AMPEERS ENERGY ist das Startup der Woche 14: Die Zukunft der Energie


Energieeffizienz & Umwelt, Industrie 4.0 & Logistik, IT & IKT

Die Energiewirtschaft wandelt sich. Wo über viele Jahre hinweg wenige große Unternehmen den Ton angegeben haben, bietet sich jetzt die Möglichkeit, durch dezentrale Erzeugung mit Hilfe der Erneuerbaren Energien selbst zum Energieproduzent zu werden und die Energiewende aktiv mitzugestalten. Dazu braucht es allerdings externe Hilfe. Die kommt zum Beispiel von unserem Startup der Woche AMPEERS ENERGY. Sie gewannen die kraftwerk city accelerator bremen Challenge und auch den Gründerpreis der Frauenhofer im letzten Jahr – Erfolge, die sich sehen lassen. Wir wollten mehr wissen und haben mit Gerrit Ellerwald, Geschäftsführer von AMPEERS ENERGY, über das Startup und die Idee gesprochen.

Hallo Gerrit! Wir freuen uns, heute mehr über euer Startup zu erfahren und legen deswegen auch direkt los. Wer seid ihr bei AMPEERS ENERGY?

Wir bei AMPEERS ENERGY machen es Unternehmen einfach die Potenziale der dezentralen Energiewende zu erschließen – und zwar ökonomisch und ökologisch!

Das klingt sehr spannend! Wie funktioniert das Ganze im Detail?

Zuerst sollte man wissen, dass wir als SaaS-Unternehmen drei cloudbasierte Applikationen anbieten, die es Unternehmen ermöglichen Geld zu sparen, Prozesse zu automatisieren und dabei die Umwelt zu schonen.
So gibt es neben dem AE District Manager, welcher eine vollumfängliche Lösung des Energiemanagements im Quartier darstellt, noch den AE Local Supplier. Diese vollautomatisierte und integrierte Mieterstromsoftware übernimmt die administrative Seite von Mieterstromprojekten. Und darüber existiert der AE Fleet Optimizer. Durch die Zusammenführung aller relevanten Daten, übernimmt die intelligente Software die Steuerung des Last- und Lademanagements von E-Flotten.Grundlage dieser Produkte ist eine äußerst leistungsfähige Fraunhofer-Software, die durch den Einsatz von selbstlernenden Technologien in der Lage ist, alle dezentralen Prozesse rund um Energieerzeugung und Verbrauch miteinander zu verbinden und zielgerichtet zu steuern.Die Technologie besteht grundsätzlich aus zwei Komponenten – einer Energiemanagementkomponente und einer Abrechnungskomponente.
Die Energiemanagementkomponente steuert und optimiert Erzeugungs- und Verbrauchsanlagen. Je heterogener diese Anlagen sind, desto besser kann die Technologie ihre Stärken ausspielen. Ähnlich eines Dirigenten orchestriert man alle Erzeuger und Verbraucher in einem Quartier und kann so Geld sparen. Dahinter liegen lineare Optimierungsmodelle und der Grundgedanke, dass man versucht Erzeugung und Verbrauch deckungsgleich zu gestalten. Sehr, sehr vereinfacht ausgedrückt soll das Auto eben dann geladen werden, wenn die Sonne scheint. Lastspitzen werden abgefangen, indem man versucht flexible Lasten dann anzuschalten, wenn nicht gleichzeitig auch andere Lasten laufen.

Die Abrechnungskomponente ist ein Energiedatenmanagement und dafür da, dass man die verschiedenen Energiedaten der Managementsysteme, wie z.B. aus dem Zähler und den Erzeugungskomponenten, nimmt und verursachungsgerecht richtig zuordnen kann. Sie kann Abrechnungen für den Kunden erstellen oder der Meldepflicht an Netzbetreiber und Regierungsbehörden nachkommen. Die relevanten Energiedaten richtig abzufangen, diese transparent zu machen und korrekt abzurechnen oder weiterzuleiten ist die Leistung der Abrechnungskomponente.

Diese Komponenten sind auch einzeln nutzbar, beispielsweise wird nur das Energiemanagement im Quartier oder nur die Abrechnungskomponente in Mieterstromprojekten verwendet. Doch ist der große Vorteil unseres Angebots die Kombinierfähigkeit der Komponenten. So kann zum Beispiel beim gesteuerten Flottenladen im Quartier auch die Ladesäule korrekt abgerechnet werden. Das ist es, was das Produkt so stark macht.

Im Moment befassen sich viele mit der Dezentralisierung der Energieversorgung, was grenzt euch von deren Ideen ab?

AMPEERS ENERGY sorgt dafür, dass Energieerzeugung, -transport, -verbrauch und -abrechnung ähnlich einfach funktionieren wie beispielsweise der Online-Handel heute. Wir ermöglichen damit unseren Kunden den Eintritt in das Energiemanagement 4.0, in dem alle Akteure und technischen Komponenten nahtlos ineinandergreifen. Jeder einzelne Marktteilnehmer kann dadurch beträchtliche Einsparpotenziale realisieren, teilweise bis zu 40 Prozent. E-Fahrzeugflotten können durch unsere SaaS-Lösung zu einer echten Alternative zu bestehenden Dieselfahrzeugen werden und vieles mehr. So können neuartige Geschäftsmodelle auf Basis intelligenter Energie entstehen.

Der große Unterschied zu unseren Wettbewerbern ist, dass wir die dezentralen Geschäftsmodelle ganzheitlich betrachten und nicht nur Teillösungen liefern. Bei uns bekommt man die komplette softwareseitige Unterstützung zur Umsetzung eines gesamt dezentralen Geschäftsmodells. Und diese ist wiederum so benutzerfreundlich, dass wir uns dank dieser intuitiven Usability vom Wettbewerb klar differenzieren.
Darüber hinaus haben wir dank der Kooperation mit Fraunhofer den Vorteil kontinuierlich weitere Innovationen in unsere SaaS-Lösungen zu integrieren. Das ist ein Marktvorteil, wie ihn wohl kein zweites Start-Up besitzt.

Du hast eben schon erwähnt, dass ihr ein SaaS-Unternehmen seit. Ihr bietet die Applikationen also als Service an. Wie sieht euer Geschäftsmodell da genau aus?

Wir sind ein Software-as-a-Service Unternehmen und generieren Erlöse durch die Lizenzvergabe unserer Produkte an Kunden.
Das Pricing besteht aus einer Einrichtungsgebühr, der Set Up Fee, und einer Benutzungsgebühr, einer Pay per Use Fee. In der Set Up Fee werden die Einrichtungsaufwände berechnet, wie das Customizing des Systems oder der Anschluss der Schnittstellen an das System. Und um die Einstiegshürde niedrig zu halten, sodass nicht zu hohe monatliche Kosten anfallen, wird bei der Pay per Use Fee nach Benutzung gezahlt. Bei Mieterstromprojekten ist das pro Wohnung/ pro Zähler, beim Quartiersmanagement und beim Flottenoptimieren pro KWh, die über das System gemanagt wird.Nebenleistungen abseits unserer Kernprodukte sind vorerst nicht vorgesehen, wir konzentrieren uns auf die stete Entwicklung, die Implementierung und die Pflege unserer Produkte.

Wen genau sprecht ihr mit euren Lösungen an? Adressiert ihr auch Märkte außerhalb von Deutschland?

Für unsere Leistungen gibt es drei Hauptzielgruppen: Energieversorger & -dienstleister, die Immobilienwirtschaft und Flottenbetreiber.

