IOX Lab ist das Startup der Woche 37: Make Things not Slides


IT & IKT

Diese Woche geht es im Interview um das Internet der Dinge. Eine Entwicklung, die Unternehmen viele Ideen und Use-Cases bietet. Oftmals bleibt es aber eben nur bei Ideen und langen Konzeptpapieren, die aufgrund von mangelnden Ressourcen wie Zeit und Know-How nicht ihren Weg in die Umsetzung finden. Unser Startup der Woche, IOX Lab schafft Abhilfe – und zwar mit seinem Rapid Prototyping, einer Methode, die eine Idee innerhalb kürzester Zeit in die Realität überführt. Wir haben uns mit CEO Robert Jänisch unterhalten und mehr über Hintergründe, Mehrwerte und Potenziale erfahren.

Hi Robert. Vielen Dank, dass du dir die Zeit für uns nimmst. Wir starten auch direkt mit der ersten Frage: Wie würdest du IOX in einem Satz vorstellen?

IOX ist ein Innovations- und Entwicklungspartner für Produkte im Bereich Internet of Things (IoT).

Aber der Fokus liegt dabei nicht auf der konzeptionellen Ebene, sondern auf einer konkreten Umsetzung der Idee, richtig?

Genau. Im IOX Lab unterstützen wir Kunden bei der Realisierung von IoT-Projekten und führen sie innerhalb von 30 Tagen von der Idee zum einsatzfähigen Prototypen. Unser Team setzt bei der Entwicklung auf Methoden wie RAPID DESIGN® und Rapid Prototyping. Außerdem werden moderne Technologien verwendet – vom 3D-Druck über intelligente Sensoren und Micro-Controller bis hin zu Künstlicher Intelligenz.
Über die Beratung und Umsetzung hinaus engagieren wir uns auch selbst in vielversprechenden Produkten. Dazu beteiligen wir uns an Projekten durch Revenue Shares oder durch die Lizenzierung und die Bereitstellung der Hardware, um den Aufbau einer IoT-Plattform zu unterstützen.

30 Tage ist ja ein sehr kurzer Entwicklungszyklus, der euren Kunden sicherlich viel Zeit spart. Welche Vorteile bietet eine Zusammenarbeit mit euch darüber hinaus? Ganz plakativ gefragt: Was macht IOX besonders?

Wir entwickeln Prototypen schnell und aus einer Hand. Unser Team vereint Spezialisten aus den Bereichen Industrie, Design, Elektrotechnik und Software- und Hardwareentwicklung, die sich leidenschaftlich für Service und Kundenzufriedenheit einsetzen. Ein Prototyp macht ein Produkt oder Konzept verständlich und gibt die Möglichkeit, es auf seine Funktionalität zu testen. Dadurch wird der Prozess von der Idee bis hin zur Produktion extrem verkürzt. Das spart Zeit und Kosten im Entwicklungsprozess. Damit sichern wir unseren Kunden eine Vorsprung im internationalen Wettbewerb und treiben als Unternehmen aktiv die Zukunft des IoT und die technisierte Gesellschaft voran. Marktführer wie Henkel oder Vodafone arbeiten mit uns zusammen, da wir schnell und agil reagieren können und es uns so möglich ist, Innovationsprojekte abseits der großen Corporate-Strukturen zu realisieren. Außerdem profitieren Kunden von unserem dezidierten Fokus auf IoT-Produkte aus dem B2B-Bereich.

Du hast gerade schon einen kurzen Exkurs zu eurem Geschäftsmodell gemacht. Könntest du deine Aussagen dazu noch etwas konkretisieren?

Gerne. Wie bereits gesagt, arbeiten wir projektbasiert. Das Pricing hängt dabei natürlich vom Projekt ab- wie groß es ist und welche Software und Hardware benötigt wird. Beides stellen wir bei Bedarf auch lizensiert zur Verfügung. Darüber hinaus bieten wir Sensoren und Hardware für IoT-Projekte als Whitelabel-Lösung zum Verkauf an – beispielsweise Narrowband-IoT Sensoren. Insgesamt ist IOX von uns eigenfinanziert. Es gibt also keine Investoren.

IoT-Technologien werden bereits in vielen Branchen eingesetzt, die auch thematisch sehr divers sind. Habt ihr aktuell einen bestimmten Branchenfokus, oder liegen eure Projekte in unterschiedlichen Bereichen?

