inveox ist das Startup der Woche 8: Pathologie neu durchdacht


Health & FoodTech

Jeder zweite Mensch wird im Laufe seines Lebens mit einer Krebsdiagnose konfrontiert. Jede Krebsdiagnose sollte daher schnell, sicher und zuverlässig erfolgen. Um die Sicherheit und Zuverlässigkeit zu erhöhen, brauchen wir ein Automatisierungssystem für die Histopathologie. Dieses System kommt von inveox, unserem Startup der Woche. Was dahinter steckt und wie es funktioniert, hat uns Shelley Pascual, Communications Specialist von inveox im Interview erzählt.

Hey Shelley! Super, dass du heute Zeit für uns hast. Bei inveox geht es vor allem um den Bereich der Krebsdiagnose. Wie optimiert ihr die Vorgänge in dem Bereich?

inveox bringt künstliche Intelligenz und ein großes Datenpotenzial in die Krebsdiagnose ein, indem es den präanalytischen Prozess automatisiert und so die Fehlerquote verringert. Fehler können zum Beispiel durch Probenverwechslungen oder Datenverlust auftreten. Gleichzeitig verbessert sich die Patientensicherheit und die Effizienz des Labors.

Wie helfen eure Produkte bei der Automatisierung des Prozesses?

Die Forschung zeigt, dass Gewebeproben (Biopsien) in den heutigen Labors mit einer Wahrscheinlichkeit von 1-15 Prozent verwechselt oder kontaminiert werden können oder sogar verloren gehen. Aber unsere Produkte – ein intelligenter Probenbehälter, ein Automatisierungsgerät und eine digitale Datenplattform – sind so konzipiert, dass sie als zusammenhängende Einheit arbeiten. Die Probeneingabe in der Histopathologie macht das sicherer, effizienter und zuverlässiger.

Mit Hilfe eines QR-Codes bieten unsere intelligenten Probenbehälter Sicherheit, indem sie dafür sorgen, dass Verwechslungen und Kontaminationen von Gewebeproben der Vergangenheit angehören. Der Behälter verfügt auch über einen intelligenten Filter, der eine automatische Montage in Biopsiekassetten ermöglicht. Auf diese Weise bleibt die Probe immer in einem Behälter, und die eindeutige ID erleichtert den Datentransfer, Track & Trace und die Prozesssteuerung.

Ein ergänzendes Produkt, das Automatisierungsgerät, steigert den Durchsatz und die Qualität von Gewebeproben.- Es verarbeitet Dutzende von Proben gleichzeitig und auf konsistente, systematische Weise. Dadurch kann sich der Labortechniker auf wertschöpfende Aufgaben konzentrieren statt sich mit der wiederholten Datenerfassung und dem Umpackvorgang zu beschäftigen. Noch wichtiger ist, dass unser Automatisierungsgerät künstliche Intelligenz einführt und Daten über jede einzelne Gewebeprobe sammelt. Derzeit werden die Daten entweder nicht aufgezeichnet oder in Papier und Kartons weggelagert statt für die wissenschaftliche Forschung gesammelt.

Schließlich öffnet unsere digitale Plattform die Tür zu einem neuen und wirklich vernetzten Labor der Zukunft. Sie ermöglicht eine nahtlose Kommunikation zwischen dem Arzt, der die Biopsie entnimmt, dem Laboranten, dem Pathologen, unserem Behälter und unseren Maschinen. Kurz gesagt: Diese Plattform ermöglicht es uns, die gesamte diagnostische Erfahrung zu integrieren – von der Entnahme einer Gewebeprobe bis hin zur Abgabe einer Diagnose.

Krebs betrifft Menschen auf der ganzen Welt. Die potentielle Fehlerquote zu verringern ist ein großes Ziel. Ist euer Ansatz besser als der von Anderen? Was zeichnet eure Idee besonders aus?

