Energy Mavens ist das Startup der Woche 4: Wünsche und Bedürfnisse des Kunden verstehen


Energieerzeugung, Energiemarkt & -handel

Beim Kauf eines Produktes entscheidet der Käufer nicht mehr nur auf Grundlage des Preises. Mittlerweile spielen viele verschiedene Faktoren in die Kaufentscheidung mit ein. Dafür sind unter anderem aktuelle gesellschaftspolitischen Entwicklungen verantwortlich. Wie soll man aber nun Produkte gestalten, die dem potentiellen Kunden zusagen? Dafür hat unser Startup der Woche, Energy Mavens eine Lösung geschaffen. Mit ihren speziellen Kundenanalysen bieten sie Unternehmen Support in der Produktentwicklung.

Hallo Thomas! Wir freuen uns sehr, dass du heute hier bist. Lass uns direkt loslegen: Wie würdest du Energy Mavens in einem Satz beschreiben?

Wir analysieren die Bedürfnisse von Stromkunden, um EVUs (Energieversorgungsunternehmen Am.d.R.) in der Gestaltung und Entwicklung von Energiewende-Produkten zu unterstützen.

Wie funktioniert so eine Analyse? Welches Framework nutzt ihr dafür?

In der Psychologie entwickelt, hat sich die Conjoint-Analyse inzwischen auch im Marketing als ein Schätzverfahren durchgesetzt. Die Methode ermöglicht die Offenlegung der wahren Präferenzen von Befragten, indem eine (fiktive) Entscheidung zwischen verschiedenen Produkten abgebildet wird. Wir verwenden dabei eine moderne, adaptive Methodik, welche die Befragten individuell anspricht und so stärker involviert als bei derzeitig verwendeten Standardumfragen.

Die Anwendung unserer Conjoint-Analyse auf innovative Produkte der Energiewirtschaft, unterstützt so EVUs und Stadtwerke bei der Produktgestaltung und Kundenclusterung. Kundenbedürfnisse können so gezielter bedient und die Kunden selbst früh in die Produktentwicklung einbezogen werden. Die Kunden fühlen sich so als Mitgestalter. Außerdem ist die Befragung für sie deutlich spannender als jede herkömmliche Marketing-Umfrage. Validere Ergebnisse ermöglichen eine simulierte Bewertung von Produktkombinationen, die nicht im Fragebogen abgefragt wurden. Bspw. kann ein Konkurrenzprodukt dem eigenen gegenübergestellt und so (zu erwartende) Marktanteile abgeschätzt werden.

Du bist schon auf die Vorteile der Conjoint-Analyse eingegangen, allerdings nutzt ja nicht nur ihr diese Methode. Was macht ihr anders als eure Mitbewerber?

Momentan steht die Energiewirtschaft an einem Tipping-Point. Energieversorungsunternehmen und Stadtwerke werden von reinen Lieferanten zu Energiepartnern. Entsprechend ist ein umfangreicheres Kundenverständnis unabdingbar. Kunden treffen Entscheidungen für oder gegen einen Versorger, bzw. dessen Produkte, nicht mehr nur anhand des Preises, sondern lassen sich von einer Vielzahl an Parametern leiten. In Abhängigkeit seiner Präferenzen bieten unterschiedliche Produkte dem Kunden einen Nutzen oder nicht.

Um diese Präferenzen zu verstehen und für Energiepartner nutzbar zu machen, wenden wir die Conjoint-Analysen auf energiemarktspezifische Fragestellungen an. Aus Sicht eines Stadtwerks bedeutet das: Welche Merkmale hat ein Energiewende-Produkt? Wie bepreise ich es? Wo positioniere ich es und an wen? Durch das frühe Abfragen der Meinung von Endkunden schaffen wir es, früh ein kundenzentriertes Design zu entwickeln und Energieprodukte effizienter zu gestalten.

Im Ergebnis ermöglichen wir mit unserer Herangehensweise die Offenlegung von Zahlungsbereitschaften, Wechselhürden sowie zielgruppenspezifischen Besonderheiten. Das ermöglicht einem EVU die passgenaue Gestaltung, Platzierung und Bepreisung Ihrer Produkte.