Die von uns entwickelten Lösungen können allen Unternehmen helfen, den digitalen Wandel zu vollziehen. Unsere Arbeit ist demnach nahezu branchenunabhängig. Dennoch sind unsere Hauptkunden Konzerne aus der Industrie (u.a. Energie, Chemie und Logistik), aber auch Unternehmen aus dem Retail-Bereich sowie dem B2B Endkundengeschäft. Viele Kunden wollen das bestehende Geschäft durch Vernetzung effektiver machen. Andere wollen hingegen ein ganz neues Feld erschließen.
Wir agieren derzeit hauptsächlich national, haben allerdings bereits an internationalen Projekten gearbeitet.

Einige Projekte habt ihr also schon umgesetzt. Damit gibst du mir eine gute Überleitung zu meiner abschließenden Frage: Wo steht ihr aktuell in der Entwicklung eures Unternehmens?

Seit unserer Gründung 2015 wachsen wir beständig. Mittlerweile arbeiten über 20 Mitarbeiter für IOX. 2017 haben wir den NRW Gründerpreis gewonnen, eines unserer größten Erfolge – auch emotional gesehen. Letztes Jahr wurden wir zudem von “The Hundert” zu einem der Top 100 Start-ups Deutschlands gekürt. Solche Preise sind natürlich eine große Wertschätzung und motivieren uns. Seit Juni 2018 sind wir offizieller Partner des Kommunikationskonzerns Vodafone. Mit dem Unternehmen, aber auch mit Organisationen wie GS1, haben wir bereits erste Referenzprojekte umgesetzt.
Während wir uns anfangs nur auf die Prototypenentwicklung konzentriert haben, können wir mittlerweile auch die ersten Produkte und Lösungen zu unserem Portfolio zählen, zum Beispiel IOX RFID für Logistik und Supply Chain Management oder den C-Ring für Smart City-Projekte.

Vielen Dank für das spannende Interview, Robert! Wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg und haben uns sehr über das Interview gefreut. Wer mehr über euch erfahren möchte oder Interesse an einer Kooperation hat, kann gerne einen Blick in euer Energieloft Profil, oder in euer Energieloft Request werfen.

LiveEO ist das Startup der Woche 36: Innovative Infrastructure Monitoring from Space


Energie & Umwelt, IT & IKT

LiveEO ist ein Berliner Startup, das erstmalig anhand von Satteliten-Daten in der Lage ist Infrastrukturen, wie Schienen, Stromnetze oder Rohrsysteme zu überwachen. Dabei erfolgt ihr Monitoring in Echtzeit und auf Basis von Künstlicher Intelligenz. Mit Co-Founder Sven Przywarra von der LiveEO GmbH haben wir uns über ihren innovativen Geschäfts- und Lösungsansatz zur Überwachung von Infrastrukturen aus dem All ausgetauscht.

Hi Sven, könntest du uns in einem Satz die Frage beantworten, was das Besondere an LiveEO ist?

LiveEO nutzt Satellitenbilder zur automatisierten Überwachung großflächiger Infrastrukturnetzwerke und ermöglicht es den Betreibern Betriebskosten zu sparen, indem ihnen direkt nutzbare Informationen zu Gefahren durch Vegetation, Höhenunterschiede und Interaktionen mit Dritten entlang der Netze zur Verfügung gestellt werden.

Das hört sich nach einer vielversprechenden technischen Lösung an, die einen großen Nutzen und Mehrwert verspricht. Wie stellt ihr eine hochfrequente und gründliche Überwachung von Infrastrukturnetzwerken sicher?