Es besteht nicht nur weltweit ein enormer Bedarf an unserer Innovation, sondern es gibt auch keine direkte Konkurrenz zu inveox. Die einzige Alternative ist der Labormitarbeiter mit Stift und Papier. Dieser seit Jahrzehnten von Laboranten durchgeführte manuelle Prozess versäumt das Potenzial zur Datenerfassung und -verwertung. Er erfordert auch, dass die Techniker bei monotonen Aufgaben, die von Maschinen ausgeführt werden können, aufmerksam und sehr konzentriert bleiben müssen.

inveox löst das größte Problem in der Histopathologie mit der Einführung des weltweit ersten Automatisierungssystems für die Probeneingabe. Dafür besitzen wir die  entsprechenden Schutzrechte. Wir sind die ersten, die Hardware und Software kombiniert einsetzen und sie für die Zukunft so konzipiert haben, dass sie Daten sammeln und austauschen können. Auf diese Weise können sie für die medizinische Forschung und weitere Prozessoptimierung genutzt werden. Mit dieser Innovation sind wir die ersten auf dem Markt und stützen uns auf eine solide Basis von Investoren und Kunden, die an unsere Sache und den Wert unserer Lösung glauben.

Was nutzt ihr für ein Geschäftsmodell?

Unser komponentenbasiertes Produkt und eine modulare Vertragsstruktur ermöglichen es uns, allen Laboratorien (unabhängig von Größe und Durchsatz) Dienstleistungspakete anzubieten, die auf ihre individuellen Bedürfnisse zugeschnitten sind. Diese Pakete sind  jederzeit flexibel und skalierbar. Sie bestehen aus Hardware als Service, Software als Service, und Verbrauchsmaterialien in verschiedenen Packungsgrößen.

Da euer Produkt für Histopathologie gedacht ist, sind wahrscheinlich die entsprechenden Labore eure Hauptzielgruppe, oder? In wie vielen Ländern vertreibt ihr euer Produkt bereits?

Genau! Unsere Kunden sind private und öffentliche Histopathologie-Labore, die zu Krankenhäusern, Laborketten oder Forschungsinstituten gehören können. Derzeit sind wir vor allem in der DACH-Region tätig, mit dem Ziel, in weitere EU-Länder zu expandieren.

Allein der europäische Markt besteht aus 6.500 Labors, die jedes Jahr 1 Milliarde Gewebeproben verarbeiten. Das ergibt ein Marktpotential von insgesamt 2 Milliarden Euro pro Jahr. Wir streben auch den US-Markt an, der 9.000 Labore umfasst, die 2 Milliarden Proben pro Jahr verarbeiten. Das führt zu einem Marktpotential  von 4 Milliarden Euro pro Jahr. Auf dem globalen Markt beträgt das Potenzial mehr als 13 Milliarden Euro pro Jahr.

Wie weit ist euer Produkt entwickelt? Wird es bereits erfolgreich genutzt?

Ja. Wenn man bedenkt, dass unser Unternehmen vor drei Jahren gegründet wurde, kann der aktuelle Stand unserer Produktentwicklung als recht fortschrittlich angesehen werden. Unsere Produkte werden seitdem von namhaften Kunden erfolgreich und mit hoher Zufriedenheit eingesetzt. Im August 2019 schlossen wir eine Finanzierungsrunde von 17 Millionen Euro ab, womit wir auf insgesamt 23 Millionen Euro kommen. Sie  ermöglichen es uns, unser Team weiter zu vergrößern, global zu skalieren und unsere Software zu erweitern. Derzeit sind wir ein Team von fast 100 Teamkollegen, das aus etwa 30 Nationalitäten besteht und sich über die Büros in München und Krakau verteilt.

Shelley, dankeschön für diesen super spannenden Einblick in die Welt von inveox! Wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg und sind gespannt, wohin ihr euch entwickelt. Wer mehr über inveox erfahren will, kann in den Requests auf eurem Innoloft Profil nachschauen.

MagnoTherm Solutions ist das Startup der Woche 6: Next generation cooling


Energieeffizienz & Umwelt, Health & FoodTech

Herkömmliche Kühlsysteme kommen selten ohne problematische Gase aus. Problematisch heißt in diesem Fall hochentzündlich, toxisch oder mit hohem Treibhauseffekt. Unser Startup der Woche verzichtet mit seinen Produkten auf diese Gase und setzt stattdessen magnetische Materialien ein. Timur Sirman, Co-Founder von MagnoTherm Solutions, erklärt uns heute, wie das genau funktioniert.

Hallo Timur! Danke, dass du heute hier sein kannst. Unsere erste Frage ist folgende: Was steckt hinter MagnoTherm Solutions?

Wir entwickeln und bauen umweltfreundliche Kühlaggregate für die Kühl- und Heizsysteme der Zukunft: mit magnetischen Materialien ohne jeglichen problematischen Gase.

Wie funktioniert dieser Vorgang?

