Breeze Technologies ist das Startup der Woche 35: Sensoren für die Luftqualität


Energie & Umwelt, Energieeffizienz & Umwelt, IT & IKT

In den letzten Monaten haben wir gesehen, welche positiven Auswirkungen der Lockdown auf unsere Umwelt hat. Der Smog hat sich verzogen, die Luft war vielerorts wieder klar. Allerdings messen viele Städte nur punktuell ihre Luftqualität, was große Lücken in den Daten lässt. Das soll sich jetzt ändern. Wir haben mit Robert Heinecke über sein Startup Breeze Technologies zu dieser Mission gesprochen.

Hallo Robert! Danke, dass du uns heute unsere Fragen beantwortest. Lass uns direkt loslegen: Was macht ihr bei Breeze Technologies?

Breeze Technologies liefert flächendeckende Luftqualitäts- und Klimadaten, generiert daraus Handlungsempfehlungen und hilft damit Städten und Unternehmen eine lebenswertere Umwelt zu schaffen.

Das klingt sehr spannend! Könntest du uns erläutern, wie das genau funktioniert?

Gerne! Wir entwickeln kleine und kostengünstige Luftqualitätssensoren, die alle gängigen Luftschadstoffe in Echtzeit erfassen, und sammeln die so gewonnenen Daten in einer zentralen Cloud. Daneben integrieren wir aber auch andere Datenquellen, zum Beispiel Satellitendaten, um ein möglichst genaues Abbild der Luftqualität in unseren Städten zu erzielen. Eine von uns entwickelte künstliche Intelligenz wertet diese Daten in Echtzeit aus und liefert optimale Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der lokalen Luftqualität. Diese speisen sich aus einem Katalog von über 3.500 Einzelmaßnahmen und reichen von photokatalytischem Asphalt im Straßenbau bis zur Verkehrssteuerung auf der Basis von Luftqualitätsdaten, wie sie zum Beispiel in der Stadt Köln als Pförtnerampeln erprobt wird.

Dadurch, dass ihr auch künstliche Intelligenz einsetzt, gibt euer System je nach Situation neue Empfehlungen, richtig?

Genau. Die Wirkung der implementierten Maßnahmen misst unser System wiederum ebenfalls und kann hierdurch in der Zukunft noch bessere Empfehlungen abgeben. Eine ähnliche Dienstleistung erbringen wir auch für Gebäudemanager, denen wir bei der Messung und Optimierung der Luftqualität in Büroumgebungen helfen. Unser System kann also sowohl drinnen als auch draußen eingesetzt werden.

Wie habt ihr euer Geschäftsmodell aufgebaut?

Wir vermieten unsere Sensoren an Unternehmen und Städte und nehmen hierfür eine jährlich anfallende Miet- und Wartungsgebühr. Zu den von uns empfohlenen Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität werden Dienstleister und Hersteller als Partner gewonnen, die ein Vermittlungsgebühr für über uns erzielte Umsätze zahlen.

Haltet ihr eure Zielgruppe da recht allgemein?

Ja. Wir adressieren vor allem HSE- und Facility-Manager in größeren Unternehmen und die kommunale Verwaltung. Die Branche, in der sich das Unternehmen befindet spielt vorerst keine Rolle.

Vor zwei Jahren habt ihr den Hamburger Gründerpreis gewonnen und auch sonst habt ihr schon spannende Projekte gestartet. Kannst du uns da einen kleinen Einblick geben?

Na klar. Mit renommierten Pilotkunden wie der Deutschen Telekom und Smart City-Projekten in Hamburg und Berlin konnten wir bereits viele Erfolge für uns verbuchen. Über eine Bürgerplattform stellen wir einen Teil der gesammelten Daten auch der Öffentlichkeit zur Verfügung. Unser Unternehmen wurde außerdem in zahlreichen nationalen und internationalen Wettbewerben als eines der vielversprechendsten europäischen Startups ausgezeichnet. Hierzu gehören zum Beispiel der Hamburger Gründerpreis, den du ja gerade schon genannt hast, die EU Top 50, eine Auszeichnung durch den Bundespräsidenten und die Aufnahme in die Forbes 30 Under 30-Liste für Sozialunternehmer.

Robert, vielen Dank für dieses spannende Interview! Wir wünschen euch weiterhin ganz viel Erfolg.
Wer mehr über Breeze Technologies erfahren möchte, kann sich auf ihrem Innoloft Profil über ihre Produkte und Gesuche informieren.

 

Olmatic ist das Startup der Woche 32: Effiziente Energiemanagement Lösungen


Energieeffizienz & Umwelt, Industrie 4.0 & Logistik, IT & IKT

Obwohl der Zusatz „smart“ schon länger die Diskussion über Energiemanagement prägt, sind konkrete Umsetzungsansätze nur selten zu finden. Das findet auch unser Startup der Woche, denn herkömmliche Systeme sind meist unflexibel und plattformgebunden. Einer der Mitgründer von Olmatic, Christian Olma, stellt uns daher im Interview die Lösung des Startups vor: Das Olmatic Power Tracking.

Hallo Christian! Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast. Wir freuen uns schon sehr, Olmatic näher kennenzulernen. Würdest du uns deswegen direkt einen kleinen Pitch geben?

Klar, gerne! Wir entwickeln, fertigen und vermarkten Geräte und Systeme für das Energiemanagement 4.0 und die drahtlose Vernetzung durch zentrale Steuereinheiten im Industrie 4.0 und IoT Bereich. Unser hochinnovatives Olmatic Power Tracking ermöglicht dabei eine maximale Autarkie im Energiebereich.

Was hat es denn genau mit dem Olmatic Power Tracking auf sich?

Das sogenannte Olmatic Power Tracking (OPT) ist eine intelligente Kombination aus Hardware und Software, vereint in einem Produkt, was sich mit der völlig autarken Versorgung elektrischer Verbraucher über regenerative Energiequellen ohne die Notwendigkeit des konventionellen Versorgungsnetzes befasst. Um die durch erneuerbare Energiequellen (Solarzellen, Windturbinen, Wasserkraftwerke, usw.) verfügbare Leistung auf effektivste Weise zu verwenden, ohne überschüssige Energie in Form von Verlustleistung oder ähnlichem zu verlieren, bietet das OPT entsprechende Technologien und Systematiken, um eine dynamische Leistungsverteilung und Priorisierung der Energie- und Verbraucherquellen zu realisieren. Das bedeutet, dass bei optimaler Auslegung die Möglichkeit besteht, nahezu komplett auf das öffentliche Versorgungsnetz zu verzichten und den Energiebedarf über das konventionelle Versorgungsnetz auf < 1% zu reduzieren. Selbst beim Einsatz des Systems ohne regenerative Energiequellen, d.h. direkt über das konventionelle Versorgungsnetz, können hiermit bereits >30% an Energieeinsparung im Vergleich zu herkömmlichen Energiemanagementsystemen realisiert werden.

Das Hauptaugenmerk unseres Energiemanagementsystems liegt auf der spezifischen Behandlung jeder Eingangsquelle und jedes Verbraucheroutputs unabhängig voneinander. Dies gibt uns die Möglichkeit einer Energieverteilung an alle Verbraucher eines Systems mit höchster Effizienz. In Kombination mit einer direkten Integration in die Versorgungsleitung und offenen Schnittstellen in der Kommunikationsleitung können unsere Energiemanagementsysteme einfach an bestehende Systeme angepasst oder in diese integriert werden. Somit ist eine Energieverteilung über die Grenzen einer bestimmten Plattform oder Systems hinweg möglich.

Wie schlägt sich euer Produkt denn verglichen mit aktuell bereits etablierten Energie-Management-Systemen?