Weltweit gibt es über 20 Millionen Kilometer Infrastrukturnetzwerke. Diese müssen nicht nur wiederholt, sondern auch effizient überwacht werden. In jüngster Zeit sind die Waldbrände in Nordamerika und Portugal, die durch zu vegetationsnahe Stromnetze verursacht wurden, und die Pipeline-Katastrophe vom Januar 2019 in Mexiko dramatische Beispiele für die Probleme, mit denen die Industrie konfrontiert ist. Gleichzeitig führt die zunehmende Anzahl von extremen Wetterereignissen zu immer häufigeren und gewalttätigeren Bedrohungen für unsere Gesellschaft und ihre Infrastruktur. Das Verständnis der Risiken, ihre Kontrolle und Minderung wird weltweit zu einer immer unerlässlicheren Aufgabe werden. LiveEO zielt darauf ab, die notwendige hochfrequente und gründliche Überwachung industrieller Infrastrukturnetze wie Eisenbahn-, Strom-, Öl- und Gaspipeline-Netze zu gewährleisten, unabhängig davon, ob es sich um kleine, lokalisierte oder länderübergreifende Netze handelt.
Das Monitoring ist als „Information-as-a-Service“-Plattform konzipiert, bestehend aus einem Frontend und einer mobilen App, die den Zugriff auf unsere Monitoring-Services ermöglicht. Diese bestehen aus Satelliten gestützten Vegetationsanalysen zur Erkennung von Gefahren für Oberleitungen und Bahntrassen durch Bäume, sowie der Identifizierung von Bodenbewegungen und Fremdeinflüssen in der Nähe von Rohrleitungen. Auf diese Weise können unsere Kunden, die Betreiber von Infrastrukturnetzen, den aktuellen Zustand ihrer Anlagen mit hoher Effizienz beurteilen und bei Bedarf vorbeugende Maßnahmen ergreifen – basierend auf den Erkenntnissen unserer, auf Satellitendaten basierenden, künstlichen Intelligenz.

Wie erfolgt derzeit und ohne Einsatz eurer satellitenbasierten KI-Software-Lösung die Zustandsüberwachung von zentralen Infrastrukturen durch die Betreiber?

Betreiber von Infrastrukturnetzen nutzen zurzeit hauptsächlich manuelle, unflexible, eng fokussierte Lösungen, z.B. den Einsatz von Autos oder Hubschraubern zur Überwachung von Infrastrukturnetzen, trotz der Verfügbarkeit von Satellitendaten. Diese manuellen Überwachungsprozesse sind oft ineffizient und führen zu hohen Netzbetriebskosten. Großflächige Überwachungen oder Bestandsaufnahmen von Netzwerken, die ein ganzes Land abdecken, können mit den bisherigen Methoden Jahre dauern. Hier setzt die innovative Satellitendaten basierte künstliche Intelligenz von LiveEO an und verkürzt die Analyse auf unter 48 Stunden. Die aus der Analyse abgeleiteten Erkenntnisse ermöglichen fundierte Managmententscheidungen über tausende Kilometer Netzwerk ohne eine weitere Verarbeitung durch Geowissenschaftler zu benötigen. Die Verteilung der Erkenntnisse über ein Frontend und eine mobile App an das Personal vor Ort führen dabei zu einem hocheffizienten und transparenten Arbeitskräftemanagement, bei gleichzeitig kostengünstiger Integration in bestehende Prozesse via API und Datenbank (SAP) Anbindungen.

Damit verkürzt ihr Arbeitsprozesse erheblich und könnt wertvolle Informationen für Management-Entscheidungen und die Einleitung von Maßnahmen schnell liefern. Wie sieht euer Geschäftsmodell aus?

Unser Produkt wird als Software as a Service (SaaS) bzw. Information as a Service (IaaS) angeboten. Der Kunde kann seinen Service dabei nach seinen jeweiligen Wünschen konfigurieren. Die Kosten für den Zugang zum Service werden dabei nach überwachten Netzwerkkilometern berechnet.

Wie wird euer Produkt- bzw. Serviceangebot bislang von Infrastrukturbetreibern angenommen?

Der angebotene Service richtet sich vor allem an Stromnetz-, Bahnnetz- und Pipelinebetreiber und ist international ausgerichtet. Es können sowohl Übertragungsnetze, als auch Verteilernetze analysiert werden. Innerhalb der Netzbetreiber gibt es zwei Gruppen von Anwendern. Das Frontend ist für die Entscheidungsträger und das Management konzipiert und bietet einen Überblick über das gesamte Netz. Als Gegenstück dazu erlaubt die mobile App dem Personal vor Ort gezielt Aufgaben vom Management entgegen zunehmen und den Fortschritt bei der Bearbeitung zu dokumentieren. Dies ermöglicht eine transparente Kommunikation zwischen allen Anwenderebenen.

Könnt ihr auf erste Projekterfahrungen zurückblicken, d.h. in welcher Phase befindet ihr euch aktuell?