Mittels eines Permanentmagneten werden aktive Metalle zyklisch erwärmt und abgekühlt. Dies geschieht durch den magnetokalorischen Effekt dieser aktiven Metalle. Dabei werden sie warm, wenn sie einem Magnetfeld ausgesetzt werden – und kalt, wenn sich das Magnetfeld reduziert. Mittels einem wasserbasierten Austauschmediums kann die Wärme und Kälte von dem Festkörper transportiert und nützlich gemacht werden. Hierzu werden Motor, Pumpe, Ventile und Steuerungselemente eingesetzt.

Warum ist es besser, auf Gase zu verzichten und stattdessen magnetische Materialien zu nutzen?

Ohne den Einsatz von F-Gasen, entzündlichen Gasen, toxischen Gasen oder sonstig problematischen Gasen ist unser System bis zu 40% effizienter als das beste kompressorbasierte Kühlsystem heute. Und das unabhängig vom Temperaturhub oder Temperaturbereich. Dies kann durch die Individualisierung der aktiven Metalle erzielt werden. Dadurch können auch für warme Umgebungstemperaturen und kleine Temperaturhübe hocheffiziente Systeme realisiert werden, die ein Treibhauspotential von null aufweisen.

Und das ist wiederum besser für die Umwelt. Wie integriert ihr das Ganze in ein Geschäftsmodell?

Unsere Kühlaggregate werden von unserem Kunden in sein Kühlsystem integriert und dann an den Nutzer verkauft. Hier entwickeln wir kundenspezifische Produkte für unseren Integrationspartner. Dabei kann sehr schnell und genau auf die jeweiligen Bedürfnisse des Nutzers eingegangen werden, indem man in unser standardisierten Aufbau die aktiven Metalle jederzeit an die Anforderungen angepasst werden können.

Wen sprecht ihr mit euren Produkten an?

Prinzipiell können wir Kühlaggregate mit einer Kühlleistung zwischen 100 W und 100 kW realisieren. Die europäische Supermarktkühlbranche ist der erste Absatzmarkt, da dort die Herausforderungen am größten sind. Weitere Märkte, die wir adressieren, sind jedoch IT Kühlung, Industriekühlung und Wärmepumpen.

In welcher Entwicklungsphase befindet ihr euch aktuell? Wie reif ist euer Produkt?

Aktuell bauen wir den ersten Prototypen auf, der eine Kühlleistung von 500 W bis 1kW haben wird. Hiermit werden wir dieses Jahr ein Kühlsystem für Food&Beverages ausstatten. Parallel dazu sind wir in Gesprächen mit Entwicklungspartnern, weitere Systeme aufzubauen.

Timur, wir sind leider schon am Ende des Interviews angelangt. Wir danken dir für das spannende Gespräch und wünschen euch viel Erfolg weiterhin! Wer mehr über euch erfahren will, kann in euer Innoloft Profil schauen.

Climedo Health ist das Startup der Woche 3: Innovationsförderung in der Medizinforschung


Health & FoodTech, IT & IKT

Innovation im Gesundheitssektor hat viele Gesichter. Um medizinische Innovationen zu beschleunigen, ist es notwendig, zwischen verschiedenen Partnern wie Pharmaunternehmen, Krankenhäusern und Patienten zu kooperieren. Climedo, unser Startup der Woche, bietet eine cloud-basierte Software, der verschiedene Stakeholder bei der effizienten und sicheren Durchführung von Studien, z.B. zu neuen Krebstherapien, unterstützt. Wir sprachen mit Catherine Higginson, Marketing Managerin bei Climedo Health, um mehr über ihre innovative Idee zu erfahren.

Hey Catherine, danke, dass du dir heute die Zeit genommen hast! Lass uns direkt starten. Wie würdest du Climedo in einem Satz pitchen?

Na klar! Climedo hat es sich zur Aufgabe gemacht, jedem Patienten die beste Behandlung zukommen zu lassen, indem es die Fachleute im Gesundheitswesen mit intelligenten Softwarelösungen unterstützt.

Das ist eine ziemlich große Mission! Wie sieht diese Softwarelösung im Detail aus?

