Startups of the Month – April 2020


Energieeffizienz & Umwelt, Energiespeicherung, IT & IKT

Unsere vier Startups der Woche im April auf einen Blick

Mit dem Startup of the Month April Beitrag vermitteln wir euch spannende Einblicke über Innovationen von Wecreation, IoT connctd, Qarnot und Ice on Battery. Wir haben aus ihren Startup of the Week Interviews die wesentlichen Facts in Kürze für euch zusammengetragen. Erfahrt mehr zu ihren Produkten, Technologien, Geschäftsmodellen, Märkten, Zielgruppen. Weitere Details könnt ihr in den ihren Startup of the week – Interviews nachlesen. Um direkt in Kontakt mit ihnen zu treten, könnt ihr unseren Messenger aus unserer Datenbank nutzen. Dazu loggt ihr euch ein oder registriert euch mit eigenem Profil in unserer Datenbank. Es erwarten euch weitere spannende Features!

WeCreation – Den menschlichen Teil der Digitalisierung im Blick (KW15)

Wir befähigen Organisationen dazu, durch Kulturwandel und Zukunftskompetenzen die Zukunft aktiv zu gestalten und Wandel als Chance zu nutzen.“ Christian Binninger, Co-Gründer Wecreation GmbH

Die Digitalisierung wird nicht nur technisch vorangetrieben. Darin involviert sind Menschen. Daher fokussiert sich das Startup WeCreation auf „den menschlichen Teil der Digitalisierung“. Über agile Projekte, in verschiedenen Workshop-Formaten oder mittels Führungs- und Team-Coachings begleiten sie Organisationen bei ihren Transformationsprozessen von innen heraus. Dabei geht es um das Entfalten von Kreativität, um Lernprozesse, Teamfähigkeit und dem Erlangen von Zukunftskompetenzen. Mit ihrer WeAcademy kann das Gelernte in Form von „blended learning“ vertieft werden. In Folge der Corona-Krise hat WeCreation drei neue Online-Formate gelauncht. Zwar können alle Organisationen von ihren Service-Angeboten profitieren. Seit ihrer Gründung ist WeCreation auf die Energiewirtschaft ausgerichtet und arbeitet eng mit Stadtwerken und Versorgungsunternehmen zusammen. Zu ihren Kunden zählen unter anderem die Stadtwerke Haldensleben, die Stadtwerke Menden und die Stadtwerke Dessau. Mehr Details über sie und ihre Leistungen könnt ihr im Interview nachlesen oder erfahrt ihr in ihren Kunden Requests.

Zum Startup der Woche Interview KW15

IoT connctd – IoT-Plattform für skalierbare datenbasierte Services (KW16)

„Wir haben die offene und skalierbare Service Creation IoT Plattform entworfen und realisiert, um die Entwicklung von datenbasierten Services zu vereinfachen.“ Axel Schüßler, Co-Founder und CEO von IoT connctd

IoT connctd hat eine Service-Plattform für die Nutzung und Anwendung von IoT-Daten geschaffen. Diese hilft Kunden dabei, datenbasierte skalierbare Services zu entwickeln. Hierbei unterstützt IoT connctd sowohl bei der technischen Realisierung wie zum Beispiel der Datengenerierung und -auswertung sowie bei der agilen Weiterverarbeitung durch Simulationen, Tests, Piloten und schließlich Skalierung. Ihre cloudbasierte IoT-Service Plattform bildet die einzelnen Schritte ab. Ihr Angebot adressiert IoT connctd an Gerätehersteller in Form von Software. Sie können die IoT-Plattform als IoT-Backend nutzen. Für Service-Entwickler gibt es die GRAPH-API, die wie eine Google-Suchmaschine für das Internet der Dinge funktioniert. Dabei achtet IoT connctd auf die Entkopplung von Nutzer-Daten und IoT-Daten. Sie verschlüsseln alle Interaktionen und erlauben nur authentifizierten Zugriff. Das Hosting erfolgt in Deutschland und der EU. Vom Leistungsangebot ist IoT connctd breit aufgestellt. Zudem etablieren sie einen Datenmarktplatz, um hier den gezielten Austausch von Daten zu organisieren. Ihre Service-Angebote rund um die IoT-Plattform sind weltweit abrufbar. Wogegen sie sich bei Projekten gegenwärtig auf den europäischen Markt fokussieren. Weitere Infos, Kontaktdetails sowie Partnerschaftsgesuche erfahrt ihr in unserer Datenbank in ihren Requests.

