SPAROX ist das Startup der Woche 13: Die Plattform für Ersatzteile im Energiesektor


Energieerzeugung, Energieversorgung, Industrie 4.0 & Logistik, IT & IKT

Ersatzteile für Energieanlagen zu beschaffen ist ein echter Kraftakt. Vor allem erfordert er viel Geduld. Die Suche nach passenden Anbietern dauert lange. Außerdem muss man mit Lieferzeiten von mehreren Monaten rechnen. Unser Startup der Woche hat die Lösung gefunden, die Energieanbietern Zeit und Geld spart. Mit ihrer Plattform bietet SPAROX einen Online Marktplatz, die Anlagenbetreiber und Lieferanten schnell vernetzt. Wir haben mit Sonja Zahradnik-Leonhartsberger, Projektleiterin von SPAROX gesprochen.

Hallo Sonja! Danke, dass du dir heute die Zeit nimmst. Beschreibe SPAROX zum Start doch mal in einem Satz.

Gerne. Wir verbinden Anlagen und Ersatzteile im Energiesektor und haben ein starkes branchenrelevantes Netzwerk im deutschsprachigen geschaffen, das sich auch im Notfall binnen kürzester Zeit hilft.

Wie kann jemand, der Ersatzteile braucht, diese auch bekommen?

Sparox ist eine Vermittlerplattform für Ersatzteile, an der Anlagenbetreiber mit kritischen Ersatzteilen und Lieferanten mit einem großen Produktspektrum beteiligt sind. Wir sind sozusagen „Amazon für Ersatzteile“. Zusätzlich haben wir eine Notfallfunktion etabliert, wenn bei einem drohenden Anlagenstillstand Ersatzteile schnell benötigt werden und mit SPAROX3D gibt es auch die Möglichkeit 3D gedruckte Ersatzteile zu bestellen.

Ist diese Notfallfunktion eines eurer Alleinstellungsmerkmale?

Ja, genau. Wir sind die größte online Plattform für Ersatzteile im Energiesektor im deutschsprachigen Raum mit einer sehr raschen Hilfe bei Notfällen. Gerade in der aktuellen Corona-Krise hat sich der Nutzen von Sparox einmal mehr unter Beweis gestellt: letztendlich geht es darum einen Anlagenstillstand zu verhindern, um die sichere Versorgung der Menschen mit Energie sicherstellen zu können.

Ist eure Plattform kostenlos? Wie generiert ihr Umsatz?

Für die Anlagenbetreiber ist die Teilnahme kostenlos. Die Lieferanten zahlen eine Transaktionsgebühr.

Da ihr Ersatzteile für den Energiesektor liefert, ist eure Zielgruppe klar definiert, oder?

Ja, das stimmt. Wir sprechen Anlagenbetreiber im Energiemarkt sowie deren Lieferanten im gesamten deutschsprachigen Raum an. Wir fokussieren uns auf alle Energieerzeugungsarten sowie auf Netzbetreiber.

Du hast eben angesprochen, dass ihr die größte Plattform seid. Von welcher Größenordnung sprechen wir dabei? In welchem Stadium befindet sich SPAROX als Startup?

Die Plattform sparox.eu ist seit 02.2019 online, wir haben aktuell mehr als 15.000 Ersatzteile. Weitere 5.000 Ersatzteile werden in den nächsten Tagen hochgeladen.Wir haben bereits mehr als 100 Partner im Netzwerk, es sind viele der größten Anlagenbetreiber aus dem deutschsprachigen Raum dabei. Wir wickelten mehrere Notfallanfragen im SPAROX-Netzwerk erfolgreich ab und tragen dadurch zu einer Reduktion der Stillstandzeiten bei. Mit dem 3D Druck erzielten wir im letzten Jahr Kosteneinsparung durch Optimierungen im 6-stelligen Bereich. Wir sind ein Corporate Start-Up der Wien Energie und haben somit einen sehr starken Eigentümer. Unser internes Team besteht aus 8 MitarbeiterInnen.

Sonja, vielen Dank für das spannende Interview! Wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg und hoffen, noch viel von euch zu hören. Wer sich für weitere Informationen über euch und euer Produkt interessiert, kann gerne einen Blick auf euer Innoloft Profil werfen.