Verstehe. Wie gestaltet sich das Pricing für Energy Mavens?

Wir bieten eine quantitative Beratung an. Dass heißt, unsere Umsätze ergeben sich aus unserem Tagessatz und den veranschlagten Beratertagen pro Projekt. Der Aufwand wird dabei für jedes Projekt individuell festgelegt. Dabei kommt es u.a. darauf an, mit welcher Datengrundlage gestartet wird und wie groß die Umfrage werden soll.

Darüber hinaus bieten wir als Partner unsere Unterstützung in verschiedenen Phasen der Produktentwicklung an. Dazu gehört z.B. die Ideengenerierung, das eigentliche Testen, die Validierung und die schlussendliche Umsetzung und Markteinführung. Wir verfolgen einen kooperativen Beratungsansatz, bei dem wir in einen engen Austausch und regelmäßige Feedback-Schleifen mit unseren Kunden treten.

Du hast schon erklärt, dass es bei euren Kunden besonders um Stadtwerke und EVUs geht. Kannst du auf eure Zielmärkte nochmal detaillierter eingehen?

Wir konzentrieren uns auf die Abteilungen Marketing und Produktentwicklung kleinerer Stadtwerke bzw. regional agierender EVUs auf dem deutschen Markt. Bei dieser Zielgruppe sehen wir das größte Potential für datenbasierte Kundenanalysen. Außerdem ist für diese Versorger mit starkem regionalen Bezug eine kundenorientierte Ausrichtung der Produkte enorm wichtig.

Wo steht ihr aktuell mit der Entwicklung von Energy Mavens? Sind eure Leistungen schon nutzbar?

Ja. Unser Fokus liegt aktuell auf der Umsetzung von Pilotprojekten und dem damit einhergehenden Aufbau von Referenzen. Den proof-of-concept, dass wir mit der Methodik Aussagen zu Energiewende-Produkten treffen können, konnten wir im Rahmen zweier Studien bereits zeigen. Eine Untersuchung zur Gestaltung des Produktes „Lokalstrom“ wurde in Kooperation mit der Allgäuer Überlandwerk GmbH durchgeführt. In einem zweiten Projekt analysieren wir die Präferenzen von EE-Investoren im Kontext von Ausschreibungen gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung (ISI). Besonders stolz sind wir in diesem Zusammenhang, dass wir am Fraunhofer ISI seit dem ersten September 2019 als Kompetenzausgründung geführt werden.

Jetzt sind wir leider schon am Ende des Interviews angekommen. Danke dir Thomas für das interessante Gespräch! Wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg für die Zukunft von Energy Mavens! Wer mehr über euch erfahren möchte, kann sich gerne euer Innoloft Profil und eure Innoloft Requests anschauen.

SOLARIMO ist das Startup der Woche 2: Neue Energie für die Stadt


Energieeffizienz & Umwelt, Energieerzeugung, Energiemarkt & -handel

Die Folgen des Klimawandels sind bereits deutlich spürbar. Glücklicherweise sind wir in Deutschland von Naturkatastrophen, wie Überflutungen oder starken Waldbränden bisher noch nicht betroffen gewesen. Trotzdem müssen auch wir unser Verhalten nachhaltiger gestalten. Photovoltaik und Grünstrom sind beliebte Lösungen, um die Erzeugung von CO2 einzudämmen. Oft ist die Planung und Errichtung einer solchen Anlage kompliziert und abschreckend. Unser Startup der Woche, SOLARIMO kümmert sich um genau diesen Fall. Wie das genau aussieht, haben wir mit Sebastian Lammers, Projektentwickler bei SOLARIMO, besprochen.

Hallo Sebastian! Danke, dass du dir heute für uns Zeit genommen hast. Wir freuen uns schon sehr, SOLARIMO näher kennenzulernen. Würdest du uns deswegen direkt einen kleinen Pitch geben, was ihr bei SOLARIMO macht?