Zum Startup der Woche Interview KW16

Qarnot Energy – Patentierter Green IT-Ansatz nutzt Abwärme aus IT-Berechnungen (KW17)

„Wir nutzen Abwärme aus IT-Berechnungen, um Gebäude und Wasser nachhaltig zu heizen.“ Paul Benoit, Co-Founder und CEO

Mit dem verstärkten Einsatz moderner IT-Technologien im Zuge der Digitalisierung steigen ebenso Energieverbräuche. Die Bereitstellung von Rechenkapazitäten in Rechenzentren geht somit mit einem erhöhten Energiebedarf einher. Gleichzeitig erzeugen Rechenzentren sehr viel Abwärme. Einen Lösungsansatz hat Qarnot Energy entwickelt. Sie nutzen die durch Rechenzentren erzeugte Abwärme sinnvoll, indem sie diese durch ihre patentierte Technologie dem Energiesystem erneut zur Verfügung stellen. Hierfür haben sie einen Rechenheizer und einen digitalen Wasserkessel entwickelt. Mit diesen versorgen sie Heizkunden mit Wärme und Rechenkunden mit Rechenleistung. Für eine effektive Verteilung in Gebäuden mit IT-Ressourcen und Wärme sorgen Anschlüsse zum Glasfasernetz. Ihr Vertrieb ist auf den B2B-Bereich ausgerichtet. Die meisten Kunden sind in Frankreich verortet. Qarnot Energy will sein Angebot jedoch auf den europäischen Markt ausdehnen und hat hier insbesondere Großbritannien, den DACH- sowie den nordeuropäischen Raum im Blick. Mit der Rückgewinnung von Abwärme als Ressource kann Qarnot Energy sowohl Energieverbräuche senken als auch zu einem deutlich verringerten Kohlenstoff-Fußabdruck von Rechnern beitragen. Ihre weltweit patentierte Technologie ermöglicht einen innovativen nachhaltigen und wirtschaftlichen Green IT Ansatz, der einen Knotenpunkt zwischen IT und Gebäuden herstellt. Direkten Kontakt zu Qarnot Energy aufnehmen, könnt ihr über unsere Datenbank und ihre Requests.

Zum Startup der Woche Interview KW17

ICE-ON Battery – Energie in Kälte speichern (KW18)

Wir arbeiten an einem innovativen Kälteenergiespeicher. Die Technologie ist patentiert und erlaubt Energieüberschuss zu speichern und Treibhausgase zu reduzieren. Dariusz Ziemski, CEO 

ICE-ON Battery nutzt Eis als Energieträger, um Energie in Form von Kälte zu speichern. Kälte wiederum wird für industrielle Kühlungsvorgänge oder für Klimaanlagen benötigt. Mit der ICE-ON Battery kann sowohl konventionell erzeugte wie auch erneuerbare Energie in Form von Eis gespeichert werden. Bei der Umwandlung von Kälte in elektrischen Strom wird Wärme frei. Eine Kombination dessen schafft Voraussetzungen für eine optimierte Nutzung von Energie in einem Energie-Multisystem. In Verbindung mit Photovoltaik oder Wind kann der Wirkungsgrad der erneuerbaren Energie erhöht werden und gleichzeitig die Energieeffizienz von Kühl- und Heizsystemen verbessert werden. Das bringt wirtschaftliche Vorteile und lässt gleichzeitig Treibhausgas-Emissionen sinken. Ihre Kältespeicher bietet ICE-ON Systemanbietern und Unternehmen der erneuerbaren Energiebranche an. Sie arbeiten ebenso mit Branchenverbänden, Forschungsinstituten und staatlichen Organisationen zusammen. Gegenwärtig sind die ersten Pilotprojekte in Deutschland am Start. Seinen Kunden wird ICE-ON Batteries ein umfassendes Dienstleistungsangebot anbieten, welches von Planungs- und Konzeptstudien, Installation, Wartung und Schulung reicht. Ebenso wird es Softwarelösungen für die Fernsteuerung geben. Werft einen Blick in die Datenbank, um mehr über ihre Kooperationsrequest zu erfahren.