Nach einigen erfolgreichen Pilotprojekten befinden wir uns derzeit in der Phase der Markteinführung. Wir konnten erste Ankerkunden gewinnen und analysieren beispielsweise ganze Schiennenetze über tausende Kilometer auf Gefahren durch Vegetation. Wir befinden uns in mehreren fortgeschrittenen Projekten und haben Stromnetze im Bereich der Verteil- und Übertragungsnetze  analysiert.

Damit könnt ihr bereits auf einige erfolgreiche Piloten blicken und habt namhafte Unternehmen als Partner gewinnen können. Respekt! Wir wünschen euch viel Erfolg weiterhin und hoffen, euch noch oft zu begegnen. Wer mehr über euch und euer Angebot erfahren möchte, kann sich gern hier über euer Energieloft-Profil informieren. Eure Kontakt-Infos sind auch in eurem Kunden Request hinterlegt.

Nekonata XR Technologies ist das Startup der Woche 35: We virtualize mobility, safety, training


IT & IKT, Mobilität

Nekonata XR Technologies ist ein junges Technologieunternehmen mit Sitz in Österreich, das sich auf die Bereiche Automotive, Handel und Training spezialisiert hat. Mit ihrem Mixed-Reality-Testdrive-System bieten sie als weltweit erstes Unternehmen solch eine Lösung für echte Fahrzeuge an, um Marketing-, Vertriebs- und F&E-Führungskräfte zu unterstützen. Welchen Ansatz sie im Detail verfolgen, das erzählt uns heute Lukas Stranger, CEO von Nekonata XR Technologies. Er nimmt uns mit auf ihre Startup-Journey und berichtet darüber, wie ihre Technologie in der Automobilindustrie genutzt werden kann.

Hi Lukas, schön heute mehr über euch erfahren zu dürfen. Ihr verbindet also die virtuelle Welt mit der echten im Bereich der Mobilität. Kannst du kurz in einem Satz sagen, was sich genau hinter eurem Startup Nekonata XR Technologies verbirgt?

Nekonata bietet das weltweit erste Mixed-Reality-Showcase und Testdrive-System mit realen Fahrzeugen, das Vertriebs-, Marketing- und F&E-Verantwortliche auf ihrem Weg zum autonomen Fahren unterstützt.

Das klingt wahnsinnig innovativ. Wie können Vertriebs- und Marketing Manager eure XR Technologie für ihre Kunden einsetzen?

Unsere Technologie bewältigt Herausforderungen, die innerhalb des Verkaufszyklus bei Händlern, Messen oder Einführungsveranstaltungen auftreten, und ermöglicht meist keine erste Interaktion mit dem präsentierten Fahrzeug. Lecatex unterstützt Sales & Marketing Manager dabei, die Markengeschichte des Fahrzeugs sowie seine technischen Features wie Advanced Driver Assistance Systems (ADAS) in interaktive Mixed-Reality-Fahrerlebnisse zu übersetzen, die für den Verbraucher leicht verständlich sind. Für Vertriebs- und Marketingverantwortliche ist Lecatex ein einfaches Werkzeug, das sie im Verhandlungs- und Erklärungsprozess mit Kunden unterstützt, ob und welches Assistenzsystem oder welche Motorleistung berücksichtigt werden soll und am besten zu ihnen passt. Die Technologie ist für den Einbau in die Fahrzeuge der Autohäuser konzipiert und wartet darauf, dass die potenziellen Käufer zeigen, was sie in Bezug auf ADAS, Funktionen und Leistung zu bieten hat.

Der potenzielle Käufer steigt einfach in das Auto, das mit dem Nekonata Sensor-System ausgestattet ist. Das ermöglicht, reale Eingaben in virtuelle Weltausgaben zu übertragen. Der Kunde setzt unsere einzigartige Mixed-Reality-Brille auf, die eine virtuelle Welt außerhalb des Autos zeigt, und genießt seine interaktive virtuelle Führung durch die Autoassistenzsysteme. Dabei lernt der Kunde, wie sie zu bedienen ist. Das Fahrzeug wird auf kleinen Drehtischen platziert, um eine angemessene Drehung des Lenkrads bei Fahrten in gemischter Realität zu gewährleisten.

Mit eurer XR Technologie erhalten Kunden also Einblick in das Innenleben eines Fahrzeugs und können neue Technologie erspüren. Womit überzeugt ihre eure Kunden, was sind eure Verkaufsargumente?