Gerne! SOLARIMO plant, errichtet und betreibt Photovoltaikanlagen auf Mietimmobilien. Damit wird der sogenannte Mieterstrom erzeugt, mit dem wir den Mietern Zugang zu dem günstigen Öko-Strom vom eigenen Dach geben. So leisten wir einen Beitrag für die nachhaltige Energieversorgung.

Das klingt sehr spannend! Wie genau sieht denn das Konzept dahinter aus?

Wie schon angerissen, bauen und planen wir Photovoltaikanlagen auf Mehrfamilienhäusern und bieten den nachhaltig erzeugen Strom für die Mieter an. Die Gebäudeeigentümer profitieren durch eine nachhaltige und soziale Aufwertung ihrer Immobilien. Der komplette Bauprozess wird dabei von uns mit lokalen Installateuren durchgeführt und begleitet. Diese Umsetzung eines Mieterstromprojektes ist mit unserem Modell bei Neu- und Bestandsobjekten möglich. Außerdem setzen wir Projekte mit Batteriespeichern sowie Ladesäulen für Elektrofahrzeuge um.

Zurzeit existieren viele neue Unternehmen mit der Idee, Photovoltaik-Anlagen auf Immobilien zu errichten und somit grünen Strom zu erzeugen. Welchen Mehrwert generiert ihr mit SOLARIMO, den eure Konkurrenten nicht anbieten?

Wir bieten unseren Kunden ein Mieterstrom-Komplettpaket an. Hier übernehmen wir die Beratung, Planung, Finanzierung und Installation der Anlage. Hinzu kommt die komplette Abwicklung mit Vermarktung und Verkauf des Stroms an die Mieter. Die Mieter erhalten von uns die komplette Stromversorgung zu einem Preis, der mindestens 10% unter dem Grundversorgertarif liegt. Sie können somit an der Energiewende teilhaben und von ihr profitieren. Mit der Errichtung von Photovoltaikanlagen leisten die Gebäudeeigentümer einen Beitrag zur Energiewende im städtischen Raum und sorgen für eine lokale und klimafreundliche Energieversorgung.

Verstehe. Wie sieht euer Pricing-Modell aus?

Unser Geschäftsmodell ist simpel: Wir bieten den Mietern einen günstigen und ökologischen Stromtarif und versuchen den größten Anteil des Stroms auf dem eigenen Dach zu produzieren. Gleichzeitig erhalten unsere B2B-Kunden einen Vorteil, indem sie sich nachhaltig positionieren können. Unsere Einnahmen erzielen wir aus dem Stromverkauf an die Mieter und aus der Vergütung für die Einspeisung des restlichen Stroms in das Netz.

Als Kundensegment hast du bis jetzt den B2B Sektor genannt. Richtet ihr euer Produkt nur auf B2B Kunden aus? Könntest du nochmal genauer auf eure Zielgruppen eingehen?

Unsere Kundengruppe lässt sich in den B2B und B2C Markt gliedern. B2B sind die Gebäudeeigentümer. Hier wären zum Beispiel Genossenschaften, Wohnungsbauunternehmen sowie Projektentwickler und Kommunen zu nennen. Aktuell sind wir nur national tätig.
Abschließend würde es uns noch interessieren, in welcher Entwicklungsphase sich SOLARIMO aktuell befindet. Welche Ziele verfolgt ihr zukünftig, besonders in 2020?

Abschließend würde es uns noch interessieren, in welcher Entwicklungsphase sich SOLARIMO aktuell befindet. Welche Ziele verfolgt ihr zukünftig, besonders in 2020?

SOLARIMO ist seit 2 Jahren am Markt und hat in über 35 Projekten bereits mehr als 3200 Kwp Leistung umgesetzt. Aktuell stehen bereits mehrere Folgeaufträge in verschiedenen Genossenschaften in der Warteschleife, sodass wir zuversichtlich und optimistisch in das nächste Geschäftsjahr blicken. Da wir als Corporate Start-Up zur Engie Gruppe gehören sind wir auch im nächsten Jahr von keiner Fremdfinanzierung abhängig.

