem ersten September 2019 als Kompetenzausgründung geführt werden.

Jetzt sind wir leider schon am Ende des Interviews angekommen. Danke dir Thomas für das interessante Gespräch! Wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg für die Zukunft von Energy Mavens! Wer mehr über euch erfahren möchte, kann sich gerne euer Innoloft Profil und eure Innoloft Requests anschauen.

Climedo Health ist das Startup der Woche 3: Innovationsförderung in der Medizinforschung


Health & FoodTech, IT & IKT

Innovation im Gesundheitssektor hat viele Gesichter. Um medizinische Innovationen zu beschleunigen, ist es notwendig, zwischen verschiedenen Partnern wie Pharmaunternehmen, Krankenhäusern und Patienten zu kooperieren. Climedo, unser Startup der Woche, bietet eine cloud-basierte Software, der verschiedene Stakeholder bei der effizienten und sicheren Durchführung von Studien, z.B. zu neuen Krebstherapien, unterstützt. Wir sprachen mit Catherine Higginson, Marketing Managerin bei Climedo Health, um mehr über ihre innovative Idee zu erfahren.

Hey Catherine, danke, dass du dir heute die Zeit genommen hast! Lass uns direkt starten. Wie würdest du Climedo in einem Satz pitchen?

Na klar! Climedo hat es sich zur Aufgabe gemacht, jedem Patienten die beste Behandlung zukommen zu lassen, indem es die Fachleute im Gesundheitswesen mit intelligenten Softwarelösungen unterstützt.

Das ist eine ziemlich große Mission! Wie sieht diese Softwarelösung im Detail aus?

Climedo ist eine Cloud-basierte Plattform, die aus drei Kernelementen besteht: zwei integrierte Datenbanken (eine digitale Patientenakte und eine Biodatenbank) und das Hauptmodul, welches die Durchführung einer großen Anzahl von Studien ermöglicht. Es kann sowohl auf einem Laptop/PC als auch auf einem Tablet oder Smartphone verwendet werden. So können Sponsoren, Ärzte und medizinisches Fachpersonal in einer zentralen, ganzheitlichen Lösung auf alle relevanten Studiendaten zugreifen und dennoch auf ihre individuellen Bedürfnisse zugeschnitten sein. Das intuitive und flexible Studiendesign ermöglicht die kosteneffiziente Durchführung von Mono- und Multi-Center-Studien. Parameter können in Echtzeit validiert und analysiert werden. Wir setzen Technologien ein, die sich besonders für die Verarbeitung unstrukturierter Daten eignen – was unserer Meinung nach ein Muss im Gesundheitswesen ist. Diese Daten werden in einer intuitiven und komfortablen Benutzeroberfläche verfügbar, so dass auch komplexe Zusammenhänge schnell und umfassend dargestellt werden können. Um ein Höchstmaß an Daten- und Informationssicherheit zu gewährleisten, stehen unsere Server ausschließlich in Deutschland und sind nach den einschlägigen Industriestandards zertifiziert.

Welchen Mehrwert generiert euer Produkt, den andere bestehende Lösungen nicht haben?

An klinischen Prüfungen sind in der Regel mehrere Parteien an verschiedenen Standorten beteiligt (z. B. Industriepartner, CROs, Krankenhäuser, Patienten usw.). Die Parteien arbeiten meist mit völlig getrennten Systemen. Da Darüber hinaus werden über 50% aller klinischen Studien immer noch auf Papier oder mit Hilfe von Tabellen durchgeführt. Angesichts der digitalen Transformation des Gesundheitssektors und mehrerer neuer EU-Verordnungen, die auf uns warten, ist dies keine realistische und nachhaltige Lösung mehr. Die Zusammenführung aller Daten und Ergebnisse kostet viel Zeit und Geld, das stattdessen in die Behandlung der Patienten fließen könnte. Hier kommt Climedo ins Spiel. Wir verbinden alle Beteiligten nahtlos in einem Cloud-basierten System und ermöglichen die strukturierte Erfassung und Verwaltung aller studienbezogenen Daten. Zum Beispiel können Patienten  auch ohne spezielle IT-Kenntnisse per E-Mail oder SMS Informationen, wie z.B. die Wirksamkeit eines Medikaments oder die Zufriedenheit mit einem eingesetzten Implantat, eingeben. Folglich müssen sie nicht mehr so oft das Studienzentrum besuchen und sparen somit sowohl ihnen selbst als auch den Ärzten wertvolle Zeit. Im Gegensatz zu bestehenden Lösungen ist Climedo zu 100% anwenderorientiert und verbindet alle Beteiligten in einem ganzheitlichen System.

Besonders die einfache Integration von Patientendaten klingt sehr hilfreich und zeitsparend! Bieten ihr eure Software als Dienstleistung an?

Ja, genau! Wir haben ein SaaS-Modell, das aus einer einmaligen Einrichtungsgebühr und einer flexiblen monatlichen Nutzungsgebühr besteht, je nach Umfang der Studie und des Produktportfolios.

Wen adressiert Climedo Health genau? Und welche Länder sind eure Zielmärkte?

Unsere Zielkunden sind Medizinproduktehersteller, Pharmaunternehmen, Auftragsforschungsinstitute (CROs) sowie Krankenhäuser und Hochschulen. Derzeit sind wir vor allem in der DACH-Region tätig und möchten im kommenden Jahr in weitere EU-Länder expandieren. Darüber hinaus werden einige unserer in Deutschland durchgeführten Studien bereits international ausgerollt, unter anderem in den USA.

Ihr seid also bereits am Markt etabliert und befindet euch nun in der Expansionsphase?Ihr seid also bereits am Markt etabliert und befindet euch nun in der Expansionsphase?

Ja! Unser Produkt ist auf internationaler Ebene verfügbar und wird bereits von mehreren Partnern aus Industrie und Wissenschaft eingesetzt. Wir haben kürzlich eine Finanzierungsrunde im 7-stelligen Bereich abgeschlossen, die es uns ermöglicht, unser Team weiter zu vergrößern, international zu expandieren und unsere Softwareentwicklung weiter voranzutreiben, um die klinische Validierung für unsere Kunden effizienter zu gestalten.

Das klingt sehr spannend! Catherine, danke für das Gespräch! Wir hoffen, dass wir noch viel von euch hören und wünschen euch weiterhin viel Erfolg! Wer sich für eure Produkte oder eine Zusammenarbeit mit euch interessiert, kann sich das entsprechende Innoloft-Profil und Requests für weitere Informationen ansehen.

SOLARIMO ist das Startup der Woche 2: Neue Energie für die Stadt


Energieeffizienz & Umwelt, Energieerzeugung, Energiemarkt & -handel

Die Folgen des Klimawandels sind bereits deutlich spürbar. Glücklicherweise sind wir in Deutschland von Naturkatastrophen, wie Überflutungen oder starken Waldbränden bisher noch nicht betroffen gewesen. Trotzdem müssen auch wir unser Verhalten nachhaltiger gestalten. Photovoltaik und Grünstrom sind beliebte Lösungen, um die Erzeugung von CO2 einzudämmen. Oft ist die Planung und Errichtung einer solchen Anlage kompliziert und abschreckend. Unser Startup der Woche, SOLARIMO kümmert sich um genau diesen Fall. Wie das genau aussieht, haben wir mit Sebastian Lammers, Projektentwickler bei SOLARIMO, besprochen.