Im Gegensatz zu herkömmlichen Energie-Management-Systemen zeichnet es sich vor allem durch die zusätzliche Vernetzung des Smart Grid auf Versorgungsebene aus, welche eine stufenlose Leistungsregulierung (0-100%) und Leistungsverteilung ermöglicht. Durch die spezifische Betrachtung aller Energieverbraucher und der Plattformunabhängigkeit der Systeme, kann ein hocheffizientes Energy-Sharing zwischen verschiedenen Energiesystemen mit maximalem Wirkungsgrad betrieben werden. Herkömmliche Systeme sind plattformgebunden und können lediglich über die Kommunikationsschnittstellen kommunizieren und leiden durch das statische Ein- und Abschalten auf Basis von vorkonfigurierter Leistungshysterese unter höheren Verlusten und fehlender Dynamik. Insbesondere in sicherheitsrelevanten Systemen kann die simple Abschaltung zu enormen Sicherheitslücken oder Chaosszenarien führen, welche das OPT-Verfahren über intelligente und dynamische Leistungsregulierung und Verteilung auf Basis von Priorisierungen vermeidet. Durch kundenspezifische, individuell anpassbare Ausführungen der Module, kann eine maximale Energieeinsparung zu geringen Investitionskosten für den Hersteller/Entwickler erreicht werden, welche geringe Amortisationszeiten versprechen. Das OPT-Verfahren wird hierfür mit bereits bestehenden und am Markt etablierten Energie-Management-Modulen und zentralen Steuereinheiten des Olmatic Produktsortiments verknüpft und realisiert dadurch die zwei folgenden Kernprodukte, welche jeweils in Kombination oder autark voneinander in allen AC und DC strombasierten Energiesystemen, konventioneller und regenerativer Erzeugungsart, verwendet werden können.

Verstehe. Du hast gerade davon gesprochen, dass ihr eure Produkte kundenspezifisch und individuell anpasst. Das Pricing gestaltet sich dann sicherlich genauso, oder?

Unter Anderem. Wir verfolgen die Umsetzung von zwei unterschiedlichen Geschäftsmodellen. Einerseits verkaufen wir über den Direktvertrieb im B2B Bereich durch entsprechender Akquise unseres Vertriebsteams und im Zuge von Networking-Maßnahmen und andererseits haben wir einen großen Kooperationspartner namens Endrich Bauelemente Vertriebs GmbH, welcher für uns als Zwischenhändler fungiert und international aktiv unsere Produktreihe verkauft. Da wir stets kundenspezifische Produkte anbieten, ist das Pricing-Modell variabel und je nach Komplexität und Aufwand kalkuliert. Als zusätzliche Leistung bieten wir im Bereich des Energie Management 4.0 die komplette Energieberatung als zusätzliche Dienstleistung mit an.

Was sagst du denn zu dem Markt, den ihr aktuell adressiert? Inwieweit siehst du dort Wachstumspotenziale, Chancen und auch Risiken?

Ein Produkt wie das Olmatic Power Tracking zum richtigen Zeitpunkt in einem Markt zu platzieren, welcher momentan mehr denn je im aktuellen Fokus steht, bringt zweifelsohne eine riesige Chance mit sich, das Unternehmen als Vorreiter in einem zukünftig stetig steigenden Markt zu etablieren. Da der Markt der elektrischen Verbraucher in den kommenden Jahren eher steigen wird, die konventionellen Energieressourcen dagegen eher sinken werden, ist damit zu rechnen, dass der Markt im Segment der regenerativen Energieversorgung für die kommenden Jahrzehnte ein gesichertes Wachstum mit sich bringt. Der rechtzeitige Markteintritt, sowie der Schutz des Produkts gegenüber Mitbewerbern stellen für uns also eine riesige Chance dar, uns schon jetzt nachhaltig für die kommenden Jahrzehnte gesund aufzustellen. Nichtsdestotrotz ist der Markt hart umkämpft und bereits durch eine große Anzahl an „Big Playern“ besiedelt, welche den Konkurrenzkampf gerne und direkt annehmen werden und bereits entsprechenden finanziellen Background besitzen, um hier kurzfristig aktiv zu werden. Die große Chance ist somit also gleichzeitig ein großes Risiko, den Konkurrenzkampf und somit die Marktanteile bereits zu Beginn zu verlieren, sofern die Strategie und die Ziele nicht mit vollster Präzision verfolgt werden. Wir verfolgen die internationale Zielgruppe.

Ihr habt euch 2016 gegründet, seitdem ist bestimmt viel passiert. Einige Ergebnisse hast du uns ja im Interview schon erläutert. Wie sehen die nächsten Schritte für die Entwicklung von Olmatic aus?

Im letzten Jahr haben wir die bereits vorhandenen Prototypen zur Marktreife überführt. Ziel war es, diese schnellstmöglich am Markt platzieren zu können. Im Zuge der Prototypenphase wurde ein neues Energiemanagementmodul entwickelt, welches das OPT-Verfahren beinhaltet. Es sind drei neue Produkte entstanden, welche direkt an bereits vorhandene Kundennetzwerke und Vertriebswege vermittelt werden. Das Energieversorgungsmodul ist das erste Produkt der neuen Universal 4.0 Reihe und dient in der aktuellen Ausführung als Energieversorgungsmodul für die intelligente Versorgung und das Energiemanagement gemäß OPT für Verbraucher im Niederspannungsbereich. Die um die Software-Funktionalität des OPT erweiterte wiu kann direkt als Nachfolgemodell der bereits vorhandenen plus der zusätzlichen Funktion des OPT vermarktet werden und dient zukünftig als zentrales Gateway und Steuereinheit zur digitalen Vernetzung des Systems.

Christian, vielen Dank für dieses spannende und ausführliche Interview. Wir wünschen euch für die weitere Entwicklung von Olmatic viel Erfolg. Wer mehr erfahren möchte, kann gerne einen Blick auf euer Innoloft Profil werfen.

Nuventura ist das Startup der Woche 30: Innovative gasisolierte Schaltanlagen


Energie & Umwelt, Energieeffizienz & Umwelt

Bei Diskussionen und Berichterstattungen um Treibhausgase ist der Begriff CO2 wohl am präsentesten. Weniger häufig fallen Verbindungen wie Methan oder Lachgas. Aber nur, wer sich intensiver mit dem Thema beschäftigt, ist schonmal auf die Familie der fluorierten Treibhausgase gestoßen. Anders als die klassischen Treibhausgase, werden die sogenannten F-Gase nämlich nicht als unerwünschte Nebenprodukte (bspw. bei der Verbrennung fossiler Rohstoffe) freigesetzt, sondern gezielt produziert, zum Beispiel für gasisolierte Schaltanlagen. Dabei ist ihr Effekt auf die Ozonschicht laut Umwelt Bundesamt je nach Substanz 100- bis 24.000-mal höher als bei Kohlendioxid. Unser Startup der Woche, nuventura, sieht dort zurecht Handlungsbedarf und entwickelt daher eine Technologie, die ohne SF6 auskommt. CEO Fabian Lemke erklärt uns im Interview, was dahinter steckt.

Hallo Fabian! Vielen Dank, dass du dir die Zeit für uns nimmst! Würdest du uns zum Einstieg einen kurzen Pitch geben?

Nuventura ermöglicht ein sichereres und effizienteres Energienetz ohne SF6 – dem stärksten Treibhausgas, dass es gibt.

Ein Energienetz beinhaltet eine Vielzahl von Komponenten. Wo setzt eure Lösung da konkret an?

Nuventura hat eine neue revolutionäre Schaltanlage erfunden – ein wesentlicher Bestandteil jedes Stromnetzes –, die frei von Treibhausgasen ist und den bestehenden Industriestandard übertrifft. Bestehende gasisolierte Schaltanlagen (GIS) basieren auf SF6 – dem stärksten Treibhausgas, das die Menschheit kennt. Es ist 23.500 mal schlechter als CO2 in Bezug auf seine globale Erwärmungswirkung. Es handelt sich um ein synthetisches Gas, für das weder eine natürliche Senke noch eine wirksame Entsorgungsmethode zur Verfügung steht, so dass seine Anhäufung in der Atmosphäre nahezu irreversibel ist. Darüber hinaus ist das Gas extrem langlebig: Die atmosphärische Lebensdauer von SF6 beträgt 3.200 Jahre, was weit über die Lebensdauer von CO2 von 100-200 Jahren hinausgeht.

Die vorliegenden Daten zeigen, dass jedes Jahr ca. 8000t SF6 in die Atmosphäre abgegeben werden (entspricht 188.000.000.000t CO2). 80% des produzierten SF6 werden in gasisolierten Schaltanlagen eingesetzt. nuventura hat ein GIS entwickelt, das anstelle von SF6 einfach die Luft nutzt, die wir alle atmen, so dass die Verwendung dieses hochwirksamen Treibhausgases entfällt.