Climedo ist eine Cloud-basierte Plattform, die aus drei Kernelementen besteht: zwei integrierte Datenbanken (eine digitale Patientenakte und eine Biodatenbank) und das Hauptmodul, welches die Durchführung einer großen Anzahl von Studien ermöglicht. Es kann sowohl auf einem Laptop/PC als auch auf einem Tablet oder Smartphone verwendet werden. So können Sponsoren, Ärzte und medizinisches Fachpersonal in einer zentralen, ganzheitlichen Lösung auf alle relevanten Studiendaten zugreifen und dennoch auf ihre individuellen Bedürfnisse zugeschnitten sein. Das intuitive und flexible Studiendesign ermöglicht die kosteneffiziente Durchführung von Mono- und Multi-Center-Studien. Parameter können in Echtzeit validiert und analysiert werden. Wir setzen Technologien ein, die sich besonders für die Verarbeitung unstrukturierter Daten eignen – was unserer Meinung nach ein Muss im Gesundheitswesen ist. Diese Daten werden in einer intuitiven und komfortablen Benutzeroberfläche verfügbar, so dass auch komplexe Zusammenhänge schnell und umfassend dargestellt werden können. Um ein Höchstmaß an Daten- und Informationssicherheit zu gewährleisten, stehen unsere Server ausschließlich in Deutschland und sind nach den einschlägigen Industriestandards zertifiziert.

Welchen Mehrwert generiert euer Produkt, den andere bestehende Lösungen nicht haben?

An klinischen Prüfungen sind in der Regel mehrere Parteien an verschiedenen Standorten beteiligt (z. B. Industriepartner, CROs, Krankenhäuser, Patienten usw.). Die Parteien arbeiten meist mit völlig getrennten Systemen. Da Darüber hinaus werden über 50% aller klinischen Studien immer noch auf Papier oder mit Hilfe von Tabellen durchgeführt. Angesichts der digitalen Transformation des Gesundheitssektors und mehrerer neuer EU-Verordnungen, die auf uns warten, ist dies keine realistische und nachhaltige Lösung mehr. Die Zusammenführung aller Daten und Ergebnisse kostet viel Zeit und Geld, das stattdessen in die Behandlung der Patienten fließen könnte. Hier kommt Climedo ins Spiel. Wir verbinden alle Beteiligten nahtlos in einem Cloud-basierten System und ermöglichen die strukturierte Erfassung und Verwaltung aller studienbezogenen Daten. Zum Beispiel können Patienten  auch ohne spezielle IT-Kenntnisse per E-Mail oder SMS Informationen, wie z.B. die Wirksamkeit eines Medikaments oder die Zufriedenheit mit einem eingesetzten Implantat, eingeben. Folglich müssen sie nicht mehr so oft das Studienzentrum besuchen und sparen somit sowohl ihnen selbst als auch den Ärzten wertvolle Zeit. Im Gegensatz zu bestehenden Lösungen ist Climedo zu 100% anwenderorientiert und verbindet alle Beteiligten in einem ganzheitlichen System.

Besonders die einfache Integration von Patientendaten klingt sehr hilfreich und zeitsparend! Bieten ihr eure Software als Dienstleistung an?

Ja, genau! Wir haben ein SaaS-Modell, das aus einer einmaligen Einrichtungsgebühr und einer flexiblen monatlichen Nutzungsgebühr besteht, je nach Umfang der Studie und des Produktportfolios.

Wen adressiert Climedo Health genau? Und welche Länder sind eure Zielmärkte?

Unsere Zielkunden sind Medizinproduktehersteller, Pharmaunternehmen, Auftragsforschungsinstitute (CROs) sowie Krankenhäuser und Hochschulen. Derzeit sind wir vor allem in der DACH-Region tätig und möchten im kommenden Jahr in weitere EU-Länder expandieren. Darüber hinaus werden einige unserer in Deutschland durchgeführten Studien bereits international ausgerollt, unter anderem in den USA.

Ihr seid also bereits am Markt etabliert und befindet euch nun in der Expansionsphase?Ihr seid also bereits am Markt etabliert und befindet euch nun in der Expansionsphase?

Ja! Unser Produkt ist auf internationaler Ebene verfügbar und wird bereits von mehreren Partnern aus Industrie und Wissenschaft eingesetzt. Wir haben kürzlich eine Finanzierungsrunde im 7-stelligen Bereich abgeschlossen, die es uns ermöglicht, unser Team weiter zu vergrößern, international zu expandieren und unsere Softwareentwicklung weiter voranzutreiben, um die klinische Validierung für unsere Kunden effizienter zu gestalten.

