AMPEERS ENERGY ist das Startup der Woche 14: Die Zukunft der Energie


Energieeffizienz & Umwelt, Industrie 4.0 & Logistik, IT & IKT

Die Energiewirtschaft wandelt sich. Wo über viele Jahre hinweg wenige große Unternehmen den Ton angegeben haben, bietet sich jetzt die Möglichkeit, durch dezentrale Erzeugung mit Hilfe der Erneuerbaren Energien selbst zum Energieproduzent zu werden und die Energiewende aktiv mitzugestalten. Dazu braucht es allerdings externe Hilfe. Die kommt zum Beispiel von unserem Startup der Woche AMPEERS ENERGY. Sie gewannen die kraftwerk city accelerator bremen Challenge und auch den Gründerpreis der Frauenhofer im letzten Jahr – Erfolge, die sich sehen lassen. Wir wollten mehr wissen und haben mit Gerrit Ellerwald, Geschäftsführer von AMPEERS ENERGY, über das Startup und die Idee gesprochen.

Hallo Gerrit! Wir freuen uns, heute mehr über euer Startup zu erfahren und legen deswegen auch direkt los. Wer seid ihr bei AMPEERS ENERGY?

Wir bei AMPEERS ENERGY machen es Unternehmen einfach die Potenziale der dezentralen Energiewende zu erschließen – und zwar ökonomisch und ökologisch!

Das klingt sehr spannend! Wie funktioniert das Ganze im Detail?

Zuerst sollte man wissen, dass wir als SaaS-Unternehmen drei cloudbasierte Applikationen anbieten, die es Unternehmen ermöglichen Geld zu sparen, Prozesse zu automatisieren und dabei die Umwelt zu schonen.
So gibt es neben dem AE District Manager, welcher eine vollumfängliche Lösung des Energiemanagements im Quartier darstellt, noch den AE Local Supplier. Diese vollautomatisierte und integrierte Mieterstromsoftware übernimmt die administrative Seite von Mieterstromprojekten. Und darüber existiert der AE Fleet Optimizer. Durch die Zusammenführung aller relevanten Daten, übernimmt die intelligente Software die Steuerung des Last- und Lademanagements von E-Flotten.Grundlage dieser Produkte ist eine äußerst leistungsfähige Fraunhofer-Software, die durch den Einsatz von selbstlernenden Technologien in der Lage ist, alle dezentralen Prozesse rund um Energieerzeugung und Verbrauch miteinander zu verbinden und zielgerichtet zu steuern.Die Technologie besteht grundsätzlich aus zwei Komponenten – einer Energiemanagementkomponente und einer Abrechnungskomponente.
Die Energiemanagementkomponente steuert und optimiert Erzeugungs- und Verbrauchsanlagen. Je heterogener diese Anlagen sind, desto besser kann die Technologie ihre Stärken ausspielen. Ähnlich eines Dirigenten orchestriert man alle Erzeuger und Verbraucher in einem Quartier und kann so Geld sparen. Dahinter liegen lineare Optimierungsmodelle und der Grundgedanke, dass man versucht Erzeugung und Verbrauch deckungsgleich zu gestalten. Sehr, sehr vereinfacht ausgedrückt soll das Auto eben dann geladen werden, wenn die Sonne scheint. Lastspitzen werden abgefangen, indem man versucht flexible Lasten dann anzuschalten, wenn nicht gleichzeitig auch andere Lasten laufen.

Die Abrechnungskomponente ist ein Energiedatenmanagement und dafür da, dass man die verschiedenen Energiedaten der Managementsysteme, wie z.B. aus dem Zähler und den Erzeugungskomponenten, nimmt und verursachungsgerecht richtig zuordnen kann. Sie kann Abrechnungen für den Kunden erstellen oder der Meldepflicht an Netzbetreiber und Regierungsbehörden nachkommen. Die relevanten Energiedaten richtig abzufangen, diese transparent zu machen und korrekt abzurechnen oder weiterzuleiten ist die Leistung der Abrechnungskomponente.

Diese Komponenten sind auch einzeln nutzbar, beispielsweise wird nur das Energiemanagement im Quartier oder nur die Abrechnungskomponente in Mieterstromprojekten verwendet. Doch ist der große Vorteil unseres Angebots die Kombinierfähigkeit der Komponenten. So kann zum Beispiel beim gesteuerten Flottenladen im Quartier auch die Ladesäule korrekt abgerechnet werden. Das ist es, was das Produkt so stark macht.

Im Moment befassen sich viele mit der Dezentralisierung der Energieversorgung, was grenzt euch von deren Ideen ab?

AMPEERS ENERGY sorgt dafür, dass Energieerzeugung, -transport, -verbrauch und -abrechnung ähnlich einfach funktionieren wie beispielsweise der Online-Handel heute. Wir ermöglichen damit unseren Kunden den Eintritt in das Energiemanagement 4.0, in dem alle Akteure und technischen Komponenten nahtlos ineinandergreifen. Jeder einzelne Marktteilnehmer kann dadurch beträchtliche Einsparpotenziale realisieren, teilweise bis zu 40 Prozent. E-Fahrzeugflotten können durch unsere SaaS-Lösung zu einer echten Alternative zu bestehenden Dieselfahrzeugen werden und vieles mehr. So können neuartige Geschäftsmodelle auf Basis intelligenter Energie entstehen.

Der große Unterschied zu unseren Wettbewerbern ist, dass wir die dezentralen Geschäftsmodelle ganzheitlich betrachten und nicht nur Teillösungen liefern. Bei uns bekommt man die komplette softwareseitige Unterstützung zur Umsetzung eines gesamt dezentralen Geschäftsmodells. Und diese ist wiederum so benutzerfreundlich, dass wir uns dank dieser intuitiven Usability vom Wettbewerb klar differenzieren.
Darüber hinaus haben wir dank der Kooperation mit Fraunhofer den Vorteil kontinuierlich weitere Innovationen in unsere SaaS-Lösungen zu integrieren. Das ist ein Marktvorteil, wie ihn wohl kein zweites Start-Up besitzt.

Du hast eben schon erwähnt, dass ihr ein SaaS-Unternehmen seit. Ihr bietet die Applikationen also als Service an. Wie sieht euer Geschäftsmodell da genau aus?

Wir sind ein Software-as-a-Service Unternehmen und generieren Erlöse durch die Lizenzvergabe unserer Produkte an Kunden.
Das Pricing besteht aus einer Einrichtungsgebühr, der Set Up Fee, und einer Benutzungsgebühr, einer Pay per Use Fee. In der Set Up Fee werden die Einrichtungsaufwände berechnet, wie das Customizing des Systems oder der Anschluss der Schnittstellen an das System. Und um die Einstiegshürde niedrig zu halten, sodass nicht zu hohe monatliche Kosten anfallen, wird bei der Pay per Use Fee nach Benutzung gezahlt. Bei Mieterstromprojekten ist das pro Wohnung/ pro Zähler, beim Quartiersmanagement und beim Flottenoptimieren pro KWh, die über das System gemanagt wird.Nebenleistungen abseits unserer Kernprodukte sind vorerst nicht vorgesehen, wir konzentrieren uns auf die stete Entwicklung, die Implementierung und die Pflege unserer Produkte.

Wen genau sprecht ihr mit euren Lösungen an? Adressiert ihr auch Märkte außerhalb von Deutschland?

Für unsere Leistungen gibt es drei Hauptzielgruppen: Energieversorger & -dienstleister, die Immobilienwirtschaft und Flottenbetreiber.

Für unsere Mieterstrom- und Quartierslösungen sind z.B. alle mittleren und großen Wohnungsbauunternehmen, beziehungsweise alle Unternehmen mit relevant großem Wohnungsbaubesitz (kirchliche, private, öffentliche Träger und Genossenschaften) geeignet.
Es gibt ungefähr 40 Millionen Wohnungen in Deutschland – davon sind 10% Mieterstrom und für den AE Local Supplier geeignet.
Für unser Quartiersenergiemanagementsystem kommen alle größeren Gebäudekomplexe mit einer heterogenen Erzeugungsinfrastruktur infrage, wie Flughafen, Einkaufszentren, reine Wohnquartiere oder auch diverse Mischquartiere.
Der AE Fleet Optimizer lohnt sich für alle Unternehmen, die mindestens 10 E-Fahrzeuge haben, seien es Firmenfahrzeuge oder Dienstwägen.