Zum Startup der Woche Interview KW18

ICE-ON Battery ist das Startup der Woche 18: Energie in Kälte umwandeln


Energie & Umwelt, Energieeffizienz & Umwelt, Energiespeicherung

Was wäre wenn man den Phasenübergang von Wasser zu Eis nutzen könnte? Zum Beispiel für die Energiespeicherung? Unser Startup der Woche hat ein Produkt entwickelt, welches Energiespeicherung und Energieabgabe mit diesen Phasenübergängen ermöglicht. Die Idee von ICE-ON Battery ist nicht nur innovativ, sondern auch gut für die Umwelt. In unserem Interview haben wir von CEO Dariusz Ziemski mehr darüber erfahren.

Hallo Dariusz! Schön, dass du heute unsere Fragen beantwortest. Erkläre uns doch noch einmal kurz, was es mit dem Projekt ICE-ON auf sich hat.

Wir bei ICE-ON Battery arbeiten an einem innovativen Kälteenergiespeicher. Die Technologie ist patentiert und erlaubt Energieüberschuss zu speichern und Treibhausgase zu reduzieren.

Welche Technologie steckt dahinter?

Der Kälteenergiespeicher ICE-ON nutzt den Phasenübergang von Wasser zu Eis zwecks der Energiegewinnung. Im Grunde wird bei der ICE-ON Battery Eis als Energieträger verwendet. Die Energie wird in Form von Kälte freigesetzt, die in Klimaanlagen oder bei industriellen Kühlungsvorgängen genutzt wird. Die ICE-ON Battery bietet darüber hinaus eine einzigartige Möglichkeit elektrische Energie aus konventionellen und erneuerbaren Energien zu speichern. Diese wird in Zeiten des Energieüberschusses als Eis gespeichert.

Bei der Umwandlung von elektrischer Energie in Kälte entstehen große Mengen an Wärme. Je nach Lösung geht diese entweder verloren oder wird tatsächlich genutzt. In Kombination mit einem Fernsteuerungsprogramm ermöglichen wir eine optimale Bewirtschaftung und Nutzung der gespeicherten Energie. Diese Funktionalität von ICE-ON bietet unbegrenzte Einsatzmöglichkeiten. Zum einen in Zusammenarbeit mit Klima- und Kälteanlagen und zum anderen als Bestandteil eines Energie-Multisystems.

Welche Vorteile bietet euer Kälteenergiespeicher noch?

Durch die Anwendung unserer Kältespeicher kann man die Verwaltung des Energieverbrauchs (Kühlung und Heizungssysteme) optimieren. Dank der Synergie-Effekte mit Photovoltaik und Windrädern erhöht ICE-ON den Wirkungsgrad der erneuerbaren Energiequellen. So trägt die Verwendung von ICE-ON zum „Peakshaving“ und zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen bei.

Wofür zahlen eure Kunden genau?

Wir bieten unseren Kunden und Partnern ein umfassendes Dienstleistungspaket an, von der Durchführbarkeitsstudie und Unterstützung bei den Entwurfsarbeiten bis hin zur Überwachung der Ausführung der Installation und Wartung. Als Hersteller der ICE-ON Kältespeicher bieten wir außerdem die Lieferung der Produkte und die Schulung der Handwerker an. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, die Softwarelösung für das Fernsteuerungsprogramm zu erhalten. Hierdurch können weitere Einnahmen auf unserer Seite erzielt werden.

Da ihr einen Kälteenenergiespeicher herstellt, zählen sicher Energieunternehmen zu euren Kunden, oder?

Das stimmt. Generell sind wir offen für vielfältige Möglichkeiten einer Zusammenarbeit mit Unternehmen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien und mit ihren Systemanbietern. Aber auch an einer Zusammenarbeit mit Branchenverbände, staatliche Organisationen und Forschungsinstitute sind wir interessiert. Dabei operieren wir sowohl national, als auch international.

