ChargeX ist das Startup der Woche 5: Zukunftssichere Ladeinfrastruktur für Elektromobilität


Energieeffizienz & Umwelt, Mobilität

Der Umstieg auf alternative Antriebe in unserer Mobilität ist in vollem Gange. Elektromobilität ist einer der Wege, um die Energiewende auch auf der Straße umzusetzen. Doch der Ausbau von Ladeinfrastruktur ist langwierig und kompliziert. Daher ist es nur eine Frage der Zeit, bis ein Engpass bei der Verfügbarkeit an Ladepunkten entsteht. ChargeX, unser Startup der Woche, hat ein Produkt entwickelt. Damit wird der Aufbau von neuen Ladepunkten, einfacher und effizienter. Eine spannende Idee, über die wir im Interview mit Mitgründer und CBDO Michael Masnitza sprechen.

Hallo Michael! Wir freuen uns, heute mehr über euer Startup zu erfahren und legen deswegen auch direkt los. Wer seid ihr bei ChargeX?

Bei ChargeX entwickeln wir modulare Ladelösungen für Elektroautos.

Gib uns gerne ein paar Hintergrundinfos zu euren Lösungen. Wie funktioniert eure Idee im Detail?

Mit unserer modularen Ladelösung für Elektroautos „Aqueduct“ können viele Stellplätze kostengünstig und mit geringem Installationsaufwand elektrifiziert werden. Das modulare Konzept ermöglicht Betreibern von Flottenparkplätzen und Tiefgaragen einen kosteneffizienten und bedarfsgerechten Ausbau der Ladeinfrastruktur.

Das modulare Ladesystem von ChargeX beginnt mit dem Startmodul. Dieses wird regulär vom Elektriker installiert. Es bildet den ersten Ladepunkt und beinhaltet alle Kernkomponenten wie den Energiezähler und die Internetverbindung. Nun können weitere Ladepunkte, die Erweiterungsmodule, ganz einfach als “plug & play” nach Bedarf hinzugefügt werden. Auf Basis unseres intelligenten Ladealgorithmus wird im Betrieb das zu ladende Elektroauto festgelegt. Aus Kundensicht bieten wir eine modulare Mehrfachsteckdose für Ladestationen. Aus Netzsicht bilden wir ein kleines Microgrid aus Ladestationen, um den vorhandenen Netzanschluss optimal auszunutzen.

Da Elektromobilität aktuell in aller Munde ist, sind die meisten Probleme schon bekannt und werden von vielen jungen Unternehmen angesprochen. Was macht eure Lösung besonders und wie erschließt ihr den Weg in den praktischen Einsatz?

Aqueduct nutzt dank unserem sequenziellen Lastmanagement die bestehende Netzinfrastruktur optimal aus und das plug&play System reduziert die Installationskosten auf ein Minimum. Unser Produktkonzept setzt auf Vorteile, die nur genutzt werden können, wenn mehrere Stellplätze elektrifiziert werden. Wir sparen zusätzlich viele Komponenten ein, was auch die Hardware deutlich günstiger macht. Für unsere Kunden wird damit der Aufbau von großflächiger Ladeinfrastruktur sehr einfach. Denn Aqueduct ist ein Komplettsystem. Sogar die Internetverbindung zu einem Backend ist vorkonfiguriert. Der Kunde muss es also nur auspacken, das System installieren und er hat sofort mehrere Ladepunkte aufgebaut. Sollte er in Zukunft mehr Ladepunkte benötigen, kann ganz einfach weitere Module hinzufügen.

Und wie gestaltet sich das Pricing für Aqueduct?

Unser Ladesystem richtet sich in erster Linie an Unternehmen, die Ladepunkte für Ihre Flotte oder Mitarbeiter benötigen. Natürlich ist es auch für den urbanen Wohnbereich, also für große Tiefgaragen, optimal geeignet. Jedes Lademodul kostet 750€. Wir bieten zum Einstieg ein Starter-KIT aus 4 Modulen und allen Installationsmaterialien für 3499 Euro an. Benötigt der Kunde zusätzlich ein Backend-System, liefern wir ein Partner-Backend direkt mit aus.

Du bist eben schon kurz auf eure Zielgruppe eingegangen, die ChargeX anspricht. In welchen weiteren Segmenten und Branchen siedeln sich eure Kunden an?

Unsere Ladelösung ist für das private und semi-öffentliche Laden von Elektroautos konzipiert, also zu Hause oder am Arbeitsplatz. Die Anwendungsfälle sind die Elektrifizierung von Firmenparkplätzen, Tiefgaragen oder Garagen von Wohnhäusern mit mehr als einem Elektroauto. Die Kunden sind Eigentümergemeinschaften oder Betreibern von diesen Flottenparkplätzen und Tiefgaragen. Neben Privatpersonen wurde ein Renault Autohaus als Testpartner akquiriert und wir haben unser Konzept in mehreren Kundengesprächen validiert und LOIs erhalten.

Wir konkurrieren mit Herstellern von günstigen Ladestationen und mit hardwareorientierten Anbietern von Lastmanagementsystemen. Diese verursachen aber hohe Kosten je Ladepunkt, sind aufwändig zu installieren oder nicht zur Elektrifizierung mehrere Stellplätze geeignet. Indem wir mit unserem Konzept bewusst auf die im Medienfokus stehenden Marktsegmente der Schnellladestationen und des öffentlichen Ladens verzichten, können wir eine für den Kunden geeignetere und kosteneffizientere Lösung anbieten.
Wir zielen auf den Wachstumsmarkt der Ladeinfrastruktur im Segment des privaten und semi-öffentlichen Ladens. Unser Produkt kann im gesamten europäischen Raum eingesetzt werden.

Das bringt mich auch schon zu meiner letzten Frage: Ihr habt euch 2017 gegründet und seitdem sicherlich schon einige Meilensteine erreicht. Welche sind das? Wo steht ihr denn aktuell in der Entwicklung von Aqueduct?

Mitte 2018 konnten wir dann die ersten Business Angel von unserer Idee überzeugen. Das Produkt (MVP) ist seit März 2019 zertifiziert und erste Pilotkunden wie Volkswagen wurden bereits mit Ladesystemen ausgestattet. Aqueduct ist regulär bestellbar. Allerdings können wir als Startup nicht alle Bereiche der Wertschöpfungskette abdecken. Wir suchen vor allem lokale Reseller für unsere Ladelösung. Aktuell suchen wir für die Vorbereitung der Skalierung eine Seed-Finanzierung in Höhe von 1.5M€.

Michael, vielen Dank für das spannende Interview! Wir wünschen euch für die weitere Umsetzung eurer Vision viel Erfolg. Wer euch dabei unterstützen möchte, darf gerne einen Blick in euer Innoloft Profil oder eure Innoloft Requests werfen.