Und auf die Frage der Internationalisierung können wir antworten, dass wir schon heute dabei sind in der DACH Region zu internationalisieren. Am Ende des Tages sind unsere Lösungen nicht auf den deutschen Energiemarkt beschränkt. Bei einem (Quartiers-) Energiemanagement System stellt sich nur die Frage, was optimiert werden soll. Und wenn es dabei um eine Kostenoptimierung unter Randbedingungen (z.B. wie die Maximierung des Eigenstromverbrauchs) handelt, dann ist das nur eine mathematische Funktion, die optimiert wird. Somit ist unser Produkt letztlich international überall einsetzbar. Im Moment fokussieren wir uns auf die DACH Region, später auf Europa und letztlich überall dort, wo unsere Produkte genutzt werden können.

Kommen wir zur letzten Frage. Als Sieger der kraftwerk city Accelerator Bremen Challenge und Frauenhofer Spin-off findet eure Idee sehr viel Anklang. Wo steht ihr mit eurem Startup im Moment?

Wir haben die erste Finanzierungsrunde erfolgreich abgeschlossen, die ersten zwei Produkte (District Manager und Local Supplier) sind erfolgreich am Markt und wir haben eine zweistellige Anzahl an Kunden. An dieser Stelle möchten wir mit Stolz auf den Gewinn des Fraunhofer Gründerpreises 2019 hinweisen. Dieser Preis zeichnet das erfolgreichste, am Markt aktive Fraunhofer Spin-off des Jahres aus, dessen Produkte und Dienstleistungen einen unmittelbaren gesellschaftlichen Nutzen aufweisen.

Wir finden es motivierend mit unserer täglichen Arbeit einen aktiven Beitrag für die Energiewende und somit auch für eine grünere Zukunft zu leisten. Und wer auch der Meinung ist, dass man nicht länger nur über die Energiewende reden sollte, sondern sie endlich angehen muss, dem legen wir nahe sich uns anzuschließen und mal einen Blick auf unsere Website zu werfen. Dort sind offene Stellenausschreibungen (ebenso wie die Kontaktdaten für eine Initiativbewerbung) zu finden.

Wir bedanken uns bei euch für das Interview!

Gerrit, wir danken dir ebenfalls für das spannende Gespräch! Wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg und werden eure Entwicklungen gespannt mitverfolgen. Wer mehr über euch erfahren will, kann einen Blick auf euer Innoloft Profil und eure Requests werfen.

FSIGHT ist das Startup der Woche 11: Künstliche Intelligenz im Energie-Sektor


Energieeffizienz & Umwelt, IT & IKT

Die traditionelle Energiewirtschaft ist an schnelle Veränderungen nicht gewöhnt. Aber plötzlich ist so vieles neu: Datenquellen, der Umfang der Daten, der Optimierungs- und Stabilisierungsbedarf, die regulatorischen Fragen. Um diese Herausforderungen in Chancen zu verwandeln, bedarf es neuer Technologien und Ansätze. Das sieht unser Startup der Woche genauso. FSIGHT bietet künstliche Intelligenz für die Energiewirtschaft. Damit werden Prozesse optimiert und Probleme gelöst. Wie das genau funktioniert, hat Business Developer Armin Greinöcker im Interview erzählt.

Hallo Armin! Danke, dass du dir heute für uns Zeit nimmst. Lass uns doch direkt starten. Wie würdest du FSIGHT in einem Satz pitchen?

FSIGHT hat eine Energiemanagement Plattform entwickelt, die mit künstlicher Intelligenz Energieströme vorhersagt und optimiert. Damit kann jeder Endkunde direkt von der Energiewende profitieren.

Wie kann man sich diese Plattform vorstellen? Was hat sie für einen Nutzen?

Unsere Energy-AI-Plattform analysiert das Verbrauchsverhalten, die Energieproduktion von Photovoltaik und Windanlagen und die Energiemarktpreise und trifft optimale Entscheidungen wann Energie verbraucht, gespeichert oder gehandelt werden soll. Wir haben ein eigenes Handelsmodell für Energiegemeinschaften entwickelt mit dem Haushalte und Gewerbe und Industrieunternehmen untereinander den selbst erzeugten Strom handeln können. Damit können Einsparungen von 20% für Endverbraucher erzielt und die lokalen Stromnetze stabilisiert werden.

Künstliche Intelligenz im Energiesektor ist mittlerweile nichts Neues mehr. Was könnt ihr da besser als andere?

Wir spezialisieren uns seit Jahren auf künstliche Intelligenz Modelle speziell für den Energiemarkt und haben in unserer Energy-AI-Plattform über 40 MachineLearning-Modelle vereint. In dem wir Vorhersage, Optimierung und Handel von Strom verbinden und sowohl auf Haushalts-, Gemeinschafts- und Netzebene agieren, können wir erhebliche Vorteile für die Endverbraucher, die Energieversorger und Netzbetreiber generieren.

Bietet ihr eure Plattform dann als Software-as-a-Service-Modell an?

Genau. Unsere Energy-AI-Software wird als Software-as-a-Service-Modell angeboten. Einzelne Module, wie zum Beispiel das Vorhersage Tool werden auch als eigenständiges Produkt von Energieunternehmen und Netzbetreibern eingesetzt. Unsere Software ist voll automatisch, leicht zu integrieren und ist natürlich einfach skalierbar.

Du hast vorhin schon ein paar Branchen genannt, die von eurer Plattform profitieren könnten. Aber wer gehört alles konkret zu eurer Zielgruppe?

Wir arbeiten direkt mit etablierten Energieunternehmen und Netzbetreibern, um neue Serviceangebote zu entwickeln und die Chancen in einem sich stark verändernden Energiemarkt zu nutzen. Wir sehen hier speziell einen starken Anstieg an erneuerbaren Energien und Batteriespeichern und die Einführung von Energiegemeinschaften mit lokalem Peer-to-Peer Handel. Unsere Software ist auch bei Gewerbe-, Industrieunternehmen und Haushalten im Einsatz, um direkt für den Endkunden Kosten zu sparen und PV Anlagen und Batterien optimal zu nutzen. Unsere Kunden sind international, zum Beispiel in Israel, Österreich, Deutschland, Ungarn, USA, Neuseeland.

Damit sind wir jetzt leider schon bei der letzten Frage angekommen: In welcher Phase befindet ihr euch gerade?

Wir arbeiten mit renommierten internationalen Unternehmen wie Uniper, Verbund, Andritz Hydro, Wien Energie und Vector zusammen. Unsere Produkte sind marktreif und wir befinden uns derzeit in einer Skalierungsphase. Einer unserer jüngsten Erfolge ist ein Pilotprojekt mit der Schweizer Bundesbahn SBB, in dem es um Elektrifizierung der Loks und Optimierung der Batteriespeicher geht. Wir starten auch gerade die größte erneuerbare Energiegemeinschaft in Ungarn. Wir haben noch viel vor für 2020.

Armin, vielen Dank für das spannende Gespräch! Wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg bei FSIGHT und sind gespannt auf eure zukünftige Entwicklung.

Wer mehr über FSIGHT erfahren möchte, kann sich auf deren Innoloft Profil umschauen.

Blue Boson ist das Startup der Woche 10: sauberes Wasser und Gas auf supramolekularen Level


Energie & Umwelt, Energieeffizienz & Umwelt

Vor allem in der Industrie wird viel Wasser verunreinigt. Die meisten Lösungen verwenden jedoch Chemikalien, um das verschmutzte Wasser zu reinigen. Unser Startup der Woche hat eine Lösung für die nicht-chemische Wasseraufbereitung entwickelt. Die Technologie von Blue Boson entfernt vorhandene Verkrustungen, Ablagerungen und Korrosion. Außerdem verlängert ihre umweltfreundliche Lösung die geplante Lebensdauer der Systeme. Wir treffen heute Robert Zagozdzon, CEO von Blue Boson, um mehr darüber zu erfahren.