Hallo Sebastian! Danke, dass du dir heute für uns Zeit genommen hast. Wir freuen uns schon sehr, SOLARIMO näher kennenzulernen. Würdest du uns deswegen direkt einen kleinen Pitch geben, was ihr bei SOLARIMO macht?

Gerne! SOLARIMO plant, errichtet und betreibt Photovoltaikanlagen auf Mietimmobilien. Damit wird der sogenannte Mieterstrom erzeugt, mit dem wir den Mietern Zugang zu dem günstigen Öko-Strom vom eigenen Dach geben. So leisten wir einen Beitrag für die nachhaltige Energieversorgung.

Das klingt sehr spannend! Wie genau sieht denn das Konzept dahinter aus?

Wie schon angerissen, bauen und planen wir Photovoltaikanlagen auf Mehrfamilienhäusern und bieten den nachhaltig erzeugen Strom für die Mieter an. Die Gebäudeeigentümer profitieren durch eine nachhaltige und soziale Aufwertung ihrer Immobilien. Der komplette Bauprozess wird dabei von uns mit lokalen Installateuren durchgeführt und begleitet. Diese Umsetzung eines Mieterstromprojektes ist mit unserem Modell bei Neu- und Bestandsobjekten möglich. Außerdem setzen wir Projekte mit Batteriespeichern sowie Ladesäulen für Elektrofahrzeuge um.

Zurzeit existieren viele neue Unternehmen mit der Idee, Photovoltaik-Anlagen auf Immobilien zu errichten und somit grünen Strom zu erzeugen. Welchen Mehrwert generiert ihr mit SOLARIMO, den eure Konkurrenten nicht anbieten?

Wir bieten unseren Kunden ein Mieterstrom-Komplettpaket an. Hier übernehmen wir die Beratung, Planung, Finanzierung und Installation der Anlage. Hinzu kommt die komplette Abwicklung mit Vermarktung und Verkauf des Stroms an die Mieter. Die Mieter erhalten von uns die komplette Stromversorgung zu einem Preis, der mindestens 10% unter dem Grundversorgertarif liegt. Sie können somit an der Energiewende teilhaben und von ihr profitieren. Mit der Errichtung von Photovoltaikanlagen leisten die Gebäudeeigentümer einen Beitrag zur Energiewende im städtischen Raum und sorgen für eine lokale und klimafreundliche Energieversorgung.

Verstehe. Wie sieht euer Pricing-Modell aus?

Unser Geschäftsmodell ist simpel: Wir bieten den Mietern einen günstigen und ökologischen Stromtarif und versuchen den größten Anteil des Stroms auf dem eigenen Dach zu produzieren. Gleichzeitig erhalten unsere B2B-Kunden einen Vorteil, indem sie sich nachhaltig positionieren können. Unsere Einnahmen erzielen wir aus dem Stromverkauf an die Mieter und aus der Vergütung für die Einspeisung des restlichen Stroms in das Netz.

Als Kundensegment hast du bis jetzt den B2B Sektor genannt. Richtet ihr euer Produkt nur auf B2B Kunden aus? Könntest du nochmal genauer auf eure Zielgruppen eingehen?

Unsere Kundengruppe lässt sich in den B2B und B2C Markt gliedern. B2B sind die Gebäudeeigentümer. Hier wären zum Beispiel Genossenschaften, Wohnungsbauunternehmen sowie Projektentwickler und Kommunen zu nennen. Aktuell sind wir nur national tätig.
Abschließend würde es uns noch interessieren, in welcher Entwicklungsphase sich SOLARIMO aktuell befindet. Welche Ziele verfolgt ihr zukünftig, besonders in 2020?

Abschließend würde es uns noch interessieren, in welcher Entwicklungsphase sich SOLARIMO aktuell befindet. Welche Ziele verfolgt ihr zukünftig, besonders in 2020?

SOLARIMO ist seit 2 Jahren am Markt und hat in über 35 Projekten bereits mehr als 3200 Kwp Leistung umgesetzt. Aktuell stehen bereits mehrere Folgeaufträge in verschiedenen Genossenschaften in der Warteschleife, sodass wir zuversichtlich und optimistisch in das nächste Geschäftsjahr blicken. Da wir als Corporate Start-Up zur Engie Gruppe gehören sind wir auch im nächsten Jahr von keiner Fremdfinanzierung abhängig.

Sebastian, vielen Dank für dieses spannende und ausführliche Interview. Wir wünschen euch für die weitere Entwicklung von SOLARIMO viel Erfolg. Wer euch dabei unterstützen möchte, kann gerne einen Blick auf euer Innoloft Profil werfen.

Greenlytics ist das Startup der Woche 51: Wettervorhersagen für Entscheidungsoptimierung


Energieeffizienz & Umwelt, IT & IKT

Wettervorhersagen beinhalten mehr, als einfach zu wissen, ob es morgen regnet. Von den Wetterbedingungen gehen Effekte aus, die den Geschäftsbetrieb beeinflussen. Für Energieversorgungsunternehmen sind Wettervorhersagen also extrem wichtig. Unser Startup der Woche, Greenlytics, benutzt Wetterdaten und künstliche Intelligenz um Unternehmen den Weg in Richtung nachhaltiger und effizienter Energiegewinnung zu ebnen. Wir haben mit Sebastian Haglund El Gaidi, CEO von Greenlytics, gesprochen, um mehr über ihre Idee zu erfahren.

Hallo Sebastian! Danke, dass du dir Zeit für dieses Interview genommen hast. Wir starten direkt mit der ersten Frage. Wie würdest zu Greenlytics in einem Satz erklären?

Wir bei Greenlytics sind wie Google Analytics für Wetter- und Energiedaten.

Kannst du uns etwas mehr über die zugrundeliegende Technologie erzählen?

Na klar! Wir verbinden die Felder von Energie, Meteorologie und Data Science. Damit erstellen wir Produkte, die die Transformation in eine nachhaltige Zukunft unterstützen. Wir bieten eine Plattform mit vier verschiedenen Modulen an.Das erste Modul ist der Datahub. Dort werden Wetterdaten gesammelt und gespeichert. Diese Wetterdaten beinhalten Messungen, Analysen und Informationen zur Vorhersage.

Als zweites Modul haben wir die Vorhersage für Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit. Im Detail bedeutet dies, dass wir Wettervorhersagen und mögliche Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit für Energieversorger miteinander in Verbindung setzen. Diese Auswirkungen könnten zum Beispiel sein: der zukünftige Energiekonsum für bestimmte Viertel, Wetterfolgen auf die Netzinfrastruktur oder Vorhersagen für die erneuerbaren Energieproduktion. Das Prognose-Modul nutzt Open Source Machine Learning Technologien, die auf skalierbaren Computer-Infrastrukturen laufen können.

Darüber hinaus haben wir das Modul der Entscheidungs-Optimierung, welche eine skalierbare Optimierungs-Technologie bietet. Ein Beispiel: Vorhersagen für die Geschäftstätigkeiten können als Input für die Optimierung von Entscheidungen hinsichtlich Stromhandel, Wartung oder Geschäftsbetrieb genutzt werden.