Für unsere Mieterstrom- und Quartierslösungen sind z.B. alle mittleren und großen Wohnungsbauunternehmen, beziehungsweise alle Unternehmen mit relevant großem Wohnungsbaubesitz (kirchliche, private, öffentliche Träger und Genossenschaften) geeignet.
Es gibt ungefähr 40 Millionen Wohnungen in Deutschland – davon sind 10% Mieterstrom und für den AE Local Supplier geeignet.
Für unser Quartiersenergiemanagementsystem kommen alle größeren Gebäudekomplexe mit einer heterogenen Erzeugungsinfrastruktur infrage, wie Flughafen, Einkaufszentren, reine Wohnquartiere oder auch diverse Mischquartiere.
Der AE Fleet Optimizer lohnt sich für alle Unternehmen, die mindestens 10 E-Fahrzeuge haben, seien es Firmenfahrzeuge oder Dienstwägen.

Und auf die Frage der Internationalisierung können wir antworten, dass wir schon heute dabei sind in der DACH Region zu internationalisieren. Am Ende des Tages sind unsere Lösungen nicht auf den deutschen Energiemarkt beschränkt. Bei einem (Quartiers-) Energiemanagement System stellt sich nur die Frage, was optimiert werden soll. Und wenn es dabei um eine Kostenoptimierung unter Randbedingungen (z.B. wie die Maximierung des Eigenstromverbrauchs) handelt, dann ist das nur eine mathematische Funktion, die optimiert wird. Somit ist unser Produkt letztlich international überall einsetzbar. Im Moment fokussieren wir uns auf die DACH Region, später auf Europa und letztlich überall dort, wo unsere Produkte genutzt werden können.

Kommen wir zur letzten Frage. Als Sieger der kraftwerk city Accelerator Bremen Challenge und Frauenhofer Spin-off findet eure Idee sehr viel Anklang. Wo steht ihr mit eurem Startup im Moment?

Wir haben die erste Finanzierungsrunde erfolgreich abgeschlossen, die ersten zwei Produkte (District Manager und Local Supplier) sind erfolgreich am Markt und wir haben eine zweistellige Anzahl an Kunden. An dieser Stelle möchten wir mit Stolz auf den Gewinn des Fraunhofer Gründerpreises 2019 hinweisen. Dieser Preis zeichnet das erfolgreichste, am Markt aktive Fraunhofer Spin-off des Jahres aus, dessen Produkte und Dienstleistungen einen unmittelbaren gesellschaftlichen Nutzen aufweisen.

Wir finden es motivierend mit unserer täglichen Arbeit einen aktiven Beitrag für die Energiewende und somit auch für eine grünere Zukunft zu leisten. Und wer auch der Meinung ist, dass man nicht länger nur über die Energiewende reden sollte, sondern sie endlich angehen muss, dem legen wir nahe sich uns anzuschließen und mal einen Blick auf unsere Website zu werfen. Dort sind offene Stellenausschreibungen (ebenso wie die Kontaktdaten für eine Initiativbewerbung) zu finden.

Wir bedanken uns bei euch für das Interview!

Gerrit, wir danken dir ebenfalls für das spannende Gespräch! Wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg und werden eure Entwicklungen gespannt mitverfolgen. Wer mehr über euch erfahren will, kann einen Blick auf euer Innoloft Profil und eure Requests werfen.

SPAROX ist das Startup der Woche 13: Die Plattform für Ersatzteile im Energiesektor


Energieerzeugung, Energieversorgung, Industrie 4.0 & Logistik, IT & IKT

Ersatzteile für Energieanlagen zu beschaffen ist ein echter Kraftakt. Vor allem erfordert er viel Geduld. Die Suche nach passenden Anbietern dauert lange. Außerdem muss man mit Lieferzeiten von mehreren Monaten rechnen. Unser Startup der Woche hat die Lösung gefunden, die Energieanbietern Zeit und Geld spart. Mit ihrer Plattform bietet SPAROX einen Online Marktplatz, die Anlagenbetreiber und Lieferanten schnell vernetzt. Wir haben mit Sonja Zahradnik-Leonhartsberger, Projektleiterin von SPAROX gesprochen.

Hallo Sonja! Danke, dass du dir heute die Zeit nimmst. Beschreibe SPAROX zum Start doch mal in einem Satz.

Gerne. Wir verbinden Anlagen und Ersatzteile im Energiesektor und haben ein starkes branchenrelevantes Netzwerk im deutschsprachigen geschaffen, das sich auch im Notfall binnen kürzester Zeit hilft.

Wie kann jemand, der Ersatzteile braucht, diese auch bekommen?

Sparox ist eine Vermittlerplattform für Ersatzteile, an der Anlagenbetreiber mit kritischen Ersatzteilen und Lieferanten mit einem großen Produktspektrum beteiligt sind. Wir sind sozusagen „Amazon für Ersatzteile“. Zusätzlich haben wir eine Notfallfunktion etabliert, wenn bei einem drohenden Anlagenstillstand Ersatzteile schnell benötigt werden und mit SPAROX3D gibt es auch die Möglichkeit 3D gedruckte Ersatzteile zu bestellen.

Ist diese Notfallfunktion eines eurer Alleinstellungsmerkmale?

Ja, genau. Wir sind die größte online Plattform für Ersatzteile im Energiesektor im deutschsprachigen Raum mit einer sehr raschen Hilfe bei Notfällen. Gerade in der aktuellen Corona-Krise hat sich der Nutzen von Sparox einmal mehr unter Beweis gestellt: letztendlich geht es darum einen Anlagenstillstand zu verhindern, um die sichere Versorgung der Menschen mit Energie sicherstellen zu können.

Ist eure Plattform kostenlos? Wie generiert ihr Umsatz?

Für die Anlagenbetreiber ist die Teilnahme kostenlos. Die Lieferanten zahlen eine Transaktionsgebühr.

Da ihr Ersatzteile für den Energiesektor liefert, ist eure Zielgruppe klar definiert, oder?

Ja, das stimmt. Wir sprechen Anlagenbetreiber im Energiemarkt sowie deren Lieferanten im gesamten deutschsprachigen Raum an. Wir fokussieren uns auf alle Energieerzeugungsarten sowie auf Netzbetreiber.

Du hast eben angesprochen, dass ihr die größte Plattform seid. Von welcher Größenordnung sprechen wir dabei? In welchem Stadium befindet sich SPAROX als Startup?

Die Plattform sparox.eu ist seit 02.2019 online, wir haben aktuell mehr als 15.000 Ersatzteile. Weitere 5.000 Ersatzteile werden in den nächsten Tagen hochgeladen.Wir haben bereits mehr als 100 Partner im Netzwerk, es sind viele der größten Anlagenbetreiber aus dem deutschsprachigen Raum dabei. Wir wickelten mehrere Notfallanfragen im SPAROX-Netzwerk erfolgreich ab und tragen dadurch zu einer Reduktion der Stillstandzeiten bei. Mit dem 3D Druck erzielten wir im letzten Jahr Kosteneinsparung durch Optimierungen im 6-stelligen Bereich. Wir sind ein Corporate Start-Up der Wien Energie und haben somit einen sehr starken Eigentümer. Unser internes Team besteht aus 8 MitarbeiterInnen.

Sonja, vielen Dank für das spannende Interview! Wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg und hoffen, noch viel von euch zu hören. Wer sich für weitere Informationen über euch und euer Produkt interessiert, kann gerne einen Blick auf euer Innoloft Profil werfen.

Motius GmbH ist das Startup der Woche 12: Technologien und Produkte der Zukunft


IT & IKT

Wir leben in einer Welt mit vielen Veränderungen und neu entstehenden Technologien. Aber welche Technologie hilft mir bei der Produktentwicklung am besten? Worauf soll ich meine Lösung stützen? Diese Fragen beantwortet unser Startup der Woche Motius. Sie sind auf neue Technologien spezialisiert und realisieren damit Projekte in den unterschiedlichsten Bereichen. Johannes Hussak, Technical Executive bei Motius hat uns erklärt, wie das genau funktioniert.