Energy Mavens ist das Startup der Woche 4: Wünsche und Bedürfnisse des Kunden verstehen


Energieerzeugung, Energiemarkt & -handel

Beim Kauf eines Produktes entscheidet der Käufer nicht mehr nur auf Grundlage des Preises. Mittlerweile spielen viele verschiedene Faktoren in die Kaufentscheidung mit ein. Dafür sind unter anderem aktuelle gesellschaftspolitischen Entwicklungen verantwortlich. Wie soll man aber nun Produkte gestalten, die dem potentiellen Kunden zusagen? Dafür hat unser Startup der Woche, Energy Mavens eine Lösung geschaffen. Mit ihren speziellen Kundenanalysen bieten sie Unternehmen Support in der Produktentwicklung.

Hallo Thomas! Wir freuen uns sehr, dass du heute hier bist. Lass uns direkt loslegen: Wie würdest du Energy Mavens in einem Satz beschreiben?

Wir analysieren die Bedürfnisse von Stromkunden, um EVUs (Energieversorgungsunternehmen Am.d.R.) in der Gestaltung und Entwicklung von Energiewende-Produkten zu unterstützen.

Wie funktioniert so eine Analyse? Welches Framework nutzt ihr dafür?

In der Psychologie entwickelt, hat sich die Conjoint-Analyse inzwischen auch im Marketing als ein Schätzverfahren durchgesetzt. Die Methode ermöglicht die Offenlegung der wahren Präferenzen von Befragten, indem eine (fiktive) Entscheidung zwischen verschiedenen Produkten abgebildet wird. Wir verwenden dabei eine moderne, adaptive Methodik, welche die Befragten individuell anspricht und so stärker involviert als bei derzeitig verwendeten Standardumfragen.

Die Anwendung unserer Conjoint-Analyse auf innovative Produkte der Energiewirtschaft, unterstützt so EVUs und Stadtwerke bei der Produktgestaltung und Kundenclusterung. Kundenbedürfnisse können so gezielter bedient und die Kunden selbst früh in die Produktentwicklung einbezogen werden. Die Kunden fühlen sich so als Mitgestalter. Außerdem ist die Befragung für sie deutlich spannender als jede herkömmliche Marketing-Umfrage. Validere Ergebnisse ermöglichen eine simulierte Bewertung von Produktkombinationen, die nicht im Fragebogen abgefragt wurden. Bspw. kann ein Konkurrenzprodukt dem eigenen gegenübergestellt und so (zu erwartende) Marktanteile abgeschätzt werden.

Du bist schon auf die Vorteile der Conjoint-Analyse eingegangen, allerdings nutzt ja nicht nur ihr diese Methode. Was macht ihr anders als eure Mitbewerber?

Momentan steht die Energiewirtschaft an einem Tipping-Point. Energieversorungsunternehmen und Stadtwerke werden von reinen Lieferanten zu Energiepartnern. Entsprechend ist ein umfangreicheres Kundenverständnis unabdingbar. Kunden treffen Entscheidungen für oder gegen einen Versorger, bzw. dessen Produkte, nicht mehr nur anhand des Preises, sondern lassen sich von einer Vielzahl an Parametern leiten. In Abhängigkeit seiner Präferenzen bieten unterschiedliche Produkte dem Kunden einen Nutzen oder nicht.

Um diese Präferenzen zu verstehen und für Energiepartner nutzbar zu machen, wenden wir die Conjoint-Analysen auf energiemarktspezifische Fragestellungen an. Aus Sicht eines Stadtwerks bedeutet das: Welche Merkmale hat ein Energiewende-Produkt? Wie bepreise ich es? Wo positioniere ich es und an wen? Durch das frühe Abfragen der Meinung von Endkunden schaffen wir es, früh ein kundenzentriertes Design zu entwickeln und Energieprodukte effizienter zu gestalten.

Im Ergebnis ermöglichen wir mit unserer Herangehensweise die Offenlegung von Zahlungsbereitschaften, Wechselhürden sowie zielgruppenspezifischen Besonderheiten. Das ermöglicht einem EVU die passgenaue Gestaltung, Platzierung und Bepreisung Ihrer Produkte.

Verstehe. Wie gestaltet sich das Pricing für Energy Mavens?

Wir bieten eine quantitative Beratung an. Dass heißt, unsere Umsätze ergeben sich aus unserem Tagessatz und den veranschlagten Beratertagen pro Projekt. Der Aufwand wird dabei für jedes Projekt individuell festgelegt. Dabei kommt es u.a. darauf an, mit welcher Datengrundlage gestartet wird und wie groß die Umfrage werden soll.