Hey Robert! Schön, dass du heute Zeit hast. Lass uns direkt anfangen: Wie würdest du Blue Boson in einem Satz beschreiben?

Hey Innoloft! Das wäre dann sowas wie: Nachhaltige technische Lösungen, die eine zweistellige Reduzierung der Strom-, Heiz- und Kühlkosten durch die Behandlung von Wasser, Dampf und anderen flüssigen oder gasförmigen Medien ermöglichen.

Welche Technologien nutzt ihr dafür?

Einfach ausgedrückt, reinigen wir Wasser ohne jegliche Chemikalien. Das ist mit unseren patentierten Produkten namens SCAT® und SCAT REXCIT® möglich. Es handelt sich um hydraulische Durchflussmodule, die aus Einlass- und Auslassabschnitten bestehen. Außerdem verfügen sie über eine Ionisierungs- und eine Polarisierungskammer. Die patentierte Methodik unserer Geräte gewährleistet die Behandlung der supramolekularen Struktur von Wasser sowie anderer flüssiger und gasförmiger Medien auf drei Ebenen – physikalisch, chemisch und energetisch.

Das Ziel der Technologie besteht darin, intra- und intermolekulare Veränderungen der Energie und Kräfte in zwei Stufen zu erreichen. Das Gerät kann mit einem Sedimentaustrag und einer Entlüftungsöffnung zum Auffangen verschiedener Substanzen ausgestattet werden. Auch Luft, Gas und Flüssigkeiten mit unterschiedlichem spezifischen Gewicht werden aufgefangen. Der Anschluss kann mit einem Flansch oder einem Gewinde versehen werden.

Welchen besonderen Mehrwert liefern eure Produkte?

Die SCAT®- und SCAT REXCIT®-Geräte werden entsprechend den Anforderungen der verwendeten speziellen Technologie und der erforderlichen Heizungs-/Kühlungsquelle entwickelt und hergestellt. Sie werden auf die Größe und die spezifischen Anforderungen der Technologie zugeschnitten. Die Rohrleitungen werden bei Bedarf an den dafür vorgesehenen Stellen modifiziert, um die Installation der Geräte zu ermöglichen. Die Geräte sind vollautomatisch und für den autonomen Betrieb rund um die Uhr geeignet.

Der SCAT® und der SCAT REXCIT® haben viele Vorteile, z.B. die Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs und der Treibhausgase sowie die Verlängerung des Lebenszykluses des gesamten Systems.

Welches Geschäftsmodell nutzt ihr zur Generierung von Gewinn?

Wir bieten Lösungen nach dem ESCO-Modell sowie die Vermietung und den Verkauf von Ausrüstung an. Unser Geldkreislauf beträgt 3 bis 12 Monate – basierend auf einem Geschäftsmodell für gemeinsame Einsparungen. Wir bieten Upgrades an und unsere Ausrüstung erfordert keine Wartung.

Du bist eben auf die vielen verschiedenen Vorteile eurer Produkte eingegangen. Adressiert ihr deshalb auch verschiedene Märkte?

Ja, wir sprechen mehrere verschiedene Märkte an. Man könnte unsere Technologie zum Beispiel in den Bereichen Trinkwasseraufbereitung, Energie- und Wärmeerzeugung und in chemischen Anlagen einsetzen. Darüber hinaus befassen wir uns auch mit der Produktion von Wärme, Kälte und Dampf, sowie mit der Sanierung von Seen und Flüssen.

Wir entwickeln Lösungen in den Bereichen Brennstoffeffizienz, Wasserverschmutzung und Abwasserentsorgung, Bergbau und Landwirtschaft. Unsere Technologie bringt jährlich eine Einsparung von etwa 100 Milliarden Euro allein in der Industrie in Europa, ohne dass Investitionen und zusätzliche Kosten entstehen.

Wo steht ihr mit der Entwicklung von Blue Boson?

Unsere umweltfreundlichen Geräte SCAT® und SCAT REXCIT® sind das Ergebnis von mehr als zwanzig Jahren Entwicklung, Prüfung und Anwendung in Dutzenden von Anlagen in verschiedenen Industriezweigen. Wir sind derzeit in Mitteleuropa ansässig und bereiten uns auf die Skalierung auf den globalen Markt vor. Im Moment suchen wir nun finanzielle und verwaltungstechnische Kooperationen für die internationale Expansion und die Entwicklung neuer Anwendungen. Wir haben Installationen in der Tschechischen Republik, in Polen, der Slowakei und in Österreich. Außerdem wollen viele Kunden unsere Dienste weltweit nutzen.

Robert, vielen Dank für dieses sehr aufschlussreiche Interview! Wir sind auf die weitere Entwicklung von Blue Boson gespannt. Um mehr über Blue Boson zu erfahren, schaut in dem entsprechendem Innoloft Profil nach!

MagnoTherm Solutions ist das Startup der Woche 6: Next generation cooling


Energieeffizienz & Umwelt, Health & FoodTech

Herkömmliche Kühlsysteme kommen selten ohne problematische Gase aus. Problematisch heißt in diesem Fall hochentzündlich, toxisch oder mit hohem Treibhauseffekt. Unser Startup der Woche verzichtet mit seinen Produkten auf diese Gase und setzt stattdessen magnetische Materialien ein. Timur Sirman, Co-Founder von MagnoTherm Solutions, erklärt uns heute, wie das genau funktioniert.

Hallo Timur! Danke, dass du heute hier sein kannst. Unsere erste Frage ist folgende: Was steckt hinter MagnoTherm Solutions?

Wir entwickeln und bauen umweltfreundliche Kühlaggregate für die Kühl- und Heizsysteme der Zukunft: mit magnetischen Materialien ohne jeglichen problematischen Gase.

Wie funktioniert dieser Vorgang?

Mittels eines Permanentmagneten werden aktive Metalle zyklisch erwärmt und abgekühlt. Dies geschieht durch den magnetokalorischen Effekt dieser aktiven Metalle. Dabei werden sie warm, wenn sie einem Magnetfeld ausgesetzt werden – und kalt, wenn sich das Magnetfeld reduziert. Mittels einem wasserbasierten Austauschmediums kann die Wärme und Kälte von dem Festkörper transportiert und nützlich gemacht werden. Hierzu werden Motor, Pumpe, Ventile und Steuerungselemente eingesetzt.

Warum ist es besser, auf Gase zu verzichten und stattdessen magnetische Materialien zu nutzen?

Ohne den Einsatz von F-Gasen, entzündlichen Gasen, toxischen Gasen oder sonstig problematischen Gasen ist unser System bis zu 40% effizienter als das beste kompressorbasierte Kühlsystem heute. Und das unabhängig vom Temperaturhub oder Temperaturbereich. Dies kann durch die Individualisierung der aktiven Metalle erzielt werden. Dadurch können auch für warme Umgebungstemperaturen und kleine Temperaturhübe hocheffiziente Systeme realisiert werden, die ein Treibhauspotential von null aufweisen.

Und das ist wiederum besser für die Umwelt. Wie integriert ihr das Ganze in ein Geschäftsmodell?

Unsere Kühlaggregate werden von unserem Kunden in sein Kühlsystem integriert und dann an den Nutzer verkauft. Hier entwickeln wir kundenspezifische Produkte für unseren Integrationspartner. Dabei kann sehr schnell und genau auf die jeweiligen Bedürfnisse des Nutzers eingegangen werden, indem man in unser standardisierten Aufbau die aktiven Metalle jederzeit an die Anforderungen angepasst werden können.

Wen sprecht ihr mit euren Produkten an?

Prinzipiell können wir Kühlaggregate mit einer Kühlleistung zwischen 100 W und 100 kW realisieren. Die europäische Supermarktkühlbranche ist der erste Absatzmarkt, da dort die Herausforderungen am größten sind. Weitere Märkte, die wir adressieren, sind jedoch IT Kühlung, Industriekühlung und Wärmepumpen.

In welcher Entwicklungsphase befindet ihr euch aktuell? Wie reif ist euer Produkt?

Aktuell bauen wir den ersten Prototypen auf, der eine Kühlleistung von 500 W bis 1kW haben wird. Hiermit werden wir dieses Jahr ein Kühlsystem für Food&Beverages ausstatten. Parallel dazu sind wir in Gesprächen mit Entwicklungspartnern, weitere Systeme aufzubauen.