Hallo Johannes! Schön, dass du heute hier bist. Wir beginnen direkt mit einer kurzen Frage. In einem Satz: Was macht Motius?

Motius ist ein R&D Unternehmen, das auf neue Technologien spezialisiert ist und innovative Produkte und Prototypen entwickelt.

Das klingt sehr spannend. Könntest du uns etwas mehr über den Einsatz von diesen neuen Technologien erzählen?

Wir nutzen die neuesten Technologien, um innovative Produkte und Prototypen für unsere Kunden zu entwickeln. Aufgrund unserer breiten Tech-Expertise werden die von uns entwickelten Lösungen in vielfältigen Anwendungsgebieten eingesetzt: von Medizintechnik zur Autoindustrie, vom Autonomen Fahren bis zu Smart Cities. Durch unsere user-zentrische Herangehensweise verlassen wir uns nicht einfach auf Buzzwords und kurzfristige Trend-Technologien. Stattdessen finden wir immer die Technologien, die unseren Kunden am Besten weiterhelfen. Ob Künstliche Intelligenz, AR/VR, Data Science, additive Fertigung oder Robotik: wir wissen immer, was das Richtige ist.

Ihr arbeitet also mit einer Vielzahl an Technologien. Macht das den Vorteil von Motius aus?

Ja. Die Tech-Welt ist ständig im Wandel, sie verändert sich schneller als je zuvor. Das ist für jegliche Unternehmen eine Herausforderung, da es sie dazu zwingt, dauerhaft die neuesten Entwicklungen zu berücksichtigen und weitreichende Expertise aufzubauen. Motius existiert, um dieses Problem zu lösen – mit unserer Tech-Expertise bedienen wir den Innovationsbedarf unserer Kunden. Wir arbeiten direkt am Puls der Tech-Trends und gestalten diese als Technologieexperten mit.

Das gelingt uns durch unsere fluide Struktur, die wir durch die Mischung unseres interdisziplinären Talent Pools mit über 800 Tech-Talents und erfahrenen Technologie- und Managementhubs erreichen. Mittels eines eigens entwickelten, KI-basierten Systems identifizieren wir automatisch die bestmöglichen Kandidaten unserer Community für unterschiedlichste Projekt-Rollen. Dadurch können wir immer die entsprechenden Experten im Projekt einbinden – und bleiben in jedem Tech-Zyklus spezialisiert auf die neuesten Technologien.

Wie bringt ihr das ganze in einem Geschäftsmodell unter?

Wir begleiten unsere Kunden auf dem kompletten Weg von der Idee über das Proof-of-Concept bis zum Produkt-Rollout. Rund um diesen Prozess bieten wir alle Leistungen an: angefangen bei der Beratung und Design Thinking Workshops, über die Entwicklung erster Prototypen und MVPs bis hin zur Markteinführung. Durch dieses breite Leistungsspektrum können wir stets die Bedürfnisse unserer Kunden bedienen. Wir arbeiten mit agilen Werkverträgen, d.h. es gibt fest definierte Ziele auf deren Basis am Ende abgerechnet wird. So können wir auch während eines Projektes flexibel auf neue Entwicklungen oder Umstände reagieren und das bestmögliche Ergebnis garantieren.

Du hast bereits eure Kunden erwähnt, die aus vielen verschiedenen Branchen kommen. Sprecht ihr dementsprechend auch unterschiedliche Märkte an?

Generell fokussieren wir uns auf die Anwendung von neuen Technologien. Dabei ist für uns zweitrangig, wie genau der Kunde definiert ist: Von Hidden Champions im Mittelstand über weltbekannte Unternehmen bis hin zu internationalen Organisationen und Regierungen. Wir helfen unseren Kunden dabei, die neuesten Technologien in sinnvoller, innovativer Weise anzuwenden. Mit unseren Standorten in München, Stuttgart und Dubai sind wir aktuell vor allem im europäischen und arabischen Raum tätig. Allerdings expandieren wir stets weiter.

Damit kommen wir zur letzten Frage: Wo steht ihr derzeit mit der Entwicklung von Motius? Bestimmt habt ihr seit eurer Gründung hart daran gearbeitet.

Wir gehen mit Motius jetzt in unser siebtes Jahr. In dieser Zeit haben wir uns enorm weiterentwickelt, sind von einer kleinen Entwicklerbude zu einem etablierten Start-Up in Deutschland gereift. Wir sind seit Jahren unter den am Stärksten wachsenden Start-Ups in Deutschland – und das bis Ende 2019 als gebootstrapptes Unternehmen. Zur Verdeutlichung: allein innerhalb des letzten Jahres mussten wir drei Mal unser Headquarter in München erweitern, um unser Wachstum bewältigen zu können. Wie bereits gesagt, sind unsere Referenzen ein Querschnitt durch die verschiedenen Wirtschaftssektoren und Firmentypen. Darauf sind wir enorm stolz. Wir wollen der beste Ort für Techies werden und ihnen ermöglichen, die Welt durch ihre Arbeit zu verändern – mit den neuesten Technologien und den innovativsten Produkten.

Johannes, vielen Dank für das spannende Interview! Wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg und hoffen, noch viel von euch zu hören. Wer sich für weitere Informationen über euch und euer Produkt interessiert, kann gerne einen Blick auf euer Innoloft Profil werfen.

FSIGHT ist das Startup der Woche 11: Künstliche Intelligenz im Energie-Sektor


Energieeffizienz & Umwelt, IT & IKT

Die traditionelle Energiewirtschaft ist an schnelle Veränderungen nicht gewöhnt. Aber plötzlich ist so vieles neu: Datenquellen, der Umfang der Daten, der Optimierungs- und Stabilisierungsbedarf, die regulatorischen Fragen. Um diese Herausforderungen in Chancen zu verwandeln, bedarf es neuer Technologien und Ansätze. Das sieht unser Startup der Woche genauso. FSIGHT bietet künstliche Intelligenz für die Energiewirtschaft. Damit werden Prozesse optimiert und Probleme gelöst. Wie das genau funktioniert, hat Business Developer Armin Greinöcker im Interview erzählt.

Hallo Armin! Danke, dass du dir heute für uns Zeit nimmst. Lass uns doch direkt starten. Wie würdest du FSIGHT in einem Satz pitchen?

FSIGHT hat eine Energiemanagement Plattform entwickelt, die mit künstlicher Intelligenz Energieströme vorhersagt und optimiert. Damit kann jeder Endkunde direkt von der Energiewende profitieren.

Wie kann man sich diese Plattform vorstellen? Was hat sie für einen Nutzen?

Unsere Energy-AI-Plattform analysiert das Verbrauchsverhalten, die Energieproduktion von Photovoltaik und Windanlagen und die Energiemarktpreise und trifft optimale Entscheidungen wann Energie verbraucht, gespeichert oder gehandelt werden soll. Wir haben ein eigenes Handelsmodell für Energiegemeinschaften entwickelt mit dem Haushalte und Gewerbe und Industrieunternehmen untereinander den selbst erzeugten Strom handeln können. Damit können Einsparungen von 20% für Endverbraucher erzielt und die lokalen Stromnetze stabilisiert werden.

Künstliche Intelligenz im Energiesektor ist mittlerweile nichts Neues mehr. Was könnt ihr da besser als andere?