Das klingt sehr vielversprechend. Gibt es neben der Reduktion von Treibhausgasen weitere Vorteile, die mit eurer Schaltanlage einhergehen?

Die Technologie hat nicht nur das Potenzial, eine Treibhausgasemissionsminderung in Höhe von 100 Millionen Autos auszulösen, sondern verbessert auch die Leistung der Schaltanlagen erheblich. Es ermöglicht erstmals ein integriertes, typgeprüftes Sensorsystem. Die Technologie ebnet den Weg für Anwendungen in der Industrie 4.0, wie z.B. Zustandsüberwachung, vorausschauende Wartung oder dynamische Anpassung von maximal zulässigen Lasten. Sein innovatives Design reduziert die Gesamtbetriebskosten aufgrund der aktivierten Vorteile und der verlängerten Lebensdauer. Darüber hinaus ermöglicht es eine wettbewerbsfähige Produktion und einen wettbewerbsfähigen Betrieb, indem es den Herstellungsprozess vereinfacht und die Notwendigkeit einer Gasbehandlung und teurer Herstellungsverfahren, wie sie bei SF6-basierten Designs üblich sind, überflüssig macht.

Wie gestaltet sich denn der Vertrieb eurer Entwicklung?

Wir lizenzieren unsere Anlagen an Hersteller, die in diesem Kontext zudem als Research & Developement Center agieren. Wir arbeiten außerdem mit Endverbrauchern (DSOs und Industrie) zusammen, um sicherzustellen, dass unsere Technolgie auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist.

Du bist gerade schon am Rande auf den Industriebereich als potenziellen Markt eingegangen. Wie groß ist denn der gesamte Markt, auf dem ihr euch bewegt?

Genau, unsere Zielkunden sind die globale Gemeinschaft der Schaltanlagenhersteller und unser Produkt ist für den globalen Einsatz geeignet. Insgesamt adressiert unsere Technologie einen Markt von 11,1 Mrd. €, der bis 2024 mit einer 10 %igen CAGR zu einem 23,1 Mrd. € Markt weiter wachsen wird.

Da ist natürlich ein großes Potenzial. Welche Unternehmungen habt ihr denn bereits angestellt, um diesen Markt zu erschließen?

Wir haben im letzten Jahr unsere Seed-Investment-Runde mit E.ON, dem von der IBB Beteiligungsgesellschaft mbH verwalteten VC Fonds Technologie Berlin, Apex Energy Teterow und bestehenden Investoren abgeschlossen. Nach der Investition, mehreren Zuschüssen, Darlehen und nationalen und internationalen Innovationspreisen verfügt nuventura nun über einen beachtlichen 7-stelligen EUR-Betrag, um die anstehenden Ziele und Meilensteine zu realisieren. Unser Fokus liegt nun darauf, unsere nachhaltige, patentierte Technologie für gasisolierte Schaltanlagen für den gewerblichen Einsatz im Mittelspannungsbereich weiter zu zertifizieren und als Technologielizenzunternehmen in den Markt für Schaltanlagentechnologien einzusteigen.

Fabian, vielen Dank für dieses spannende Interview! Wir hoffen, auch in Zukunft noch viel von euch zu hören und wünschen euch weiterhin viel Erfolg!

Ihr möchtet mehr über nuventura erfahren? Nuventuras Innoloft Profil gibt euch mehr Informationen über mögliche Kooperationschancen.

dena und SET launchen mit Innoloft das SET Network: Innovationen, Netzwerke und Partnerschaften für die Energiewende


Energie & Umwelt, Energieeffizienz & Umwelt, Energiemarkt & -handel

Das Thema Energiewende ist aktueller denn je. Aufgrund unseres digitalisierten Lebenswandels verbrauchen wir heutzutage etwa zehnmal so viel Strom wie unsere Mitmenschen vor ca. fünfzig Jahren. Die Zeit drängt. Doch wie kann es uns gelingen, Energie ausschließlich sauber, bezahlbar und sicher zu erzeugen sowie zu nutzen? 

In Deutschland stammt etwa ein Drittel des Stroms aus erneuerbaren Energien, also aus Windkraft, Sonnenenergie oder Biomasse. Der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase wird sukzessive reduziert und bis zum Jahr 2022 sollen die letzten drei Atomkraftwerke in Deutschland abgeschaltet werden. Das ist ein richtiger Ansatz, aber kein Allheilmittel.

Innovative Energiewirtschaft: Startups bringen neuen Wind in die Energiewende

Um die politischen Ansätze und Entscheidungen zu unterstützen, braucht es frischen Wind, Spontanität und Flexibilität in der Energiewirtschaft. Umso besser, dass es immer mehr junge Gründerinnen und Gründer gibt, die mit innovativen Ideen und Lösungen aufwarten. Doch genau diese jungen Gründerinnen und Gründer brauchen Unterstützung von Investoren und etablierten Unternehmen, um ihre Innovationen entwickeln und etablieren zu können. Oft scheitert es genau an diesem Punkt und gute und innovative Ideen können nicht weiter verfolgt werden, weil Geld und Expertise fehlen.

Start Up Energy Transition launcht SET Network – mit Unterstützung von Innoloft

Genau da setzt die Deutsche Energie-Agentur (dena) gemeinsam mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) an: Die globale Innovationsplattform Start Up Energy Transition (SET) soll Start-ups im Bereich der Energiewende verschiedene Formen der Unterstützung bieten, z.B. durch den jährlichen SET Award und das SET Tech Festival.

Analog dazu stellt sich die Start Up Energy Transition (SET) mit einem internationalen Fokus als globales Forum und mit der Überzeugung auf, dass eine nachhaltige Zukunft unmittelbar mit innovativen Geschäftsmodellen und politischem Willen einhergeht. Als Betreiber gilt auch hier die dena – in Zusammenarbeit mit dem Word Energy Council.

Um diesen vielversprechenden Ansatz nicht nur weiter zu verfolgen, sondern gleichwohl auch zu vertiefen, wurde am 1. Juli gemeinsam mit Innoloft das SET Network mit internationalem Ansatz ins Leben gerufen. Hierbei handelt es sich um ein Netzwerk, dass sich gleichermaßen an Startups, etablierte Unternehmen und interessierte Investoren richtet. Startups können sich gezielt mit interessierten Unternehmen vernetzen, Investoren interessante Investitionsmöglichkeiten vergleichen und etablierte Unternehmen die Zusammenarbeit mit jungen Startups forcieren. So können letzten Endes gemeinsame, innovative Produktideen entwickelt und auf den Markt gebracht werden. 

Zahlreiche Features bieten schnelle und unkomplizierte Möglichkeiten, um die Vernetzung der einzelnen Akteure zu beschleunigen und so Innovationen für die Energiewende voranzutreiben: Mithilfe von Gesuchen können Startups beispielsweise direkt kommunizieren, welche Ressourcen sie für die Produktentwicklung benötigen oder ob Investoren gesucht werden. Währenddessen nutzen Unternehmen und Corporates gezielt die Suche nach Startups in der Energiebranche, um die firmeneigenen Use Cases zu verfolgen, und Investoren wird eine Übersicht über die neuesten Innovationen geboten, um interessante Projekte zu finden.

Hier gehts zur kostenlosen Registrierung und weiteren Informationen zum SET Network.

Startups of the Month – April 2020


Energieeffizienz & Umwelt, Energiespeicherung, IT & IKT

Unsere vier Startups der Woche im April auf einen Blick

Mit dem Startup of the Month April Beitrag vermitteln wir euch spannende Einblicke über Innovationen von Wecreation, IoT connctd, Qarnot und Ice on Battery. Wir haben aus ihren Startup of the Week Interviews die wesentlichen Facts in Kürze für euch zusammengetragen. Erfahrt mehr zu ihren Produkten, Technologien, Geschäftsmodellen, Märkten, Zielgruppen. Weitere Details könnt ihr in den ihren Startup of the week – Interviews nachlesen. Um direkt in Kontakt mit ihnen zu treten, könnt ihr unseren Messenger aus unserer Datenbank nutzen. Dazu loggt ihr euch ein oder registriert euch mit eigenem Profil in unserer Datenbank. Es erwarten euch weitere spannende Features!