Die Technologie ermöglicht es, potenziellen Käufern neue Fahrzeugtechnologien angemessen zu präsentieren. Heute werden Autos, Lastwagen und Motorräder jeden Tag sicherer. Leider ist es für Vertriebs- und Marketingverantwortliche fast unmöglich, diese Technologien einfach zu demonstrieren, und deshalb ist es schwierig, mit neu entwickeltem ADAS Umsatz zu erzielen. Mit unserer Lösung machen wir diese Systeme für potenzielle Käufer transparent und unterstützen Vertrieb und Marketing auf ihrem Weg zum Kunden.

Die Technologie und der Lösungsansatz für Nutzer sind die eine Seite der Medaille und damit Geld verdienen die andere. Auf welchem Ansatz fußt euer Geschäftsmodell?

Unser Geschäftsmodell basiert auf der Lizenz der interaktiven Guided Mixed Reality Showcase Erfahrungen für Händler und Automobilhersteller + einer Erfolgsgebühr auf jeden mit der Technologie verkauften ADAS.

Ihr seid ein Startup aus Österreich, an welche Zielmärkte und Zielgruppen adressiert ihr eure Lösungen?

Unsere Zielgruppe ist in erster Linie die Automobilindustrie im asiatischen Raum, ihre Hersteller, Forschungs- und Entwicklungszentren und Händler. Nekonata XR Technologies ist international tätig, da wir bereits Kunden in Österreich, der Schweiz und Deutschland bedienen. Mit über 200 Automobilherstellern und über 300.000 Händlern sehen wir uns einem riesigen Marktpotenzial für einen umfassenden Technologie-Rollout gegenüber.

Das bringt mich zur letzten Frage: In welcher Phase der Umsetzung befindet ihr euch aktuell?

Mit unserem neuesten Software-Update führen wir derzeit einen weiteren Proof of Concept durch, um weiteres Marktfeedback und Fit zu erhalten. Darüber hinaus schließen wir unsere erste Finanzierungsrunde ab – bisher ist das Unternehmen aufgrund erfolgreicher Kundenprojekte in der Anfangsphase, wie z.B. bei Mercedes Austria, zu 100% gebootet.

Herzlichen Dank, Lukas, für die spannenden Einblicke in euer Startup Nekonata XR-Technologies. Du hast uns damit eine konkrete Vorstellung für die Anwendung von XR-Technologien ermöglicht. Wir drücken euch die Daumen für euren Technologie- und Markt Roll-out und werden natürlich eure Startup-Reise gespannt weiterverfolgen. Aktuell seid ihr auf der Suche nach einem Investment. Wer mehr über euch erfahren möchte, kann weitere Infos zu euch und eurem Produkt Lecatex eurem Energieloft-Profil sowie eurem Request entnehmen. Ebenso sind dort eure Kontaktinfos hinterlegt.

Qantic ist das Startup der Woche 32: Künstliche Intelligenz für die Zukunft der Energie


Energieversorgung, IT & IKT

Wie sieht das Energiesystem der Zukunft aus? Das fragen sich seit geraumer Zeit wohl alle Unternehmen, die in den Bereichen der Energieversorgung und -Erzeugung tätig sind. Die Reaktion auf diese Frage beinhaltet meist die Nutzung von Buzzwords wie „digital“, „smart“ oder „dezentral“. Die Botschaft ist sicherlich richtig, doch was bedeuten diese Begriffe konkret für die Umsetzung zukunftsträchtiger Energiesysteme? Unser Startup der Woche, Qantic, gibt sich nicht mit Worthülsen zufrieden, sondern beantwortet diese Frage mit einer praxisnahen und zukunftsorientierten Lösung – dem Q-System. Geschäftsführer Thomas Kalitzky erklärt uns im Interview, was dahinter steckt.

Hallo Thomas. Vielen Dank, dass du heute hier bist! Wir beginnen direkt mit einer kurzen Frage: Wie beschreibst du Qantic, bzw. eure Leistungen in einem Satz?

Mit Q-System bietet Qantic eine Lösung zur Steuerung und Planung von Energiesystemen mittels Künstlicher Intelligenz.

Würdest du uns vielleicht etwas genauer erklären, was es mit Q-System auf sich hat?