SOLARIMO ist das Startup der Woche 2: Neue Energie für die Stadt


Energieeffizienz & Umwelt, Energieerzeugung, Energiemarkt & -handel

Die Folgen des Klimawandels sind bereits deutlich spürbar. Glücklicherweise sind wir in Deutschland von Naturkatastrophen, wie Überflutungen oder starken Waldbränden bisher noch nicht betroffen gewesen. Trotzdem müssen auch wir unser Verhalten nachhaltiger gestalten. Photovoltaik und Grünstrom sind beliebte Lösungen, um die Erzeugung von CO2 einzudämmen. Oft ist die Planung und Errichtung einer solchen Anlage kompliziert und abschreckend. Unser Startup der Woche, SOLARIMO kümmert sich um genau diesen Fall. Wie das genau aussieht, haben wir mit Sebastian Lammers, Projektentwickler bei SOLARIMO, besprochen.

Hallo Sebastian! Danke, dass du dir heute für uns Zeit genommen hast. Wir freuen uns schon sehr, SOLARIMO näher kennenzulernen. Würdest du uns deswegen direkt einen kleinen Pitch geben, was ihr bei SOLARIMO macht?

Gerne! SOLARIMO plant, errichtet und betreibt Photovoltaikanlagen auf Mietimmobilien. Damit wird der sogenannte Mieterstrom erzeugt, mit dem wir den Mietern Zugang zu dem günstigen Öko-Strom vom eigenen Dach geben. So leisten wir einen Beitrag für die nachhaltige Energieversorgung.

Das klingt sehr spannend! Wie genau sieht denn das Konzept dahinter aus?

Wie schon angerissen, bauen und planen wir Photovoltaikanlagen auf Mehrfamilienhäusern und bieten den nachhaltig erzeugen Strom für die Mieter an. Die Gebäudeeigentümer profitieren durch eine nachhaltige und soziale Aufwertung ihrer Immobilien. Der komplette Bauprozess wird dabei von uns mit lokalen Installateuren durchgeführt und begleitet. Diese Umsetzung eines Mieterstromprojektes ist mit unserem Modell bei Neu- und Bestandsobjekten möglich. Außerdem setzen wir Projekte mit Batteriespeichern sowie Ladesäulen für Elektrofahrzeuge um.

Zurzeit existieren viele neue Unternehmen mit der Idee, Photovoltaik-Anlagen auf Immobilien zu errichten und somit grünen Strom zu erzeugen. Welchen Mehrwert generiert ihr mit SOLARIMO, den eure Konkurrenten nicht anbieten?

Wir bieten unseren Kunden ein Mieterstrom-Komplettpaket an. Hier übernehmen wir die Beratung, Planung, Finanzierung und Installation der Anlage. Hinzu kommt die komplette Abwicklung mit Vermarktung und Verkauf des Stroms an die Mieter. Die Mieter erhalten von uns die komplette Stromversorgung zu einem Preis, der mindestens 10% unter dem Grundversorgertarif liegt. Sie können somit an der Energiewende teilhaben und von ihr profitieren. Mit der Errichtung von Photovoltaikanlagen leisten die Gebäudeeigentümer einen Beitrag zur Energiewende im städtischen Raum und sorgen für eine lokale und klimafreundliche Energieversorgung.

Verstehe. Wie sieht euer Pricing-Modell aus?

Unser Geschäftsmodell ist simpel: Wir bieten den Mietern einen günstigen und ökologischen Stromtarif und versuchen den größten Anteil des Stroms auf dem eigenen Dach zu produzieren. Gleichzeitig erhalten unsere B2B-Kunden einen Vorteil, indem sie sich nachhaltig positionieren können. Unsere Einnahmen erzielen wir aus dem Stromverkauf an die Mieter und aus der Vergütung für die Einspeisung des restlichen Stroms in das Netz.

Als Kundensegment hast du bis jetzt den B2B Sektor genannt. Richtet ihr euer Produkt nur auf B2B Kunden aus? Könntest du nochmal genauer auf eure Zielgruppen eingehen?

Unsere Kundengruppe lässt sich in den B2B und B2C Markt gliedern. B2B sind die Gebäudeeigentümer. Hier wären zum Beispiel Genossenschaften, Wohnungsbauunternehmen sowie Projektentwickler und Kommunen zu nennen. Aktuell sind wir nur national tätig.
Abschließend würde es uns noch interessieren, in welcher Entwicklungsphase sich SOLARIMO aktuell befindet. Welche Ziele verfolgt ihr zukünftig, besonders in 2020?

Abschließend würde es uns noch interessieren, in welcher Entwicklungsphase sich SOLARIMO aktuell befindet. Welche Ziele verfolgt ihr zukünftig, besonders in 2020?

SOLARIMO ist seit 2 Jahren am Markt und hat in über 35 Projekten bereits mehr als 3200 Kwp Leistung umgesetzt. Aktuell stehen bereits mehrere Folgeaufträge in verschiedenen Genossenschaften in der Warteschleife, sodass wir zuversichtlich und optimistisch in das nächste Geschäftsjahr blicken. Da wir als Corporate Start-Up zur Engie Gruppe gehören sind wir auch im nächsten Jahr von keiner Fremdfinanzierung abhängig.

Sebastian, vielen Dank für dieses spannende und ausführliche Interview. Wir wünschen euch für die weitere Entwicklung von SOLARIMO viel Erfolg. Wer euch dabei unterstützen möchte, kann gerne einen Blick auf euer Innoloft Profil werfen.

Greenlytics ist das Startup der Woche 51: Wettervorhersagen für Entscheidungsoptimierung


Energieeffizienz & Umwelt, IT & IKT

Wettervorhersagen beinhalten mehr, als einfach zu wissen, ob es morgen regnet. Von den Wetterbedingungen gehen Effekte aus, die den Geschäftsbetrieb beeinflussen. Für Energieversorgungsunternehmen sind Wettervorhersagen also extrem wichtig. Unser Startup der Woche, Greenlytics, benutzt Wetterdaten und künstliche Intelligenz um Unternehmen den Weg in Richtung nachhaltiger und effizienter Energiegewinnung zu ebnen. Wir haben mit Sebastian Haglund El Gaidi, CEO von Greenlytics, gesprochen, um mehr über ihre Idee zu erfahren.

Hallo Sebastian! Danke, dass du dir Zeit für dieses Interview genommen hast. Wir starten direkt mit der ersten Frage. Wie würdest zu Greenlytics in einem Satz erklären?

Wir bei Greenlytics sind wie Google Analytics für Wetter- und Energiedaten.

Kannst du uns etwas mehr über die zugrundeliegende Technologie erzählen?

Na klar! Wir verbinden die Felder von Energie, Meteorologie und Data Science. Damit erstellen wir Produkte, die die Transformation in eine nachhaltige Zukunft unterstützen. Wir bieten eine Plattform mit vier verschiedenen Modulen an.Das erste Modul ist der Datahub. Dort werden Wetterdaten gesammelt und gespeichert. Diese Wetterdaten beinhalten Messungen, Analysen und Informationen zur Vorhersage.

Als zweites Modul haben wir die Vorhersage für Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit. Im Detail bedeutet dies, dass wir Wettervorhersagen und mögliche Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit für Energieversorger miteinander in Verbindung setzen. Diese Auswirkungen könnten zum Beispiel sein: der zukünftige Energiekonsum für bestimmte Viertel, Wetterfolgen auf die Netzinfrastruktur oder Vorhersagen für die erneuerbaren Energieproduktion. Das Prognose-Modul nutzt Open Source Machine Learning Technologien, die auf skalierbaren Computer-Infrastrukturen laufen können.