WeCreation – Den menschlichen Teil der Digitalisierung im Blick (KW15)

Wir befähigen Organisationen dazu, durch Kulturwandel und Zukunftskompetenzen die Zukunft aktiv zu gestalten und Wandel als Chance zu nutzen.“ Christian Binninger, Co-Gründer Wecreation GmbH

Die Digitalisierung wird nicht nur technisch vorangetrieben. Darin involviert sind Menschen. Daher fokussiert sich das Startup WeCreation auf „den menschlichen Teil der Digitalisierung“. Über agile Projekte, in verschiedenen Workshop-Formaten oder mittels Führungs- und Team-Coachings begleiten sie Organisationen bei ihren Transformationsprozessen von innen heraus. Dabei geht es um das Entfalten von Kreativität, um Lernprozesse, Teamfähigkeit und dem Erlangen von Zukunftskompetenzen. Mit ihrer WeAcademy kann das Gelernte in Form von „blended learning“ vertieft werden. In Folge der Corona-Krise hat WeCreation drei neue Online-Formate gelauncht. Zwar können alle Organisationen von ihren Service-Angeboten profitieren. Seit ihrer Gründung ist WeCreation auf die Energiewirtschaft ausgerichtet und arbeitet eng mit Stadtwerken und Versorgungsunternehmen zusammen. Zu ihren Kunden zählen unter anderem die Stadtwerke Haldensleben, die Stadtwerke Menden und die Stadtwerke Dessau. Mehr Details über sie und ihre Leistungen könnt ihr im Interview nachlesen oder erfahrt ihr in ihren Kunden Requests.

Zum Startup der Woche Interview KW15

IoT connctd – IoT-Plattform für skalierbare datenbasierte Services (KW16)

„Wir haben die offene und skalierbare Service Creation IoT Plattform entworfen und realisiert, um die Entwicklung von datenbasierten Services zu vereinfachen.“ Axel Schüßler, Co-Founder und CEO von IoT connctd

IoT connctd hat eine Service-Plattform für die Nutzung und Anwendung von IoT-Daten geschaffen. Diese hilft Kunden dabei, datenbasierte skalierbare Services zu entwickeln. Hierbei unterstützt IoT connctd sowohl bei der technischen Realisierung wie zum Beispiel der Datengenerierung und -auswertung sowie bei der agilen Weiterverarbeitung durch Simulationen, Tests, Piloten und schließlich Skalierung. Ihre cloudbasierte IoT-Service Plattform bildet die einzelnen Schritte ab. Ihr Angebot adressiert IoT connctd an Gerätehersteller in Form von Software. Sie können die IoT-Plattform als IoT-Backend nutzen. Für Service-Entwickler gibt es die GRAPH-API, die wie eine Google-Suchmaschine für das Internet der Dinge funktioniert. Dabei achtet IoT connctd auf die Entkopplung von Nutzer-Daten und IoT-Daten. Sie verschlüsseln alle Interaktionen und erlauben nur authentifizierten Zugriff. Das Hosting erfolgt in Deutschland und der EU. Vom Leistungsangebot ist IoT connctd breit aufgestellt. Zudem etablieren sie einen Datenmarktplatz, um hier den gezielten Austausch von Daten zu organisieren. Ihre Service-Angebote rund um die IoT-Plattform sind weltweit abrufbar. Wogegen sie sich bei Projekten gegenwärtig auf den europäischen Markt fokussieren. Weitere Infos, Kontaktdetails sowie Partnerschaftsgesuche erfahrt ihr in unserer Datenbank in ihren Requests.

Zum Startup der Woche Interview KW16

Qarnot Energy – Patentierter Green IT-Ansatz nutzt Abwärme aus IT-Berechnungen (KW17)

„Wir nutzen Abwärme aus IT-Berechnungen, um Gebäude und Wasser nachhaltig zu heizen.“ Paul Benoit, Co-Founder und CEO

Mit dem verstärkten Einsatz moderner IT-Technologien im Zuge der Digitalisierung steigen ebenso Energieverbräuche. Die Bereitstellung von Rechenkapazitäten in Rechenzentren geht somit mit einem erhöhten Energiebedarf einher. Gleichzeitig erzeugen Rechenzentren sehr viel Abwärme. Einen Lösungsansatz hat Qarnot Energy entwickelt. Sie nutzen die durch Rechenzentren erzeugte Abwärme sinnvoll, indem sie diese durch ihre patentierte Technologie dem Energiesystem erneut zur Verfügung stellen. Hierfür haben sie einen Rechenheizer und einen digitalen Wasserkessel entwickelt. Mit diesen versorgen sie Heizkunden mit Wärme und Rechenkunden mit Rechenleistung. Für eine effektive Verteilung in Gebäuden mit IT-Ressourcen und Wärme sorgen Anschlüsse zum Glasfasernetz. Ihr Vertrieb ist auf den B2B-Bereich ausgerichtet. Die meisten Kunden sind in Frankreich verortet. Qarnot Energy will sein Angebot jedoch auf den europäischen Markt ausdehnen und hat hier insbesondere Großbritannien, den DACH- sowie den nordeuropäischen Raum im Blick. Mit der Rückgewinnung von Abwärme als Ressource kann Qarnot Energy sowohl Energieverbräuche senken als auch zu einem deutlich verringerten Kohlenstoff-Fußabdruck von Rechnern beitragen. Ihre weltweit patentierte Technologie ermöglicht einen innovativen nachhaltigen und wirtschaftlichen Green IT Ansatz, der einen Knotenpunkt zwischen IT und Gebäuden herstellt. Direkten Kontakt zu Qarnot Energy aufnehmen, könnt ihr über unsere Datenbank und ihre Requests.

Zum Startup der Woche Interview KW17

ICE-ON Battery – Energie in Kälte speichern (KW18)

Wir arbeiten an einem innovativen Kälteenergiespeicher. Die Technologie ist patentiert und erlaubt Energieüberschuss zu speichern und Treibhausgase zu reduzieren. Dariusz Ziemski, CEO 

ICE-ON Battery nutzt Eis als Energieträger, um Energie in Form von Kälte zu speichern. Kälte wiederum wird für industrielle Kühlungsvorgänge oder für Klimaanlagen benötigt. Mit der ICE-ON Battery kann sowohl konventionell erzeugte wie auch erneuerbare Energie in Form von Eis gespeichert werden. Bei der Umwandlung von Kälte in elektrischen Strom wird Wärme frei. Eine Kombination dessen schafft Voraussetzungen für eine optimierte Nutzung von Energie in einem Energie-Multisystem. In Verbindung mit Photovoltaik oder Wind kann der Wirkungsgrad der erneuerbaren Energie erhöht werden und gleichzeitig die Energieeffizienz von Kühl- und Heizsystemen verbessert werden. Das bringt wirtschaftliche Vorteile und lässt gleichzeitig Treibhausgas-Emissionen sinken. Ihre Kältespeicher bietet ICE-ON Systemanbietern und Unternehmen der erneuerbaren Energiebranche an. Sie arbeiten ebenso mit Branchenverbänden, Forschungsinstituten und staatlichen Organisationen zusammen. Gegenwärtig sind die ersten Pilotprojekte in Deutschland am Start. Seinen Kunden wird ICE-ON Batteries ein umfassendes Dienstleistungsangebot anbieten, welches von Planungs- und Konzeptstudien, Installation, Wartung und Schulung reicht. Ebenso wird es Softwarelösungen für die Fernsteuerung geben. Werft einen Blick in die Datenbank, um mehr über ihre Kooperationsrequest zu erfahren.

Zum Startup der Woche Interview KW18

ICE-ON Battery ist das Startup der Woche 18: Energie in Kälte umwandeln


Energie & Umwelt, Energieeffizienz & Umwelt, Energiespeicherung

Was wäre wenn man den Phasenübergang von Wasser zu Eis nutzen könnte? Zum Beispiel für die Energiespeicherung? Unser Startup der Woche hat ein Produkt entwickelt, welches Energiespeicherung und Energieabgabe mit diesen Phasenübergängen ermöglicht. Die Idee von ICE-ON Battery ist nicht nur innovativ, sondern auch gut für die Umwelt. In unserem Interview haben wir von CEO Dariusz Ziemski mehr darüber erfahren.