Sebastian, vielen Dank für dieses spannende und ausführliche Interview. Wir wünschen euch für die weitere Entwicklung von SOLARIMO viel Erfolg. Wer euch dabei unterstützen möchte, kann gerne einen Blick auf euer Innoloft Profil werfen.

Olmatic ist das Startup der Woche 28: Products and systems for Industry 4.0 and IoT


Energiemarkt & -handel, Energieversorgung, Industrie 4.0 & Logistik

Obwohl der Zusatz „smart“ schon länger die Diskussion über Energiemanagementsysteme prägt, sind konkrete Umsetzungansätze nur selten zu finden. Das findet auch unser Startup der Woche, denn herkömmliche Systeme sind meist unflexibel und plattformgebunden. Einer der Mitgründer von Olmatic, Christian Olma, stellt uns daher im Interview die Lösung des Startups vor: Das Olmatic Power Tracking.

Hallo Christian! Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast. Wir freuen uns schon sehr, Olmatic näher kennenzulernen. Würdest du uns deswegen direkt einen kleinen Pitch geben?

Klar, gerne! Wir entwickeln, fertigen und vermarkten Geräte und Systeme für das Energiemanagement 4.0 und die drahtlose Vernetzung durch zentrale Steuereinheiten im Industrie 4.0 und IoT Bereich. Unser hochinnovatives Olmatic Power Tracking ermöglicht dabei eine maximale Autarkie im Energiebereich.

Was hat es denn genau mit dem Olmatic Power Tracking auf sich?

Das sogenannte Olmatic Power Tracking (OPT) ist eine intelligente Kombination aus Hardware und Software, vereint in einem Produkt, was sich mit der völlig autarken Versorgung elektrischer Verbraucher über regenerative Energiequellen ohne die Notwendigkeit des konventionellen Versorgungsnetzes befasst. Um die durch erneuerbare Energiequellen (Solarzellen, Windturbinen, Wasserkraftwerke, usw.) verfügbare Leistung auf effektivste Weise zu verwenden, ohne überschüssige Energie in Form von Verlustleistung oder ähnlichem zu verlieren, bietet das OPT entsprechende Technologien und Systematiken, um eine dynamische Leistungsverteilung und Priorisierung der Energie- und Verbraucherquellen zu realisieren. Das bedeutet, dass bei optimaler Auslegung die Möglichkeit besteht, nahezu komplett auf das öffentliche Versorgungsnetz zu verzichten und den Energiebedarf über das konventionelle Versorgungsnetz auf < 1% zu reduzieren. Selbst beim Einsatz des Systems ohne regenerative Energiequellen, d.h. direkt über das konventionelle Versorgungsnetz, können hiermit bereits >30% an Energieeinsparung im Vergleich zu herkömmlichen Energiemanagementsystemen realisiert werden.
Das Hauptaugenmerk unseres Energiemanagementsystems liegt auf der spezifischen Behandlung jeder Eingangsquelle und jedes Verbraucheroutputs unabhängig voneinander. Dies gibt uns die Möglichkeit einer Energieverteilung an alle Verbraucher eines Systems mit höchster Effizienz. In Kombination mit einer direkten Integration in die Versorgungsleitung und offenen Schnittstellen in der Kommunikationsleitung können unsere Energiemanagementsysteme einfach an bestehende Systeme angepasst oder in diese integriert werden. Somit ist eine Energieverteilung über die Grenzen einer bestimmten Plattform oder Systems hinweg möglich.

Wie schlägt sich euer Produkt denn verglichen mit aktuell bereits etablierten Energie-Management-Systemen?