Darüber hinaus bieten wir als Partner unsere Unterstützung in verschiedenen Phasen der Produktentwicklung an. Dazu gehört z.B. die Ideengenerierung, das eigentliche Testen, die Validierung und die schlussendliche Umsetzung und Markteinführung. Wir verfolgen einen kooperativen Beratungsansatz, bei dem wir in einen engen Austausch und regelmäßige Feedback-Schleifen mit unseren Kunden treten.

Du hast schon erklärt, dass es bei euren Kunden besonders um Stadtwerke und EVUs geht. Kannst du auf eure Zielmärkte nochmal detaillierter eingehen?

Wir konzentrieren uns auf die Abteilungen Marketing und Produktentwicklung kleinerer Stadtwerke bzw. regional agierender EVUs auf dem deutschen Markt. Bei dieser Zielgruppe sehen wir das größte Potential für datenbasierte Kundenanalysen. Außerdem ist für diese Versorger mit starkem regionalen Bezug eine kundenorientierte Ausrichtung der Produkte enorm wichtig.

Wo steht ihr aktuell mit der Entwicklung von Energy Mavens? Sind eure Leistungen schon nutzbar?

Ja. Unser Fokus liegt aktuell auf der Umsetzung von Pilotprojekten und dem damit einhergehenden Aufbau von Referenzen. Den proof-of-concept, dass wir mit der Methodik Aussagen zu Energiewende-Produkten treffen können, konnten wir im Rahmen zweier Studien bereits zeigen. Eine Untersuchung zur Gestaltung des Produktes „Lokalstrom“ wurde in Kooperation mit der Allgäuer Überlandwerk GmbH durchgeführt. In einem zweiten Projekt analysieren wir die Präferenzen von EE-Investoren im Kontext von Ausschreibungen gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung (ISI). Besonders stolz sind wir in diesem Zusammenhang, dass wir am Fraunhofer ISI seit dem ersten September 2019 als Kompetenzausgründung geführt werden.

Jetzt sind wir leider schon am Ende des Interviews angekommen. Danke dir Thomas für das interessante Gespräch! Wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg für die Zukunft von Energy Mavens! Wer mehr über euch erfahren möchte, kann sich gerne euer Innoloft Profil und eure Innoloft Requests anschauen.

SOLARIMO ist das Startup der Woche 2: Neue Energie für die Stadt


Energieeffizienz & Umwelt, Energieerzeugung, Energiemarkt & -handel

Die Folgen des Klimawandels sind bereits deutlich spürbar. Glücklicherweise sind wir in Deutschland von Naturkatastrophen, wie Überflutungen oder starken Waldbränden bisher noch nicht betroffen gewesen. Trotzdem müssen auch wir unser Verhalten nachhaltiger gestalten. Photovoltaik und Grünstrom sind beliebte Lösungen, um die Erzeugung von CO2 einzudämmen. Oft ist die Planung und Errichtung einer solchen Anlage kompliziert und abschreckend. Unser Startup der Woche, SOLARIMO kümmert sich um genau diesen Fall. Wie das genau aussieht, haben wir mit Sebastian Lammers, Projektentwickler bei SOLARIMO, besprochen.

Hallo Sebastian! Danke, dass du dir heute für uns Zeit genommen hast. Wir freuen uns schon sehr, SOLARIMO näher kennenzulernen. Würdest du uns deswegen direkt einen kleinen Pitch geben, was ihr bei SOLARIMO macht?

Gerne! SOLARIMO plant, errichtet und betreibt Photovoltaikanlagen auf Mietimmobilien. Damit wird der sogenannte Mieterstrom erzeugt, mit dem wir den Mietern Zugang zu dem günstigen Öko-Strom vom eigenen Dach geben. So leisten wir einen Beitrag für die nachhaltige Energieversorgung.

Das klingt sehr spannend! Wie genau sieht denn das Konzept dahinter aus?

Wie schon angerissen, bauen und planen wir Photovoltaikanlagen auf Mehrfamilienhäusern und bieten den nachhaltig erzeugen Strom für die Mieter an. Die Gebäudeeigentümer profitieren durch eine nachhaltige und soziale Aufwertung ihrer Immobilien. Der komplette Bauprozess wird dabei von uns mit lokalen Installateuren durchgeführt und begleitet. Diese Umsetzung eines Mieterstromprojektes ist mit unserem Modell bei Neu- und Bestandsobjekten möglich. Außerdem setzen wir Projekte mit Batteriespeichern sowie Ladesäulen für Elektrofahrzeuge um.

Zurzeit existieren viele neue Unternehmen mit der Idee, Photovoltaik-Anlagen auf Immobilien zu errichten und somit grünen Strom zu erzeugen. Welchen Mehrwert generiert ihr mit SOLARIMO, den eure Konkurrenten nicht anbieten?