Das letzte Modul in unserer Plattform ist das Visualisierungs-Modul. Das ist besonders wichtig für den Nutzer. Mit diesem Modul können wir interaktive Visualisierungen erstellen, die komplizierte Daten aus dem KI Modell beschreibbar und intuitiv für den Nutzer machen.

Das klingt sehr vielversprechend, besonders im Hinblick auf die genutzten Technologien. Um im Markt langfristig zu überleben, müsst ihr euch gegen eure Wettbewerber durchsetzen. Welches Alleinstellungsmerkmal macht euch aus?

Um es kurz auszudrücken: Mit der Greenlytics Plattform können unsere Kunden eine immense Menge an Zeit sparen. Was ich damit meine ist, dass Energieunternehmen von einer Idee zur Umsetzung in 20% der vorherigen Zeit übergehen können. Darüber hinaus ermöglicht die Greenlytics-Plattform, menschliche Operatoren aus der endlosen Entscheidungsschleife herauszuholen. Dadurch können sie datengesteuerte Entscheidungen überwachen und kritisieren. Wir machen Entscheidungsprobleme einfacher, verbessern die Prozesseffizienz und senken die Kosten. Es ermöglicht Unternehmen auch, ihre Umweltauswirkungen zu reduzieren und die Zuverlässigkeit ihrer Anlagen zu erhöhen.

Wie bringt ihr euer Produkt in ein profitables Geschäftsmodell ein? Bietet ihr euer Produkt als Serviceleistung an?

Ja, genau. Wir bieten unser Produkt als SaaS-Lösung an. Also bekommt der Kunde Zugang zu der Plattform, welche aber auf unseren Servern gehosted wird. Wir verwenden auch ein „Pay-as-you-go“-Geschäftsmodell, das Cloud-Anbietern wie Amazon oder IBM Cloud ähnlich ist.

Und wo befindet sich euer Zielmarkt?

Im Moment kommen die meisten Kunden aus Europa. Allerdings bieten wir unsere Leistungen auch international an.

Was sind eure Pläne für die Zukunft von Greenlytics? Soweit ich informiert bin, habt ihr vor Kurzem ein neues Produkt gelaunched?

Ja, wir haben gerade die Beta für unser Forecasting-as-a-Service gestartet. Jeder kann auf unsere Website gehen und sich anmelden. Das Produkt wird während der Beta Periode komplett kostenlos sein. Momentan suchen wir nach Pilotprojekten und Investoren. Für die Pilotprojekte sind wir auf der Suche nach Wetteranalyseprojekten für Energieversorger, um ihre Bedürfnisse zu erfüllen und die Entwicklung unserer Plattform fortzusetzen.

Sebastian, danke dir für die detaillierten Einblicke in Greenlytics und eure Produkte. Wir sind gespannt, wie sich euer Startup insbesondere im nächsten Jahr weiter entwickeln wird. Wer mehr über euch erfahren möchte, kann auf eurem Innoloft Profil oder in euren Innoloft Requests vorbeischauen.

Komprenu ist das Startup der Woche 50: Innovative Software für Energiemonitoring und Condition Monitoring


Energieeffizienz & Umwelt, IT & IKT

Wenn es um Ressourcen-Einsparung geht, kann man auf viele Software-Lösungen zurückgreifen, die den Verbrauch von Geräten und Maschinen messen. Allerdings setzt ein Unternehmen Geräte verschiedener Hersteller ein, die überwacht werden müssen. Daher gibt es oft Kompatibilitätsprobleme. Um Energiemonitoring und auch Condition Monitoring übersichtlicher zu machen, hat unser Startup der Woche, Komprenu, eine Software-Lösung entwickelt, die es erheblich einfacher macht, Daten einzusehen und Einsparpotentiale zu finden. Wir haben uns mit Rolf-Dieter Clavery, CEO von Komprenu, zusammengesetzt, um über die Lösungen und Technologien im Detail zu sprechen.

Hallo Rolf-Dieter! Schön, dass du Zeit hast, uns ein paar Fragen zu beantworten! Steigen wir doch direkt ein. Was steckt hinter eurem Startup Komprenu?

Bei Komprenu haben wir den Anspruch, Ressourceneinsparung einfach zu machen.
Dazu entwickeln unsere herstellerunabhängige Katmai-Plattform. Die Plattform zeichnet Daten für das Energiemanagement, Condition Monitoring oder Gebäudedaten auf. Diese Daten werden visualisiert und mit Hilfe von maschinellem Lernen kann das Einsparpotential optimal ausgeschöpft werden.

Das klingt nach einer spannenden Idee! Besonders der Visualisierungsaspekt macht es den Benutzern einfacher, die Daten schnell zu verstehen und entsprechende Maßnahmen einzuleiten. Welche Technologie steckt dahinter?

Die Daten werden aus den Messgeräten in einem Unternehmen erhoben und über einen kleinen Konnektor über eine sichere Verbindung an unseren Server übertragen. Dort werden die Daten aufbereitet und den Analysen unterzogen. Die Konfiguration und die vom Anwender gestaltbare Visualisierung erfolgen über eine reine Web-Oberfläche. Damit ist die Anwendung vom Mobilgerät bis zum Desktop-PC bedien- und einsetzbar.

Meist sind die Mess-Strukturen in Unternehmen über die Zeit gewachsen. Somit ist es wahrscheinlich, dass auch unterschiedliche Messgeräte und/oder Plattformen zusammengekommen sind. Wir können unterschiedlichste Datenquellen nutzen und auch Daten aus mehreren Portalen unterschiedlicher Hersteller oder Energieversorger in einer Datenbank zusammenführen. Der Energiemanager in einem Unternehmen muss für einen monatlichen Bericht nicht mehr unterschiedliche Quellen manuell abfragen, und bekommt damit mehr Zeit, sich um das Thema Optimierung zu kümmern.

Energie Monitoring ist mittlerweile aber nichts Neues mehr. Schließlich gibt es viele junge Unternehmen, die sich dieser Herausforderung annehmen. Was lässt euch da herausstechen?

Unsere Software macht den Ressourcenverbrauch transparent: wo wird wann wieviel von welcher Ressource verbraucht. Das machen andere EM-Systeme auch. Wir gehen aber weiter und bieten an, mit erweiterter Sensorik in die Maschine zu schauen und auch dort Zustandsdaten zu erfassen, die dann mit den Verbrauchsdaten in Bezug gesetzt werden können. Das ermöglicht Kennzahlen zu bilden und das bis zu einem einzelnen Stück einer Serienfertigung. Hat man diese Zahlen einmal ermittelt, kann man sie auch nutzen, den Energieverbrauch für die geplante Produktion zu berechnen. Außerdem kann hierbei der Energieverbrauch optimiert und/oder die Energie auf dem Spotmarkt zielgenau eingekauft werden.

Das klingt nach einem guten Herausstellungsmerkmal! Vertreibt ihr eure Software als Teil eines Software-as-a-Service Modells?

Unsere Software ist im aktuellen Stadium noch im Fluss und wird beständig ausgebaut. Daher bieten wir sie zurzeit nur als Dienst an, den wir in einem deutschen nach ISO 27001 zertifizierten Rechenzentrum betreiben. Es wird sie in absehbarer Zeit aber auch als „On Premises“-Lösung geben.

Für den Dienst verlangen wir monatlich eine Bereitstellungspauschale und pro gemessenem Wert einen Betrag. Dadurch sind die Kosten überschaubar und auch für kleine Unternehmen erschwinglich.