Wir spezialisieren uns seit Jahren auf künstliche Intelligenz Modelle speziell für den Energiemarkt und haben in unserer Energy-AI-Plattform über 40 MachineLearning-Modelle vereint. In dem wir Vorhersage, Optimierung und Handel von Strom verbinden und sowohl auf Haushalts-, Gemeinschafts- und Netzebene agieren, können wir erhebliche Vorteile für die Endverbraucher, die Energieversorger und Netzbetreiber generieren.

Bietet ihr eure Plattform dann als Software-as-a-Service-Modell an?

Genau. Unsere Energy-AI-Software wird als Software-as-a-Service-Modell angeboten. Einzelne Module, wie zum Beispiel das Vorhersage Tool werden auch als eigenständiges Produkt von Energieunternehmen und Netzbetreibern eingesetzt. Unsere Software ist voll automatisch, leicht zu integrieren und ist natürlich einfach skalierbar.

Du hast vorhin schon ein paar Branchen genannt, die von eurer Plattform profitieren könnten. Aber wer gehört alles konkret zu eurer Zielgruppe?

Wir arbeiten direkt mit etablierten Energieunternehmen und Netzbetreibern, um neue Serviceangebote zu entwickeln und die Chancen in einem sich stark verändernden Energiemarkt zu nutzen. Wir sehen hier speziell einen starken Anstieg an erneuerbaren Energien und Batteriespeichern und die Einführung von Energiegemeinschaften mit lokalem Peer-to-Peer Handel. Unsere Software ist auch bei Gewerbe-, Industrieunternehmen und Haushalten im Einsatz, um direkt für den Endkunden Kosten zu sparen und PV Anlagen und Batterien optimal zu nutzen. Unsere Kunden sind international, zum Beispiel in Israel, Österreich, Deutschland, Ungarn, USA, Neuseeland.

Damit sind wir jetzt leider schon bei der letzten Frage angekommen: In welcher Phase befindet ihr euch gerade?

Wir arbeiten mit renommierten internationalen Unternehmen wie Uniper, Verbund, Andritz Hydro, Wien Energie und Vector zusammen. Unsere Produkte sind marktreif und wir befinden uns derzeit in einer Skalierungsphase. Einer unserer jüngsten Erfolge ist ein Pilotprojekt mit der Schweizer Bundesbahn SBB, in dem es um Elektrifizierung der Loks und Optimierung der Batteriespeicher geht. Wir starten auch gerade die größte erneuerbare Energiegemeinschaft in Ungarn. Wir haben noch viel vor für 2020.

Armin, vielen Dank für das spannende Gespräch! Wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg bei FSIGHT und sind gespannt auf eure zukünftige Entwicklung.

Wer mehr über FSIGHT erfahren möchte, kann sich auf deren Innoloft Profil umschauen.

Blue Boson ist das Startup der Woche 10: sauberes Wasser und Gas auf supramolekularen Level


Energie & Umwelt, Energieeffizienz & Umwelt

Vor allem in der Industrie wird viel Wasser verunreinigt. Die meisten Lösungen verwenden jedoch Chemikalien, um das verschmutzte Wasser zu reinigen. Unser Startup der Woche hat eine Lösung für die nicht-chemische Wasseraufbereitung entwickelt. Die Technologie von Blue Boson entfernt vorhandene Verkrustungen, Ablagerungen und Korrosion. Außerdem verlängert ihre umweltfreundliche Lösung die geplante Lebensdauer der Systeme. Wir treffen heute Robert Zagozdzon, CEO von Blue Boson, um mehr darüber zu erfahren.

Hey Robert! Schön, dass du heute Zeit hast. Lass uns direkt anfangen: Wie würdest du Blue Boson in einem Satz beschreiben?

Hey Innoloft! Das wäre dann sowas wie: Nachhaltige technische Lösungen, die eine zweistellige Reduzierung der Strom-, Heiz- und Kühlkosten durch die Behandlung von Wasser, Dampf und anderen flüssigen oder gasförmigen Medien ermöglichen.

Welche Technologien nutzt ihr dafür?

Einfach ausgedrückt, reinigen wir Wasser ohne jegliche Chemikalien. Das ist mit unseren patentierten Produkten namens SCAT® und SCAT REXCIT® möglich. Es handelt sich um hydraulische Durchflussmodule, die aus Einlass- und Auslassabschnitten bestehen. Außerdem verfügen sie über eine Ionisierungs- und eine Polarisierungskammer. Die patentierte Methodik unserer Geräte gewährleistet die Behandlung der supramolekularen Struktur von Wasser sowie anderer flüssiger und gasförmiger Medien auf drei Ebenen – physikalisch, chemisch und energetisch.

Das Ziel der Technologie besteht darin, intra- und intermolekulare Veränderungen der Energie und Kräfte in zwei Stufen zu erreichen. Das Gerät kann mit einem Sedimentaustrag und einer Entlüftungsöffnung zum Auffangen verschiedener Substanzen ausgestattet werden. Auch Luft, Gas und Flüssigkeiten mit unterschiedlichem spezifischen Gewicht werden aufgefangen. Der Anschluss kann mit einem Flansch oder einem Gewinde versehen werden.

Welchen besonderen Mehrwert liefern eure Produkte?

Die SCAT®- und SCAT REXCIT®-Geräte werden entsprechend den Anforderungen der verwendeten speziellen Technologie und der erforderlichen Heizungs-/Kühlungsquelle entwickelt und hergestellt. Sie werden auf die Größe und die spezifischen Anforderungen der Technologie zugeschnitten. Die Rohrleitungen werden bei Bedarf an den dafür vorgesehenen Stellen modifiziert, um die Installation der Geräte zu ermöglichen. Die Geräte sind vollautomatisch und für den autonomen Betrieb rund um die Uhr geeignet.

Der SCAT® und der SCAT REXCIT® haben viele Vorteile, z.B. die Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs und der Treibhausgase sowie die Verlängerung des Lebenszykluses des gesamten Systems.

Welches Geschäftsmodell nutzt ihr zur Generierung von Gewinn?

Wir bieten Lösungen nach dem ESCO-Modell sowie die Vermietung und den Verkauf von Ausrüstung an. Unser Geldkreislauf beträgt 3 bis 12 Monate – basierend auf einem Geschäftsmodell für gemeinsame Einsparungen. Wir bieten Upgrades an und unsere Ausrüstung erfordert keine Wartung.

Du bist eben auf die vielen verschiedenen Vorteile eurer Produkte eingegangen. Adressiert ihr deshalb auch verschiedene Märkte?

Ja, wir sprechen mehrere verschiedene Märkte an. Man könnte unsere Technologie zum Beispiel in den Bereichen Trinkwasseraufbereitung, Energie- und Wärmeerzeugung und in chemischen Anlagen einsetzen. Darüber hinaus befassen wir uns auch mit der Produktion von Wärme, Kälte und Dampf, sowie mit der Sanierung von Seen und Flüssen.

Wir entwickeln Lösungen in den Bereichen Brennstoffeffizienz, Wasserverschmutzung und Abwasserentsorgung, Bergbau und Landwirtschaft. Unsere Technologie bringt jährlich eine Einsparung von etwa 100 Milliarden Euro allein in der Industrie in Europa, ohne dass Investitionen und zusätzliche Kosten entstehen.

Wo steht ihr mit der Entwicklung von Blue Boson?

Unsere umweltfreundlichen Geräte SCAT® und SCAT REXCIT® sind das Ergebnis von mehr als zwanzig Jahren Entwicklung, Prüfung und Anwendung in Dutzenden von Anlagen in verschiedenen Industriezweigen. Wir sind derzeit in Mitteleuropa ansässig und bereiten uns auf die Skalierung auf den globalen Markt vor. Im Moment suchen wir nun finanzielle und verwaltungstechnische Kooperationen für die internationale Expansion und die Entwicklung neuer Anwendungen. Wir haben Installationen in der Tschechischen Republik, in Polen, der Slowakei und in Österreich. Außerdem wollen viele Kunden unsere Dienste weltweit nutzen.