Wir bieten unseren Kunden ein Mieterstrom-Komplettpaket an. Hier übernehmen wir die Beratung, Planung, Finanzierung und Installation der Anlage. Hinzu kommt die komplette Abwicklung mit Vermarktung und Verkauf des Stroms an die Mieter. Die Mieter erhalten von uns die komplette Stromversorgung zu einem Preis, der mindestens 10% unter dem Grundversorgertarif liegt. Sie können somit an der Energiewende teilhaben und von ihr profitieren. Mit der Errichtung von Photovoltaikanlagen leisten die Gebäudeeigentümer einen Beitrag zur Energiewende im städtischen Raum und sorgen für eine lokale und klimafreundliche Energieversorgung.

Verstehe. Wie sieht euer Pricing-Modell aus?

Unser Geschäftsmodell ist simpel: Wir bieten den Mietern einen günstigen und ökologischen Stromtarif und versuchen den größten Anteil des Stroms auf dem eigenen Dach zu produzieren. Gleichzeitig erhalten unsere B2B-Kunden einen Vorteil, indem sie sich nachhaltig positionieren können. Unsere Einnahmen erzielen wir aus dem Stromverkauf an die Mieter und aus der Vergütung für die Einspeisung des restlichen Stroms in das Netz.

Als Kundensegment hast du bis jetzt den B2B Sektor genannt. Richtet ihr euer Produkt nur auf B2B Kunden aus? Könntest du nochmal genauer auf eure Zielgruppen eingehen?

Unsere Kundengruppe lässt sich in den B2B und B2C Markt gliedern. B2B sind die Gebäudeeigentümer. Hier wären zum Beispiel Genossenschaften, Wohnungsbauunternehmen sowie Projektentwickler und Kommunen zu nennen. Aktuell sind wir nur national tätig.
Abschließend würde es uns noch interessieren, in welcher Entwicklungsphase sich SOLARIMO aktuell befindet. Welche Ziele verfolgt ihr zukünftig, besonders in 2020?

Abschließend würde es uns noch interessieren, in welcher Entwicklungsphase sich SOLARIMO aktuell befindet. Welche Ziele verfolgt ihr zukünftig, besonders in 2020?

SOLARIMO ist seit 2 Jahren am Markt und hat in über 35 Projekten bereits mehr als 3200 Kwp Leistung umgesetzt. Aktuell stehen bereits mehrere Folgeaufträge in verschiedenen Genossenschaften in der Warteschleife, sodass wir zuversichtlich und optimistisch in das nächste Geschäftsjahr blicken. Da wir als Corporate Start-Up zur Engie Gruppe gehören sind wir auch im nächsten Jahr von keiner Fremdfinanzierung abhängig.

Sebastian, vielen Dank für dieses spannende und ausführliche Interview. Wir wünschen euch für die weitere Entwicklung von SOLARIMO viel Erfolg. Wer euch dabei unterstützen möchte, kann gerne einen Blick auf euer Innoloft Profil werfen.

SolarWorX ist das Startup der Woche 27: Solar power for rural electrification


Energie & Umwelt, Energieerzeugung, Energieversorgung

Führt man in Deutschland einen politischen Diskurs über die Stromversorgung, fallen häufig Buzzwords wie „erneuerbare Energien“, „smart grid“ oder „Speichersysteme“. Diese Begriffe sind von technologischem Fortschritt geprägt, denn ist bereits ein Stromnetz aufgebaut und etabliert, folgen Weiterentwicklungen und Optimierungsmaßnahmen. Was dabei jedoch oft nicht berücksichtigt wird: 1,2 Milliarden Menschen auf der Erde leben noch gänzlich ohne Stromzugang. Stattdessen werden fossile Brennstoffe, wie bspw. Diesel oder Kerosin eingesetzt – selbstredend mit erheblichen Auswirkungen auf Natur und Gesellschaft. Unser Startup der Woche, SolarWorX, hat daher die Initiative ergriffen und reagiert auf diese Problemstellungen. Wie? Das erläutert uns CEO Felix Boldt im Interview.

Hallo Felix, vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast! Wir freuen uns, heute mehr über SolarWorX zu erfahren. Deswegen starte ich auch direkt mit der ersten Frage: Wie würdest du euch in einem Satz vorstellen?

Wir bieten innovative Solarstromlösungen für 1.2 Milliarden Menschen ohne Stromzugang.