Timur, wir sind leider schon am Ende des Interviews angelangt. Wir danken dir für das spannende Gespräch und wünschen euch viel Erfolg weiterhin! Wer mehr über euch erfahren will, kann in euer Innoloft Profil schauen.

ChargeX ist das Startup der Woche 5: Zukunftssichere Ladeinfrastruktur für Elektromobilität


Energieeffizienz & Umwelt, Mobilität

Der Umstieg auf alternative Antriebe in unserer Mobilität ist in vollem Gange. Elektromobilität ist einer der Wege, um die Energiewende auch auf der Straße umzusetzen. Doch der Ausbau von Ladeinfrastruktur ist langwierig und kompliziert. Daher ist es nur eine Frage der Zeit, bis ein Engpass bei der Verfügbarkeit an Ladepunkten entsteht. ChargeX, unser Startup der Woche, hat ein Produkt entwickelt. Damit wird der Aufbau von neuen Ladepunkten, einfacher und effizienter. Eine spannende Idee, über die wir im Interview mit Mitgründer und CBDO Michael Masnitza sprechen.

Hallo Michael! Wir freuen uns, heute mehr über euer Startup zu erfahren und legen deswegen auch direkt los. Wer seid ihr bei ChargeX?

Bei ChargeX entwickeln wir modulare Ladelösungen für Elektroautos.

Gib uns gerne ein paar Hintergrundinfos zu euren Lösungen. Wie funktioniert eure Idee im Detail?

Mit unserer modularen Ladelösung für Elektroautos „Aqueduct“ können viele Stellplätze kostengünstig und mit geringem Installationsaufwand elektrifiziert werden. Das modulare Konzept ermöglicht Betreibern von Flottenparkplätzen und Tiefgaragen einen kosteneffizienten und bedarfsgerechten Ausbau der Ladeinfrastruktur.

Das modulare Ladesystem von ChargeX beginnt mit dem Startmodul. Dieses wird regulär vom Elektriker installiert. Es bildet den ersten Ladepunkt und beinhaltet alle Kernkomponenten wie den Energiezähler und die Internetverbindung. Nun können weitere Ladepunkte, die Erweiterungsmodule, ganz einfach als “plug & play” nach Bedarf hinzugefügt werden. Auf Basis unseres intelligenten Ladealgorithmus wird im Betrieb das zu ladende Elektroauto festgelegt. Aus Kundensicht bieten wir eine modulare Mehrfachsteckdose für Ladestationen. Aus Netzsicht bilden wir ein kleines Microgrid aus Ladestationen, um den vorhandenen Netzanschluss optimal auszunutzen.

Da Elektromobilität aktuell in aller Munde ist, sind die meisten Probleme schon bekannt und werden von vielen jungen Unternehmen angesprochen. Was macht eure Lösung besonders und wie erschließt ihr den Weg in den praktischen Einsatz?

Aqueduct nutzt dank unserem sequenziellen Lastmanagement die bestehende Netzinfrastruktur optimal aus und das plug&play System reduziert die Installationskosten auf ein Minimum. Unser Produktkonzept setzt auf Vorteile, die nur genutzt werden können, wenn mehrere Stellplätze elektrifiziert werden. Wir sparen zusätzlich viele Komponenten ein, was auch die Hardware deutlich günstiger macht. Für unsere Kunden wird damit der Aufbau von großflächiger Ladeinfrastruktur sehr einfach. Denn Aqueduct ist ein Komplettsystem. Sogar die Internetverbindung zu einem Backend ist vorkonfiguriert. Der Kunde muss es also nur auspacken, das System installieren und er hat sofort mehrere Ladepunkte aufgebaut. Sollte er in Zukunft mehr Ladepunkte benötigen, kann ganz einfach weitere Module hinzufügen.

Und wie gestaltet sich das Pricing für Aqueduct?

Unser Ladesystem richtet sich in erster Linie an Unternehmen, die Ladepunkte für Ihre Flotte oder Mitarbeiter benötigen. Natürlich ist es auch für den urbanen Wohnbereich, also für große Tiefgaragen, optimal geeignet. Jedes Lademodul kostet 750€. Wir bieten zum Einstieg ein Starter-KIT aus 4 Modulen und allen Installationsmaterialien für 3499 Euro an. Benötigt der Kunde zusätzlich ein Backend-System, liefern wir ein Partner-Backend direkt mit aus.

Du bist eben schon kurz auf eure Zielgruppe eingegangen, die ChargeX anspricht. In welchen weiteren Segmenten und Branchen siedeln sich eure Kunden an?

Unsere Ladelösung ist für das private und semi-öffentliche Laden von Elektroautos konzipiert, also zu Hause oder am Arbeitsplatz. Die Anwendungsfälle sind die Elektrifizierung von Firmenparkplätzen, Tiefgaragen oder Garagen von Wohnhäusern mit mehr als einem Elektroauto. Die Kunden sind Eigentümergemeinschaften oder Betreibern von diesen Flottenparkplätzen und Tiefgaragen. Neben Privatpersonen wurde ein Renault Autohaus als Testpartner akquiriert und wir haben unser Konzept in mehreren Kundengesprächen validiert und LOIs erhalten.

Wir konkurrieren mit Herstellern von günstigen Ladestationen und mit hardwareorientierten Anbietern von Lastmanagementsystemen. Diese verursachen aber hohe Kosten je Ladepunkt, sind aufwändig zu installieren oder nicht zur Elektrifizierung mehrere Stellplätze geeignet. Indem wir mit unserem Konzept bewusst auf die im Medienfokus stehenden Marktsegmente der Schnellladestationen und des öffentlichen Ladens verzichten, können wir eine für den Kunden geeignetere und kosteneffizientere Lösung anbieten.
Wir zielen auf den Wachstumsmarkt der Ladeinfrastruktur im Segment des privaten und semi-öffentlichen Ladens. Unser Produkt kann im gesamten europäischen Raum eingesetzt werden.

Das bringt mich auch schon zu meiner letzten Frage: Ihr habt euch 2017 gegründet und seitdem sicherlich schon einige Meilensteine erreicht. Welche sind das? Wo steht ihr denn aktuell in der Entwicklung von Aqueduct?

Mitte 2018 konnten wir dann die ersten Business Angel von unserer Idee überzeugen. Das Produkt (MVP) ist seit März 2019 zertifiziert und erste Pilotkunden wie Volkswagen wurden bereits mit Ladesystemen ausgestattet. Aqueduct ist regulär bestellbar. Allerdings können wir als Startup nicht alle Bereiche der Wertschöpfungskette abdecken. Wir suchen vor allem lokale Reseller für unsere Ladelösung. Aktuell suchen wir für die Vorbereitung der Skalierung eine Seed-Finanzierung in Höhe von 1.5M€.

Michael, vielen Dank für das spannende Interview! Wir wünschen euch für die weitere Umsetzung eurer Vision viel Erfolg. Wer euch dabei unterstützen möchte, darf gerne einen Blick in euer Innoloft Profil oder eure Innoloft Requests werfen.

SOLARIMO ist das Startup der Woche 2: Neue Energie für die Stadt


Energieeffizienz & Umwelt, Energieerzeugung, Energiemarkt & -handel

Die Folgen des Klimawandels sind bereits deutlich spürbar. Glücklicherweise sind wir in Deutschland von Naturkatastrophen, wie Überflutungen oder starken Waldbränden bisher noch nicht betroffen gewesen. Trotzdem müssen auch wir unser Verhalten nachhaltiger gestalten. Photovoltaik und Grünstrom sind beliebte Lösungen, um die Erzeugung von CO2 einzudämmen. Oft ist die Planung und Errichtung einer solchen Anlage kompliziert und abschreckend. Unser Startup der Woche, SOLARIMO kümmert sich um genau diesen Fall. Wie das genau aussieht, haben wir mit Sebastian Lammers, Projektentwickler bei SOLARIMO, besprochen.

Hallo Sebastian! Danke, dass du dir heute für uns Zeit genommen hast. Wir freuen uns schon sehr, SOLARIMO näher kennenzulernen. Würdest du uns deswegen direkt einen kleinen Pitch geben, was ihr bei SOLARIMO macht?