Darüber hinaus haben wir das Modul der Entscheidungs-Optimierung, welche eine skalierbare Optimierungs-Technologie bietet. Ein Beispiel: Vorhersagen für die Geschäftstätigkeiten können als Input für die Optimierung von Entscheidungen hinsichtlich Stromhandel, Wartung oder Geschäftsbetrieb genutzt werden.

Das letzte Modul in unserer Plattform ist das Visualisierungs-Modul. Das ist besonders wichtig für den Nutzer. Mit diesem Modul können wir interaktive Visualisierungen erstellen, die komplizierte Daten aus dem KI Modell beschreibbar und intuitiv für den Nutzer machen.

Das klingt sehr vielversprechend, besonders im Hinblick auf die genutzten Technologien. Um im Markt langfristig zu überleben, müsst ihr euch gegen eure Wettbewerber durchsetzen. Welches Alleinstellungsmerkmal macht euch aus?

Um es kurz auszudrücken: Mit der Greenlytics Plattform können unsere Kunden eine immense Menge an Zeit sparen. Was ich damit meine ist, dass Energieunternehmen von einer Idee zur Umsetzung in 20% der vorherigen Zeit übergehen können. Darüber hinaus ermöglicht die Greenlytics-Plattform, menschliche Operatoren aus der endlosen Entscheidungsschleife herauszuholen. Dadurch können sie datengesteuerte Entscheidungen überwachen und kritisieren. Wir machen Entscheidungsprobleme einfacher, verbessern die Prozesseffizienz und senken die Kosten. Es ermöglicht Unternehmen auch, ihre Umweltauswirkungen zu reduzieren und die Zuverlässigkeit ihrer Anlagen zu erhöhen.

Wie bringt ihr euer Produkt in ein profitables Geschäftsmodell ein? Bietet ihr euer Produkt als Serviceleistung an?

Ja, genau. Wir bieten unser Produkt als SaaS-Lösung an. Also bekommt der Kunde Zugang zu der Plattform, welche aber auf unseren Servern gehosted wird. Wir verwenden auch ein „Pay-as-you-go“-Geschäftsmodell, das Cloud-Anbietern wie Amazon oder IBM Cloud ähnlich ist.

Und wo befindet sich euer Zielmarkt?

Im Moment kommen die meisten Kunden aus Europa. Allerdings bieten wir unsere Leistungen auch international an.

Was sind eure Pläne für die Zukunft von Greenlytics? Soweit ich informiert bin, habt ihr vor Kurzem ein neues Produkt gelaunched?

Ja, wir haben gerade die Beta für unser Forecasting-as-a-Service gestartet. Jeder kann auf unsere Website gehen und sich anmelden. Das Produkt wird während der Beta Periode komplett kostenlos sein. Momentan suchen wir nach Pilotprojekten und Investoren. Für die Pilotprojekte sind wir auf der Suche nach Wetteranalyseprojekten für Energieversorger, um ihre Bedürfnisse zu erfüllen und die Entwicklung unserer Plattform fortzusetzen.

Sebastian, danke dir für die detaillierten Einblicke in Greenlytics und eure Produkte. Wir sind gespannt, wie sich euer Startup insbesondere im nächsten Jahr weiter entwickeln wird. Wer mehr über euch erfahren möchte, kann auf eurem Innoloft Profil oder in euren Innoloft Requests vorbeischauen.

Komprenu ist das Startup der Woche 50: Innovative Software für Energiemonitoring und Condition Monitoring


Energieeffizienz & Umwelt, IT & IKT

Wenn es um Ressourcen-Einsparung geht, kann man auf viele Software-Lösungen zurückgreifen, die den Verbrauch von Geräten und Maschinen messen. Allerdings setzt ein Unternehmen Geräte verschiedener Hersteller ein, die überwacht werden müssen. Daher gibt es oft Kompatibilitätsprobleme. Um Energiemonitoring und auch Condition Monitoring übersichtlicher zu machen, hat unser Startup der Woche, Komprenu, eine Software-Lösung entwickelt, die es erheblich einfacher macht, Daten einzusehen und Einsparpotentiale zu finden. Wir haben uns mit Rolf-Dieter Clavery, CEO von Komprenu, zusammengesetzt, um über die Lösungen und Technologien im Detail zu sprechen.

Hallo Rolf-Dieter! Schön, dass du Zeit hast, uns ein paar Fragen zu beantworten! Steigen wir doch direkt ein. Was steckt hinter eurem Startup Komprenu?

Bei Komprenu haben wir den Anspruch, Ressourceneinsparung einfach zu machen.
Dazu entwickeln unsere herstellerunabhängige Katmai-Plattform. Die Plattform zeichnet Daten für das Energiemanagement, Condition Monitoring oder Gebäudedaten auf. Diese Daten werden visualisiert und mit Hilfe von maschinellem Lernen kann das Einsparpotential optimal ausgeschöpft werden.

Das klingt nach einer spannenden Idee! Besonders der Visualisierungsaspekt macht es den Benutzern einfacher, die Daten schnell zu verstehen und entsprechende Maßnahmen einzuleiten. Welche Technologie steckt dahinter?

Die Daten werden aus den Messgeräten in einem Unternehmen erhoben und über einen kleinen Konnektor über eine sichere Verbindung an unseren Server übertragen. Dort werden die Daten aufbereitet und den Analysen unterzogen. Die Konfiguration und die vom Anwender gestaltbare Visualisierung erfolgen über eine reine Web-Oberfläche. Damit ist die Anwendung vom Mobilgerät bis zum Desktop-PC bedien- und einsetzbar.

Meist sind die Mess-Strukturen in Unternehmen über die Zeit gewachsen. Somit ist es wahrscheinlich, dass auch unterschiedliche Messgeräte und/oder Plattformen zusammengekommen sind. Wir können unterschiedlichste Datenquellen nutzen und auch Daten aus mehreren Portalen unterschiedlicher Hersteller oder Energieversorger in einer Datenbank zusammenführen. Der Energiemanager in einem Unternehmen muss für einen monatlichen Bericht nicht mehr unterschiedliche Quellen manuell abfragen, und bekommt damit mehr Zeit, sich um das Thema Optimierung zu kümmern.

Energie Monitoring ist mittlerweile aber nichts Neues mehr. Schließlich gibt es viele junge Unternehmen, die sich dieser Herausforderung annehmen. Was lässt euch da herausstechen?

Unsere Software macht den Ressourcenverbrauch transparent: wo wird wann wieviel von welcher Ressource verbraucht. Das machen andere EM-Systeme auch. Wir gehen aber weiter und bieten an, mit erweiterter Sensorik in die Maschine zu schauen und auch dort Zustandsdaten zu erfassen, die dann mit den Verbrauchsdaten in Bezug gesetzt werden können. Das ermöglicht Kennzahlen zu bilden und das bis zu einem einzelnen Stück einer Serienfertigung. Hat man diese Zahlen einmal ermittelt, kann man sie auch nutzen, den Energieverbrauch für die geplante Produktion zu berechnen. Außerdem kann hierbei der Energieverbrauch optimiert und/oder die Energie auf dem Spotmarkt zielgenau eingekauft werden.