Im Gegensatz zu herkömmlichen Energie-Management-Systemen zeichnet es sich vor allem durch die zusätzliche Vernetzung des Smart Grid auf Versorgungsebene aus, welche eine stufenlose Leistungsregulierung (0-100%) und Leistungsverteilung ermöglicht. Durch die spezifische Betrachtung aller Energieverbraucher und der Plattformunabhängigkeit der Systeme, kann ein hocheffizientes Energy-Sharing zwischen verschiedenen Energiesystemen mit maximalem Wirkungsgrad betrieben werden. Herkömmliche Systeme sind plattformgebunden und können lediglich über die Kommunikationsschnittstellen kommunizieren und leiden durch das statische Ein- und Abschalten auf Basis von vorkonfigurierter Leistungshysterese unter höheren Verlusten und fehlender Dynamik. Insbesondere in sicherheitsrelevanten Systemen kann die simple Abschaltung zu enormen Sicherheitslücken oder Chaosszenarien führen, welche das OPT-Verfahren über intelligente und dynamische Leistungsregulierung und Verteilung auf Basis von Priorisierungen vermeidet. Durch kundenspezifische, individuell anpassbare Ausführungen der Module, kann eine maximale Energieeinsparung zu geringen Investitionskosten für den Hersteller/Entwickler erreicht werden, welche geringe Amortisationszeiten versprechen. Das OPT-Verfahren wird hierfür mit bereits bestehenden und am Markt etablierten Energie-Management-Modulen und zentralen Steuereinheiten des Olmatic Produktsortiments verknüpft und realisiert dadurch die zwei folgenden Kernprodukte, welche jeweils in Kombination oder autark voneinander in allen AC und DC strombasierten Energiesystemen, konventioneller und regenerativer Erzeugungsart, verwendet werden können.

Verstehe. Du hast gerade davon gesprochen, dass ihr eure Produkte kundenspezifisch und individuell anpasst. Das Pricing gestaltet sich dann sicherlich genauso, oder?

Unter Anderem. Wir verfolgen die Umsetzung von zwei unterschiedlichen Geschäftsmodellen. Einsereits verkaufen wir über den Direktvertrieb im B2B Bereich durch entsprechender Akquise unseres Vertriebsteams und im Zuge von Networking-Maßnahmen und andererseits haben wir einen großen Kooperationspartner namens Endrich Bauelemente Vertriebs GmbH, welcher für uns als Zwischenhändler fungiert und international aktiv unsere Produktreihe verkauft. Da wir stets kundenspezifische Produkte anbieten, ist das Pricing-Modell variabel und je nach Komplexität und Aufwand kalkuliert. Als zusätzliche Leistung bieten wir im Bereich des Energie Management 4.0 die komplette Energieberatung als zusätzliche Dienstleistung mit an.

Was sagst du denn zu dem Markt, den ihr aktuell adressiert? Inwieweit siehst du dort Wachstumspotenziale, Chancen und auch Risiken?

Ein Produkt wie das Olmatic Power Tracking zum richtigen Zeitpunkt in einem Markt zu platzieren, welcher momentan mehr denn je im aktuellen Fokus steht, bringt zweifelsohne eine riesige Chance mit sich, das Unternehmen als Vorreiter in einem zukünftig stetig steigenden Markt zu etablieren. Da der Markt der elektrischen Verbraucher in den kommenden Jahren eher steigen wird, die konventionellen Energieressourcen dagegen eher sinken werden, ist damit zu rechnen, dass der Markt im Segment der regenerativen Energieversorgung für die kommenden Jahrzehnte ein gesichertes Wachstum mit sich bringt. Der rechtzeitige Markteintritt, sowie der Schutz des Produkts gegenüber Mitbewerbern stellen für uns also eine riesige Chance dar, uns schon jetzt nachhaltig für die kommenden Jahrzehnte gesund aufzustellen. Nichtsdestotrotz ist der Markt hart umkämpft und bereits durch eine große Anzahl an „Big Playern“ besiedelt, welche den Konkurrenzkampf gerne und direkt annehmen werden und bereits entsprechenden finanziellen Background besitzen, um hier kurzfristig aktiv zu werden. Die große Chance ist somit also gleichzeitig ein großes Risiko, den Konkurrenzkampf und somit die Marktanteile bereits zu Beginn zu verlieren, sofern die Strategie und die Ziele nicht mit vollster Präzision verfolgt werden. Wir verfolgen die internationale Zielgruppe.