Hallo Dariusz! Schön, dass du heute unsere Fragen beantwortest. Erkläre uns doch noch einmal kurz, was es mit dem Projekt ICE-ON auf sich hat.

Wir bei ICE-ON Battery arbeiten an einem innovativen Kälteenergiespeicher. Die Technologie ist patentiert und erlaubt Energieüberschuss zu speichern und Treibhausgase zu reduzieren.

Welche Technologie steckt dahinter?

Der Kälteenergiespeicher ICE-ON nutzt den Phasenübergang von Wasser zu Eis zwecks der Energiegewinnung. Im Grunde wird bei der ICE-ON Battery Eis als Energieträger verwendet. Die Energie wird in Form von Kälte freigesetzt, die in Klimaanlagen oder bei industriellen Kühlungsvorgängen genutzt wird. Die ICE-ON Battery bietet darüber hinaus eine einzigartige Möglichkeit elektrische Energie aus konventionellen und erneuerbaren Energien zu speichern. Diese wird in Zeiten des Energieüberschusses als Eis gespeichert.

Bei der Umwandlung von elektrischer Energie in Kälte entstehen große Mengen an Wärme. Je nach Lösung geht diese entweder verloren oder wird tatsächlich genutzt. In Kombination mit einem Fernsteuerungsprogramm ermöglichen wir eine optimale Bewirtschaftung und Nutzung der gespeicherten Energie. Diese Funktionalität von ICE-ON bietet unbegrenzte Einsatzmöglichkeiten. Zum einen in Zusammenarbeit mit Klima- und Kälteanlagen und zum anderen als Bestandteil eines Energie-Multisystems.

Welche Vorteile bietet euer Kälteenergiespeicher noch?

Durch die Anwendung unserer Kältespeicher kann man die Verwaltung des Energieverbrauchs (Kühlung und Heizungssysteme) optimieren. Dank der Synergie-Effekte mit Photovoltaik und Windrädern erhöht ICE-ON den Wirkungsgrad der erneuerbaren Energiequellen. So trägt die Verwendung von ICE-ON zum „Peakshaving“ und zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen bei.

Wofür zahlen eure Kunden genau?

Wir bieten unseren Kunden und Partnern ein umfassendes Dienstleistungspaket an, von der Durchführbarkeitsstudie und Unterstützung bei den Entwurfsarbeiten bis hin zur Überwachung der Ausführung der Installation und Wartung. Als Hersteller der ICE-ON Kältespeicher bieten wir außerdem die Lieferung der Produkte und die Schulung der Handwerker an. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, die Softwarelösung für das Fernsteuerungsprogramm zu erhalten. Hierdurch können weitere Einnahmen auf unserer Seite erzielt werden.

Da ihr einen Kälteenenergiespeicher herstellt, zählen sicher Energieunternehmen zu euren Kunden, oder?

Das stimmt. Generell sind wir offen für vielfältige Möglichkeiten einer Zusammenarbeit mit Unternehmen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien und mit ihren Systemanbietern. Aber auch an einer Zusammenarbeit mit Branchenverbände, staatliche Organisationen und Forschungsinstitute sind wir interessiert. Dabei operieren wir sowohl national, als auch international.

Kann euer Produkt, der Kältespeicher ICE-ON schon genutzt werden? Und was möchtet ihr dieses Jahr noch erreichen?

Die ersten Pilotprojekte bestätigten die Vorteile der ICE-ON Batterien. Wir haben bereits ein Forschungsprojekt beim Fraunhofer Institut eingeleitet. Hier werden Tests im Hinblick auf die technischen Daten durchgeführt. Darüber hinaus werden die Auswirkungen der ICE-ON Batterien auf die deutsche Energiewirtschaft analysiert. Die Produktion startet dann Ende diesen Jahres. Es werden gerade die ersten Pilotprojekte auf dem deutschen Markt vorbereitet und realisiert.

Dariusz, vielen Dank für das spannende Interview! Wir wünschen ICE-ON Batteries in dieser Zeit nur das Beste und sind gespannt, wie ihr euch weiter entwickelt. Wer mehr über euch erfahren möchte, kann sich euer Innoloft Profil und eure Requests anschauen.

Qarnot Computing ist das Startup der Woche 17: Computing anywhere


Energieeffizienz & Umwelt, IT & IKT

Lange wurde mit dem Thema Digitalisierung eine umweltschnoende Alternative zu bspw. Printerzeugnissen in Verbindung gebracht. Der steigende Energiebedarf fand in diesem Kontext jedoch häufig keine Berücksichtigung. Nach und nach werden alllerdings kritische Stimmen laut: So ist in Zeitungsartikeln bspw.von „Zielkonflikten“ oder gar der Digitalisierung als „Brandbeschleuniger zur Umweltzerstörung“ die Rede. Eine komplexe Problematik, für die es bislang nur wenige Lösungen gibt. Unser Startup der Woche, Qarnot Energy, ist alllerdings der Meinung: Warum nicht die Vorteile der Digitalisierung mit der nachhaltigen Nutzung von Energie verbinden? Wir sprechen im Interview mit CEO und Co-Founder Paul Benoit darüber, wie genau das funktioniert und wie bestehendes Potenzial zielgerichtet genutzt werden kann.

Hi Paul, vielen Dank, dass du dir heute die Zeit für uns nimmst. Zum besseren Einstieg: Wie beschreibst du Qarnot Computing in einem Satz?

Wir nutzen die Abwärme aus IT-Berechnungen, um Gebäude und Wasser nachhaltig zu heizen.

Ein hochaktuelles Thema. Wie genau gestaltet sich dieses Vorhaben denn im Hinblick auf eure Zielgruppen und die Technologie, die dahinter steckt?

Auf jeden Fall! Grundsätzlich sind wir das erste Unternehmen der Welt, das die Abwärme von IT-Berechnungen zur Beheizung von Gebäuden und Wasser wiederverwendet.
Dafür haben wir haben zwei Arten von Kunden: Rechenkunden, die Rechenleistung kaufen, auf der einen Seite, Heizungskunden, die ökologische Wärme in ihren Gebäuden benötigen, auf der anderen Seite.Was deine Frage zur Technologie angeht: Wir entwickeln einen Rechenheizer, QH-1, und einen digitalen Wasserboiler, QB-1, die beide Mikroprozessoren als Wärmequellen einbetten und an das Glasfasernetz angeschließen. Durch die Verteilung der IT-Ressourcen dort, wo die Wärme direkt benötigt wird, reduziert Qarnot den Energieverbrauch und den Kohlenstoff-Fußabdruck des Rechners.
Je mehr Wärme benötigt wird, desto mehr Berechnungen senden wir. Je schneller die Mikroprozessoren laufen, desto mehr geben sie Wärme ab, die direkt im Gebäude wiederverwendet wird.Der Computer-Heizkessel, QH-1 und der digitale Wasserkessel, QB-1, sind in Wohnungen, Sozialwohnungen, öffentlichen Gebäuden, Schwimmbädern, Heizungsnetzen usw. einsetzbar.

Verstehe. Du sagtest gerade, ihr seid das erste Unternehmen, dass eine solche Technologie nutzt. Siehst du darin auch euer USP?

Genau, wir waren weltweit die ersten, die diese Art von Technologie auf den Markt gebracht haben (Patent in fast allen Ländern der Welt). Darüber hinaus schlägt Qarnot einen digitalen Kreislaufwirtschaftsansatz vor, bei dem Wärme, eine Verschwendung für Computer, zu einer Ressource innerhalb des Gebäudes wird. Uns gelingt es also, zwei unterschiedliche Arten von Akteuren miteinander zu verknüpfen: Computing/IT-Ressourcen und Gebäude. Unser Ansatz für grüne IT macht unsere Technologien bahnbrechend, innovativ und ökologisch.

Wie gestaltet sich denn das zugehörige Geschäftsmodell? Habt ihr für die „Produzenten“ und „Nutzer“ jeweils unterschiedliche Ansätze?