Das klingt nach einem guten Herausstellungsmerkmal! Vertreibt ihr eure Software als Teil eines Software-as-a-Service Modells?

Unsere Software ist im aktuellen Stadium noch im Fluss und wird beständig ausgebaut. Daher bieten wir sie zurzeit nur als Dienst an, den wir in einem deutschen nach ISO 27001 zertifizierten Rechenzentrum betreiben. Es wird sie in absehbarer Zeit aber auch als „On Premises“-Lösung geben.

Für den Dienst verlangen wir monatlich eine Bereitstellungspauschale und pro gemessenem Wert einen Betrag. Dadurch sind die Kosten überschaubar und auch für kleine Unternehmen erschwinglich.

Ressourcen sparen ist ein Prozess, der einige Zeit dauert und über unterschiedliche Schritte durchgeführt wird. Diesen Prozess wollen wir gerne mit begleiten. Neben unserer Software bieten wir dazu auch die Unterstützung bei der Planung der Messstellen, gerne zusammen mit dem Energiemanager oder einem Energieberater, der Konfiguration und der Einrichtung der Visualisierung an. Darüber hinaus helfen wir bei der Interpretation der erfassten Daten.
Gerne erstellen wir auch als Dienstleistung Software in individuellen Projekten. Wir bringen zusammen mehr als ein halbes Jahrhundert Erfahrung bei der Entwicklung von Software für industrielle Prozesse in unterschiedlichen Branchen mit. Dieses Wissen bringen wir gerne bei unseren Kunden ein!

Welche Zielgruppe wollt ihr mit eurem Produkt erreichen? Und auf welchen Märkten bewegt ihr euch schon?

Unsere Zielgruppe ist jetzt am Anfang die kunststoffverarbeitende Industrie. Hier ist ein Einsparpotenzial von bis zu 50 % vorhanden. Auch in kleineren Unternehmen können damit jedes Jahr Kosten in der Höhe des Preises einer Eigentumswohnung gespart werden. Ok, über die Größe der Wohnung reden wir hier nicht…
Wir beschränken uns aber nicht darauf, sondern bieten unsere Leistungen natürlich Unternehmen jeglicher Branche an!Gerade Zulieferbetriebe für größere Unternehmen werden sich der Herausforderung der Klimaneutralität stellen müssen. Hier ist die Einsparung von Energie, als Vorbereitung, ein Muss.

Die Endlichkeit der Ressourcen hört nicht an deutschen Grenzen auf. Das betrifft genauso Europa und den Rest der Welt. Auch wenn wir zunächst Firmen vorwiegend in Deutschland ansprechen, bietet die Webplattform eine orts- und länderunabhängige Möglichkeit die Leistungen anzubieten.

Du hast vorhin schon erwähnt, dass ihr eure Software noch weiterentwickeln wollt. Wo steht ihr denn jetzt gerade mit Komprenu und eurer Katmai-Plattform?

Unsere Plattform ist bereit Daten zu erfassen und zu visualisieren und suchen hierfür Pilotkunden. Zurzeit arbeiten wir daran, die restlichen Punkte auf der Liste des BAFA umzusetzen und als förderfähige Energiemanagement-Software eingestuft zu werden. Das soll in Q1/2020 der Fall sein.
Parallel planen wir die nächsten Schritte in Richtung Condition Monitoring und maschinellem Lernen.

Rolf-Dieter, vielen Dank für dieses spannende Gespräch! Wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg bei dem Ausbau eures Produktes und sind gespannt, wie sich Komprenu weiter entwickeln wird! Wer mehr über euch erfahren will, schaut am besten auf eurem Innoloft Profil und in den Innoloft Requests rein!

Bia ist das Startup der Woche 49: KI-gesteuerte Optimierung von Stromnetzen für Elektromobilität


Energieeffizienz & Umwelt, IT & IKT

Elektroautos sind aufgrund wirtschaftspolitischer und umweltbedingten Entwicklungen auf dem Vormarsch. Allerdings sind unsere Stromnetze nicht auf diese Entwicklungen ausgelegt. Denn die Elektrifizierung des Verkehrs erhöht die Spitzennachfrage und verursacht zusätzliche Kosten, Ineffizienzen und Umweltverschmutzung in den Stromnetzen. Außerdem haben die Stromnetze aufgrund von Unterbrechungen und mangelnder Dispositionskontrolle Schwierigkeiten bei der Integration erneuerbarer Energien, was zu Schwankungen im Netz führt. Unser Startup der Woche, Bia, hat sich diesen Problemen angenommen und mithilfe von Machine Learning Lösungen dafür entwickelt. Wir sprechen heute mit Anne-Lise Laurain, Head of Product Strategy bei Bia, um mehr über das Startup und seine Idee zu erfahren.

Hallo Anne-Lise! Danke, dass du dir heute die Zeit für uns genommen hast. Wir starten auch gleich schon mit der ersten Frage. Was macht ihr bei Bia?

Bei Bia entwickeln wir Softwarelösungen, um Elektrofahrzeuge und verteilte Speicher in Kernbestandteile sauberer und widerstandsfähiger Stromnetze zu verwandeln. Wir steuern den Ladevorgang von Elektrofahrzeugen so, dass die gesamte flexible Kapazität für den Netzbetrieb zur Verfügung steht, während Flotten und einzelne EV-Besitzer eine konstante Verfügbarkeit, billigere Ladung und gesündere Batterien haben.

Das klingt sehr spannend! Wie funktioniert das Ganze im Detail?

Unsere Softwareplattform bietet Werkzeuge für eine optimierte Interoperabilität zwischen E-Mobilität und Versorgungsunternehmen. Sie reduziert die Stromkosten und minimiert den Batterieabbau für EVs, indem sie den Ladevorgang optimiert und gleichzeitig das Kundenerlebnis erhält. Außerdem ist unsere Software in der Lage, die Lade- und Prognoseflexibilität aus der Ferne zu steuern. Das bietet Netzbetreibern neue Werkzeuge, um Spitzenlasten aus EVs zu bewältigen und die Integration intermittierender erneuerbarer Energien zu erleichtern.

Unser erstes Serviceangebot, Analytics for Insights, umfasst Datenanalysen zur Identifizierung des Flexibilitätswerts, ein Simulationsmodell mit Optimierungsszenarien und einen Vorschlag zur Implementierung. Wenn wir eine optimierte EV-Ladung implementieren, sparen unsere Kunden Geld, schonen die Batterie und haben die Möglichkeit, an Netzdienstleistungen teilzunehmen.

Darüber hinaus haben wir eine Optimierungssoftware namens Opti. Sie beinhaltet anpassbare Optionen wie z.B. die Anreizregulierung bei hohen Stromerzeugungszeiten. Schließlich wird die Zusammenführung und Optimierung dieser Speicheranlagen zu einem wertvollen Netzdienst, der neue Einnahmen durch Spitzenlasten, Nachfrageresponsoring und Zusatzleistungen ermöglicht und wertvolle Datensätze und Erkenntnisse für Netzbetreiber liefert.