Ressourcen sparen ist ein Prozess, der einige Zeit dauert und über unterschiedliche Schritte durchgeführt wird. Diesen Prozess wollen wir gerne mit begleiten. Neben unserer Software bieten wir dazu auch die Unterstützung bei der Planung der Messstellen, gerne zusammen mit dem Energiemanager oder einem Energieberater, der Konfiguration und der Einrichtung der Visualisierung an. Darüber hinaus helfen wir bei der Interpretation der erfassten Daten.
Gerne erstellen wir auch als Dienstleistung Software in individuellen Projekten. Wir bringen zusammen mehr als ein halbes Jahrhundert Erfahrung bei der Entwicklung von Software für industrielle Prozesse in unterschiedlichen Branchen mit. Dieses Wissen bringen wir gerne bei unseren Kunden ein!

Welche Zielgruppe wollt ihr mit eurem Produkt erreichen? Und auf welchen Märkten bewegt ihr euch schon?

Unsere Zielgruppe ist jetzt am Anfang die kunststoffverarbeitende Industrie. Hier ist ein Einsparpotenzial von bis zu 50 % vorhanden. Auch in kleineren Unternehmen können damit jedes Jahr Kosten in der Höhe des Preises einer Eigentumswohnung gespart werden. Ok, über die Größe der Wohnung reden wir hier nicht…
Wir beschränken uns aber nicht darauf, sondern bieten unsere Leistungen natürlich Unternehmen jeglicher Branche an!Gerade Zulieferbetriebe für größere Unternehmen werden sich der Herausforderung der Klimaneutralität stellen müssen. Hier ist die Einsparung von Energie, als Vorbereitung, ein Muss.

Die Endlichkeit der Ressourcen hört nicht an deutschen Grenzen auf. Das betrifft genauso Europa und den Rest der Welt. Auch wenn wir zunächst Firmen vorwiegend in Deutschland ansprechen, bietet die Webplattform eine orts- und länderunabhängige Möglichkeit die Leistungen anzubieten.

Du hast vorhin schon erwähnt, dass ihr eure Software noch weiterentwickeln wollt. Wo steht ihr denn jetzt gerade mit Komprenu und eurer Katmai-Plattform?

Unsere Plattform ist bereit Daten zu erfassen und zu visualisieren und suchen hierfür Pilotkunden. Zurzeit arbeiten wir daran, die restlichen Punkte auf der Liste des BAFA umzusetzen und als förderfähige Energiemanagement-Software eingestuft zu werden. Das soll in Q1/2020 der Fall sein.
Parallel planen wir die nächsten Schritte in Richtung Condition Monitoring und maschinellem Lernen.

Rolf-Dieter, vielen Dank für dieses spannende Gespräch! Wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg bei dem Ausbau eures Produktes und sind gespannt, wie sich Komprenu weiter entwickeln wird! Wer mehr über euch erfahren will, schaut am besten auf eurem Innoloft Profil und in den Innoloft Requests rein!

Bia ist das Startup der Woche 49: KI-gesteuerte Optimierung von Stromnetzen für Elektromobilität


Energieeffizienz & Umwelt, IT & IKT

Elektroautos sind aufgrund wirtschaftspolitischer und umweltbedingten Entwicklungen auf dem Vormarsch. Allerdings sind unsere Stromnetze nicht auf diese Entwicklungen ausgelegt. Denn die Elektrifizierung des Verkehrs erhöht die Spitzennachfrage und verursacht zusätzliche Kosten, Ineffizienzen und Umweltverschmutzung in den Stromnetzen. Außerdem haben die Stromnetze aufgrund von Unterbrechungen und mangelnder Dispositionskontrolle Schwierigkeiten bei der Integration erneuerbarer Energien, was zu Schwankungen im Netz führt. Unser Startup der Woche, Bia, hat sich diesen Problemen angenommen und mithilfe von Machine Learning Lösungen dafür entwickelt. Wir sprechen heute mit Anne-Lise Laurain, Head of Product Strategy bei Bia, um mehr über das Startup und seine Idee zu erfahren.

Hallo Anne-Lise! Danke, dass du dir heute die Zeit für uns genommen hast. Wir starten auch gleich schon mit der ersten Frage. Was macht ihr bei Bia?

Bei Bia entwickeln wir Softwarelösungen, um Elektrofahrzeuge und verteilte Speicher in Kernbestandteile sauberer und widerstandsfähiger Stromnetze zu verwandeln. Wir steuern den Ladevorgang von Elektrofahrzeugen so, dass die gesamte flexible Kapazität für den Netzbetrieb zur Verfügung steht, während Flotten und einzelne EV-Besitzer eine konstante Verfügbarkeit, billigere Ladung und gesündere Batterien haben.

Das klingt sehr spannend! Wie funktioniert das Ganze im Detail?

Unsere Softwareplattform bietet Werkzeuge für eine optimierte Interoperabilität zwischen E-Mobilität und Versorgungsunternehmen. Sie reduziert die Stromkosten und minimiert den Batterieabbau für EVs, indem sie den Ladevorgang optimiert und gleichzeitig das Kundenerlebnis erhält. Außerdem ist unsere Software in der Lage, die Lade- und Prognoseflexibilität aus der Ferne zu steuern. Das bietet Netzbetreibern neue Werkzeuge, um Spitzenlasten aus EVs zu bewältigen und die Integration intermittierender erneuerbarer Energien zu erleichtern.

Unser erstes Serviceangebot, Analytics for Insights, umfasst Datenanalysen zur Identifizierung des Flexibilitätswerts, ein Simulationsmodell mit Optimierungsszenarien und einen Vorschlag zur Implementierung. Wenn wir eine optimierte EV-Ladung implementieren, sparen unsere Kunden Geld, schonen die Batterie und haben die Möglichkeit, an Netzdienstleistungen teilzunehmen.

Darüber hinaus haben wir eine Optimierungssoftware namens Opti. Sie beinhaltet anpassbare Optionen wie z.B. die Anreizregulierung bei hohen Stromerzeugungszeiten. Schließlich wird die Zusammenführung und Optimierung dieser Speicheranlagen zu einem wertvollen Netzdienst, der neue Einnahmen durch Spitzenlasten, Nachfrageresponsoring und Zusatzleistungen ermöglicht und wertvolle Datensätze und Erkenntnisse für Netzbetreiber liefert.

Im Moment befassen sich viele mit der Optimierung der Ladenetze, was grenzt euch von deren Ideen ab?

Unsere Plattform basiert auf einer Cloud-Architektur, die für ein breites Spektrum von verteilten Speicherressourcen eingesetzt werden kann und für den Einsatz in großen Mengen konzipiert ist. Unsere Machine Learning Algorithmen analysieren und prognostizieren das EV-Verhalten. Dann finden unsere Optimierungs- und Aggregationsmodelle den höchsten Wert an Flexibilität, erneuerbaren Verbrauch und Beteiligung an Netzbetreibermärkten.

Im Gegensatz zu den meisten unserer Wettbewerber konzentrieren wir uns nicht auf die Hardwareentwicklung, sondern auf die Entwicklung skalierbarer und hardware-unabhängiger Software.