Unser einzigartiger Ansatz ist sowohl ökologisch als auch ökonomisch, und zwar auf zwei Hauptgeschäftsfeldern:
– Wir bieten grünes Cloud Computing kostengünstiger als andere (2- bis 4-mal)
– wir heizen Gebäude kostenlos, sobald die Investition abgeschlossen ist. Die „Heizungskunden“ kaufen zuerst eine Computer-Heizung oder einen Digitalkessel, und dann erstatten wir die Stromrechnungen, führen die Wartung durch und ersetzen die Maschinen alle 7-8 Jahre kostenlos.In die Rechenheizung sind Sensoren und Schnittstellen integriert, die Dienste für das intelligente Gebäude bereitstellen: Das sind zum Beispiel Luftqualitätssensoren, Bewegungssensoren, Temperatursensoren, Helligkeitssensoren, QI-Lademodul, NFC, Wifi-Modul usw.

Gerade hast du schon ein paar potenzielle Kunden, wie beispielsweise öffentliche Einrichtungen oder Wohnungen genannt. Welche Marktsegmente adressiert ihr denn innerhalb dieser Zielgruppe genau?

Wir arbeiten nur mit B2B-Kunden, die in zwei Teile gegliedert sind:
Im Bereich des Computings bieten wir Hochleistungs-Computing für Großbanken (BNP Paribas, Société Générale, Natixis in Frankreich), 3D-Animationsstudios (unser letzter Kunde ist Illumination Mac Guff), Fluiddynamik, maschinelles Lernen (AI) oder auch molekulares Docking. Im Heizungsbereich arbeiten wir mit sozialen Vermietern, öffentlichen Gebäuden, Wohngebäuden, Schwimmbädern oder auch Verwaltern von Heizungsnetzen.Die meisten Kunden sind Franzosen und ein Großteil der von uns ausgestatteten Gebäude befinden sich in Frankreich. Wir haben ein neues Projekt in Finnland, wo wir digitale Heizkessel installiert haben, um Warmwasser für ein Heizungsnetz bereitzustellen. Gerade beginnen wir mit der Aufnahme unserer Geschäftstätigkeit im Ausland, insbesondere in Deutschland-Österreich-Schweiz, Großbritannien und in den nordischen Ländern.

Das wirkt, als hättet ihr euch schon recht gut etabliert. Wie sehen denn aktuelle Entwicklungen eures Unternehmens aus?

Unsere Produkte (Computerheizung und digitaler Boiler) sind bereits auf dem Markt eingeführt. Die Zeit hat gezeigt, dass sie sehr gut funktionieren, und die Kunden sind glücklich.
Auch unsere Computerkunden sind sehr zufrieden: die Verträge, die wir mit unseren Kunden haben, werden immer größer, es gelingt uns, neue Kunden zu gewinnen, und vor kurzem haben wir uns bemüht, die Sektoren, die wir ansprechen (KI, Pharmazie, Industrie…), zu erweitern.
Unsere akutellste Neuigkeit ist eine erfolgreiche 6 Mio. Euro Kapitalbeschaffung, die wir im März mit mehreren angesehenen Investoren durchgeführt haben: Engie, Groupe Casino, A/O Proptech und Caisse des Dépôts (öffentliche Gruppe im Dienste des öffentlichen Interesses und der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes).

Paul, vielen Dank für das spannende Interview! Wir wünschen euch für eure weitere Unternehmensentwicklung viel Erfolg und hoffen, noch viel von euch zu hören.
Wer euch untersützen will, kann gerne einen näheren Blick auf euer Innoloft Profil werfen oder euch über unseren Messenger kontaktieren.

AMPEERS ENERGY ist das Startup der Woche 14: Die Zukunft der Energie


Energieeffizienz & Umwelt, Industrie 4.0 & Logistik, IT & IKT

Die Energiewirtschaft wandelt sich. Wo über viele Jahre hinweg wenige große Unternehmen den Ton angegeben haben, bietet sich jetzt die Möglichkeit, durch dezentrale Erzeugung mit Hilfe der Erneuerbaren Energien selbst zum Energieproduzent zu werden und die Energiewende aktiv mitzugestalten. Dazu braucht es allerdings externe Hilfe. Die kommt zum Beispiel von unserem Startup der Woche AMPEERS ENERGY. Sie gewannen die kraftwerk city accelerator bremen Challenge und auch den Gründerpreis der Frauenhofer im letzten Jahr – Erfolge, die sich sehen lassen. Wir wollten mehr wissen und haben mit Gerrit Ellerwald, Geschäftsführer von AMPEERS ENERGY, über das Startup und die Idee gesprochen.

Hallo Gerrit! Wir freuen uns, heute mehr über euer Startup zu erfahren und legen deswegen auch direkt los. Wer seid ihr bei AMPEERS ENERGY?

Wir bei AMPEERS ENERGY machen es Unternehmen einfach die Potenziale der dezentralen Energiewende zu erschließen – und zwar ökonomisch und ökologisch!

Das klingt sehr spannend! Wie funktioniert das Ganze im Detail?

Zuerst sollte man wissen, dass wir als SaaS-Unternehmen drei cloudbasierte Applikationen anbieten, die es Unternehmen ermöglichen Geld zu sparen, Prozesse zu automatisieren und dabei die Umwelt zu schonen.
So gibt es neben dem AE District Manager, welcher eine vollumfängliche Lösung des Energiemanagements im Quartier darstellt, noch den AE Local Supplier. Diese vollautomatisierte und integrierte Mieterstromsoftware übernimmt die administrative Seite von Mieterstromprojekten. Und darüber existiert der AE Fleet Optimizer. Durch die Zusammenführung aller relevanten Daten, übernimmt die intelligente Software die Steuerung des Last- und Lademanagements von E-Flotten.Grundlage dieser Produkte ist eine äußerst leistungsfähige Fraunhofer-Software, die durch den Einsatz von selbstlernenden Technologien in der Lage ist, alle dezentralen Prozesse rund um Energieerzeugung und Verbrauch miteinander zu verbinden und zielgerichtet zu steuern.Die Technologie besteht grundsätzlich aus zwei Komponenten – einer Energiemanagementkomponente und einer Abrechnungskomponente.
Die Energiemanagementkomponente steuert und optimiert Erzeugungs- und Verbrauchsanlagen. Je heterogener diese Anlagen sind, desto besser kann die Technologie ihre Stärken ausspielen. Ähnlich eines Dirigenten orchestriert man alle Erzeuger und Verbraucher in einem Quartier und kann so Geld sparen. Dahinter liegen lineare Optimierungsmodelle und der Grundgedanke, dass man versucht Erzeugung und Verbrauch deckungsgleich zu gestalten. Sehr, sehr vereinfacht ausgedrückt soll das Auto eben dann geladen werden, wenn die Sonne scheint. Lastspitzen werden abgefangen, indem man versucht flexible Lasten dann anzuschalten, wenn nicht gleichzeitig auch andere Lasten laufen.Die Abrechnungskomponente ist ein Energiedatenmanagement und dafür da, dass man die verschiedenen Energiedaten der Managementsysteme, wie z.B. aus dem Zähler und den Erzeugungskomponenten, nimmt und verursachungsgerecht richtig zuordnen kann. Sie kann Abrechnungen für den Kunden erstellen oder der Meldepflicht an Netzbetreiber und Regierungsbehörden nachkommen. Die relevanten Energiedaten richtig abzufangen, diese transparent zu machen und korrekt abzurechnen oder weiterzuleiten ist die Leistung der Abrechnungskomponente.

Diese Komponenten sind auch einzeln nutzbar, beispielsweise wird nur das Energiemanagement im Quartier oder nur die Abrechnungskomponente in Mieterstromprojekten verwendet. Doch ist der große Vorteil unseres Angebots die Kombinierfähigkeit der Komponenten. So kann zum Beispiel beim gesteuerten Flottenladen im Quartier auch die Ladesäule korrekt abgerechnet werden. Das ist es, was das Produkt so stark macht.

Im Moment befassen sich viele mit der Dezentralisierung der Energieversorgung, was grenzt euch von deren Ideen ab?