Ihr habt euch 2016 gegründet, seitdem ist bestimmt viel passiert. Einige Ergebnisse hast du uns ja im Interview schon erläutert. Wie sehen die nächsten Schritte für die Entwicklung von Olmatic aus?

Ein wesentlicher Meilenstein der Strategie stellt die Überführung der bereits vorhandenen Prototypen in eine Marktreife dar. Ziel soll es sein, diese schnellstmöglich am Markt platzieren zu können. Ein Proof-of-Concept der Prototypen wurde bereits erfolgreich durchgeführt, so dass der nächste Schritt gemäß der Strategie darin bestehen soll, entsprechende abschließende Entwicklungsschritte zur Serienreife durchzuführen. Diese beinhalten im Wesentlichen eine letzte Optimierung der Erkenntnisse aus den Prototypentests, die Anpassung der Konformität zu den gültigen Standards und Normen, eine Planung und Umsetzung notwendiger Produktionsprozesse sowie eine finale Zulassung der Produkte. Im Zuge der Prototypenphase wurde ein neues Energiemanagementmodul entwickelt, welches das OPT-Verfahren beinhaltet. In diesem Zuge sollen kurzfristig zwei neue Produkte entstehen, welche direkt an bereits vorhandene Kundennetzwerke und Vertriebswege vermittelt werden können. Das Energieversorgungsmodul soll das erste Produkt der neuen Universal 4.0 Reihe werden und dient in der aktuellen Ausführung als Energieversorgungsmodul für die intelligente Versorgung und das Energiemanagement gemäß OPT für Verbraucher im Niederspannungsbereich. Die um die Software-Funktionalität des OPT erweiterte wiu kann direkt als Nachfolgemodell der bereits vorhandenen plus der zusätzlichen Funktion des OPT vermarktet werden und dient zukünftig als zentrales Gateway und Steuereinheit zur digitalen Vernetzung des Systems.

Christian, vielen Dank für dieses spannende und ausführliche Interview. Wir wünschen euch für die weitere Entwicklung von Olmatic viel Erfolg. Wer euch dabei unterstützen möchte, kann gerne einen Blick in euren EnergieLOFT Request werfen, denn dort sucht ihr noch Investoren für das Olmatic Power Tracking.

Eturnity ist das Startup der Woche 25: Effiziente Beratung zu erneuerbaren Energien


Energie & Umwelt, Energiemarkt & -handel

Das fast schon omnipräsente Thema „erneuerbare Energien“ wirft vor allem bei Endverbrauchern viele Fragen auf. Wer sich bspw. ein PV-Sytem anschaffen möchte, muss sich zunächst durch einen Dschungel aus Informationen, Technologien und Anbietern kämpfen – und das oftmals ohne greifbares Ergebnis. Unser Startup der Woche, Eturnity, entwickelt daher eine Software, die den gesamten Beratungsprozess zu erneuerbaren Energien abdeckt. Wie das genau funktioniert, erklärt uns CEO Matthias Wiget im Interview.

Hallo Matthias! Vielen Dank, dass du dir heute die Zeit für uns nimmst. Wir starten auch direkt mit der ersten Frage, die du gerne kurz und bündig beantworten kannst. Was ist Eturnity?

Die Softwarelösung für effiziente und kundenorientierte Beratung zu erneuerbaren Energiesystemen für Energieversorger, Grosshändler und PV- und Heizinstallateure.

So ein Beratungsprozess umfasst von der Erstberatung bis hin zum (Kauf-)Abschluss sicher zahlreiche Zwischenschritte. Werden die alle von eurer Software abgedeckt?