Darüber hinaus beziehen wir strategisch den unerschlossenen Markt der Light-EV-Flotten ein, den nur sehr wenige Unternehmen betrachten. Analytics for Insights bietet Datenanalysedienste, die Optimierungsmöglichkeiten für Kunden simulieren, bevor sie sich für die Implementierung unserer Software entscheiden.

Unsere Pilotprojekte in den Emerging Energy Markets bieten die Möglichkeit, ein breites Anwendungsspektrum zu validieren, von der Ladungsoptimierung bis hin zu V2G-Fähigkeiten, während wir Bia als globale Plattform mit positiven Auswirkungen auf ländliche Gemeinschaften und Mini-Netze bis hin zu zentralisierten Systemen in den am weitesten entwickelten Umgebungen etablieren.

Wir sind ein sogenanntes “world positive” Unternehmen mit der Überzeugung, dass Zero Carbon Grids nicht nur möglich sind, sondern dass sie widerstandsfähig, zuverlässig und für alle zugänglich sind.

Wie integriert ihr eure Cloud-Lösung inklusive der verschiedenen Leistungen denn in ein Geschäftsmodell?

Wir haben verschiedene Möglichkeiten, Umsatz zu generieren. Erstens erwirtschaftet Bia Einnahmen durch Daten- und Simulationsdienstleistungen mit Beraterverträgen im Rahmen von “Analytics for Insights“. Diese wird zu einem festen Projektpreis berechnet, der je nach Größe und Qualität des Datensatzes sowie dem Volumen der Flotte oder der Ladeinfrastrukturkapazität variiert.

Wir erzielen Einnahmen aus einer monatlichen Gebühr mit Opti-Implementierungen, da EV-Betreiber und Ladepunktinhaber von niedrigeren Stromrechnungen, optimiertem Batteriezustand und der Teilnahme an Netzdienstleistungen profitieren.

Als Aggregator werden wir Einnahmen aus der Teilnahme an der Nachfragesteuerung, der Lastverlagerung und der Erbringung von Zusatzleistungen generieren.

Für Versorgungsunternehmen können wir Flexibilitätsprognosen, Sichtbarkeit hinter dem Zähler und Datendienste für Echtzeit- und Zukunftsplanungsanforderungen gegen eine pauschale Jahresgebühr anbieten.

Auf welchen Märkten seid ihr vertreten?

Wir konzentrieren uns auf Europa und die USA, da wir das Potenzial bei der Öffnung der Märkte für EV-Wachstum und Demand Response sehen. Basierend auf dem erwarteten EV-Wachstum in den USA und Europa wird die gemeinsame Marktgröße bis 2030 mindestens 50 Mrd. $ betragen.

Uns erwarten auch bedeutende Chancen in den Schwellenländern, da das Wachstum von Light-EVs und erneuerbaren Energien in den nächsten Jahren exponentiell zunehmen wird. Insgesamt sehen wir eine globale Marktchance von 100 Mrd. $.

Wo steht ihr denn aktuell mit der Entwicklung von Bia? Ist eure Cloud Plattform bereits nutzbar?

Vor 7 Monaten haben wir offiziell gegründet und sind Mitglied im Accelerator-Programm von Telefonica. Außerdem sind wir in verschiedenen anderen Pilotprojekten und Programmen tätig. Zum Beispiel haben wir ein LEV2MG (Light-EV 2 Minigrid) Pilotprojekt in Bangladesch in Zusammenarbeit mit SOLShare, das 18 Mikronetze im ganzen Land besitzt und betreibt. Wir sehen ein großes Potenzial in Schwellenländern, um unsere Technologie zu validieren, unsere KI zu trainieren und kommerzielle Strategien zu testen. Wir arbeiten auch an einem neuen Piloten in Uganda, um die Batteriewechselstationen für E-Motorräder zu überwachen und zu optimieren.

Unser aktueller Fokus liegt auf dem Einsatz unseres MVP im kommerziellen Umfeld und der Einbindung unserer Kundenpipeline durch Analytics for Insights, die Daten und Optimierungsdienste bereitstellt.

Wir befinden uns jetzt in einer Seed-Finanzierungsrunde und suchen nach Angel-Investoren, öffentlichen Mitteln und Zuschussmitteln, um zu unseren ersten Einnahmen zu kommen.

Anne-Lise, leider sind wir nun schon am Ende des Interviews angekommen. Vielen Dank für die spannenden Einblicke in eure Idee. Wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg! Wer mehr über euch erfahren will, kann auf eurem Innoloft Profil und den entsprechenden Requests nachschauen.

Parametricos ist das Startup der Woche 48: web-basierte Visualisierungsanwendungen für die Bauindustrie


IT & IKT, Smart City & Buildings

Der Baumarkt boomt. Da die Weltbevölkerung weiter wächst, muss Raum zum Wohnen und Arbeiten geschaffen werden. In Großstädten jagt ein Bauprojekt das nächste und die Architekten, Ingenieure und Bauleiter sind sehr beschäftigt. Unser Startup der Woche, Parametricos, hat eine Software entwickelt, die den “AECs” mithilfe von BIM-Daten und genereller Verbesserung des Workflows das Leben erleichtert. Heute sprechen wir mit Marios Messios, dem CEO von Parametricos, um mehr über das Startup zu erfahren.

Hallo Marios! Danke, dass du dir heute die Zeit nimmst! Würdest du uns zum Einstieg kurz beschreiben, was Parametricos macht?

Na klar! Parametricos entwickelt das sogenannte Studio, eine Cloud-Lösung zur Verbesserung des Workflows des AEC-Profis in allen Phasen eines Bauprojekts. Unter den Begriff AEC fallen alle Experten der Architektur-, Ingenieur- und Bauindustrie.

Könntest du uns ein paar Infos über die zugrundeliegende Technologie geben?

Parametricos Studio („Studio“) ist eine Cloud BIM+GIS Asset Management Lösung für Fachleute der Architektur-, Ingenieur- und Bauindustrie, die ihren Workflow in allen Phasen des Lebenszyklus eines Gebäudes verbessert. Von der Planung über das Facility Management bis hin zum Abbruch. Das Studio bietet ein Cloud-basiertes Toolkit, das alle digitalen Assets und Dokumentationen, die mit dem Bauprojekt verbunden sind, sicher auf einem privaten Konto speichert und visualisiert. Darunter fallen auch 3D-Modelle und Building Information Modelling. Letzteres bezeichnet ein 3D-Modell mit eingebetteten Daten. Mit diesem Ansatz können die Nutzer ihre Architekturvorschläge testen und ihre digitalen Assets auf Online-Karten mit Hilfe von Geographical Information System (“GIS”) Daten geokoordinieren.

Alles klar. Lösungen zur Workflow-Verbesserung gibt es ja schon einige. Worin siehst das USP, das Experten vom Fach dazu bewegt, eure Lösung zu nutzen?

Das rasante Arbeitsumfeld in der Bauindustrie und der Mangel an Daten während eines Projekts zwingen die meisten Architekturbüros, ein Projekt in kürzester Zeit zu visualisieren und zu realisieren. Diese Praxis entsteht isoliert, mit minimaler Berücksichtigung der Umgebung oder der Gemeinschaft, in der sich das Projekt befindet. Das Studio verdeutlicht die Bedeutung der Kontextualisierung eines Gebäudes von den frühesten Phasen des Planungskonzepts über den Bau bis hin zum Facility Management für die verbleibende Projektlaufzeit unter Verwendung von Geodaten.