Robert, vielen Dank für dieses sehr aufschlussreiche Interview! Wir sind auf die weitere Entwicklung von Blue Boson gespannt. Um mehr über Blue Boson zu erfahren, schaut in dem entsprechendem Innoloft Profil nach!

gridlux ist das Startup der Woche 9: Schnelle Identifikation attraktiver Glasfaser-Ausbaugebiete


IT & IKT

Langfristig gesehen führt kein Weg am Ausbau der Glasfasernetze vorbei. Allerdings ist die Identifikation potentieller Ausbaugebiete für Glasfaser bisher mit erheblichen Aufwänden verbunden. Auch die Abschätzung der damit verbundenen Kosten ist keine schnelle Sache. Künstliche Intelligenz hilft dabei. Die Lösung dazu kommt von unserem Startup der Woche, gridlux. Wie ihr Produkt genau funktioniert, hat uns Lukasz Glowacki, Business Development Manager bei gridlux, im Interview erzählt.

Hallo Lukasz! Der Glasfaser-Ausbau beschäftigt Kommunen, Länder und die Bundesebene. Dabei ist die Planung sehr aufwändig. Wie schafft ihr Abhilfe mit gridlux?

Mittels künstlicher Intelligenz identifiziert gridlux interessante Gebiete für einen wirtschaftlichen FTTH / FTTB (Fiber to the home / Fiber to the basement Anm. d. R.) Ausbau automatisch und macht diese anhand einer Aufwandsindikation vergleichbar.

Wie werden diese Informationen bereitgestellt?

Unser Online-Tool ist eine Software-as-a-Service Lösung die ganz einfach über eine URL aufgerufen wird. Basierend auf KI gestützten Algorithmen identifizieren wir interessante Gebiete für einen wirtschaftlichen FTTH / FTTB Ausbau automatisch. Mit der Aufwandsindikation kann man die Gebiete miteinander vergleichen.

Was lässt gridlux in der Branche besonders herausstechen?

Die gesamte Planung, darunter auch die Bestimmung von potentiellen Ausbaugebieten, ist kompliziert und teuer. Unser Verfahren macht die schnelle strategische Grobplanung simpel und verständlich. Wir befähigen den Kunden eine aktive Rolle einzunehmen und künftige Ausbauentscheidungen daten- und faktenbasiert zu treffen – und damit Wettbewerbsvorteile zu erlangen. Darüber hinaus ermöglicht unser intuitives Online-Tool eine Realtime-Aufwandsindikation, z.B. für Kommunen und Landkreise (Förderverfahren). 

Der Einsatz von künstlicher Intelligenz bringt viele Vorteile mit sich. Grundsätzlich kann man sagen, dass wir den strategischen Grobplanungsprozess mit dem Einsatz von KI gestützten Algorithmen digitalisieren. Viele Telekommunikationsunternehmen und Planungsbüros verwenden Standardsoftware-Werkzeuge für die Planung, wie zum Beispiel AutoCAD oder Google Earth, dennoch müssen viele Ergebnislisten händisch erstellt werden. Ein weiterer Vorteil ist die zeitliche Komponente. Der herkömmliche Prozess nimmt sehr viel Zeit in Anspruch. Unsere entwickelten Algorithmen rechnen auch große Gebiete in Sekundenschnelle durch. Das reduziert die Kosten und erhöht die Planungssicherheit. Darüber hinaus ist gridlux komfortabler als die gängigen Software-Lösungen. Warum? Weil alle relevanten Daten wie Adressen, Straßen, Oberflächenart und Nutzung, sozio-Ökonomische Daten oder die Anschlussverfügbarkeit Bestandteil des Online-Tools sind. Sie müssen keine Daten mehr kaufen und aufwändig in Ihre Software importieren.

Du hast eben schon angesprochen, dass ihr euer Online-Tool als eine Software-as-a-Service Leistung anbietet. Ist es das einzige Produkt, was ihr in eurem Portfolio habt?

Nein. Im Prinzip besteht unser Portfolio aus zwei Produkten. Zum einen eben das Online-Tool für die Aufwandsidikation und Erschließung neuer Gebiete. Für das Tool erheben wir eine jährliche Lizenzgebühr. Dann gibt es noch den „Strategischen Grobplanungsservice“, bei der wir mittels künstlicher Intelligenz interessante Ausbaugebiete identifizieren und automatisiert berechnen. Dabei stellen wir unseren Kunden auch für sehr große Bereiche eine Rangliste der attraktivsten Gebiete zur Verfügung. Der Preis berechnet sich aus der Anzahl der zu berechnenden Adresspunkte.

Grenzt ihr eure Zielgruppe in einer bestimmten Weise ein?

Nicht unbedingt. Die Lösung ist für unterschiedliche Zielgruppen interessant. Im Prinzip für alle Parteien, die am Planungsprozess eines Glasfaserausbauvorhabens beteiligt sind, zum Beispiel TK-Carrier/Telekommunikationsunternehmen, Stadtwerke, Planungsbüros, Städte und Kommunen. Aktuell bieten wir unsere Lösung nur für den deutschen Markt an.

In welcher Phase befindet sich gridlux gerade? Ist euer Produkt schon im Einsatz?

Wir sind aktuell noch ein internes Startup der EWE AG. 

Für unsere Dienstleistung haben wir schon erste Kunden gewonnen und arbeiten in diesem Quartal an der Fertigstellung unseres Online-Tools. Wir konnten unsere Lösung gemeinsam mit einem großen Telekommunikationsanbieter (EWE TEL) einsetzen und dem Unternehmen einen siebenstelligen Betrag einsparen. Die entega Medianet GmbH hat die Berechnung für eine Großstadt beauftragt. Wir sind zuversichtlich, dass die Lösung sie überzeugen wird und wir dann einen weiteren  Großauftrag erhalten. Darüber hinaus sind wir in weiteren aussichtsreichen Gesprächen mit Telekommunikationsnetzbetreibern, Planungsbüros und Kommunen.

Lukasz, wir sind leider schon am Ende des Interviews angekommen. Wir danken dir, für das tolle Gespräch und wünschen euch viel Erfolg mit der Fertigstellung des Online-Tools! Wer mehr über gridlux erfahren möchte, kann sich das Innoloft Profil und die entsprechenden Requests anschauen.

Apropos Glasfaser: Du willst gute Kontakte finden, die euer Business und eure Projekte voran bringen? Dann mach mit beim Startup Speed-Dating auf den Fiberdays 2020! Jetzt kostenlos registrieren und passende Business Partner finden.

inveox ist das Startup der Woche 8: Pathologie neu durchdacht


Health & FoodTech

Jeder zweite Mensch wird im Laufe seines Lebens mit einer Krebsdiagnose konfrontiert. Jede Krebsdiagnose sollte daher schnell, sicher und zuverlässig erfolgen. Um die Sicherheit und Zuverlässigkeit zu erhöhen, brauchen wir ein Automatisierungssystem für die Histopathologie. Dieses System kommt von inveox, unserem Startup der Woche. Was dahinter steckt und wie es funktioniert, hat uns Shelley Pascual, Communications Specialist von inveox im Interview erzählt.

Hey Shelley! Super, dass du heute Zeit für uns hast. Bei inveox geht es vor allem um den Bereich der Krebsdiagnose. Wie optimiert ihr die Vorgänge in dem Bereich?

inveox bringt künstliche Intelligenz und ein großes Datenpotenzial in die Krebsdiagnose ein, indem es den präanalytischen Prozess automatisiert und so die Fehlerquote verringert. Fehler können zum Beispiel durch Probenverwechslungen oder Datenverlust auftreten. Gleichzeitig verbessert sich die Patientensicherheit und die Effizienz des Labors.