Gerne! SOLARIMO plant, errichtet und betreibt Photovoltaikanlagen auf Mietimmobilien. Damit wird der sogenannte Mieterstrom erzeugt, mit dem wir den Mietern Zugang zu dem günstigen Öko-Strom vom eigenen Dach geben. So leisten wir einen Beitrag für die nachhaltige Energieversorgung.

Das klingt sehr spannend! Wie genau sieht denn das Konzept dahinter aus?

Wie schon angerissen, bauen und planen wir Photovoltaikanlagen auf Mehrfamilienhäusern und bieten den nachhaltig erzeugen Strom für die Mieter an. Die Gebäudeeigentümer profitieren durch eine nachhaltige und soziale Aufwertung ihrer Immobilien. Der komplette Bauprozess wird dabei von uns mit lokalen Installateuren durchgeführt und begleitet. Diese Umsetzung eines Mieterstromprojektes ist mit unserem Modell bei Neu- und Bestandsobjekten möglich. Außerdem setzen wir Projekte mit Batteriespeichern sowie Ladesäulen für Elektrofahrzeuge um.

Zurzeit existieren viele neue Unternehmen mit der Idee, Photovoltaik-Anlagen auf Immobilien zu errichten und somit grünen Strom zu erzeugen. Welchen Mehrwert generiert ihr mit SOLARIMO, den eure Konkurrenten nicht anbieten?

Wir bieten unseren Kunden ein Mieterstrom-Komplettpaket an. Hier übernehmen wir die Beratung, Planung, Finanzierung und Installation der Anlage. Hinzu kommt die komplette Abwicklung mit Vermarktung und Verkauf des Stroms an die Mieter. Die Mieter erhalten von uns die komplette Stromversorgung zu einem Preis, der mindestens 10% unter dem Grundversorgertarif liegt. Sie können somit an der Energiewende teilhaben und von ihr profitieren. Mit der Errichtung von Photovoltaikanlagen leisten die Gebäudeeigentümer einen Beitrag zur Energiewende im städtischen Raum und sorgen für eine lokale und klimafreundliche Energieversorgung.

Verstehe. Wie sieht euer Pricing-Modell aus?

Unser Geschäftsmodell ist simpel: Wir bieten den Mietern einen günstigen und ökologischen Stromtarif und versuchen den größten Anteil des Stroms auf dem eigenen Dach zu produzieren. Gleichzeitig erhalten unsere B2B-Kunden einen Vorteil, indem sie sich nachhaltig positionieren können. Unsere Einnahmen erzielen wir aus dem Stromverkauf an die Mieter und aus der Vergütung für die Einspeisung des restlichen Stroms in das Netz.

Als Kundensegment hast du bis jetzt den B2B Sektor genannt. Richtet ihr euer Produkt nur auf B2B Kunden aus? Könntest du nochmal genauer auf eure Zielgruppen eingehen?

Unsere Kundengruppe lässt sich in den B2B und B2C Markt gliedern. B2B sind die Gebäudeeigentümer. Hier wären zum Beispiel Genossenschaften, Wohnungsbauunternehmen sowie Projektentwickler und Kommunen zu nennen. Aktuell sind wir nur national tätig.
Abschließend würde es uns noch interessieren, in welcher Entwicklungsphase sich SOLARIMO aktuell befindet. Welche Ziele verfolgt ihr zukünftig, besonders in 2020?

Abschließend würde es uns noch interessieren, in welcher Entwicklungsphase sich SOLARIMO aktuell befindet. Welche Ziele verfolgt ihr zukünftig, besonders in 2020?

SOLARIMO ist seit 2 Jahren am Markt und hat in über 35 Projekten bereits mehr als 3200 Kwp Leistung umgesetzt. Aktuell stehen bereits mehrere Folgeaufträge in verschiedenen Genossenschaften in der Warteschleife, sodass wir zuversichtlich und optimistisch in das nächste Geschäftsjahr blicken. Da wir als Corporate Start-Up zur Engie Gruppe gehören sind wir auch im nächsten Jahr von keiner Fremdfinanzierung abhängig.

Sebastian, vielen Dank für dieses spannende und ausführliche Interview. Wir wünschen euch für die weitere Entwicklung von SOLARIMO viel Erfolg. Wer euch dabei unterstützen möchte, kann gerne einen Blick auf euer Innoloft Profil werfen.

Greenlytics ist das Startup der Woche 51: Wettervorhersagen für Entscheidungsoptimierung


Energieeffizienz & Umwelt, IT & IKT

Wettervorhersagen beinhalten mehr, als einfach zu wissen, ob es morgen regnet. Von den Wetterbedingungen gehen Effekte aus, die den Geschäftsbetrieb beeinflussen. Für Energieversorgungsunternehmen sind Wettervorhersagen also extrem wichtig. Unser Startup der Woche, Greenlytics, benutzt Wetterdaten und künstliche Intelligenz um Unternehmen den Weg in Richtung nachhaltiger und effizienter Energiegewinnung zu ebnen. Wir haben mit Sebastian Haglund El Gaidi, CEO von Greenlytics, gesprochen, um mehr über ihre Idee zu erfahren.

Hallo Sebastian! Danke, dass du dir Zeit für dieses Interview genommen hast. Wir starten direkt mit der ersten Frage. Wie würdest zu Greenlytics in einem Satz erklären?

Wir bei Greenlytics sind wie Google Analytics für Wetter- und Energiedaten.

Kannst du uns etwas mehr über die zugrundeliegende Technologie erzählen?

Na klar! Wir verbinden die Felder von Energie, Meteorologie und Data Science. Damit erstellen wir Produkte, die die Transformation in eine nachhaltige Zukunft unterstützen. Wir bieten eine Plattform mit vier verschiedenen Modulen an.Das erste Modul ist der Datahub. Dort werden Wetterdaten gesammelt und gespeichert. Diese Wetterdaten beinhalten Messungen, Analysen und Informationen zur Vorhersage.

Als zweites Modul haben wir die Vorhersage für Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit. Im Detail bedeutet dies, dass wir Wettervorhersagen und mögliche Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit für Energieversorger miteinander in Verbindung setzen. Diese Auswirkungen könnten zum Beispiel sein: der zukünftige Energiekonsum für bestimmte Viertel, Wetterfolgen auf die Netzinfrastruktur oder Vorhersagen für die erneuerbaren Energieproduktion. Das Prognose-Modul nutzt Open Source Machine Learning Technologien, die auf skalierbaren Computer-Infrastrukturen laufen können.

Darüber hinaus haben wir das Modul der Entscheidungs-Optimierung, welche eine skalierbare Optimierungs-Technologie bietet. Ein Beispiel: Vorhersagen für die Geschäftstätigkeiten können als Input für die Optimierung von Entscheidungen hinsichtlich Stromhandel, Wartung oder Geschäftsbetrieb genutzt werden.

Das letzte Modul in unserer Plattform ist das Visualisierungs-Modul. Das ist besonders wichtig für den Nutzer. Mit diesem Modul können wir interaktive Visualisierungen erstellen, die komplizierte Daten aus dem KI Modell beschreibbar und intuitiv für den Nutzer machen.

Das klingt sehr vielversprechend, besonders im Hinblick auf die genutzten Technologien. Um im Markt langfristig zu überleben, müsst ihr euch gegen eure Wettbewerber durchsetzen. Welches Alleinstellungsmerkmal macht euch aus?

Um es kurz auszudrücken: Mit der Greenlytics Plattform können unsere Kunden eine immense Menge an Zeit sparen. Was ich damit meine ist, dass Energieunternehmen von einer Idee zur Umsetzung in 20% der vorherigen Zeit übergehen können. Darüber hinaus ermöglicht die Greenlytics-Plattform, menschliche Operatoren aus der endlosen Entscheidungsschleife herauszuholen. Dadurch können sie datengesteuerte Entscheidungen überwachen und kritisieren. Wir machen Entscheidungsprobleme einfacher, verbessern die Prozesseffizienz und senken die Kosten. Es ermöglicht Unternehmen auch, ihre Umweltauswirkungen zu reduzieren und die Zuverlässigkeit ihrer Anlagen zu erhöhen.