Kann euer Produkt, der Kältespeicher ICE-ON schon genutzt werden? Und was möchtet ihr dieses Jahr noch erreichen?

Die ersten Pilotprojekte bestätigten die Vorteile der ICE-ON Batterien. Wir haben bereits ein Forschungsprojekt beim Fraunhofer Institut eingeleitet. Hier werden Tests im Hinblick auf die technischen Daten durchgeführt. Darüber hinaus werden die Auswirkungen der ICE-ON Batterien auf die deutsche Energiewirtschaft analysiert. Die Produktion startet dann Ende diesen Jahres. Es werden gerade die ersten Pilotprojekte auf dem deutschen Markt vorbereitet und realisiert.

Dariusz, vielen Dank für das spannende Interview! Wir wünschen ICE-ON Batteries in dieser Zeit nur das Beste und sind gespannt, wie ihr euch weiter entwickelt. Wer mehr über euch erfahren möchte, kann sich euer Innoloft Profil und eure Requests anschauen.

Instagrid ist das Startup der Woche 45: Portable Power for Professionals


Energiespeicherung

Mobile Energie wird Vielerorts benötigt: Bei Veranstaltungen, auf Baustellen oder bei der Neugestaltung des Gartens. Da es dafür noch keine effiziente bzw. nachhaltige Lösung gibt, werden auf Baustellen bspw. noch häufig Dieselgeneratoren eingesetzt. Die Nachteile sind sicherlich für alle klar. Unser Startup der Woche, instagrid, schließt diese technologische Lücke mit seinen innovativen Batteriespeichersystemen. In unserem Interview mit Gründer Sebastian Berning erfahren wir mehr darüber.

Hey Sebastian! Schön, dass du heute hier bist. Wir beginnen direkt mit einer kurzen Frage. In einem Satz: Was entwickelt instagrid?

instagrid entwickelt und vermarktet die leistungsfähigsten mobilen Batteriespeichersysteme für professionelle Anwender, die derzeit auf dem Markt sind.

Das klingt sehr spannend. Könntest du uns etwas mehr über eure Technologie erzählen?

instagrid hat Batterien entwickelt, die ohne zusätzliche Umrichter oder Umrichter am üblichen Netz aufgeladen werden können und diese auch bei hoher Leistung wieder zur Verfügung stellen können. Man kann sich das so vorstellen, als bräuchte man kein Ladegerät, um sein Smartphone aufzuladen, oder als könnte man seine Autobatterie verwenden, um einen Bohrer direkt zu betreiben. Da die Eigenschaften dieser neuen Batterien weitgehend durch die komplexe Software der Batterien definiert sind, nennen wir die Technologie eine software-defined Batterie. Die Technologie ist ausschließlich auf die Umwandlung von Strom ausgerichtet und kann mit jeder Batteriezelle kombiniert werden, z.B. Lithium-Ionen-Batterien oder Blei-Säure-Batterien.

Zu Beginn des Interviews hast du eure Batterien als „leicht“ und „kompakt“ beschrieben. Bilden diese Eigenschaften neben der „mobilität“ auch euer USP?

Genau. Da unsere Batterien keine Stromrichter benötigen, können mit ihnen Systeme für Netzanwendungen geschaffen werden, die kompakter, leichter, kostengünstiger und leistungsfähiger sind als herkömmliche Systeme. Wir nutzen die Technologie derzeit, um tragbare Energiespeicher für professionelle Anwender zu entwickeln. Unsere Kunden kommen zum Beispiel aus der Bauindustrie, dem Gartenbau oder der Veranstaltungstechnik und sparen viel Zeit bei der Verlegung von Stromkabeln und der Suche nach Steckdosen. Darüber hinaus können unsere Nutzer sicher sein, vor Ort immer einen geeigneten Stromanschluss zu haben, ohne ein Gerät zur Stromerzeugung dabei haben zu müssen. Unsere Batterie-Netzteile sind etwa 50% leichter und 65% kleiner als andere Geräte auf dem Markt und sind die einzigen Systeme, die die volle Netzspannung für den Betrieb von Großgeräten wie Hochdruckreinigern bereitstellen. Dennoch sind die Geräte absolut wasserdicht, da zur Kühlung keine Belüftung erforderlich ist.