Wie helfen eure Produkte bei der Automatisierung des Prozesses?

Die Forschung zeigt, dass Gewebeproben (Biopsien) in den heutigen Labors mit einer Wahrscheinlichkeit von 1-15 Prozent verwechselt oder kontaminiert werden können oder sogar verloren gehen. Aber unsere Produkte – ein intelligenter Probenbehälter, ein Automatisierungsgerät und eine digitale Datenplattform – sind so konzipiert, dass sie als zusammenhängende Einheit arbeiten. Die Probeneingabe in der Histopathologie macht das sicherer, effizienter und zuverlässiger.

Mit Hilfe eines QR-Codes bieten unsere intelligenten Probenbehälter Sicherheit, indem sie dafür sorgen, dass Verwechslungen und Kontaminationen von Gewebeproben der Vergangenheit angehören. Der Behälter verfügt auch über einen intelligenten Filter, der eine automatische Montage in Biopsiekassetten ermöglicht. Auf diese Weise bleibt die Probe immer in einem Behälter, und die eindeutige ID erleichtert den Datentransfer, Track & Trace und die Prozesssteuerung.

Ein ergänzendes Produkt, das Automatisierungsgerät, steigert den Durchsatz und die Qualität von Gewebeproben.- Es verarbeitet Dutzende von Proben gleichzeitig und auf konsistente, systematische Weise. Dadurch kann sich der Labortechniker auf wertschöpfende Aufgaben konzentrieren statt sich mit der wiederholten Datenerfassung und dem Umpackvorgang zu beschäftigen. Noch wichtiger ist, dass unser Automatisierungsgerät künstliche Intelligenz einführt und Daten über jede einzelne Gewebeprobe sammelt. Derzeit werden die Daten entweder nicht aufgezeichnet oder in Papier und Kartons weggelagert statt für die wissenschaftliche Forschung gesammelt.

Schließlich öffnet unsere digitale Plattform die Tür zu einem neuen und wirklich vernetzten Labor der Zukunft. Sie ermöglicht eine nahtlose Kommunikation zwischen dem Arzt, der die Biopsie entnimmt, dem Laboranten, dem Pathologen, unserem Behälter und unseren Maschinen. Kurz gesagt: Diese Plattform ermöglicht es uns, die gesamte diagnostische Erfahrung zu integrieren – von der Entnahme einer Gewebeprobe bis hin zur Abgabe einer Diagnose.

Krebs betrifft Menschen auf der ganzen Welt. Die potentielle Fehlerquote zu verringern ist ein großes Ziel. Ist euer Ansatz besser als der von Anderen? Was zeichnet eure Idee besonders aus?

Es besteht nicht nur weltweit ein enormer Bedarf an unserer Innovation, sondern es gibt auch keine direkte Konkurrenz zu inveox. Die einzige Alternative ist der Labormitarbeiter mit Stift und Papier. Dieser seit Jahrzehnten von Laboranten durchgeführte manuelle Prozess versäumt das Potenzial zur Datenerfassung und -verwertung. Er erfordert auch, dass die Techniker bei monotonen Aufgaben, die von Maschinen ausgeführt werden können, aufmerksam und sehr konzentriert bleiben müssen.

inveox löst das größte Problem in der Histopathologie mit der Einführung des weltweit ersten Automatisierungssystems für die Probeneingabe. Dafür besitzen wir die  entsprechenden Schutzrechte. Wir sind die ersten, die Hardware und Software kombiniert einsetzen und sie für die Zukunft so konzipiert haben, dass sie Daten sammeln und austauschen können. Auf diese Weise können sie für die medizinische Forschung und weitere Prozessoptimierung genutzt werden. Mit dieser Innovation sind wir die ersten auf dem Markt und stützen uns auf eine solide Basis von Investoren und Kunden, die an unsere Sache und den Wert unserer Lösung glauben.

Was nutzt ihr für ein Geschäftsmodell?

Unser komponentenbasiertes Produkt und eine modulare Vertragsstruktur ermöglichen es uns, allen Laboratorien (unabhängig von Größe und Durchsatz) Dienstleistungspakete anzubieten, die auf ihre individuellen Bedürfnisse zugeschnitten sind. Diese Pakete sind  jederzeit flexibel und skalierbar. Sie bestehen aus Hardware als Service, Software als Service, und Verbrauchsmaterialien in verschiedenen Packungsgrößen.

Da euer Produkt für Histopathologie gedacht ist, sind wahrscheinlich die entsprechenden Labore eure Hauptzielgruppe, oder? In wie vielen Ländern vertreibt ihr euer Produkt bereits?

Genau! Unsere Kunden sind private und öffentliche Histopathologie-Labore, die zu Krankenhäusern, Laborketten oder Forschungsinstituten gehören können. Derzeit sind wir vor allem in der DACH-Region tätig, mit dem Ziel, in weitere EU-Länder zu expandieren.

Allein der europäische Markt besteht aus 6.500 Labors, die jedes Jahr 1 Milliarde Gewebeproben verarbeiten. Das ergibt ein Marktpotential von insgesamt 2 Milliarden Euro pro Jahr. Wir streben auch den US-Markt an, der 9.000 Labore umfasst, die 2 Milliarden Proben pro Jahr verarbeiten. Das führt zu einem Marktpotential  von 4 Milliarden Euro pro Jahr. Auf dem globalen Markt beträgt das Potenzial mehr als 13 Milliarden Euro pro Jahr.

Wie weit ist euer Produkt entwickelt? Wird es bereits erfolgreich genutzt?

Ja. Wenn man bedenkt, dass unser Unternehmen vor drei Jahren gegründet wurde, kann der aktuelle Stand unserer Produktentwicklung als recht fortschrittlich angesehen werden. Unsere Produkte werden seitdem von namhaften Kunden erfolgreich und mit hoher Zufriedenheit eingesetzt. Im August 2019 schlossen wir eine Finanzierungsrunde von 17 Millionen Euro ab, womit wir auf insgesamt 23 Millionen Euro kommen. Sie  ermöglichen es uns, unser Team weiter zu vergrößern, global zu skalieren und unsere Software zu erweitern. Derzeit sind wir ein Team von fast 100 Teamkollegen, das aus etwa 30 Nationalitäten besteht und sich über die Büros in München und Krakau verteilt.

Shelley, dankeschön für diesen super spannenden Einblick in die Welt von inveox! Wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg und sind gespannt, wohin ihr euch entwickelt. Wer mehr über inveox erfahren will, kann in den Requests auf eurem Innoloft Profil nachschauen.

TeDaLoS ist das Startup der Woche 7: die Zukunft im Internet of Things


Industrie 4.0 & Logistik, IT & IKT

Bestandsüberwachungssysteme sind im digitalen Zeitalter sehr wichtig. Aber nur 5% der aktuellen Lagerflächen können durch robotergestützte Systeme automatisiert werden. Um die Prozesse effizienter zu machen, muss eine andere Lösung her. Unser Startup der Woche, TeDaLoS, hat ein System auf den Markt gebracht, das Daten in Echtzeit liefert, ohne externe Ressourcen oder Infrastruktur zu benötigen. Thomas Tritremmel, CEO von TeDaLoS, hat uns mehr dazu erzählt.

Hallo Thomas! Danke, dass du uns heute Rede und Antwort stehst. Erzähl uns doch gerne mal, was ihr bei TeDaLoS macht.