Im Moment befassen sich viele mit der Optimierung der Ladenetze, was grenzt euch von deren Ideen ab?

Unsere Plattform basiert auf einer Cloud-Architektur, die für ein breites Spektrum von verteilten Speicherressourcen eingesetzt werden kann und für den Einsatz in großen Mengen konzipiert ist. Unsere Machine Learning Algorithmen analysieren und prognostizieren das EV-Verhalten. Dann finden unsere Optimierungs- und Aggregationsmodelle den höchsten Wert an Flexibilität, erneuerbaren Verbrauch und Beteiligung an Netzbetreibermärkten.

Im Gegensatz zu den meisten unserer Wettbewerber konzentrieren wir uns nicht auf die Hardwareentwicklung, sondern auf die Entwicklung skalierbarer und hardware-unabhängiger Software.

Darüber hinaus beziehen wir strategisch den unerschlossenen Markt der Light-EV-Flotten ein, den nur sehr wenige Unternehmen betrachten. Analytics for Insights bietet Datenanalysedienste, die Optimierungsmöglichkeiten für Kunden simulieren, bevor sie sich für die Implementierung unserer Software entscheiden.

Unsere Pilotprojekte in den Emerging Energy Markets bieten die Möglichkeit, ein breites Anwendungsspektrum zu validieren, von der Ladungsoptimierung bis hin zu V2G-Fähigkeiten, während wir Bia als globale Plattform mit positiven Auswirkungen auf ländliche Gemeinschaften und Mini-Netze bis hin zu zentralisierten Systemen in den am weitesten entwickelten Umgebungen etablieren.

Wir sind ein sogenanntes “world positive” Unternehmen mit der Überzeugung, dass Zero Carbon Grids nicht nur möglich sind, sondern dass sie widerstandsfähig, zuverlässig und für alle zugänglich sind.

Wie integriert ihr eure Cloud-Lösung inklusive der verschiedenen Leistungen denn in ein Geschäftsmodell?

Wir haben verschiedene Möglichkeiten, Umsatz zu generieren. Erstens erwirtschaftet Bia Einnahmen durch Daten- und Simulationsdienstleistungen mit Beraterverträgen im Rahmen von “Analytics for Insights“. Diese wird zu einem festen Projektpreis berechnet, der je nach Größe und Qualität des Datensatzes sowie dem Volumen der Flotte oder der Ladeinfrastrukturkapazität variiert.

Wir erzielen Einnahmen aus einer monatlichen Gebühr mit Opti-Implementierungen, da EV-Betreiber und Ladepunktinhaber von niedrigeren Stromrechnungen, optimiertem Batteriezustand und der Teilnahme an Netzdienstleistungen profitieren.

Als Aggregator werden wir Einnahmen aus der Teilnahme an der Nachfragesteuerung, der Lastverlagerung und der Erbringung von Zusatzleistungen generieren.

Für Versorgungsunternehmen können wir Flexibilitätsprognosen, Sichtbarkeit hinter dem Zähler und Datendienste für Echtzeit- und Zukunftsplanungsanforderungen gegen eine pauschale Jahresgebühr anbieten.

Auf welchen Märkten seid ihr vertreten?

Wir konzentrieren uns auf Europa und die USA, da wir das Potenzial bei der Öffnung der Märkte für EV-Wachstum und Demand Response sehen. Basierend auf dem erwarteten EV-Wachstum in den USA und Europa wird die gemeinsame Marktgröße bis 2030 mindestens 50 Mrd. $ betragen.

Uns erwarten auch bedeutende Chancen in den Schwellenländern, da das Wachstum von Light-EVs und erneuerbaren Energien in den nächsten Jahren exponentiell zunehmen wird. Insgesamt sehen wir eine globale Marktchance von 100 Mrd. $.

Wo steht ihr denn aktuell mit der Entwicklung von Bia? Ist eure Cloud Plattform bereits nutzbar?

Vor 7 Monaten haben wir offiziell gegründet und sind Mitglied im Accelerator-Programm von Telefonica. Außerdem sind wir in verschiedenen anderen Pilotprojekten und Programmen tätig. Zum Beispiel haben wir ein LEV2MG (Light-EV 2 Minigrid) Pilotprojekt in Bangladesch in Zusammenarbeit mit SOLShare, das 18 Mikronetze im ganzen Land besitzt und betreibt. Wir sehen ein großes Potenzial in Schwellenländern, um unsere Technologie zu validieren, unsere KI zu trainieren und kommerzielle Strategien zu testen. Wir arbeiten auch an einem neuen Piloten in Uganda, um die Batteriewechselstationen für E-Motorräder zu überwachen und zu optimieren.

Unser aktueller Fokus liegt auf dem Einsatz unseres MVP im kommerziellen Umfeld und der Einbindung unserer Kundenpipeline durch Analytics for Insights, die Daten und Optimierungsdienste bereitstellt.

Wir befinden uns jetzt in einer Seed-Finanzierungsrunde und suchen nach Angel-Investoren, öffentlichen Mitteln und Zuschussmitteln, um zu unseren ersten Einnahmen zu kommen.

Anne-Lise, leider sind wir nun schon am Ende des Interviews angekommen. Vielen Dank für die spannenden Einblicke in eure Idee. Wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg! Wer mehr über euch erfahren will, kann auf eurem Innoloft Profil und den entsprechenden Requests nachschauen.

Recogizer ist das Startup der Woche 40: Self-Learning Building Solutions


Energieeffizienz & Umwelt, Smart City & Buildings

Die Einsatzbereiche von Künstlicher Intelligenz weiten sich schon seit geraumer Zeit auf die unterschiedlichsten Branchen aus. Selbstverständlich werden auch die Energie- und Gebäudewirtschaft adressiert, in denen bspw. Stromnetze oder Energiesektoren durch künstliche Intelligenz gesteuert werden. Da liegt es natürlich nahe, eine so vielseitige Technologie auch zu Energieeffizienzzwecken zu nutzen. Unser Startup der Woche sieht das genauso. Recogizer hat daher ein selbstlernendes System entwickelt, das den Energieverbrauch von Gebäuden senkt und CO2-Emissionen vermeidet. Eine spannende Idee, über die wir im Interview mit Geschäftsführer Carsten Kreutze sprechen.

Hallo Carsten! Wir freuen uns, heute mehr über euer Startup zu erfahren und legen deswegen auch direkt los. Wer seid ihr bei Recogizer?

Wir sind Pioniere für selbstlernende Gebäudelösungen und sparen durch künstliche Intelligenz Energie in Gewerbegebäuden.

Gib uns gerne ein paar Hintergrundinfos zu euren Lösungen. Eine Künstliche Intelligenz muss ja bspw. mit einer Menge von Daten gefüttert werden. Woraus generiert ihr diese?