Und wie vertreibt ihr euer Produkt?

Zum einen entwickeln wir auf Basis unserer Batteriemodule White Label-Produkte für Großkunden. Diese Produkte werden in Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten entwickelt, zertifiziert und hergestellt. Die Produkte werden dann von den White-Label-Kunden selbst vertrieben, und wir bieten auf Anfrage Kundendienste an. Andererseits werden wir ab 2020 unsere Batteriespeichersysteme unter unserer eigenen Marke für die mobile Energieversorgung anbieten. Diese Batterien werden dann ausschließlich zur Online-Miete über ein Direktkunden-Servicemodell angeboten. Auf diese Weise hoffen wir, sehr günstige und faire Einstiegspreise anbieten zu können, da neben einer monatlichen Grundgebühr auch eine nutzungsabhängige Komponente berechnet wird.

Du hast bereits eure Kunden erwähnt, die aus vielen verschiendenen Branchen kommen. Sprecht ihr dementsprechend auch unterschiedliche Märkte an?

Wir adressieren derzeit den Markt für mobile Stromerzeuger, der weltweit mehrere Milliarden Euro umfasst. Wir glauben, dass dieser Markt schnell wachsen kann, wenn eine zuverlässige und komfortable elektrische Lösung zur Verfügung steht – wie bei Pedelecs / E-Bikes in den letzten Jahren zu beobachten war. Darüber hinaus adressieren wir bereits andere Märkte mit Pilotkunden, wie beispielsweise kompakte Solarspeicher für Mietwohnungen in der Stadt oder elektrische Reservekanister für Elektroautos. Letzteres testen wir derzeit mit norwegischen und finnischen Automobilclubs. Da Skandinavien in Sachen Nachhaltigkeit oft eine Vorreiterrolle spielt, haben wir dort seit letztem Jahr ein Büro, das unsere Business Development Aktivitäten koordiniert. Unsere Produkte werden international, außerhalb der EU, z.B. in den USA, vertrieben.

Damit kommen wir zur letzten Frage: Wo steht ihr derzeit mit der Entwicklung eurer Technologie? Bestimmt habt ihr seit eurer Gründung hart daran gearbeitet.

Wir industrialisieren derzeit unsere ersten Serienprodukte mit mehreren Markenpartnern. Die Technologie ist weitgehend ausgereift und wird derzeit von diesen Partnern unter Laborbedingungen und im Feld auf Herz und Nieren geprüft. 2019 war für uns bereits ein sehr erfolgreiches Jahr. Nach unserer Seed-Finanzierung im Januar konnten wir ein tolles Team aufbauen und wurden im Frühjahr von InnoEnergy als innovativstes Energiespeicher-Startup der Welt mit einem Preisgeld von 100.000 Euro ausgezeichnet.

Sebastian, vielen Dank für das spannende Interview! Wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg und hoffen, noch viel von euch zu hören. Wer sich für weitere Informationen über euch und euer Produkt interessiert, kann gerne einen Blick auf euer Innoloft Profil werfen.

m-Bee ist das Startup der Woche 44: Wechselrichter für Batteriespeichersysteme


Energiespeicherung

Viele Experten sind sich einig, die Energiewende wird maßgeblich durch erneuerbare Energien wie Solarenergie oder Windkraft bestimmt. Die zentrale Frage ist jedoch: Wie kann eine stabile Stromversorgung gewährleistet werden, wenn der Wind ausbleibt oder die Sonne von Wolken verdeckt wird? Grundsätzllich ist die Antwort simpel. Der Strom muss gespeichert werden. Die Praxis birgt jedoch zahlreiche Herausforderungen, sodass es aktuell noch keine effizienten und zuverlässigen Speichersysteme gibt. Unser Startup der Woche, m-Bee, möchte das ändern und entwickelt zu diesem Zweck innovative Wechselrichter für Batteriespeichersysteme. Eine zukunftsweisende Technologie, über die uns Co-Founder Nam Truong im Interview mehr erzählt.