Genau. Unsere Lösungen integrieren den gesamten Prozess von der Kundenakquise und Erstberatung über die Simulation und Auslegung von Anlagen und die Verfassung von Angeboten auf einer Plattform. Die Simulation von Solaranlagen und Heizsystemen erfolgt basierend auf einer ausgeklügelten Simulation in 15-Minuten Auflösung. Dabei werden individuelle Verbrauchsprofile, lokale Klimadaten und Ertragsprofile oder auch variierende Einspeise- und Verbrauchstarife berücksichtigt. Unsere Kunden können die Simulationen und Beratungen basierend auf Ihren Preisen und den am häufigsten verwendeten Komponenten durchführen. Wenn die Zusammenstellung der benötigten Komponenten erfolgt ist, kann per Knopfdruck ein versandfertiges PDF erstellt werden. Im PDF für den Endkunden sind alle wichtigen Informationen zum neuen System, den Umweltauswirkungen und der weiteren Vorgehensweise enthalten. Natürlich kommen die PDF Angebote im individuellen Design unserer Kunden daher.

Das klingt sehr spannend! Nichtsdestotrotz sind Beratungstätigkeiten, gerade von komplexen Produkten, häufig noch von persönlicher Interaktion geprägt. Was bietet ihr dem Endkunden für Mehrwerte, die in diesem klassichen Modell vielleicht nicht vorhanden sind?

Mit unseren Produkten können unsere Kunden den Zeitaufwand für die Prozesse von der Kundenakquise bis zum finalen Angebot um 50 – 80 % reduzieren. Das führt natürlich zu massiven Kosteneinsparungen. Zusätzlich erhöht sich auch die Wahrscheinlichkeit, dass ein potentieller Endkunde ein Angebot akzeptiert. Mit unseren Beratungstools und den ansprechend aufbereiteten Informationen fühlen sich die Endkunden sehr professionell beraten. Dank der Online-Präsenz mit dem individuell gebrandeten Solarrechner und Heizungsrechner stellen unsere Kunden zudem sicher, dass sich potentielle Endkunden rund um die Uhr und auch am Wochenende über ein potentielles neues Heizsystem oder eine Solaranlage informieren können.

Verstehe. Wie bildet sich denn das Geschäftsmodell zu eurer Software?

Unsere Produkte können in einem Lizenzmodell mit jährlich anfallenden Lizenzgebühren genutzt werden. Ausschlaggebend für den Preis ist dabei die Anzahl der Projekte, für welche ein Kunde jährlich Beratungen durchführt. Zusätzlich zu unseren Kernprodukten leisten wir für unsere Kunden auch individuelle Anpassungen.

Und auf welchen Märkten agiert ihr aktuell?

Ursprünglich sind wir aus der Schweiz. Wir freuen uns, dass wir in der Schweiz bereits viele Installateure und Energieversorger zu unseren geschätzten Kunden zählen dürfen. Seit letztem Jahr sind unsere Produkte nun auch in Deutschland und in Skandinavien erhältlich.

Wirft man einen Blick auf eure Website, ist dort eine Liste mit Referenzen, die sich durchaus sehen lässt. Ihr seid also nicht mehr ganz neu im Geschäft. Würdest du deswegen nochmal darauf eingehen, wo ihr euch aktuell in der Entwicklung von Eturnity befindet und was ihr in näherer Zukunft geplant habt?

Wir befinden uns aktuell in der Wachstumsphase und freuen uns tagtäglich neue Kunden von unseren Produkten überzeugen zu können. In diesem Jahr freuen wir uns besonders, unsere Produkte im Heizungsbereich weiter auszbauen. Bereits jetzt ist es möglich mit unserer Plattform Solaranlagen, Batteriespeicher, Ladestationen, Energiemanagementsysteme und Heizsysteme zu verkaufen. In Zukunft möchten wir diese Palette stetig erweitern und stärker integrieren und so einen Beitrag zur nachhaltigeren Entwicklung der Gebäudeinfrastruktur leisten.

Matthias, vielen Dank für das spannende Interview! Wir wünschen euch auch weiterhin viel Erfolg und Tatendrang bei der Entwicklung eures Unternehmens. Wer Eturnity dabei bspw. als Vertriebspartner unterstützen will, kann gerne einen Blick in euren Energieloft Call werfen oder sich direkt bei euch melden.