Unsere Lösung energyControl ist eine selbstlernende Regelung für klimatechnische Anlagen, die mit Hilfe von künstlicher Intelligenz den Energieverbrauch senkt. Mehr als 20% des thermischen Energiebedarfs in Gewerbegebäuden lassen sich so einsparen, und im gleichen Zuge CO2-Emissionen vermeiden.
Dazu wird zunächst ein digitaler Zwilling entwickelt, der passgenau auf das Gebäude zugeschnitten ist. Wir bedienen uns dafür bei allen Messdaten der Liegenschaft, die zum Beispiel von Sensoren, Reglern, Verbrauchszählern und Aktoren erhoben werden. Aus der strukturieren Datenaufzeichnung erlernt energyControl sehr genau das Anlagen-, Gebäude- und Nutzungsverhalten. Das ermöglicht eine vorausschauende Regelung, so dass wir vollkommen automatisiert Energie einsparen.

Das Konzept der Künstlichen Intelligenz ist den meisten Akteuren in der Energie- und Gebäudewirtschaft schon lange nicht mehr fremd, wenngleich es aktuell nur sporadisch genutzt wird. Was macht eure Lösung besonders und erschließt ihr den Weg in den praktischen Einsatz?

Das Besondere ist: Alle gebäudeindividuellen Faktoren werden einbezogen, die den Energieverbrauch wesentlich beeinflussen: Wetterdaten, Belegungsdaten, Nutzungs- oder Öffnungszeiten und komplexe Anlagenzusammenhänge. Durch intelligente Prognosen dieser Einflüsse wird genau so viel Wärme, Kälte und Frischluft bereitgestellt, wie es ein optimales Raumklima erfordert, mit so wenig Energieeinsatz wie möglich. Unser Ziel ist es, möglichst nah an das Optimum zu kommen: Das Gebäude verbraucht wirklich nur die benötigte Energie, und zwar völlig automatisiert. Voraussetzung ist eine Automationsebene im Gebäude, auf der energyControl über Standardschnittstellen aufgesetzt wird.

Und wie gestaltet sich das Pricing für energyControl?

Unser Pricing-Modell ist einfach: Es gibt einen Eimalpreis für Setup und Startphase, gefolgt von einem jährlichen Servicepreis für die kontinuierliche Dienstleistung. Da energyControl eine geringinvestive Maßnahme ist, rechnet sich die Investition häufig nach weniger als 12 Monaten.

Neben der selbstlernenden Regelung bieten wir ein Energiemonitoring an, dass für Transparenz über die Anlagen und Verbräuche sorgt. Damit können einzelne Gebäude und auch größere Bestände von Liegenschaften dauerhaft überwacht und verglichen werden. Monitoring ist die Basis für die vorausschauende Regelung und erfasst Daten in Echtzeit. Im energyPortal hat der Kunde jederzeit seine Einsparungen im Blick.

Gehen wir doch kurz ein bisschen näher auf eure Kunden ein. In welchen Segmenten und Branchen siedeln diese sich an?

Wir richten uns an Betreiber und Nutzer größerer Gewerbegebäude, z. B. von Hotels, dem Einzelhandel, Bürogebäuden, Bildungseinrichtungen. Deren Anliegen ist es, ihre Gebäude energiesparender zu bewirtschaften und Nachhaltigkeitsinitiativen auf den Weg zu bringen. Aufgrund des datenbasierten Ansatzes sind die Amortisationszeiten der Energieeffizienzmaßnahme sehr kurz, was für Gebäudebetreiber ein wichtiges Entscheidungskriterium ist. Wir agieren derzeit hauptsächlich im deutschsprachigen Raum, wobei auch die Projekte europa- und weltweit zunehmen.
Dabei haben wir unsere Lösung spezifisch für Bestandsgebäude zugeschnitten, und damit eine innovative Alternative zu aufwändigen Energieeffizienz-Maßnahmen geschaffen, die sich in kurzer Zeit bezahlt macht.

Ihr seid also bereits am Markt etabliert und dabei, euer Startup weiter auszubauen?

Genau, Recogizer ist schon seit einigen Jahren erfolgreich am Markt. So wird energyControl schon erfolgreich im Einzelhandel, Hotels und in Büro- und Verwaltungsgebäuden eingesetzt. Bei einem bekannten Department Store in Freiburg konnten wir beispielsweise schon im ersten Jahr der Regelung 92 Tonnen CO2 und 33.000€ Energiekosten sparen – Tendenz steigend. Das ist so viel CO2, wie ein Wald mit 7360 Buchen im Jahr binden würde. Mit jedem Projekt leisten wir gemeinsam mit unseren Kunden einen innovativen Beitrag zur Energiewende und zum Klimaschutz.

Durch strategische Partnerschaften agieren wir flexibel am Markt. Recogizer arbeitet insbesondere mit großen Unternehmen aus den Bereichen Energieversorgung zusammen wie MVV und Mainova, sowie dem Gebäudeautomatisierer Kieback & Peter.

Carsten, damit sind wir auch schon am Ende unseres Gesprächs angelangt. Vielen Dank für das spannende Interview. Wir hoffen, noch viel von euch zu hören und wünschen euch weiterhin viel Erfolg! Wer Interesse an euren Produkten oder einer Zusammenarbeit hat, darf für weitere Informationen gerne einen Blick in euer Energieloft Profil und euren Energieloft Request werfen.

encoord ist das Startup der Woche 38: enabling global energy transitions


Energieeffizienz & Umwelt, Energieversorgung

Unser Startup der Woche hat es sich zur Aufgabe gemacht, einen Beitrag zur globalen Energiewende zu leisten. Dabei geht es aber nicht um Maßnahmen, die öffentlichkeitswirksam von Endverbrauchern umgesetzt werden können – vielmehr setzt Encoord an der (Energie)Quelle an. Das deutsch- amerikanische Startup entwickelt Softwarelösungen für die Planung und Koordination gekoppelter Energienetze. Ein komplexes Thema, das uns von Co-Founder und Managing Director Kwabena Addo Pambour im Interview näher gebracht wird.

Hallo Kwabena. Vielen Dank, dass du dir heute die Zeit für uns nimmst! Wir starten auch direkt mit der ersten Frage: Kurz und knapp gesagt, was bietet Encoord?

Softwarelösungen zur Modellierung, Planung und zum Betrieb gekoppelter Energienetze.

Diese Lösungen vertreibt ihr aktuell unter dem Produktnamen SAInt. Könntest du uns etwas mehr darüber erzählen?

Gerne! SAInt ist eine Softwareanwendung zur Modellierung, Planung und zum Betrieb gekoppelter oder nicht-gekoppelter Energienetze in einer einzigen integrierten Simulationsumgebung und grafischer Benutzeroberfläche. Zu den Energienetzen gehören Strom-, Erdgas-, Wasserstoff-, Wärme- und Wassernetze. Diese können an verschiedenen Schnittstellen, wie z.B. Gaskraftwerken und Energieumwandlungsanlagen (z.B. Power-To-Gas und Power-To-Heat), gekoppelt werden. SAInt ermöglicht es dem Nutzer also zu untersuchen, wie verschiedene Energiesysteme integriert und koordiniert werden können.