AMPEERS ENERGY sorgt dafür, dass Energieerzeugung, -transport, -verbrauch und -abrechnung ähnlich einfach funktionieren wie beispielsweise der Online-Handel heute. Wir ermöglichen damit unseren Kunden den Eintritt in das Energiemanagement 4.0, in dem alle Akteure und technischen Komponenten nahtlos ineinandergreifen. Jeder einzelne Marktteilnehmer kann dadurch beträchtliche Einsparpotenziale realisieren, teilweise bis zu 40 Prozent. E-Fahrzeugflotten können durch unsere SaaS-Lösung zu einer echten Alternative zu bestehenden Dieselfahrzeugen werden und vieles mehr. So können neuartige Geschäftsmodelle auf Basis intelligenter Energie entstehen.

Der große Unterschied zu unseren Wettbewerbern ist, dass wir die dezentralen Geschäftsmodelle ganzheitlich betrachten und nicht nur Teillösungen liefern. Bei uns bekommt man die komplette softwareseitige Unterstützung zur Umsetzung eines gesamt dezentralen Geschäftsmodells. Und diese ist wiederum so benutzerfreundlich, dass wir uns dank dieser intuitiven Usability vom Wettbewerb klar differenzieren.
Darüber hinaus haben wir dank der Kooperation mit Fraunhofer den Vorteil kontinuierlich weitere Innovationen in unsere SaaS-Lösungen zu integrieren. Das ist ein Marktvorteil, wie ihn wohl kein zweites Start-Up besitzt.

Du hast eben schon erwähnt, dass ihr ein SaaS-Unternehmen seit. Ihr bietet die Applikationen also als Service an. Wie sieht euer Geschäftsmodell da genau aus?

Wir sind ein Software-as-a-Service Unternehmen und generieren Erlöse durch die Lizenzvergabe unserer Produkte an Kunden.
Das Pricing besteht aus einer Einrichtungsgebühr, der Set Up Fee, und einer Benutzungsgebühr, einer Pay per Use Fee. In der Set Up Fee werden die Einrichtungsaufwände berechnet, wie das Customizing des Systems oder der Anschluss der Schnittstellen an das System. Und um die Einstiegshürde niedrig zu halten, sodass nicht zu hohe monatliche Kosten anfallen, wird bei der Pay per Use Fee nach Benutzung gezahlt. Bei Mieterstromprojekten ist das pro Wohnung/ pro Zähler, beim Quartiersmanagement und beim Flottenoptimieren pro KWh, die über das System gemanagt wird.Nebenleistungen abseits unserer Kernprodukte sind vorerst nicht vorgesehen, wir konzentrieren uns auf die stete Entwicklung, die Implementierung und die Pflege unserer Produkte.

Wen genau sprecht ihr mit euren Lösungen an? Adressiert ihr auch Märkte außerhalb von Deutschland?

Für unsere Leistungen gibt es drei Hauptzielgruppen: Energieversorger & -dienstleister, die Immobilienwirtschaft und Flottenbetreiber.

Für unsere Mieterstrom- und Quartierslösungen sind z.B. alle mittleren und großen Wohnungsbauunternehmen, beziehungsweise alle Unternehmen mit relevant großem Wohnungsbaubesitz (kirchliche, private, öffentliche Träger und Genossenschaften) geeignet.
Es gibt ungefähr 40 Millionen Wohnungen in Deutschland – davon sind 10% Mieterstrom und für den AE Local Supplier geeignet.
Für unser Quartiersenergiemanagementsystem kommen alle größeren Gebäudekomplexe mit einer heterogenen Erzeugungsinfrastruktur infrage, wie Flughafen, Einkaufszentren, reine Wohnquartiere oder auch diverse Mischquartiere.
Der AE Fleet Optimizer lohnt sich für alle Unternehmen, die mindestens 10 E-Fahrzeuge haben, seien es Firmenfahrzeuge oder Dienstwägen.

Und auf die Frage der Internationalisierung können wir antworten, dass wir schon heute dabei sind in der DACH Region zu internationalisieren. Am Ende des Tages sind unsere Lösungen nicht auf den deutschen Energiemarkt beschränkt. Bei einem (Quartiers-) Energiemanagement System stellt sich nur die Frage, was optimiert werden soll. Und wenn es dabei um eine Kostenoptimierung unter Randbedingungen (z.B. wie die Maximierung des Eigenstromverbrauchs) handelt, dann ist das nur eine mathematische Funktion, die optimiert wird. Somit ist unser Produkt letztlich international überall einsetzbar. Im Moment fokussieren wir uns auf die DACH Region, später auf Europa und letztlich überall dort, wo unsere Produkte genutzt werden können.

Kommen wir zur letzten Frage. Als Sieger der kraftwerk city Accelerator Bremen Challenge und Frauenhofer Spin-off findet eure Idee sehr viel Anklang. Wo steht ihr mit eurem Startup im Moment?

Wir haben die erste Finanzierungsrunde erfolgreich abgeschlossen, die ersten zwei Produkte (District Manager und Local Supplier) sind erfolgreich am Markt und wir haben eine zweistellige Anzahl an Kunden. An dieser Stelle möchten wir mit Stolz auf den Gewinn des Fraunhofer Gründerpreises 2019 hinweisen. Dieser Preis zeichnet das erfolgreichste, am Markt aktive Fraunhofer Spin-off des Jahres aus, dessen Produkte und Dienstleistungen einen unmittelbaren gesellschaftlichen Nutzen aufweisen.

Wir finden es motivierend mit unserer täglichen Arbeit einen aktiven Beitrag für die Energiewende und somit auch für eine grünere Zukunft zu leisten. Und wer auch der Meinung ist, dass man nicht länger nur über die Energiewende reden sollte, sondern sie endlich angehen muss, dem legen wir nahe sich uns anzuschließen und mal einen Blick auf unsere Website zu werfen. Dort sind offene Stellenausschreibungen (ebenso wie die Kontaktdaten für eine Initiativbewerbung) zu finden.

Wir bedanken uns bei euch für das Interview!

Gerrit, wir danken dir ebenfalls für das spannende Gespräch! Wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg und werden eure Entwicklungen gespannt mitverfolgen. Wer mehr über euch erfahren will, kann einen Blick auf euer Innoloft Profil und eure Requests werfen.

FSIGHT ist das Startup der Woche 11: Künstliche Intelligenz im Energie-Sektor


Energieeffizienz & Umwelt, IT & IKT

Die traditionelle Energiewirtschaft ist an schnelle Veränderungen nicht gewöhnt. Aber plötzlich ist so vieles neu: Datenquellen, der Umfang der Daten, der Optimierungs- und Stabilisierungsbedarf, die regulatorischen Fragen. Um diese Herausforderungen in Chancen zu verwandeln, bedarf es neuer Technologien und Ansätze. Das sieht unser Startup der Woche genauso. FSIGHT bietet künstliche Intelligenz für die Energiewirtschaft. Damit werden Prozesse optimiert und Probleme gelöst. Wie das genau funktioniert, hat Business Developer Armin Greinöcker im Interview erzählt.

Hallo Armin! Danke, dass du dir heute für uns Zeit nimmst. Lass uns doch direkt starten. Wie würdest du FSIGHT in einem Satz pitchen?

FSIGHT hat eine Energiemanagement Plattform entwickelt, die mit künstlicher Intelligenz Energieströme vorhersagt und optimiert. Damit kann jeder Endkunde direkt von der Energiewende profitieren.

Wie kann man sich diese Plattform vorstellen? Was hat sie für einen Nutzen?

Unsere Energy-AI-Plattform analysiert das Verbrauchsverhalten, die Energieproduktion von Photovoltaik und Windanlagen und die Energiemarktpreise und trifft optimale Entscheidungen wann Energie verbraucht, gespeichert oder gehandelt werden soll. Wir haben ein eigenes Handelsmodell für Energiegemeinschaften entwickelt mit dem Haushalte und Gewerbe und Industrieunternehmen untereinander den selbst erzeugten Strom handeln können. Damit können Einsparungen von 20% für Endverbraucher erzielt und die lokalen Stromnetze stabilisiert werden.

Künstliche Intelligenz im Energiesektor ist mittlerweile nichts Neues mehr. Was könnt ihr da besser als andere?