Unsere Wettbewerber bringen Lösungen auf den Markt, die die Bedeutung von BIM veranschaulichen und validieren, aber noch nicht Cloud BIM mit Geospatial-Möglichkeiten wie unser Studio erkundet haben. Keiner der Wettbewerber für Cloud-Lösungen bietet eingebettete Online-Geodaten an.

Softwarelösungen werden von vielen Unternehmen als Lizenzmodell vertrieben. Ist das bei euch ähnlich oder nutzt ihr ein anderes Geschäftsmodell?

Ja genau. Wir bieten ein Basispaket namens „Professional“ zum Festpreis von 49,00 €/Monat an, das den Zugriff auf alle Funktionen und Vorteile beinhaltet. Der Benutzer kann gegen Aufpreis mehr Speicherplatz und Teammitglieder hinzufügen. Unsere Basispreise von 49,00 €/Monat gewinnen gegenüber der Konkurrenz, die durchschnittlich 63,00 €/Monat (70 $) berechnet. Das Studio, zu einem erschwinglichen und wettbewerbsfähigen Preis, skaliert nach den Bedürfnissen des Benutzers.

Seit der Registrierung des Unternehmens haben wir mehrere erfolgreiche Initiativen ergriffen, um mehrere Produkte und Veranstaltungen auf die Beine zu stellen, im Einklang mit dem Hauptprodukt, dem Studio. Diese Produkte arbeiten an Sensibilisierungsproblemen in unserem lokalen Markt in Zypern und dem internationalen Markt. Die Marketingkampagnen für beide Produkte tragen dazu bei, den Traffic für das Studio zu steigern. Wir haben einen Core Account entwickelt und einige Lösungen für unsere Kunden eingeführt, darunter „find an architect“.

Architectonic ist ein weiteres Produkt, das von Parametricos unterstützt wird: eine jährliche Hybridveranstaltung in Zypern, in der Welt der Start-ups und des Bauens mit ausländischen Referenten, Netzwerkaktivitäten und Ausstellungen.

Du hast eben schon erwähnt, dass euer Heimatmarkt in Zypern ist. Aber ihr seid auch international tätig. Kannst du uns noch mehr zur aktuellen Marktsituation und eurer Position darin erzählen?

Da die Zukunft des Bauens sich durch Building Information Modelling und digitale Akzeptanz verändert, wird der Nischenmarkt von BIM immer leistungsfähiger und profitabler. Die Marktgröße von BIM wird, laut vielen Marktforschungsberichten, bis 2025 über 11 Milliarden US-Dollar wachsen.

Basierend auf den Eigenschaften unseres Produktes, platzieren wir unsere Innovation im BIM-Markt im Segment Software, das 59% des Nischenmarktes einnimmt. Daher streben wir bis 2025 ein Marktvolumen von rund 6,49 Mrd. USD an.

Unsere Zielkunden sind Berufe in der Architektur-, Ingenieur- und Bauindustrie in kleinen und mittleren Unternehmen.

Die Pilotanwender sind in mehreren BIM-Segmenten tätig. Viele der Teilnehmer an einem Bauprojekt möchten an einem effizienteren und kostengünstigeren Asset Management beteiligt werden, indem sie ihre Projekte pünktlich und budgetgerecht halten. Beispielsweise könnten Ingenieure und Facility Manager mit Hilfe von Geo-Location in der Informationsumgebung in einer virtuellen Umgebung navigieren, die die reale Welt (d.h. die umliegenden Gebäude, bioklimatisch usw.) repräsentiert. Die Architekten und Ingenieure hingegen wären daran interessiert, die Planungszeit zu verkürzen, weniger Besuche vor Ort durchzuführen und den Flächenbedarf und die Materialverschwendung zu reduzieren. Der Bauherr könnte mit unserer Lösung, bessere strategische Entscheidungen während des gesamten Lebenszyklus des Bauwerks treffen.

Wie lange gibt es euch schon?

Wir haben am 7. September 2019 eine funktionale Studio-Plattform entwickelt und öffentlich gestartet. Wir testen und extrahieren derzeit Feedback von handverlesenen Industrieexperten, basierend auf ihrem Fachwissen und ihrer Anwendung von BIM, ihren Auswirkungen auf die BIM-Community weltweit und ihren Arbeitsbereich. Die Pilotanwender nutzen die Plattform probeweise mit einem vorher festgelegten Ablaufdatum, gefolgt von unserem Abrechnungsplan.

Marios, damit sind wir leider schon am Ende unseres Interviews angekommen! Wir danken euch für die spannenden Einblicke in euer Unternehmen. Wer mehr über euch, Parametricos, erfahren möchte, kann sich gerne das entsprechende Innoloft Profil oder eure Requests anschauen.

STROMDAO ist das Startup der Woche 47: dezentralisierter Grün-Strom mit Hilfe von Blockchain


Energieversorgung

Der Wechsel zu einer klimafreundlichen und bezahlbaren Energieversorgung ist nur mit Erneuerbaren Energien möglich. Allerdings wird das Umbrüche für die bestehende Struktur bringen. Im Hinblick auf die Zukunft der deutschen Energieindustrie, sind die drei Treiber Decarbonisation, Digitalisierung und Dezentralisierung. Unser Startup der Woche fokussiert sich auf letzteres. STROMDAO bietet variable Ökostromtarife, welche Herkunft und Verbrauch auf transparente Weise aufzeigen. Außerdem benutzt STROMDAO die Blockchain Technologie. In einem Interview mit Rebekka Mutschler, COO von STROMDAO, haben wir besprochen, wofür diese Technologie verwendet wird und wie das Produkt konkret aussieht.

Hallo Rebekka! Schön, dass du dir heute die Zeit für uns genommen hast. Würdest du uns kurz erklären, was STROMDAO macht?

Na, klar. STROMDAO hat sich das Ziel gesetzt, dass jede Person sich selbst mit Elektrizität von Erneuerbaren Energien versorgen kann, auch wenn sie keine Solaranlage besitzt.

Mit unserem Produkt Corrently erhälst du mehr Ökostrom, besonders aus deiner eigenen Nachbarschaft. Wir zeigen dir, wo und wann Ökostrom in deiner Umgebung produziert wird, sodass deine Steckdose mehr Ökostrom liefert als die der Anderen.

Besonders in Zeiten von Klimawandel sehr wichtig! Wie kann man sich das Ganze im Detail vorstellen?

Wir bieten einen variablen Stromtarif an, bei dem der Arbeitspreis je nach Anteil der regionalen Ökostromversorgung höher oder niedriger ist. Dieses Angebot spiegelt unseren GrünstromIndex wider. Durch den Einsatz eines Smart Meters als zusätzliche – mögliche – Hardware kann der Verbrauch transparent verfolgt und der entsprechende GrünstromBonus ausgezahlt werden.

Alle, die Grünstrom, also Ökostrom aus Ihrer Umgebung, nutzen, können so gleichzeitig anschließend Anteile an regenerativen Energieanlagen erwerben. Wir nutzen die Blockchain-Technologie, um eine transparente und schnelle Übertragung von Anteilen an Photovoltaikanlagen zu ermöglichen. So werden Sie nach und nach Eigentümer von einer Anlage, die für Sie Strom einspeist. Damit soll der Strommarkt langfristig dezentralisiert werden.