Ein sehr sozialer Ansatz. Könntest du da ein bisschen weiter ins Detail gehen? Wie ist eure Lösung bspw. technisch aufgebaut?

Unsere Solarstromlösungen richten sich an Menschen in Sub-Sahara Afrika, die fernab des öffentlichen Stromnetzes leben. Unsere Systeme lassen sich modular erweitern und sprechen mit unseren Kunden in lokalen Sprachen wie Suaheli und Wolof. Einzelne Anlagen können untereinander zu einem DC-Microgrid verbunden werden, wodurch Nachbarn Strom teilen und größere Verbraucher problemlos betrieben werden können. Unsere Produkte sind IoT integriert und lassen sich bequem über das Handyguthaben der Kunden in Raten bezahlen (PayGo). Wir nutzen sauberen Solarstrom, verwenden Kunststoffe auf Holzbasis für unsere Produktgehäuse und innovative Batterietechnologien ohne Verwendung seltener Erden.

Du hast gerade schon einige Aspekte aufgezählt, die eure Technologie und eure Mission auszeichnen. Schafft ihr darüber hinaus weitere Mehrwerte?

Wir haben unsere langjährige Erfahrung als Gründer im off-grid Solarsektor genutzt, um eine einzigartige, auf unsere Zielmärkte zugeschnittene Lösung zu entwickeln. Die Systeme können zum Betrieb von Haushaltsgeräten (Lampen, Fernseher, Kühlschrank) genutzt werden aber auch lokale Kleinbetriebe ohne Stromnetzzugang unterstützen. Im Vergleich zu Dieselgeneratoren und dem Anschluss an ein Stomnetz bieten wir eine kostengünstigere und ökologisch nachhaltige Alternative.

Der durch eure Anlagen produzierte Strom ist ja für den Endverbraucher gedacht. Ist euer Geschäftsmodell dementsprechend aufgebaut?

Nein, wir verfolgen da ein anderes Konzept. Aus unserer Erfahrung hat sich gezeigt, dass vertikal integrierte B2C Konzepte mit regionalem Fokus riskant sind und eine schnelle Skalierung verhindern. Wir vertreiben unsere Produkte daher auf B2B Basis an lokale, in den Zielmärkten (zurzeit West-Afrika) erfahrene Distributoren. Abgesehen davon bieten wir Beratungsleistungen für Distributoren, NGOs und weitere internationale Akteure an.

Verstehe. Zu Anfang hast du von 1,2 Milliarden Menschen gesprochen, die derzeit ohne Stromzugang leben. Welche Auswirkungen hat eine solche Lebensweise?

Genau, mehr als 1 Milliarde der ärmsten Menschen der Welt haben keinen Zugang zu Strom. 600 Millionen allein in Sub-Sahara Afrika. Die meisten von Ihnen nutzen fossile Brennstoffe, wie Kerosin für Licht und Diesel für Generatoren. Der fehlende Zugang zu einer sauberen und kostengünstigen Stromversorgung schränkt die Bildungschancen von Kindern ein, schädigt die Gesundheit von Familien und bietet nur sehr begrenzt Möglichkeiten Einkommen zu generieren. Diese Auswirkungen können dann natürlich gesellschaftlich und politisch weitergesponnen werden.

Ihr habt euch 2018 gegründet und seitdem schon einige Meilensteine bestritten. kannst du uns darüber etwas mehr erzählen?

Seit Ende 2018 testen wir unsere Solarstromsysteme in zwei Pilotprojekten mit insgesamt 250 Anlagen in Senegal und Kamerun. Die erste kommerzielle Produktion findet ab kommenden Monat statt. Parallel entwickeln wir zuzeit ein Microgrid-Modul, welches kommenden Herbst pilotiert wird. Wir konnten uns ein Seed-Investment von InnoEnergy sichern, diverse Zuschüsse und möchten nun Ende Juni unser Series-A Funding schließen. Für unsere Solar Home Systeme wurden wir u.a. mit dem „Digital Solar & Storage“ Award ausgezeichnet und haben uns für die globale Finalrunde von „Empower a billion lives“ von IEEE qualifiziert.

Vielen Dank für das spannende Interview, Felix. Wir finden euer Projekt klasse und wünschen euch auch weiterhin viel Erfolg! Um die Serienproduktion eurer Lösung und weitere Entwicklungen wie bspw. Lösungsgeschäfte für Micro-Grids und die Entwicklung und Sicherung von Q&A-Prozessen anzugehen, sucht ihr noch Investoren. Mehr dazu ist in eurem Energieloft Call zu finden.