Wir entwickeln mit Q-System die nächste Generation von Steuerungsalgorithmen, um das volle Potenzial in smarten Energielösungen zu nutzen. Durch eine intelligente Abstimmung von Erzeugung, Verbrauch und Speicherung macht unsere Lösung einen höheren Anteil erneuerbarer Energien nutzbar. CO2-Emissionen und Kosten der Stromerzeugung werden durch Planung und Betrieb mittels Q-System deutlich gesenkt.

Verstehe. Anbieter für die Optimierung von Energiesystemen gibt es ja bereites einige am Markt, dieses Themenfeld ist Vielen also nicht mehr neu. Wo siehst du denn in eurer Lösung, gerade hinsichtlich der KI, einen Wettbewerbsvorteil gegenüber den herkömmlichen Verfahren?

Die herkömmlichen Optimierungsverfahren geraten meist an ihre Grenzen, wenn sie mit der Komplexität dezentraler und digitalisierter Energiesysteme konfrontiert werden. Nahe Echtzeit müssen eine Vielzahl von Sensordaten berücksichtigt und Unsicherheiten bezüglich der Produktion aus Wind- und Solarenergie eingeschätzt werden.
Der Optimierungsalgorithmus von Q-System erfüllt diese Anforderungen durch einen innovativen Ansatz auf der Basis von Deep Reinforcement Learning. Hierbei erlernt Q-System Systemverhalten, Sensordaten und sonstige Echtzeitinformationen korrekt zu berücksichtigen, um das System auf kostengünstige Weise in Echtzeit zu steuern.
Durch die verbesserte Abstimmung von Verbrauch, Speicherung und Erzeugung ist eine Reduktion der CO2-Emissionen und der Kosten von bis zu 30 Prozent erreichbar.

Verstehe. Wie gestalten sich denn Geschäftsmodell und Vertrieb eures Systems?

Es ist unser Ziel, durch den Einsatz neuester Verfahren aus dem Bereich des Maschinellen Lernens zu einer kostengünstigen und klimaschonenden Energieerzeugung beizutragen. Mit Q-System bieten wir unseren Kunden hierzu das passende Tool als Software-as-a-Service oder lokale On-Premises-Lösungen. Neben klassischen Lizenzverträgen auf Basis jährlicher Nutzungsgebühren können wir auch erfolgsabhängige Erlösmodelle realisieren. Der Nutzer zahlt in diesem Fall in Abhängigkeit der Kostenreduktion, die durch Q-System realisiert wird.

Und welchen konkreten Branchenhintergrund haben die potenziellen Nutzer, die du gerade angesprochen hast?

Unsere Lösung eignet sich insbesondere zur Planung und zum Betrieb von smarten Microgrids, virtuellen Kraftwerken und Eigenversorgungskonzepten in Industrie und Gewerbe. Zu unseren Zielkunden gehören somit Energieversoger, Industrie- und Gewerbekunden mit eigenen Energieanlagen sowie sonstige Anbieter und Anwender smarter Energielösungen.

Das bringt mich auch schon zu meiner letzten Frage: Ihr habt euch 2018 gegründet und seitdem sicherlich schon einige Meilensteine erreicht. Wo steht ihr denn aktuell in der Entwicklung von Q-System?

Q-System verfügt über zwei voneinander unabhängige Module (Planungs- und Steuerungsmodul) mit unterschiedlichem Entwicklungsstand.
Das Planungsmodul von Q-System wurde zusammen mit unseren Pilotkunden zur Marktreife entwickelt. Das Steuerungsmodul ist ebenfalls voll einsatzfähig und wurde parallel anhand sog. Digital Twins von Energiesystemen getestet. Mit unseren Pilotkunden bereiten wir nun einen ersten Einsatz des Steuerungsmoduls in einem realen Microgrid vor.
Bis Ende 2019 möchten wir weitere Kooperationen eingehen, um das Steuerungsmodul weiterzuentwickeln und für eine Vielzahl von Anwendungsfällen nutzbar zu machen.

Thomas, vielen Dank für das spannende Interview. Wir wünschen euch für eure weitere Entwicklung viel Erfolg und hoffen, noch viel von euch zu hören! Wer Qantic dabei als Entwicklungspartner unterstützen möchte, darf wie immer gerne einen Blick in euer Energieloft Profil werfen oder sich direkt bei euch melden.