Verstehe. Wo siehst du den Wettbewerbsvorteil eurer Lösung gegenüber anderen Ökostrom-Anbietern?

Als einziger Stromversorger zeigen wir den Kunden, wann und wie viel Grünstrom aus ihrer Umgebung tatsächlich aus der Steckdose kommt. Diese wird aus verschiedenen Daten berechnet und bis zu 36 Stunden im Voraus zur Verfügung gestellt, sodass der Kunde seinen Stromverbrauch an das Angebot an Ökostrom anpassen kann. Für diese Flexibilität belohnen wir ihn, indem wir ihm nach und nach PV-Anteile übertragen – nur eben nicht auf seinem Dach. Dennoch wird ihm die Einspeisung seines Anteils zugeschrieben und er muss nicht mehr dafür bezahlen, da er ihn selbst produziert hat.

Wie integriert ihr eure Blockchain-Lösung inklusive dem GrünStromIndex in ein Geschäftsmodell?

Wie jeder andere Stromversorger haben auch wir eine Marge auf den Grund- und Arbeitspreis. Wir nehmen jedoch einen Teil der Marge und investieren sie in neue Anlagen für erneuerbare Energien. Neben B2C und dem B2B2C-Portfolio mit Stadtwerken, Kommunen und Gemeinden bieten wir auch Beratungsleistungen an.

Ist euer Zielmarkt auf alle potenziellen Kunden in Deutschland ausgerichtet?

Also wir addressieren alle Stromhaushalte in Deutschland, unabhängig davon, ob es sich um Privat- oder Geschäftskunden handelt. Unsere Zielgruppe sind jedoch die 18 Millionen Haushalte, die Ökostrom beziehen. Hier sind die Weichen für eine nachhaltige Stromversorgung bereits gestellt.

Das ergibt Sinn. Wo steht ihr im Moment mit der Entwicklung von Stromdao? Ist euer Produkt bereits nutzbar?

Ja, wir haben derzeit ein Technology Readiness Level (TRL) von 7. Unser Produkt ist bereits erfolgreich am Markt und wir streben eine Marktdurchdringung an.

So haben wir beispielsweise im CloudMallBW-Projekt „Zeitvariabler Stromtarif mit Ökostromindex“ gezeigt, wie einfach es ist, einen variablen Stromtarif in der bestehenden Tariflandschaft umzusetzen.

Rebekka, vielen Dank für den spannenden Einblick in die Entwicklungen von STROMDAO. Wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg. Für weitere Informationen über STROMDAO, schaut gerne auf dem Innoloft Profil oder in den Innoloft Requests vorbei.

Fincite ist das Startup der Woche 46: best-in-class wealthmanagement software


Banking & Finance, IT & IKT

Wer schon mal selbst Geld anlegen wollte, weiß wahrscheinlich, wie kompliziert und aufwändig der ganze Prozess ist. Das ist allerdings nicht nur auf Kundenseite so, sondern auch auf der Seite der Banken. Um den Banken und letztendlich auch dem Kunden zu helfen, hat unser Startup der Woche Fincite eine Softwärelösung entwickelt, die es Finanzdienstleistern ermöglicht, neue Modelle und Innovationen schneller zu realisieren. Wir haben uns mit Christian Paulus, dem Marketing Director zusammengesetzt, um etwas mehr über Fincite, dessen Werte und Ziele zu erfahren.

Hallo Christian! Danke, dass du dir heute die Zeit genommen hast. Wir beginnen direkt mit unserer ersten Frage: Wie würdest du Fincite pitchen?

Heutzutage wird es für Finanzinstitute von Tag zu Tag teurer, analoge Anlageberatung und Vermögensverwaltung anzubieten. Deswegen ermöglichen wir Banken, Asset Management und Versicherungsunternehmen, ihren Kunden digitale oder digitalunterstützte, also hybride Leistungen anzubieten.

Um das umzusetzen, habt ihr eine eigene Software entwickelt, richtig? Was kann der Nutzer mit dieser Software alles tun?

Genau. Unsere Software Fincite.CIOS ermöglicht Finanzdienstleistern hauptsächlich drei Dinge. Alle Konten, Vermögenswerte, Investmentziele und Restriktionen können in einem 360°-Profil erfasst werden. Diese Daten nutzen wir dann, um der Bank Erkenntnisse und Impulse über den Kunden zu generieren.
Außerdem kann das Finanzinstitut hochindividualisierte Portfolios erstellen und managen. Diese Portfolios entsprechen den Präferenzen, Zielen und Einschränkungen des Kunden, sowie den Anlagerichtlinien der Bank.

Das klingt sehr umfangreich. Was ist der Vorteil von Fincite.CIOS gegenüber anderen Softwaresystemen?

Unsere Software befähigt Finanzdienstleister dazu neue Service-Modelle und Innovationen rund um das Thema Investment schnell auszurollen, zu digitalisieren und kundenzentrierter zu gestalten. Heutzutage schaffen das viele Finanzinstitute nicht, da wichtige Prozessschritte softwaretechnisch nicht unterstützt werden oder nur in starren Legacy-Systemen stattfinden.

Mit Fincite.CIOS decken wir eine Vielzahl an Investmentprozessen ab. Dies reicht von der Finanzanalyse über die Beratung bis hin zur Anlagevermittlung und Vermögensverwaltung. Bei institutionellen Kunden kann sogar die Fondskonstruktion mit CIOS erstellt werden.

Wir haben damit die weltweit erste vernetzte Investmentsoftware entwickelt, die drei vorher isolierte Softwaresysteme eines Finanzdienstleisters vereint. Diese drei Softwaresysteme sind Financial Homes, Beratungsprozesse und Portfolio-Management-Systeme. Während die Softwareklasse des Financial Homes (i) noch neu ist, gibt es für Beratungsprozesse (ii) viele, eher einfache Softwarelösungen. Oft isoliert von diesen Systemen haben Banken ihre (iii) Portfolio-Management-Systeme. Diese kommen oft noch aus einer Welt in der Berater und Vermögensverwalter mehr Wert auf die Analyse einzelner Aktien als auf den Kunden gelegt haben.

Damit könnt nicht nur wertvolle Informationen über Kunden liefern, sondern auch Finanzdienstleistern die meisten Prozesse verkürzen. Wie sieht euer Geschäftsmodell aus?

CIOS ist eine Software-as-a-Service (SaaS). Das heißt, wir bieten unsere Software als Dienstleistung an. Darüber hinaus bieten wir unseren Kunden außerdem noch Leistungen zur Konfiguration. Das geschieht dann gemeinsam mit unseren Partnern.

Du hast vorhin schon kurz eure Zielgruppen angerissen. Könntest du nochmal konkretisieren, wie euer Zielmarkt aussieht?

Ja, klar. Auf der einen Seite sind unsere Zielgruppen die Finanzdienstleister, also von Direktbanken über Finanzvertriebe und Privatbanken bis hin zu institutionellen Asset Managern.

Auf der anderen Seite, also der Unternehmensebene, sind es in der Regel umsatzverantwortliche oder prozessverantwortliche Manager in den Bereichen Beratung, Wertpapier, Vermögensverwaltung, Fondsvertrieb und so weiter.

Dabei konzentrieren wir uns hauptsächlich auf die Märkte DACH, BENELUX und NORDICS.