Hallo Nam! Vielen Dank, dass du dir heute die Zeit nimmst. Wir starten direkt mit der ersten Frage: Wie würdest du m-Bee kurz und knapp vorstellen?

Mit unserer neuen, modularen Wechselrichtertechnologie setzen wir einen neuen Standard für große Batteriesysteme, um den Einsatz von Batterien im Stromnetz und im Mobilitätsbereich zu beschleunigen.

Dahinter stecken mit Sicherheit komplexe technologische Feinheiten. Könntest du uns die anhand der Batteriesysteme etwas genauer erklären?

Gerne! Batteriesysteme bestehen aus Batterien zur Speicherung der Energie und Wechselrichtern, die die gespeicherte Energie in nutzbare elektrische Energie für das Stromnetz umwandeln. In heutigen Systemen werden Hochvolt-Batteriepacks mit einer Nennspannung von rund 800 Volt eingesetzt, die dann an einen großen Zentralwechselrichter angeschlossen werden, um die Verbindung zum Stromnetz zu gewährleisten.
Wir realisieren ein anderes Prinzip, bei dem der große und sperrige Zentralwechselrichter durch eine verteilte Elektronik ersetzt wird, die auf kleineren Batteriemodulen mit weniger als 60 Volt montiert ist. Anstatt die Batteriespannung zu zerhacken, um die erforderliche Wechselspannung für das Stromnetz zu erreichen, koordiniert unsere Technologie die Batteriemodule dynamisch, um die nötige Wechselspannung aktiv zu erzeugen.

Du hast eure Entwicklung gerade schon mit den aktuell genutzen Systemen verglichen. Könntest du in diesem Zusammenhang nochmal konkret auf die Vorteile der m-Bee Lösung eingehen?

Unsere neue Wechselrichtertechnologie verbessert den Aufbau von Batteriespeichersystemen. Die Vorteile sind eine personensichere Batteriespannung, Ausfallsicherheit und eine Reduzierung des Energieverlustes um 70%. Dies bedeutet unmittelbar einen schnelleren und kostengünstigeren Aufbau von Batteriesystemen und eine höhere Sicherheit für die Mitarbeiter bei Produktion, Installation und Wartung.
Die Batteriesysteme, die unsere Technologie verwenden, sind zudem zuverlässiger bei geringeren Ausfallzeiten und bieten eine höhere Effizienz und damit geringere Energiespeicherungskosten (levelized cost of storage, LCOS).

Und vertreibt ihr die Batteriesysteme als Ganzes oder lediglich eure Wechselrichtertechnologie?

Wir verstehen uns als Lieferant von Wechselrichtern für Batteriesystemintegratoren. Das Geschäftsmodell ist daher ein klassisches Produktmodell in einem Lieferantenumfeld, in dem wir mit einer überschaubaren, aber wachsenden Anzahl von Kunden adressieren. Diese dienen als Multiplikatoren für unser Produkt.
Wir werden unseren Kunden einen attraktiven Preis anbieten, der sich trotz der Vielzahl an technischen und wirtschaftlichen Vorteile, die das Produkt bietet, am Marktpreis orientiert. Zusätzliche, anspruchsvollere Funktionen, wie z.B. unterbrechungsfreie Stromversorgung oder Inselnetzfähigkeit, werden bei Bedarf gegen Aufpreis freigeschaltet. Unser Ziel ist es, maßgeschneiderte Lösungen für die Bedürfnisse unserer Kunden anzubieten.

Verstehe. Welchen Markt adressiert ihr denn mit eurem Geschäftsmodell und welches Potenzial seht ihr dort?