Ich würde gerne an deinen letzen Satz anküpfen – Welche Mehrwerte und Schlüsse kann der Nutzer denn aus einer solchen Untersuchung ziehen?

Durch den Einsatz unserer Softwarelösung kann der Kunde Planungs- und Betriebskosten sparen, Treibhausgasemissionen reduzieren, die Energieeffizienz steigern und die Sicherheit der Energieversorgung verbessern. Unser Alleinstellungsmerkmal ist die Fähigkeit unserer Softwareanwendung, verschiedene Arten von Energienetzen und deren Kopplung (PowerToGas, GasToPower, PowerToHeat, PowerToPressure usw.) in einer einzigen Softwareumgebung zu modellieren. Durch die Modellierung gekoppelter Energiesysteme mit einer einzigen Softwarelösung kann der Anwender komplexe Zusammenhänge zwischen ihnen besser verstehen und Herausforderungen angehen, die von strukturell getrennten Modellierungstools nicht erfasst werden konnten. Darüber hinaus kann der Anwender den zeitaufwändigen und fehleranfälligen Datenaustausch sowie die ungenaue iterative Simulationsprozesse zwischen strukturell getrennten Modellierungsumgebungen vermeiden. SAInt ist derzeit die einzige Software, die gekoppelte reale Strom- und Erdgasnetze in einer einzigen Simulationsumgebung modellieren und berechnen kann.

Verstehe. In eurem Energieloft Profil habt ihr unter Anderem das Businessmodel „Licence“ angegeben. Wie gestaltet sich das im Detail?

Unser Geschäftsmodell ist in zwei Einnahmequellen unterteilt. Die erste stammt aus dem Verkauf von Jahreslizenzen unseres Softwareprodukts SAInt, das sowohl den Kundensupport als auch Software-Updates und Wartung für den gesamten Lizenzzeitraum umfasst. SAInt-Lizenzen sind unterteilt in ein Basismodul, das den Zugriff auf unsere grafische Benutzeroberfläche und verschiedene Simulationsmodelle beinhaltet, und zusätzliche Upgrade-Module, die den externen Zugriff auf unsere Anwendungsprogrammierschnittstelle und andere erweiterte Simulationsfunktionen beinhalten. Jedes Modul kann separat lizenziert werden, aber es wird mindestens eine Jahreslizenz des Basismoduls benötigt, um Jahreslizenzen unserer Upgrade-Module zu erwerben. Wir bieten auch permanente Lizenzen für das 2,5-fache der Kosten einer Jahreslizenz an, aber wir bieten Kundensupport, Wartung und Updates nur im ersten Jahr. Unsere zweite Einnahmequelle ist der Verkauf von Softwareschulungen, Beratungsdienstleistungen und der Entwicklung kundenspezifischer Softwareanwendungen, einschließlich Erweiterungen von SAInt.

Und wie sieht ein typischer Zielmarkt für euer Geschäftsmodell aus?

Unser Zielmarkt ist die Software zur Energiemodellierung. Laut einem Marktforschungsbericht (http://bit.ly/powsysmkt) wurde allein der Markt für Energiesystem-Software im Jahr 2015 auf 3,5 Milliarden US-Dollar geschätzt und wird sich in den nächsten 10 Jahren voraussichtlich auf mehr als 10,2 Milliarden US-Dollar verdreifachen. Als Startup mit einem neuen Softwareprodukt auf dem Markt können die Anschaffungskosten (COA) relativ hoch sein, da der Aufwand und die Zeit, die benötigt werden, um das Vertrauen der Kunden zu gewinnen, in unser Softwareprodukt zu investieren. Wir bieten eine Reihe von Live-Webinaren und eine 30-tägige Testphase an, bevor sich der Kunde schließlich für den Kauf einer Lizenz entscheidet. In Zukunft planen wir, unsere COA zu reduzieren, indem wir kostenlose Demo-Lizenzen und Schulungsmaterial online bereitstellen. Unsere Produkte werden international angeboten.

Das heißt, ihr habt die Markteinführung eures Produkts bereits erfolgreich hinter euch gebracht?

Genau. Unsere Softwarelösung SAInt ist seit Anfang 2018 im Handel erhältlich. Wir haben zahlende Kunden in Europa und den Vereinigten Staaten. Unser Gesamtumsatz seit Geschäftsaufnahme beträgt mehr als 200.000 Euro, wovon 25% aus dem Verkauf von Softwarelizenzen stammen. Wir haben Mittel aus einem Kfw-Bankkredit (41.000 €), E.ON agiler Beschleuniger (22.000 €, eigenkapitalfrei) und dem Grüendungszuschuss der Deutschen Arbeitsagentur (17.400 €) erhalten. In den USA haben wir kürzlich eine Schwesterfirma namens encoord, LLC gegründet, die zu gleichen Teilen im Besitz der beiden Mitbegründer der encoord GmbH ist. Das US-Unternehmen wird von unserem Mitbegründer Carlo Brancucci mit Sitz in Denver, Colorado, geleitet und wir sind daran interessiert, in der neuen Zukunft mit Investoren zusammenzuarbeiten, um unsere Fähigkeiten zu erweitern und schneller zu wachsen.

Kwabena, wir sind schon am Ende unseres Interviews angelangt! Vielen Dank für deine Zeit und das interessante Gespräch. Wir hoffen, auch weiterhin viel von euch zu hören! Wer an weiteren Informationen über euch interessiert ist, darf gerne einen Blick in euer Energieloft Profil oder euren Energieloft Request werfen.

Nuventura ist das Startup der Woche 31: the next generation of gas insulated switchgear


Energieeffizienz & Umwelt, Energieversorgung

Bei Diskussionen und Berichterstattungen um Treibhausgase ist der Begriff CO2 wohl am präsentesten. Weniger häufig fallen Verbindungen wie Methan oder Lachgas. Aber nur, wer sich intensiver mit dem Thema beschäftigt, ist schonmal auf die Familie der fluorierten Treibhausgase gestoßen. Anders als die klassischen Treibhausgase, werden die sogenannten F-Gase nämlich nicht als unerwünschte Nebenprodukte (bspw. bei der Verbrennung fossiler Rohstoffe) freigesetzt, sondern gezielt produziert. Dabei ist ihr Effekt auf die Ozonschicht laut Umwelt Bundesamt je nach Substanz 100- bis 24.000-mal höher als bei Kohlendioxid. Unser Startup der Woche, nuventura, sieht dort zurecht Handlungsbedarf und entwickelt daher eine Technologie, die ohne SF6 auskommt. CEO Fabian Lemke erklärt uns im Interview, was dahinter steckt.

Hey Fabian. Vielen Dank, dass du dir die Zeit für uns nimmst! Würdest du uns zum Einstieg einen kurzen Pitch geben?

Nuventura ermöglicht ein sichereres und effizienteres Energienetz ohne SF6 – dem stärksten Treibhausgas, das es gibt.