Das heißt, ihr seid mittlerweile auch international im Markt vertreten?

Genau. In vielen europäischen Ländern sind wir bereits aktiv und zu unseren Kunden zählen neben großen Retailbanken auch renommierte Privatbanken und Vertriebe. Unser Ziel ist es die Internationalisierung in Europa weiter auszubauen. Währenddessen wollen wir unseren Marktanteil im Heimatmarkt Deutschland weiter konsistent ausbauen.

Auf der Produktseite haben wir zuletzt unsere Software um das Thema nachhaltige Investments erweitert. Der Wunsch vieler Konsumenten nach einer nachhaltigen Lebensweise spiegelt sich auch vermehrt in ihren Investments wider, weshalb es für uns wichtig war, unsere Software dahingehend auszubauen.

Christian, damit sind wir auch schon am Ende dieses Interviews. Vielen Dank für deine Zeit und dieses spannende Gespräch! Wir hoffen, auch weiterhin viel von euch zu hören! Wer an weiteren Informationen über euch interessiert ist, darf gerne einen Blick in euer Innoloft Profil oder euren Innoloft Request werfen.

Instagrid ist das Startup der Woche 45: Portable Power for Professionals


Energiespeicherung

Mobile Energie wird Vielerorts benötigt: Bei Veranstaltungen, auf Baustellen oder bei der Neugestaltung des Gartens. Da es dafür noch keine effiziente bzw. nachhaltige Lösung gibt, werden auf Baustellen bspw. noch häufig Dieselgeneratoren eingesetzt. Die Nachteile sind sicherlich für alle klar. Unser Startup der Woche, instagrid, schließt diese technologische Lücke mit seinen innovativen Batteriespeichersystemen. In unserem Interview mit Gründer Sebastian Berning erfahren wir mehr darüber.

Hey Sebastian! Schön, dass du heute hier bist. Wir beginnen direkt mit einer kurzen Frage. In einem Satz: Was entwickelt instagrid?

instagrid entwickelt und vermarktet die leistungsfähigsten mobilen Batteriespeichersysteme für professionelle Anwender, die derzeit auf dem Markt sind.

Das klingt sehr spannend. Könntest du uns etwas mehr über eure Technologie erzählen?

instagrid hat Batterien entwickelt, die ohne zusätzliche Umrichter oder Umrichter am üblichen Netz aufgeladen werden können und diese auch bei hoher Leistung wieder zur Verfügung stellen können. Man kann sich das so vorstellen, als bräuchte man kein Ladegerät, um sein Smartphone aufzuladen, oder als könnte man seine Autobatterie verwenden, um einen Bohrer direkt zu betreiben. Da die Eigenschaften dieser neuen Batterien weitgehend durch die komplexe Software der Batterien definiert sind, nennen wir die Technologie eine software-defined Batterie. Die Technologie ist ausschließlich auf die Umwandlung von Strom ausgerichtet und kann mit jeder Batteriezelle kombiniert werden, z.B. Lithium-Ionen-Batterien oder Blei-Säure-Batterien.

Zu Beginn des Interviews hast du eure Batterien als „leicht“ und „kompakt“ beschrieben. Bilden diese Eigenschaften neben der „mobilität“ auch euer USP?

Genau. Da unsere Batterien keine Stromrichter benötigen, können mit ihnen Systeme für Netzanwendungen geschaffen werden, die kompakter, leichter, kostengünstiger und leistungsfähiger sind als herkömmliche Systeme. Wir nutzen die Technologie derzeit, um tragbare Energiespeicher für professionelle Anwender zu entwickeln. Unsere Kunden kommen zum Beispiel aus der Bauindustrie, dem Gartenbau oder der Veranstaltungstechnik und sparen viel Zeit bei der Verlegung von Stromkabeln und der Suche nach Steckdosen. Darüber hinaus können unsere Nutzer sicher sein, vor Ort immer einen geeigneten Stromanschluss zu haben, ohne ein Gerät zur Stromerzeugung dabei haben zu müssen. Unsere Batterie-Netzteile sind etwa 50% leichter und 65% kleiner als andere Geräte auf dem Markt und sind die einzigen Systeme, die die volle Netzspannung für den Betrieb von Großgeräten wie Hochdruckreinigern bereitstellen. Dennoch sind die Geräte absolut wasserdicht, da zur Kühlung keine Belüftung erforderlich ist.

Und wie vertreibt ihr euer Produkt?

Zum einen entwickeln wir auf Basis unserer Batteriemodule White Label-Produkte für Großkunden. Diese Produkte werden in Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten entwickelt, zertifiziert und hergestellt. Die Produkte werden dann von den White-Label-Kunden selbst vertrieben, und wir bieten auf Anfrage Kundendienste an. Andererseits werden wir ab 2020 unsere Batteriespeichersysteme unter unserer eigenen Marke für die mobile Energieversorgung anbieten. Diese Batterien werden dann ausschließlich zur Online-Miete über ein Direktkunden-Servicemodell angeboten. Auf diese Weise hoffen wir, sehr günstige und faire Einstiegspreise anbieten zu können, da neben einer monatlichen Grundgebühr auch eine nutzungsabhängige Komponente berechnet wird.

Du hast bereits eure Kunden erwähnt, die aus vielen verschiendenen Branchen kommen. Sprecht ihr dementsprechend auch unterschiedliche Märkte an?

Wir adressieren derzeit den Markt für mobile Stromerzeuger, der weltweit mehrere Milliarden Euro umfasst. Wir glauben, dass dieser Markt schnell wachsen kann, wenn eine zuverlässige und komfortable elektrische Lösung zur Verfügung steht – wie bei Pedelecs / E-Bikes in den letzten Jahren zu beobachten war. Darüber hinaus adressieren wir bereits andere Märkte mit Pilotkunden, wie beispielsweise kompakte Solarspeicher für Mietwohnungen in der Stadt oder elektrische Reservekanister für Elektroautos. Letzteres testen wir derzeit mit norwegischen und finnischen Automobilclubs. Da Skandinavien in Sachen Nachhaltigkeit oft eine Vorreiterrolle spielt, haben wir dort seit letztem Jahr ein Büro, das unsere Business Development Aktivitäten koordiniert. Unsere Produkte werden international, außerhalb der EU, z.B. in den USA, vertrieben.

Damit kommen wir zur letzten Frage: Wo steht ihr derzeit mit der Entwicklung eurer Technologie? Bestimmt habt ihr seit eurer Gründung hart daran gearbeitet.

Wir industrialisieren derzeit unsere ersten Serienprodukte mit mehreren Markenpartnern. Die Technologie ist weitgehend ausgereift und wird derzeit von diesen Partnern unter Laborbedingungen und im Feld auf Herz und Nieren geprüft. 2019 war für uns bereits ein sehr erfolgreiches Jahr. Nach unserer Seed-Finanzierung im Januar konnten wir ein tolles Team aufbauen und wurden im Frühjahr von InnoEnergy als innovativstes Energiespeicher-Startup der Welt mit einem Preisgeld von 100.000 Euro ausgezeichnet.

Sebastian, vielen Dank für das spannende Interview! Wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg und hoffen, noch viel von euch zu hören. Wer sich für weitere Informationen über euch und euer Produkt interessiert, kann gerne einen Blick auf euer Innoloft Profil werfen.