Wie bringt ihr euer Produkt in ein profitables Geschäftsmodell ein? Bietet ihr euer Produkt als Serviceleistung an?

Ja, genau. Wir bieten unser Produkt als SaaS-Lösung an. Also bekommt der Kunde Zugang zu der Plattform, welche aber auf unseren Servern gehosted wird. Wir verwenden auch ein „Pay-as-you-go“-Geschäftsmodell, das Cloud-Anbietern wie Amazon oder IBM Cloud ähnlich ist.

Und wo befindet sich euer Zielmarkt?

Im Moment kommen die meisten Kunden aus Europa. Allerdings bieten wir unsere Leistungen auch international an.

Was sind eure Pläne für die Zukunft von Greenlytics? Soweit ich informiert bin, habt ihr vor Kurzem ein neues Produkt gelaunched?

Ja, wir haben gerade die Beta für unser Forecasting-as-a-Service gestartet. Jeder kann auf unsere Website gehen und sich anmelden. Das Produkt wird während der Beta Periode komplett kostenlos sein. Momentan suchen wir nach Pilotprojekten und Investoren. Für die Pilotprojekte sind wir auf der Suche nach Wetteranalyseprojekten für Energieversorger, um ihre Bedürfnisse zu erfüllen und die Entwicklung unserer Plattform fortzusetzen.

Sebastian, danke dir für die detaillierten Einblicke in Greenlytics und eure Produkte. Wir sind gespannt, wie sich euer Startup insbesondere im nächsten Jahr weiter entwickeln wird. Wer mehr über euch erfahren möchte, kann auf eurem Innoloft Profil oder in euren Innoloft Requests vorbeischauen.

Komprenu ist das Startup der Woche 50: Innovative Software für Energiemonitoring und Condition Monitoring


Energieeffizienz & Umwelt, IT & IKT

Wenn es um Ressourcen-Einsparung geht, kann man auf viele Software-Lösungen zurückgreifen, die den Verbrauch von Geräten und Maschinen messen. Allerdings setzt ein Unternehmen Geräte verschiedener Hersteller ein, die überwacht werden müssen. Daher gibt es oft Kompatibilitätsprobleme. Um Energiemonitoring und auch Condition Monitoring übersichtlicher zu machen, hat unser Startup der Woche, Komprenu, eine Software-Lösung entwickelt, die es erheblich einfacher macht, Daten einzusehen und Einsparpotentiale zu finden. Wir haben uns mit Rolf-Dieter Clavery, CEO von Komprenu, zusammengesetzt, um über die Lösungen und Technologien im Detail zu sprechen.

Hallo Rolf-Dieter! Schön, dass du Zeit hast, uns ein paar Fragen zu beantworten! Steigen wir doch direkt ein. Was steckt hinter eurem Startup Komprenu?

Bei Komprenu haben wir den Anspruch, Ressourceneinsparung einfach zu machen.
Dazu entwickeln unsere herstellerunabhängige Katmai-Plattform. Die Plattform zeichnet Daten für das Energiemanagement, Condition Monitoring oder Gebäudedaten auf. Diese Daten werden visualisiert und mit Hilfe von maschinellem Lernen kann das Einsparpotential optimal ausgeschöpft werden.

Das klingt nach einer spannenden Idee! Besonders der Visualisierungsaspekt macht es den Benutzern einfacher, die Daten schnell zu verstehen und entsprechende Maßnahmen einzuleiten. Welche Technologie steckt dahinter?

Die Daten werden aus den Messgeräten in einem Unternehmen erhoben und über einen kleinen Konnektor über eine sichere Verbindung an unseren Server übertragen. Dort werden die Daten aufbereitet und den Analysen unterzogen. Die Konfiguration und die vom Anwender gestaltbare Visualisierung erfolgen über eine reine Web-Oberfläche. Damit ist die Anwendung vom Mobilgerät bis zum Desktop-PC bedien- und einsetzbar.

Meist sind die Mess-Strukturen in Unternehmen über die Zeit gewachsen. Somit ist es wahrscheinlich, dass auch unterschiedliche Messgeräte und/oder Plattformen zusammengekommen sind. Wir können unterschiedlichste Datenquellen nutzen und auch Daten aus mehreren Portalen unterschiedlicher Hersteller oder Energieversorger in einer Datenbank zusammenführen. Der Energiemanager in einem Unternehmen muss für einen monatlichen Bericht nicht mehr unterschiedliche Quellen manuell abfragen, und bekommt damit mehr Zeit, sich um das Thema Optimierung zu kümmern.

Energie Monitoring ist mittlerweile aber nichts Neues mehr. Schließlich gibt es viele junge Unternehmen, die sich dieser Herausforderung annehmen. Was lässt euch da herausstechen?

Unsere Software macht den Ressourcenverbrauch transparent: wo wird wann wieviel von welcher Ressource verbraucht. Das machen andere EM-Systeme auch. Wir gehen aber weiter und bieten an, mit erweiterter Sensorik in die Maschine zu schauen und auch dort Zustandsdaten zu erfassen, die dann mit den Verbrauchsdaten in Bezug gesetzt werden können. Das ermöglicht Kennzahlen zu bilden und das bis zu einem einzelnen Stück einer Serienfertigung. Hat man diese Zahlen einmal ermittelt, kann man sie auch nutzen, den Energieverbrauch für die geplante Produktion zu berechnen. Außerdem kann hierbei der Energieverbrauch optimiert und/oder die Energie auf dem Spotmarkt zielgenau eingekauft werden.

Das klingt nach einem guten Herausstellungsmerkmal! Vertreibt ihr eure Software als Teil eines Software-as-a-Service Modells?

Unsere Software ist im aktuellen Stadium noch im Fluss und wird beständig ausgebaut. Daher bieten wir sie zurzeit nur als Dienst an, den wir in einem deutschen nach ISO 27001 zertifizierten Rechenzentrum betreiben. Es wird sie in absehbarer Zeit aber auch als „On Premises“-Lösung geben.

Für den Dienst verlangen wir monatlich eine Bereitstellungspauschale und pro gemessenem Wert einen Betrag. Dadurch sind die Kosten überschaubar und auch für kleine Unternehmen erschwinglich.

Ressourcen sparen ist ein Prozess, der einige Zeit dauert und über unterschiedliche Schritte durchgeführt wird. Diesen Prozess wollen wir gerne mit begleiten. Neben unserer Software bieten wir dazu auch die Unterstützung bei der Planung der Messstellen, gerne zusammen mit dem Energiemanager oder einem Energieberater, der Konfiguration und der Einrichtung der Visualisierung an. Darüber hinaus helfen wir bei der Interpretation der erfassten Daten.
Gerne erstellen wir auch als Dienstleistung Software in individuellen Projekten. Wir bringen zusammen mehr als ein halbes Jahrhundert Erfahrung bei der Entwicklung von Software für industrielle Prozesse in unterschiedlichen Branchen mit. Dieses Wissen bringen wir gerne bei unseren Kunden ein!

Welche Zielgruppe wollt ihr mit eurem Produkt erreichen? Und auf welchen Märkten bewegt ihr euch schon?

Unsere Zielgruppe ist jetzt am Anfang die kunststoffverarbeitende Industrie. Hier ist ein Einsparpotenzial von bis zu 50 % vorhanden. Auch in kleineren Unternehmen können damit jedes Jahr Kosten in der Höhe des Preises einer Eigentumswohnung gespart werden. Ok, über die Größe der Wohnung reden wir hier nicht…
Wir beschränken uns aber nicht darauf, sondern bieten unsere Leistungen natürlich Unternehmen jeglicher Branche an!Gerade Zulieferbetriebe für größere Unternehmen werden sich der Herausforderung der Klimaneutralität stellen müssen. Hier ist die Einsparung von Energie, als Vorbereitung, ein Muss.

Die Endlichkeit der Ressourcen hört nicht an deutschen Grenzen auf. Das betrifft genauso Europa und den Rest der Welt. Auch wenn wir zunächst Firmen vorwiegend in Deutschland ansprechen, bietet die Webplattform eine orts- und länderunabhängige Möglichkeit die Leistungen anzubieten.