Wir werden uns zunächst auf den Markt für stationäre Batteriespeichersysteme in Deutschland konzentrieren. Wir befinden uns derzeit in Gesprächen mit den größten Batteriesystemherstellern, um unsere Technologie zu demonstrieren zu können. Sobald wir die ersten Produkte fertig haben, werden wir nicht nur unsere Produktion steigern, sondern auch eine Internationalisierung anstreben. Allein der Weltmarkt für Batteriewechselrichter in der stationären Anwendung soll bis 2025 auf 3,4 Milliarden Euro wachsen und weitere hohe Wachstumsraten sind prognostiziert.
Da wir über ein vielseitiges System verfügen, dessen Eigenschaften vor allem durch Software definiert sind, können wir schnell zu anderen Anwendungen übergehen, wie z.B. batteriegepufferte DC-Ladestationen für Elektrofahrzeuge oder dem Antriebsstrang von Elektrofahrzeugen. Diese weiteren Anwendungen werden wir mittelfristig angehen.

m-Bee wurde Anfang diesen Jahres gegründet und hat seitdem schon einiges geschafft. Wo steht ihr denn gerade mit der Entwicklung eures Produkts und welche Ziele wollt ihr in näherer Zukunft erreichen?

Derzeit testen wir unseren ersten Prototypen voller Größe mit einer Nennleistung von 100 kW bei einem Pilotkunden vor Ort. Wir werden die Erkenntnisse bei der Entwicklung der nächsten Version berücksichtigen, die als Grundlage für die erforderliche Zertifizierung und die Produktionsoptimierung dienen wird. Die Markteinführung ist für Mitte 2020 geplant.
Aktuell sind wir über ein Förderprogramm der Bundesregierung (EXIST Forschungstransfer) finanziert und haben zusätzlich bereits eine Investition erhalten. Derzeit arbeiten wir an einer Investition im 7-stelligen Bereich, um unsere Entwicklung und unser Wachstum zu beschleunigen. Wir laden Investoren und mögliche neue Teammitglieder ein, Teil von m-Bee zu werden und den nächsten Standard für Batteriesysteme zu setzen.

Nam, vielen Dank für das spannende Interview! Wir wünschen euch für die Markteinführung viel Erfolg und hoffen, noch viel von euch zu hören! Wer Interesse daran hat, euch bei der Unternehmensentwicklung zu unterstützen, darf gerne einen Blick in euer Innoloft Profil werfen.

Gemeinsam mit METRO als Pilot-Kunden durchstarten


Energieeffizienz & Umwelt, Energiespeicherung, IT & IKT, Smart City & Buildings

Mit unserer neuen, gemeinsam mit METRO gestarteten Challenge suchen wir nach Startups, die ihre Innovationen und Lösungen zusammen mit METRO auf den Markt bringen wollen.

Bewerbt euch bis zum 23.07.2019 mit einer Kooperationsidee bei METRO, einem führenden internationalen Spezialisten für den Groß- und Lebensmittelhandel. Mit rund 37 Mrd. Euro Umsatz im Jahr 2017/18 und mehr als 150.000 Mitarbeitern weltweit METRO als Pilot-Kunden für ein bezahlten Projekt gewinnen!

Gesucht werden digitale Lösungen für die METRO Stores im Bereich Dezentrale Energieerzeugung und -speicherung, IoT vernetzte Gebäude, Energieeffiziente Gebäude sowie nach Innovationsideen für METRO Kunden im Bereich Restaurants.

Im Rahmen ihrer Digitalisierungsstrategie möchte METRO in neue innovative Lösungen – Produkte, Geschäftsmodelle, Prozessverbesserungen – investieren.

Zum Ablauf

ENERGIELOFT unterstützt METRO bei der Auswahl von passenden Ideen. Diese reicht ihr bei uns ein. Kommen eure Kooperationsideen in die engere Wahl, könnt ihr euch einen halben Tag lang gemeinsam mit einem METRO-Mitarbeiter am Firmensitz Düsseldorf persönlich austauschen und eure Idee besprechen. Anschließend stellt ihr sie einem Expertengremium vor. Habt ihr sie von eurer Kooperationsidee überzeugt, startet ihr gemeinsam mit METRO in das bezahlte Pilotprojekt. Bei erfolgreicher Umsetzung könnt ihr euch über eine langfristige Kooperation mit METRO freuen.

Zur Bewerbung

Bewerben können sich weltweit alle Startups, die nicht älter als zehn Jahre sind.

Weitere Infos zur Challenge und zur Bewerbung findet ihr hier: METRO Startup Challenge