Ein Energienetz beinhaltet ja eine Vielzahl von Komponenten. Wo setzt eure Lösung da konkret an?

nuventura hat eine neue revolutionäre Schaltanlage erfunden – ein wesentlicher Bestandteil jedes Stromnetzes -, die frei von Treibhausgasen ist und den bestehenden Industriestandard übertrifft.
Bestehende gasisolierte Schaltanlagen (GIS) basieren auf SF6 – dem stärksten Treibhausgas, das die Menschheit kennt. Es ist 23.500 mal schlechter als CO2 in Bezug auf seine globale Erwärmungswirkung. Es handelt sich um ein synthetisches Gas, für das weder eine natürliche Senke noch eine wirksame Entsorgungsmethode zur Verfügung steht, so dass seine Anhäufung in der Atmosphäre nahezu irreversibel ist. Darüber hinaus ist das Gas extrem langlebig: Die atmosphärische Lebensdauer von SF6 beträgt 3.200 Jahre, was weit über die Lebensdauer von CO2 von 100-200 Jahren hinausgeht.
Die vorliegenden Daten zeigen, dass jedes Jahr ca. 8000t SF6 in die Atmosphäre abgegeben werden (entspricht 188.000.000.000t CO2). 80% des produzierten SF6 werden in gasisolierten Schaltanlagen eingesetzt. nuventura hat ein GIS entwickelt, das anstelle von SF6 einfach die Luft nutzt, die wir alle atmen, so dass die Verwendung dieses hochwirksamen Treibhausgases entfällt.

Das klingt sehr vielversprechend. Gibt es neben der Reduktion von Treibhusgasen weitere Vorteile, die mit eurer Schaltanlage einhergehen?

Die Technologie hat nicht nur das Potenzial, eine Treibhausgasemissionsminderung in Höhe von 100 Millionen Autos auszulösen, sondern verbessert auch die Leistung der Schaltanlagen erheblich. Es ermöglicht erstmals ein integriertes, typgeprüftes Sensorsystem. Die Technologie ebnet den Weg für Anwendungen in der Industrie 4.0, wie z.B. Zustandsüberwachung, vorausschauende Wartung oder dynamische Anpassung von maximal zulässigen Lasten. Sein innovatives Design reduziert die Gesamtbetriebskosten aufgrund der aktivierten Vorteile und der verlängerten Lebensdauer. Darüber hinaus ermöglicht es eine wettbewerbsfähige Produktion und einen wettbewerbsfähigen Betrieb, indem es den Herstellungsprozess vereinfacht und die Notwendigkeit einer Gasbehandlung und teurer Herstellungsverfahren, wie sie bei SF6-basierten Designs üblich sind, überflüssig macht.

Wie gestaltet sich denn der Vertrieb eurer Entwicklung?

Wir lizenzieren unsere Anlagen an Hersteller, die in diesem Kontext zudem als Research & Developement Center agieren. Wir arbeiten außerdem mit Endverbrauchern (DSOs und Industrie) zusammen, um sicherzustellen, dass unsere Technolgie auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist.

Du bist gerade schon am Rande auf den Industriebereich als potenziellen Markt eingegangen. Wie groß ist denn der gesamte Markt, auf dem ihr euch bewegt?

Genau, unsere Zielkunden sind die globale Gemeinschaft der Schaltanlagenhersteller und unser Produkt ist für den globalen Einsatz geeignet. Insgesamt adressiert unsere Technologie einen Markt von 11,1 Mrd. €, der bis 2024 mit einer 10 %igen CAGR zu einem 23,1 Mrd. € Markt weiter wachsen wird.

Da ist natürlich ein großes Potenzial. Welche Unternehmungen habt ihr denn bereits angestellt, um diesen Markt zu erschließen?

Nuventura hat kürzlich seine Seed-Investment-Runde mit E.ON, dem von der IBB Beteiligungsgesellschaft mbH verwalteten VC Fonds Technologie Berlin, Apex Energy Teterow und bestehenden Investoren abgeschlossen. Nach der Investition, mehreren Zuschüssen, Darlehen und nationalen und internationalen Innovationspreisen verfügt nuventura nun über einen beachtlichen 7-stelligen EUR-Betrag, um die anstehenden Ziele und Meilensteine zu realisieren. Unser Fokus liegt nun darauf, unsere nachhaltige, patentierte Technologie für gasisolierte Schaltanlagen für den gewerblichen Einsatz im Mittelspannungsbereich weiter zu zertifizieren und als Technologielizenzunternehmen in den Markt für Schaltanlagentechnologien einzusteigen. Wir führen derzeit ein Pilotprojekt mit dem deutschen Energieversorger Westnetz/Innogy durch und bereiten ein weiteres Pilotprojekt mit dem E.ON-Netzbetreiber E.DIS vor, das im Herbst dieses Jahres starten soll.

Fabian, vielen Dank für dieses spannende Interview! Wir hoffen, auch in Zukunft noch viel von euch zu hören und unterstützen euren Ansatz zur Reduktion von Treibhausgas. In diesem Zusammenhang möchten wir natürlich noch auf euren Energieloft Request aufmerksam machen, denn dort sucht ihr nach Unternehmen, die mit euch zusammenarbeiten möchten. Interessenten dürfen sich wie immer gerne bei euch melden.

Gemeinsam mit METRO als Pilot-Kunden durchstarten


Energieeffizienz & Umwelt, Energiespeicherung, IT & IKT, Smart City & Buildings

Mit unserer neuen, gemeinsam mit METRO gestarteten Challenge suchen wir nach Startups, die ihre Innovationen und Lösungen zusammen mit METRO auf den Markt bringen wollen.

Bewerbt euch bis zum 23.07.2019 mit einer Kooperationsidee bei METRO, einem führenden internationalen Spezialisten für den Groß- und Lebensmittelhandel. Mit rund 37 Mrd. Euro Umsatz im Jahr 2017/18 und mehr als 150.000 Mitarbeitern weltweit METRO als Pilot-Kunden für ein bezahlten Projekt gewinnen!

Gesucht werden digitale Lösungen für die METRO Stores im Bereich Dezentrale Energieerzeugung und -speicherung, IoT vernetzte Gebäude, Energieeffiziente Gebäude sowie nach Innovationsideen für METRO Kunden im Bereich Restaurants.

Im Rahmen ihrer Digitalisierungsstrategie möchte METRO in neue innovative Lösungen – Produkte, Geschäftsmodelle, Prozessverbesserungen – investieren.

Zum Ablauf

ENERGIELOFT unterstützt METRO bei der Auswahl von passenden Ideen. Diese reicht ihr bei uns ein. Kommen eure Kooperationsideen in die engere Wahl, könnt ihr euch einen halben Tag lang gemeinsam mit einem METRO-Mitarbeiter am Firmensitz Düsseldorf persönlich austauschen und eure Idee besprechen. Anschließend stellt ihr sie einem Expertengremium vor. Habt ihr sie von eurer Kooperationsidee überzeugt, startet ihr gemeinsam mit METRO in das bezahlte Pilotprojekt. Bei erfolgreicher Umsetzung könnt ihr euch über eine langfristige Kooperation mit METRO freuen.

Zur Bewerbung

Bewerben können sich weltweit alle Startups, die nicht älter als zehn Jahre sind.

Weitere Infos zur Challenge und zur Bewerbung findet ihr hier: METRO Startup Challenge