Du hast vorhin schon erwähnt, dass ihr eure Software noch weiterentwickeln wollt. Wo steht ihr denn jetzt gerade mit Komprenu und eurer Katmai-Plattform?

Unsere Plattform ist bereit Daten zu erfassen und zu visualisieren und suchen hierfür Pilotkunden. Zurzeit arbeiten wir daran, die restlichen Punkte auf der Liste des BAFA umzusetzen und als förderfähige Energiemanagement-Software eingestuft zu werden. Das soll in Q1/2020 der Fall sein.
Parallel planen wir die nächsten Schritte in Richtung Condition Monitoring und maschinellem Lernen.

Rolf-Dieter, vielen Dank für dieses spannende Gespräch! Wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg bei dem Ausbau eures Produktes und sind gespannt, wie sich Komprenu weiter entwickeln wird! Wer mehr über euch erfahren will, schaut am besten auf eurem Innoloft Profil und in den Innoloft Requests rein!

Bia ist das Startup der Woche 49: KI-gesteuerte Optimierung von Stromnetzen für Elektromobilität


Energieeffizienz & Umwelt, IT & IKT

Elektroautos sind aufgrund wirtschaftspolitischer und umweltbedingten Entwicklungen auf dem Vormarsch. Allerdings sind unsere Stromnetze nicht auf diese Entwicklungen ausgelegt. Denn die Elektrifizierung des Verkehrs erhöht die Spitzennachfrage und verursacht zusätzliche Kosten, Ineffizienzen und Umweltverschmutzung in den Stromnetzen. Außerdem haben die Stromnetze aufgrund von Unterbrechungen und mangelnder Dispositionskontrolle Schwierigkeiten bei der Integration erneuerbarer Energien, was zu Schwankungen im Netz führt. Unser Startup der Woche, Bia, hat sich diesen Problemen angenommen und mithilfe von Machine Learning Lösungen dafür entwickelt. Wir sprechen heute mit Anne-Lise Laurain, Head of Product Strategy bei Bia, um mehr über das Startup und seine Idee zu erfahren.

Hallo Anne-Lise! Danke, dass du dir heute die Zeit für uns genommen hast. Wir starten auch gleich schon mit der ersten Frage. Was macht ihr bei Bia?

Bei Bia entwickeln wir Softwarelösungen, um Elektrofahrzeuge und verteilte Speicher in Kernbestandteile sauberer und widerstandsfähiger Stromnetze zu verwandeln. Wir steuern den Ladevorgang von Elektrofahrzeugen so, dass die gesamte flexible Kapazität für den Netzbetrieb zur Verfügung steht, während Flotten und einzelne EV-Besitzer eine konstante Verfügbarkeit, billigere Ladung und gesündere Batterien haben.

Das klingt sehr spannend! Wie funktioniert das Ganze im Detail?

Unsere Softwareplattform bietet Werkzeuge für eine optimierte Interoperabilität zwischen E-Mobilität und Versorgungsunternehmen. Sie reduziert die Stromkosten und minimiert den Batterieabbau für EVs, indem sie den Ladevorgang optimiert und gleichzeitig das Kundenerlebnis erhält. Außerdem ist unsere Software in der Lage, die Lade- und Prognoseflexibilität aus der Ferne zu steuern. Das bietet Netzbetreibern neue Werkzeuge, um Spitzenlasten aus EVs zu bewältigen und die Integration intermittierender erneuerbarer Energien zu erleichtern.

Unser erstes Serviceangebot, Analytics for Insights, umfasst Datenanalysen zur Identifizierung des Flexibilitätswerts, ein Simulationsmodell mit Optimierungsszenarien und einen Vorschlag zur Implementierung. Wenn wir eine optimierte EV-Ladung implementieren, sparen unsere Kunden Geld, schonen die Batterie und haben die Möglichkeit, an Netzdienstleistungen teilzunehmen.

Darüber hinaus haben wir eine Optimierungssoftware namens Opti. Sie beinhaltet anpassbare Optionen wie z.B. die Anreizregulierung bei hohen Stromerzeugungszeiten. Schließlich wird die Zusammenführung und Optimierung dieser Speicheranlagen zu einem wertvollen Netzdienst, der neue Einnahmen durch Spitzenlasten, Nachfrageresponsoring und Zusatzleistungen ermöglicht und wertvolle Datensätze und Erkenntnisse für Netzbetreiber liefert.

Im Moment befassen sich viele mit der Optimierung der Ladenetze, was grenzt euch von deren Ideen ab?

Unsere Plattform basiert auf einer Cloud-Architektur, die für ein breites Spektrum von verteilten Speicherressourcen eingesetzt werden kann und für den Einsatz in großen Mengen konzipiert ist. Unsere Machine Learning Algorithmen analysieren und prognostizieren das EV-Verhalten. Dann finden unsere Optimierungs- und Aggregationsmodelle den höchsten Wert an Flexibilität, erneuerbaren Verbrauch und Beteiligung an Netzbetreibermärkten.

Im Gegensatz zu den meisten unserer Wettbewerber konzentrieren wir uns nicht auf die Hardwareentwicklung, sondern auf die Entwicklung skalierbarer und hardware-unabhängiger Software.

Darüber hinaus beziehen wir strategisch den unerschlossenen Markt der Light-EV-Flotten ein, den nur sehr wenige Unternehmen betrachten. Analytics for Insights bietet Datenanalysedienste, die Optimierungsmöglichkeiten für Kunden simulieren, bevor sie sich für die Implementierung unserer Software entscheiden.

Unsere Pilotprojekte in den Emerging Energy Markets bieten die Möglichkeit, ein breites Anwendungsspektrum zu validieren, von der Ladungsoptimierung bis hin zu V2G-Fähigkeiten, während wir Bia als globale Plattform mit positiven Auswirkungen auf ländliche Gemeinschaften und Mini-Netze bis hin zu zentralisierten Systemen in den am weitesten entwickelten Umgebungen etablieren.

Wir sind ein sogenanntes “world positive” Unternehmen mit der Überzeugung, dass Zero Carbon Grids nicht nur möglich sind, sondern dass sie widerstandsfähig, zuverlässig und für alle zugänglich sind.

Wie integriert ihr eure Cloud-Lösung inklusive der verschiedenen Leistungen denn in ein Geschäftsmodell?

Wir haben verschiedene Möglichkeiten, Umsatz zu generieren. Erstens erwirtschaftet Bia Einnahmen durch Daten- und Simulationsdienstleistungen mit Beraterverträgen im Rahmen von “Analytics for Insights“. Diese wird zu einem festen Projektpreis berechnet, der je nach Größe und Qualität des Datensatzes sowie dem Volumen der Flotte oder der Ladeinfrastrukturkapazität variiert.

Wir erzielen Einnahmen aus einer monatlichen Gebühr mit Opti-Implementierungen, da EV-Betreiber und Ladepunktinhaber von niedrigeren Stromrechnungen, optimiertem Batteriezustand und der Teilnahme an Netzdienstleistungen profitieren.

Als Aggregator werden wir Einnahmen aus der Teilnahme an der Nachfragesteuerung, der Lastverlagerung und der Erbringung von Zusatzleistungen generieren.

Für Versorgungsunternehmen können wir Flexibilitätsprognosen, Sichtbarkeit hinter dem Zähler und Datendienste für Echtzeit- und Zukunftsplanungsanforderungen gegen eine pauschale Jahresgebühr anbieten.

Auf welchen Märkten seid ihr vertreten?

Wir konzentrieren uns auf Europa und die USA, da wir das Potenzial bei der Öffnung der Märkte für EV-Wachstum und Demand Response sehen. Basierend auf dem erwarteten EV-Wachstum in den USA und Europa wird die gemeinsame Marktgröße bis 2030 mindestens 50 Mrd. $ betragen.

Uns erwarten auch bedeutende Chancen in den Schwellenländern, da das Wachstum von Light-EVs und erneuerbaren Energien in den nächsten Jahren exponentiell zunehmen wird. Insgesamt sehen wir eine globale Marktchance von 100 Mrd. $.

Wo steht ihr denn aktuell mit der Entwicklung von Bia? Ist eure Cloud Plattform bereits nutzbar?