Das klingt sehr spannend! Catherine, danke für das Gespräch! Wir hoffen, dass wir noch viel von euch hören und wünschen euch weiterhin viel Erfolg! Wer sich für eure Produkte oder eine Zusammenarbeit mit euch interessiert, kann sich das entsprechende Innoloft-Profil und Requests für weitere Informationen ansehen.

Fehlerfreie Kommunikation im Gesundheitswesen


Health & FoodTech

Es ist bekannt, dass Bürokratie und ineffiziente Kommunikationswege große Teile des Personals im Gesundheitswesen überfordern. Das erzeugt unnötigen Stress bei Personal und Patienten. Demzufolge besteht akuter Optimierungsbedarf bei der Kommunikation zwischen allen Beteiligten im Gesundheitssystem. Insbesondere im Hinblick auf die Qualität und die Schnelligkeit der übermittelten Informationen, gibt es noch reichlich viele Probleme zu lösen, um Entscheidungsträger besser mit Informationen zu versorgen und es zu weniger Fehlentscheidungen kommt.

Die nachfolgenden Startups haben die Kommunikationsprobleme im Gesundheitswesen erkannt und intelligente, skalierbare Lösungen erfunden. Mithilfe dieser erhält nicht nur der Patient eine bessere personalisierte Versorgung. Pflegern, Ärzten und weiterem Gesundheitspersonal werden sich wiederholende, anstrengende Aufgaben abgenommen. Das spart wertvolle Zeit, die sie anstelle mit Bürokratie, mit dem Patienten verbringen  können.

 

Acht MedTech Startup Beispiele aus dem Innoloft Innovationsnetzwerk sorgen für ein besseres Gesundheitswesen

 

visidoo – Digitalisiertes Terminmanagement

Terminausfälle sind frustrierend und führen zu unnötigem Stress. Die Organisation rund um Termine inklusive Erinnerungen kostet Zeit und Geld. Visidoo hat erkannt, dass diese Aufgaben mithilfe von digitalen Tools weitestgehend automatisiert werden können. Das Geschäftsmodell ist für kleine Praxen ein monatlicher Pauschalbetrag und für größere Praxen ein Betrag pro Patient pro Monat. Die Kommunikation zwischen Praxis und Patient erfolgt über die mobile visidoo App. Diese beinhaltet für Praxen einen Messenger, sendet automatische Erinnerungen und Recalls. Die Patienten profitieren von einer übersichtlichen Darstellung ihrer Termine und anstehenden Vorsorgeuntersuchungen, auch für ihre Kinder.

 

Patientus – Virtueller Raum statt Arzt-Wartezimmer

Seit April 2017 können Ärzte und Patienten per Videosprechstunde miteinander verbunden werden. Dank internetbasierter Kommunikationssoftware ermöglicht der Service von Patientus eine telemedizinische Versorgung aus der Ferne und stellt somit ein ergänzendes Angebot dar. So können Beratungsgespräche und Nachsorgetermine unkompliziert online durchgeführt werden. Die Notwendigkeit für einen physischen Kontakt zwischen Arzt und Patienten entfällt zumindest für die Nachsorge. Diagnosen darf der behandelnde Arzt allerdings weiterhin nur in einem Vor-Ort-Gespräch mit dem Patienten stellen. Patientus wurde Anfang 2017 von jameda übernommen.

 

eHealth Ventures – Datenabgleich zwischen Einweisern, Behandlern und Nachversorgern

Patientendaten werden heute oft nur langsam und häufig auch nur auf Anfrage zwischen Organisationen geteilt. Dies führt zu langen Wartezeiten beim Patienten und im schlimmsten Fall zu kostspieligen Überdiagnostizierungen und -therapierungen. Das in Berlin ansässige Startup eHealth Ventures GmbH bietet mit POLAVIS CLINIC ein Kommunikationsportal für Krankenhäuser, mit dem sie relevante Falldaten sicher mit niedergelassenen Ärzten zur Weiterbehandlung teilen können. Darüber hinaus bietet die Software-Suite Funktionalitäten wie ein Postfach und Terminfindung. Die Plattform wird mit dem krankenhausinternen Informationssystem verbunden und behält die Daten vor Ort.