Sehr gerne! Wir haben ein patentiertes System entwickelt, das eine sensorbasierte, digitale und mobile Bestandsüberwachung von Waren in Echtzeit ermöglicht. Damit erfassen wir nicht nur eine stückgenaue Menge der Waren, sondern können auch den Zustand überwachen. Zustand heißt zum Beispiel Temperatur oder Erschütterung. Außerdem können wir noch den Standort der Ware im Betrieb oder im Transport überwachen. Die Art der Ware spielt dabei keine Rolle.

Um das TeDaLoS-Sysystem erfolgreich zu nutzen, sind keine externen Ressourcen oder Stützinfrastruktur möglich. Es muss auch niemand für das System geschult werden.

Das klingt nach einer sehr nutzer-orientierten Lösung. Gib uns gerne mehr Informationen darüber.

Unsere Sensoreinheiten senden Informationen verschlüsselt direkt an unsere Cloud-Software, die diese Daten entschlüsseln, validieren, interpretieren und umgerechnet darstellen. Die Daten können über Schnittstellen auch direkt an ein führendes System übergeben werden. Eingestellte Schwellwerte lösen, bei Überschreitung, sofort eine Alarm-Nachricht aus.

Mit diesem System kann man die physische Verteilung der Bestände an dezentralen Lagerorten in Echtzeit messen. Darüber hinaus ist es möglich, Lieferanten anzubinden und akkurate Inhaltsmengen in Transportbehältern zu ermitteln. Es gibt aber noch viele andere Möglichkeiten für den Einsatz. Das System ist vollautonom ohne lokale Ressourcenbindung, beinhaltet spezielle Sensorik, Funktechnik, Datenkommunikation, Cloud Software und IT-Schnittstelle.

IoT ist ja schon lange ein großes Schlagwort und gerade im Bereich Logistik wird immer mehr digitalisiert. Was ist das Besondere bei TeDaLoS?

Viele Abteilungen eines Unternehmens profitieren von unserer Lösung. Die Prozesse in den Abteilungen laufen effizienter. Das Lager spart zum Beispiel Platz, Suchzeiten und Inventurkosten. In der Produktion entsteht eine schnellere Materialbereitstellung auf weniger Produktionsfläche. Auch der Einkauf und die Finanzabteilung profitiert von genaueren Informationen, die in Echtzeit bereitgestellt werden. Bei TeDaLoS liegt der Return of Invest liegt bei unter 2 Jahren.

Ein weiterer Vorteil ist, dass jeder Lagerort und jede Art von Warenstrom nachgerüstet werden kann. Die Anwendung erfolgt standortübergreifend und stückgenau.

Wie integriert ihr eure Leistung in ein Geschäftsmodell?

Unser Pricing-Modell besteht aus dem Kauf der Hardware (Kauf, Mietkauf oder Miete), monatliche Kosten für die Telekommunikation, Datenübertragung und die Miete der Basisfunktion der Cloud-Software, sowie Einmalkosten.

Da euer Produkt mit Warenlagerung zutun hat, ist euer Kundensegment wahrscheinlich auch in dem Bereich der Logistik angesiedelt. Macht ihr da noch genaue Abgrenzungen?

Nicht wirklich. 95% aller Lagerflächen und Intralogistikwarenströme, sind nicht digital überwacht. Der Markt für Bestandsüberwachung mittels Internet of Things wird bis zum Jahr 2025 rund 300 Milliarden US-Dollar schwer sein. Somit haben wir viele Anwendungsmöglichkeiten.

Unsere Hauptzielgruppen siedeln sich natürlich vorrangig im Bereich Logistik und Transport an. Wir beliefern aber auch Kunden im Gesundheitswesen, Handel oder in der Industrie. Dabei sind wir nicht auf bestimmte Länder fokussiert, sondern bieten unsere Leistungen auf internationaler Ebene an.

Ist euer Produkt den schon einsatzfähig?

Ja. Seit 2017 ist TeDaLoS im operativen Einsatz bei Kundenprojekten von den Niederlanden bis Griechenland. Wir produzieren eine Standard-Sensoreinheit, aber auch spezielle Anpassungen an diverse Ladungsträger. Kunden, wie Kellner & Kunz AG und Canon setzen unsere Sensortechnik bereits erfolgreich ein.

Im September 2019 bestärkte BITO-Lagertechnik, als international operierendes Industrieunternehmen im Bereich der Lager- und Kommissioniertechnik, die Zusammenarbeit mit uns. Seitdem beteiligt sich der BITO Campus als Gesellschafter. Die Kooperation verfolgt das Ziel, mit vereintem Know-How mobile und autonome Systeme für die Material- und Bestandsüberwachung mittels Internet der Dinge anbieten zu können.

Internationale Vertriebspartner mit Fokus in den Anwender-Zielgruppen konnten bereits akquiriert werden.

Vielen Dank Thomas, für dieses spannende Interview! Wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg mit eurer Idee. Wer mehr über euch erfahren möchte, kann sich gerne euer Innoloft Profil anschauen.

MagnoTherm Solutions ist das Startup der Woche 6: Next generation cooling


Energieeffizienz & Umwelt, Health & FoodTech

Herkömmliche Kühlsysteme kommen selten ohne problematische Gase aus. Problematisch heißt in diesem Fall hochentzündlich, toxisch oder mit hohem Treibhauseffekt. Unser Startup der Woche verzichtet mit seinen Produkten auf diese Gase und setzt stattdessen magnetische Materialien ein. Timur Sirman, Co-Founder von MagnoTherm Solutions, erklärt uns heute, wie das genau funktioniert.

Hallo Timur! Danke, dass du heute hier sein kannst. Unsere erste Frage ist folgende: Was steckt hinter MagnoTherm Solutions?

Wir entwickeln und bauen umweltfreundliche Kühlaggregate für die Kühl- und Heizsysteme der Zukunft: mit magnetischen Materialien ohne jeglichen problematischen Gase.

Wie funktioniert dieser Vorgang?

Mittels eines Permanentmagneten werden aktive Metalle zyklisch erwärmt und abgekühlt. Dies geschieht durch den magnetokalorischen Effekt dieser aktiven Metalle. Dabei werden sie warm, wenn sie einem Magnetfeld ausgesetzt werden – und kalt, wenn sich das Magnetfeld reduziert. Mittels einem wasserbasierten Austauschmediums kann die Wärme und Kälte von dem Festkörper transportiert und nützlich gemacht werden. Hierzu werden Motor, Pumpe, Ventile und Steuerungselemente eingesetzt.

Warum ist es besser, auf Gase zu verzichten und stattdessen magnetische Materialien zu nutzen?

Ohne den Einsatz von F-Gasen, entzündlichen Gasen, toxischen Gasen oder sonstig problematischen Gasen ist unser System bis zu 40% effizienter als das beste kompressorbasierte Kühlsystem heute. Und das unabhängig vom Temperaturhub oder Temperaturbereich. Dies kann durch die Individualisierung der aktiven Metalle erzielt werden. Dadurch können auch für warme Umgebungstemperaturen und kleine Temperaturhübe hocheffiziente Systeme realisiert werden, die ein Treibhauspotential von null aufweisen.

Und das ist wiederum besser für die Umwelt. Wie integriert ihr das Ganze in ein Geschäftsmodell?

Unsere Kühlaggregate werden von unserem Kunden in sein Kühlsystem integriert und dann an den Nutzer verkauft. Hier entwickeln wir kundenspezifische Produkte für unseren Integrationspartner. Dabei kann sehr schnell und genau auf die jeweiligen Bedürfnisse des Nutzers eingegangen werden, indem man in unser standardisierten Aufbau die aktiven Metalle jederzeit an die Anforderungen angepasst werden können.

Wen sprecht ihr mit euren Produkten an?