Wir spezialisieren uns seit Jahren auf künstliche Intelligenz Modelle speziell für den Energiemarkt und haben in unserer Energy-AI-Plattform über 40 MachineLearning-Modelle vereint. In dem wir Vorhersage, Optimierung und Handel von Strom verbinden und sowohl auf Haushalts-, Gemeinschafts- und Netzebene agieren, können wir erhebliche Vorteile für die Endverbraucher, die Energieversorger und Netzbetreiber generieren.

Bietet ihr eure Plattform dann als Software-as-a-Service-Modell an?

Genau. Unsere Energy-AI-Software wird als Software-as-a-Service-Modell angeboten. Einzelne Module, wie zum Beispiel das Vorhersage Tool werden auch als eigenständiges Produkt von Energieunternehmen und Netzbetreibern eingesetzt. Unsere Software ist voll automatisch, leicht zu integrieren und ist natürlich einfach skalierbar.

Du hast vorhin schon ein paar Branchen genannt, die von eurer Plattform profitieren könnten. Aber wer gehört alles konkret zu eurer Zielgruppe?

Wir arbeiten direkt mit etablierten Energieunternehmen und Netzbetreibern, um neue Serviceangebote zu entwickeln und die Chancen in einem sich stark verändernden Energiemarkt zu nutzen. Wir sehen hier speziell einen starken Anstieg an erneuerbaren Energien und Batteriespeichern und die Einführung von Energiegemeinschaften mit lokalem Peer-to-Peer Handel. Unsere Software ist auch bei Gewerbe-, Industrieunternehmen und Haushalten im Einsatz, um direkt für den Endkunden Kosten zu sparen und PV Anlagen und Batterien optimal zu nutzen. Unsere Kunden sind international, zum Beispiel in Israel, Österreich, Deutschland, Ungarn, USA, Neuseeland.

Damit sind wir jetzt leider schon bei der letzten Frage angekommen: In welcher Phase befindet ihr euch gerade?

Wir arbeiten mit renommierten internationalen Unternehmen wie Uniper, Verbund, Andritz Hydro, Wien Energie und Vector zusammen. Unsere Produkte sind marktreif und wir befinden uns derzeit in einer Skalierungsphase. Einer unserer jüngsten Erfolge ist ein Pilotprojekt mit der Schweizer Bundesbahn SBB, in dem es um Elektrifizierung der Loks und Optimierung der Batteriespeicher geht. Wir starten auch gerade die größte erneuerbare Energiegemeinschaft in Ungarn. Wir haben noch viel vor für 2020.

Armin, vielen Dank für das spannende Gespräch! Wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg bei FSIGHT und sind gespannt auf eure zukünftige Entwicklung.

Wer mehr über FSIGHT erfahren möchte, kann sich auf deren Innoloft Profil umschauen.

Blue Boson ist das Startup der Woche 10: sauberes Wasser und Gas auf supramolekularen Level


Energie & Umwelt, Energieeffizienz & Umwelt

Vor allem in der Industrie wird viel Wasser verunreinigt. Die meisten Lösungen verwenden jedoch Chemikalien, um das verschmutzte Wasser zu reinigen. Unser Startup der Woche hat eine Lösung für die nicht-chemische Wasseraufbereitung entwickelt. Die Technologie von Blue Boson entfernt vorhandene Verkrustungen, Ablagerungen und Korrosion. Außerdem verlängert ihre umweltfreundliche Lösung die geplante Lebensdauer der Systeme. Wir treffen heute Robert Zagozdzon, CEO von Blue Boson, um mehr darüber zu erfahren.

Hey Robert! Schön, dass du heute Zeit hast. Lass uns direkt anfangen: Wie würdest du Blue Boson in einem Satz beschreiben?

Hey Innoloft! Das wäre dann sowas wie: Nachhaltige technische Lösungen, die eine zweistellige Reduzierung der Strom-, Heiz- und Kühlkosten durch die Behandlung von Wasser, Dampf und anderen flüssigen oder gasförmigen Medien ermöglichen.

Welche Technologien nutzt ihr dafür?

Einfach ausgedrückt, reinigen wir Wasser ohne jegliche Chemikalien. Das ist mit unseren patentierten Produkten namens SCAT® und SCAT REXCIT® möglich. Es handelt sich um hydraulische Durchflussmodule, die aus Einlass- und Auslassabschnitten bestehen. Außerdem verfügen sie über eine Ionisierungs- und eine Polarisierungskammer. Die patentierte Methodik unserer Geräte gewährleistet die Behandlung der supramolekularen Struktur von Wasser sowie anderer flüssiger und gasförmiger Medien auf drei Ebenen – physikalisch, chemisch und energetisch.

Das Ziel der Technologie besteht darin, intra- und intermolekulare Veränderungen der Energie und Kräfte in zwei Stufen zu erreichen. Das Gerät kann mit einem Sedimentaustrag und einer Entlüftungsöffnung zum Auffangen verschiedener Substanzen ausgestattet werden. Auch Luft, Gas und Flüssigkeiten mit unterschiedlichem spezifischen Gewicht werden aufgefangen. Der Anschluss kann mit einem Flansch oder einem Gewinde versehen werden.

Welchen besonderen Mehrwert liefern eure Produkte?

Die SCAT®- und SCAT REXCIT®-Geräte werden entsprechend den Anforderungen der verwendeten speziellen Technologie und der erforderlichen Heizungs-/Kühlungsquelle entwickelt und hergestellt. Sie werden auf die Größe und die spezifischen Anforderungen der Technologie zugeschnitten. Die Rohrleitungen werden bei Bedarf an den dafür vorgesehenen Stellen modifiziert, um die Installation der Geräte zu ermöglichen. Die Geräte sind vollautomatisch und für den autonomen Betrieb rund um die Uhr geeignet.

Der SCAT® und der SCAT REXCIT® haben viele Vorteile, z.B. die Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs und der Treibhausgase sowie die Verlängerung des Lebenszykluses des gesamten Systems.

Welches Geschäftsmodell nutzt ihr zur Generierung von Gewinn?

Wir bieten Lösungen nach dem ESCO-Modell sowie die Vermietung und den Verkauf von Ausrüstung an. Unser Geldkreislauf beträgt 3 bis 12 Monate – basierend auf einem Geschäftsmodell für gemeinsame Einsparungen. Wir bieten Upgrades an und unsere Ausrüstung erfordert keine Wartung.

Du bist eben auf die vielen verschiedenen Vorteile eurer Produkte eingegangen. Adressiert ihr deshalb auch verschiedene Märkte?

Ja, wir sprechen mehrere verschiedene Märkte an. Man könnte unsere Technologie zum Beispiel in den Bereichen Trinkwasseraufbereitung, Energie- und Wärmeerzeugung und in chemischen Anlagen einsetzen. Darüber hinaus befassen wir uns auch mit der Produktion von Wärme, Kälte und Dampf, sowie mit der Sanierung von Seen und Flüssen.

Wir entwickeln Lösungen in den Bereichen Brennstoffeffizienz, Wasserverschmutzung und Abwasserentsorgung, Bergbau und Landwirtschaft. Unsere Technologie bringt jährlich eine Einsparung von etwa 100 Milliarden Euro allein in der Industrie in Europa, ohne dass Investitionen und zusätzliche Kosten entstehen.

Wo steht ihr mit der Entwicklung von Blue Boson?

Unsere umweltfreundlichen Geräte SCAT® und SCAT REXCIT® sind das Ergebnis von mehr als zwanzig Jahren Entwicklung, Prüfung und Anwendung in Dutzenden von Anlagen in verschiedenen Industriezweigen. Wir sind derzeit in Mitteleuropa ansässig und bereiten uns auf die Skalierung auf den globalen Markt vor. Im Moment suchen wir nun finanzielle und verwaltungstechnische Kooperationen für die internationale Expansion und die Entwicklung neuer Anwendungen. Wir haben Installationen in der Tschechischen Republik, in Polen, der Slowakei und in Österreich. Außerdem wollen viele Kunden unsere Dienste weltweit nutzen.

Robert, vielen Dank für dieses sehr aufschlussreiche Interview! Wir sind auf die weitere Entwicklung von Blue Boson gespannt. Um mehr über Blue Boson zu erfahren, schaut in dem entsprechendem Innoloft Profil nach!