 

myo – Eine ganzheitliche Kommunikationsplattform für die Pflege

Häufig sind Angehörige von pflegebedürftigen Freunden und Familienmitgliedern neugierig und besorgt um deren Gesundheit. myos ganzheitliche Kommunikationsplattform für die Pflege berücksichtigt Bewohner, Angehörige, Pflegende und Pflegeheimbetreiber. Über diese wird es Angehörigen erleichtert, mit Bewohnern in Kontakt zu stehen und über deren Gesundheit informiert zu sein. Pflegende gewinnen mit der App durch die Aufzeichnung von Aktivitäten Zeit und beugen konfrontativen Gesprächen vor. In einer zunehmend digitalisierten Gesundheitsversorgung ist myo für Pflegeheimbetreiber ein Alleinstellungsmerkmal, um effektiver Personal zu gewinnen.

 

Beispiele aus dem Ausland

 

Gesundheitssysteme sind vielfältig. Trotz ihrem gemeinsamen Ziel, die Gesundheit jedes Patienten sicherzustellen, ist jedes Gesundheitssystem einzigartig. Sie weisen unterschiedliche Regulationen, Kulturen und Patienten auf. Deshalb ist nicht jede neue Applikation und Lösung von einem auf ein anderes Gesundheitssystem übertragbar. Oft stehen Startups bürokratische Hürden im Weg. Dennoch zeigen wir im Folgenden drei internationale Startups, welche die Kommunikation innerhalb des Gesundheitswesens verbessern. Sie geben einen Ausblick darauf, was heute schon alles möglich ist.

 

KRY – Erfolgreiches Telemedizin-Modell aus Schweden

Als 2014 KRY in Schweden gegründet wurde, wollten die Gründer Patienten den Zugang zu Versorgung erleichtern und daran mitwirken, dass überfüllte Wartezimmer bald der Vergangenheit angehören. Über die App KRY werden digitale Video-Arzttermine vermittelt, inklusive Diagnose, Beratung, Rezept, Krankschreibung und Überweisung. KRY agiert hier als Mittelmann und wirbt sowohl Ärzte, als auch Patienten. Gespräche und Zahlungen werden innerhalb der App abgewickelt, sodass möglichst wenig bürokratischer Aufwand entsteht. Zwar gibt es noch kein offizielles Launch-Datum, dennoch steht KRY für Deutschland bereits in den Startlöchern.

 

Komed Health – Echtzeit Krankenhaus-Kommunikationsplattform aus der Schweiz

Eine ähnlich wie WhatsApp aufgebaute Applikation ist die Erfindung von Komed Health. Mit ihr wollen sie die Kommunikation zwischen allen Beteiligten innerhalb eines Krankenhauses revolutionieren. Die Applikation arbeitet synchron und in Echtzeit über verschiedene mobile Endgeräte. Sie bietet die Möglichkeit, Gruppenchats zu Patienten zu erstellen und interne Arbeitsgruppen zusammenzufassen, um Kommunikationswege zu kürzen. Derzeit wird das System in mehreren Krankenhäusern in der Schweiz angewandt.

 

MUrgency – Ein globales Notrufsystem aus Indien

Die Möglichkeit, immer und von überall einen Notruf absetzen zu können, ist für Bürger aus entwickelten Ländern selbstverständlich. Weniger bekannt ist, dass Millionen von Menschen keinen Zugriff auf solche Systeme haben. MUrgency hat sich die ambitionierte Vision gesetzt, mithilfe von mobiler Technologie ein globales Notruf Netzwerk aufzubauen, um allen Menschen Zugang zu diesem lebensrettenden Kommunikationstool zu verschaffen. Vor allem in Regionen mit schwach ausgebauter Infrastruktur ist MUrgency Reaktionszeit kürzer als die von vergleichbaren Systemen. 50.000.000 Menschen wurden bereits mit MUrgencys Dienstleistungen versorgt und mittlerweile bietet die App auch ein Feature, welches nahegelegene MUrgency-Nutzer im Notfall benachrichtigt.

 

Suki – Intelligenter Sprachassistent für Ärzte

Das aus Redwood, Kalifornien stammende Startup entwickelt und vertreibt mit Suki einen Sprachassistenten, der Ärzten den mit dem Verfassen von Arztberichten verbundenen Arbeitsaufwand verringert. Ärzte diktieren lediglich ihren Bericht, und Suki verwandelt das Gesprochene in ein Format, welches in das Krankenhaus-Informationssystem integrierbar ist. Laut Eigenaussage verläuft die Berichterstattung somit um 76% schneller als die herkömmliche, schriftliche Berichterstattung. Suki hat bereits über 20 Millionen Dollar an Investitionssumme erhalten.