Prinzipiell können wir Kühlaggregate mit einer Kühlleistung zwischen 100 W und 100 kW realisieren. Die europäische Supermarktkühlbranche ist der erste Absatzmarkt, da dort die Herausforderungen am größten sind. Weitere Märkte, die wir adressieren, sind jedoch IT Kühlung, Industriekühlung und Wärmepumpen.

In welcher Entwicklungsphase befindet ihr euch aktuell? Wie reif ist euer Produkt?

Aktuell bauen wir den ersten Prototypen auf, der eine Kühlleistung von 500 W bis 1kW haben wird. Hiermit werden wir dieses Jahr ein Kühlsystem für Food&Beverages ausstatten. Parallel dazu sind wir in Gesprächen mit Entwicklungspartnern, weitere Systeme aufzubauen.

Timur, wir sind leider schon am Ende des Interviews angelangt. Wir danken dir für das spannende Gespräch und wünschen euch viel Erfolg weiterhin! Wer mehr über euch erfahren will, kann in euer Innoloft Profil schauen.

ChargeX ist das Startup der Woche 5: Zukunftssichere Ladeinfrastruktur für Elektromobilität


Energieeffizienz & Umwelt, Mobilität

Der Umstieg auf alternative Antriebe in unserer Mobilität ist in vollem Gange. Elektromobilität ist einer der Wege, um die Energiewende auch auf der Straße umzusetzen. Doch der Ausbau von Ladeinfrastruktur ist langwierig und kompliziert. Daher ist es nur eine Frage der Zeit, bis ein Engpass bei der Verfügbarkeit an Ladepunkten entsteht. ChargeX, unser Startup der Woche, hat ein Produkt entwickelt. Damit wird der Aufbau von neuen Ladepunkten, einfacher und effizienter. Eine spannende Idee, über die wir im Interview mit Mitgründer und CBDO Michael Masnitza sprechen.

Hallo Michael! Wir freuen uns, heute mehr über euer Startup zu erfahren und legen deswegen auch direkt los. Wer seid ihr bei ChargeX?

Bei ChargeX entwickeln wir modulare Ladelösungen für Elektroautos.

Gib uns gerne ein paar Hintergrundinfos zu euren Lösungen. Wie funktioniert eure Idee im Detail?

Mit unserer modularen Ladelösung für Elektroautos „Aqueduct“ können viele Stellplätze kostengünstig und mit geringem Installationsaufwand elektrifiziert werden. Das modulare Konzept ermöglicht Betreibern von Flottenparkplätzen und Tiefgaragen einen kosteneffizienten und bedarfsgerechten Ausbau der Ladeinfrastruktur.

Das modulare Ladesystem von ChargeX beginnt mit dem Startmodul. Dieses wird regulär vom Elektriker installiert. Es bildet den ersten Ladepunkt und beinhaltet alle Kernkomponenten wie den Energiezähler und die Internetverbindung. Nun können weitere Ladepunkte, die Erweiterungsmodule, ganz einfach als “plug & play” nach Bedarf hinzugefügt werden. Auf Basis unseres intelligenten Ladealgorithmus wird im Betrieb das zu ladende Elektroauto festgelegt. Aus Kundensicht bieten wir eine modulare Mehrfachsteckdose für Ladestationen. Aus Netzsicht bilden wir ein kleines Microgrid aus Ladestationen, um den vorhandenen Netzanschluss optimal auszunutzen.

Da Elektromobilität aktuell in aller Munde ist, sind die meisten Probleme schon bekannt und werden von vielen jungen Unternehmen angesprochen. Was macht eure Lösung besonders und wie erschließt ihr den Weg in den praktischen Einsatz?

Aqueduct nutzt dank unserem sequenziellen Lastmanagement die bestehende Netzinfrastruktur optimal aus und das plug&play System reduziert die Installationskosten auf ein Minimum. Unser Produktkonzept setzt auf Vorteile, die nur genutzt werden können, wenn mehrere Stellplätze elektrifiziert werden. Wir sparen zusätzlich viele Komponenten ein, was auch die Hardware deutlich günstiger macht. Für unsere Kunden wird damit der Aufbau von großflächiger Ladeinfrastruktur sehr einfach. Denn Aqueduct ist ein Komplettsystem. Sogar die Internetverbindung zu einem Backend ist vorkonfiguriert. Der Kunde muss es also nur auspacken, das System installieren und er hat sofort mehrere Ladepunkte aufgebaut. Sollte er in Zukunft mehr Ladepunkte benötigen, kann ganz einfach weitere Module hinzufügen.

Und wie gestaltet sich das Pricing für Aqueduct?

Unser Ladesystem richtet sich in erster Linie an Unternehmen, die Ladepunkte für Ihre Flotte oder Mitarbeiter benötigen. Natürlich ist es auch für den urbanen Wohnbereich, also für große Tiefgaragen, optimal geeignet. Jedes Lademodul kostet 750€. Wir bieten zum Einstieg ein Starter-KIT aus 4 Modulen und allen Installationsmaterialien für 3499 Euro an. Benötigt der Kunde zusätzlich ein Backend-System, liefern wir ein Partner-Backend direkt mit aus.

Du bist eben schon kurz auf eure Zielgruppe eingegangen, die ChargeX anspricht. In welchen weiteren Segmenten und Branchen siedeln sich eure Kunden an?

Unsere Ladelösung ist für das private und semi-öffentliche Laden von Elektroautos konzipiert, also zu Hause oder am Arbeitsplatz. Die Anwendungsfälle sind die Elektrifizierung von Firmenparkplätzen, Tiefgaragen oder Garagen von Wohnhäusern mit mehr als einem Elektroauto. Die Kunden sind Eigentümergemeinschaften oder Betreibern von diesen Flottenparkplätzen und Tiefgaragen. Neben Privatpersonen wurde ein Renault Autohaus als Testpartner akquiriert und wir haben unser Konzept in mehreren Kundengesprächen validiert und LOIs erhalten.

Wir konkurrieren mit Herstellern von günstigen Ladestationen und mit hardwareorientierten Anbietern von Lastmanagementsystemen. Diese verursachen aber hohe Kosten je Ladepunkt, sind aufwändig zu installieren oder nicht zur Elektrifizierung mehrere Stellplätze geeignet. Indem wir mit unserem Konzept bewusst auf die im Medienfokus stehenden Marktsegmente der Schnellladestationen und des öffentlichen Ladens verzichten, können wir eine für den Kunden geeignetere und kosteneffizientere Lösung anbieten.
Wir zielen auf den Wachstumsmarkt der Ladeinfrastruktur im Segment des privaten und semi-öffentlichen Ladens. Unser Produkt kann im gesamten europäischen Raum eingesetzt werden.

Das bringt mich auch schon zu meiner letzten Frage: Ihr habt euch 2017 gegründet und seitdem sicherlich schon einige Meilensteine erreicht. Welche sind das? Wo steht ihr denn aktuell in der Entwicklung von Aqueduct?

Mitte 2018 konnten wir dann die ersten Business Angel von unserer Idee überzeugen. Das Produkt (MVP) ist seit März 2019 zertifiziert und erste Pilotkunden wie Volkswagen wurden bereits mit Ladesystemen ausgestattet. Aqueduct ist regulär bestellbar. Allerdings können wir als Startup nicht alle Bereiche der Wertschöpfungskette abdecken. Wir suchen vor allem lokale Reseller für unsere Ladelösung. Aktuell suchen wir für die Vorbereitung der Skalierung eine Seed-Finanzierung in Höhe von 1.5M€.

Michael, vielen Dank für das spannende Interview! Wir wünschen euch für die weitere Umsetzung eurer Vision viel Erfolg. Wer euch dabei unterstützen möchte, darf gerne einen Blick in euer Innoloft Profil oder eure Innoloft Requests werfen.