Vor 7 Monaten haben wir offiziell gegründet und sind Mitglied im Accelerator-Programm von Telefonica. Außerdem sind wir in verschiedenen anderen Pilotprojekten und Programmen tätig. Zum Beispiel haben wir ein LEV2MG (Light-EV 2 Minigrid) Pilotprojekt in Bangladesch in Zusammenarbeit mit SOLShare, das 18 Mikronetze im ganzen Land besitzt und betreibt. Wir sehen ein großes Potenzial in Schwellenländern, um unsere Technologie zu validieren, unsere KI zu trainieren und kommerzielle Strategien zu testen. Wir arbeiten auch an einem neuen Piloten in Uganda, um die Batteriewechselstationen für E-Motorräder zu überwachen und zu optimieren.

Unser aktueller Fokus liegt auf dem Einsatz unseres MVP im kommerziellen Umfeld und der Einbindung unserer Kundenpipeline durch Analytics for Insights, die Daten und Optimierungsdienste bereitstellt.

Wir befinden uns jetzt in einer Seed-Finanzierungsrunde und suchen nach Angel-Investoren, öffentlichen Mitteln und Zuschussmitteln, um zu unseren ersten Einnahmen zu kommen.

Anne-Lise, leider sind wir nun schon am Ende des Interviews angekommen. Vielen Dank für die spannenden Einblicke in eure Idee. Wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg! Wer mehr über euch erfahren will, kann auf eurem Innoloft Profil und den entsprechenden Requests nachschauen.

Recogizer ist das Startup der Woche 40: Self-Learning Building Solutions


Energieeffizienz & Umwelt, Smart City & Buildings

Die Einsatzbereiche von Künstlicher Intelligenz weiten sich schon seit geraumer Zeit auf die unterschiedlichsten Branchen aus. Selbstverständlich werden auch die Energie- und Gebäudewirtschaft adressiert, in denen bspw. Stromnetze oder Energiesektoren durch künstliche Intelligenz gesteuert werden. Da liegt es natürlich nahe, eine so vielseitige Technologie auch zu Energieeffizienzzwecken zu nutzen. Unser Startup der Woche sieht das genauso. Recogizer hat daher ein selbstlernendes System entwickelt, das den Energieverbrauch von Gebäuden senkt und CO2-Emissionen vermeidet. Eine spannende Idee, über die wir im Interview mit Geschäftsführer Carsten Kreutze sprechen.

Hallo Carsten! Wir freuen uns, heute mehr über euer Startup zu erfahren und legen deswegen auch direkt los. Wer seid ihr bei Recogizer?

Wir sind Pioniere für selbstlernende Gebäudelösungen und sparen durch künstliche Intelligenz Energie in Gewerbegebäuden.

Gib uns gerne ein paar Hintergrundinfos zu euren Lösungen. Eine Künstliche Intelligenz muss ja bspw. mit einer Menge von Daten gefüttert werden. Woraus generiert ihr diese?

Unsere Lösung energyControl ist eine selbstlernende Regelung für klimatechnische Anlagen, die mit Hilfe von künstlicher Intelligenz den Energieverbrauch senkt. Mehr als 20% des thermischen Energiebedarfs in Gewerbegebäuden lassen sich so einsparen, und im gleichen Zuge CO2-Emissionen vermeiden.
Dazu wird zunächst ein digitaler Zwilling entwickelt, der passgenau auf das Gebäude zugeschnitten ist. Wir bedienen uns dafür bei allen Messdaten der Liegenschaft, die zum Beispiel von Sensoren, Reglern, Verbrauchszählern und Aktoren erhoben werden. Aus der strukturieren Datenaufzeichnung erlernt energyControl sehr genau das Anlagen-, Gebäude- und Nutzungsverhalten. Das ermöglicht eine vorausschauende Regelung, so dass wir vollkommen automatisiert Energie einsparen.

Das Konzept der Künstlichen Intelligenz ist den meisten Akteuren in der Energie- und Gebäudewirtschaft schon lange nicht mehr fremd, wenngleich es aktuell nur sporadisch genutzt wird. Was macht eure Lösung besonders und erschließt ihr den Weg in den praktischen Einsatz?

Das Besondere ist: Alle gebäudeindividuellen Faktoren werden einbezogen, die den Energieverbrauch wesentlich beeinflussen: Wetterdaten, Belegungsdaten, Nutzungs- oder Öffnungszeiten und komplexe Anlagenzusammenhänge. Durch intelligente Prognosen dieser Einflüsse wird genau so viel Wärme, Kälte und Frischluft bereitgestellt, wie es ein optimales Raumklima erfordert, mit so wenig Energieeinsatz wie möglich. Unser Ziel ist es, möglichst nah an das Optimum zu kommen: Das Gebäude verbraucht wirklich nur die benötigte Energie, und zwar völlig automatisiert. Voraussetzung ist eine Automationsebene im Gebäude, auf der energyControl über Standardschnittstellen aufgesetzt wird.

Und wie gestaltet sich das Pricing für energyControl?

Unser Pricing-Modell ist einfach: Es gibt einen Eimalpreis für Setup und Startphase, gefolgt von einem jährlichen Servicepreis für die kontinuierliche Dienstleistung. Da energyControl eine geringinvestive Maßnahme ist, rechnet sich die Investition häufig nach weniger als 12 Monaten.

Neben der selbstlernenden Regelung bieten wir ein Energiemonitoring an, dass für Transparenz über die Anlagen und Verbräuche sorgt. Damit können einzelne Gebäude und auch größere Bestände von Liegenschaften dauerhaft überwacht und verglichen werden. Monitoring ist die Basis für die vorausschauende Regelung und erfasst Daten in Echtzeit. Im energyPortal hat der Kunde jederzeit seine Einsparungen im Blick.

Gehen wir doch kurz ein bisschen näher auf eure Kunden ein. In welchen Segmenten und Branchen siedeln diese sich an?

Wir richten uns an Betreiber und Nutzer größerer Gewerbegebäude, z. B. von Hotels, dem Einzelhandel, Bürogebäuden, Bildungseinrichtungen. Deren Anliegen ist es, ihre Gebäude energiesparender zu bewirtschaften und Nachhaltigkeitsinitiativen auf den Weg zu bringen. Aufgrund des datenbasierten Ansatzes sind die Amortisationszeiten der Energieeffizienzmaßnahme sehr kurz, was für Gebäudebetreiber ein wichtiges Entscheidungskriterium ist. Wir agieren derzeit hauptsächlich im deutschsprachigen Raum, wobei auch die Projekte europa- und weltweit zunehmen.
Dabei haben wir unsere Lösung spezifisch für Bestandsgebäude zugeschnitten, und damit eine innovative Alternative zu aufwändigen Energieeffizienz-Maßnahmen geschaffen, die sich in kurzer Zeit bezahlt macht.

Ihr seid also bereits am Markt etabliert und dabei, euer Startup weiter auszubauen?

Genau, Recogizer ist schon seit einigen Jahren erfolgreich am Markt. So wird energyControl schon erfolgreich im Einzelhandel, Hotels und in Büro- und Verwaltungsgebäuden eingesetzt. Bei einem bekannten Department Store in Freiburg konnten wir beispielsweise schon im ersten Jahr der Regelung 92 Tonnen CO2 und 33.000€ Energiekosten sparen – Tendenz steigend. Das ist so viel CO2, wie ein Wald mit 7360 Buchen im Jahr binden würde. Mit jedem Projekt leisten wir gemeinsam mit unseren Kunden einen innovativen Beitrag zur Energiewende und zum Klimaschutz.

Durch strategische Partnerschaften agieren wir flexibel am Markt. Recogizer arbeitet insbesondere mit großen Unternehmen aus den Bereichen Energieversorgung zusammen wie MVV und Mainova, sowie dem Gebäudeautomatisierer Kieback & Peter.

Carsten, damit sind wir auch schon am Ende unseres Gesprächs angelangt. Vielen Dank für das spannende Interview. Wir hoffen, noch viel von euch zu hören und wünschen euch weiterhin viel Erfolg! Wer Interesse an euren Produkten oder einer Zusammenarbeit hat, darf für weitere Informationen gerne einen Blick in euer Energieloft Profil und euren Energieloft Request werfen.