Bühne frei für den neuen ENERGIELOFT Auftritt


Energie & Umwelt, Industrie 4.0 & Logistik, IT & IKT, Mobilität, Smart City & Buildings

Seit Monaten arbeiten wir intensiv an dem Relaunch unseres Portals. Jetzt freuen wir uns euch mit diesem Blog-Beitrag unser Release offiziell bekannt zu geben. Viele neue Funktionen gehen mit einher. Nicht nur das Frontend hat sich gewandelt, auch unser Dashboard sowie Backend hält viele Neuerungen für euch bereit. So geben wir euch zahlreiche neue Tools an die Hand, mit denen ihr eure Innovationen noch schneller voranbringen könnt. Welche Funktionen das sind und wie sie sich in unser LOFT-System einfügen, wir stellen sie euch vor.

Alle neuen ENERGIELOFT-Funktionen im Blick

Seit 2015 beschleunigen wir als Innovationsnetzwerk mit unserem Ökosystem Innovationen in den Bereichen Energie, Mobilität und Smart City sowie in den angrenzenden Bereichen, wie IKT, Industrie 4.0 oder Financing. Die ENERGIELOFT-Datenbank ist hier zentrales Herzstück. Sie unterstützt beim Screening des Marktes, Scouting von Anwendungen, Analyse neuer Produktkonzepte sowie Erschließung von Geschäftsfeldern auf Basis neuer Technologien und Businessmodelle.

Sorgfältig strukturiert nach einzelnen Technologiesegmenten können über sie auf relevante Informationen zugegriffen werden. Mit dem Relaunch wird von jetzt an in einem persönlich auf euch zugeschnittenen Feed relevanter Content angezeigt. Wir informieren euch in Echtzeit über aktuelle Lösungen von Startups, Request und News, die euch interessieren.

Ihr selbst könnt mit der Funktion Request Gesuche aufgeben und so passende Investoren oder Produkte und Lösungen finden. Unser neues Live Matching vereinfacht die Kontaktanbahnung. Ihr erhaltet schnellen und vereinfachten Zugriff zu passenden Kontakten. Darüber hinaus haben wir in unser digitales Innovations-Ecosystem eine Vielzahl weiterer intelligenter Unterstützungssysteme integriert.

Gemeinsam mit euch Innovationen beschleunigen

„Create Tomorrow Together“ heißt unser Slogan und mit den Neuerungen sowie erweiterten Funktionsumfang könnt ihr jetzt noch besser Kooperationen anstoßen, schneller relevante Informationen erhalten und eure Innovationsprojekte beschleunigen. Wir vereinfachen damit ebenso Prozesse und das Management der bereits über 3.000 aktiven User unserer ENERGIELOFT-Datenbank.

Interessiert? Dann geht auf Erkundungstour im neuen LOFT-System und überzeugt euch selbst von den vielen neuen Funktionen. Hier geht’s zum Login.

Gemeinsam mit METRO als Pilot-Kunden durchstarten


Energieeffizienz & Umwelt, Energiespeicherung, IT & IKT, Smart City & Buildings

Mit unserer neuen, gemeinsam mit METRO gestarteten Challenge suchen wir nach Startups, die ihre Innovationen und Lösungen zusammen mit METRO auf den Markt bringen wollen.

Bewerbt euch bis zum 23.07.2019 mit einer Kooperationsidee bei METRO, einem führenden internationalen Spezialisten für den Groß- und Lebensmittelhandel. Mit rund 37 Mrd. Euro Umsatz im Jahr 2017/18 und mehr als 150.000 Mitarbeitern weltweit METRO als Pilot-Kunden für ein bezahlten Projekt gewinnen!

Gesucht werden digitale Lösungen für die METRO Stores im Bereich Dezentrale Energieerzeugung und -speicherung, IoT vernetzte Gebäude, Energieeffiziente Gebäude sowie nach Innovationsideen für METRO Kunden im Bereich Restaurants.

Im Rahmen ihrer Digitalisierungsstrategie möchte METRO in neue innovative Lösungen – Produkte, Geschäftsmodelle, Prozessverbesserungen – investieren.

Zum Ablauf

ENERGIELOFT unterstützt METRO bei der Auswahl von passenden Ideen. Diese reicht ihr bei uns ein. Kommen eure Kooperationsideen in die engere Wahl, könnt ihr euch einen halben Tag lang gemeinsam mit einem METRO-Mitarbeiter am Firmensitz Düsseldorf persönlich austauschen und eure Idee besprechen. Anschließend stellt ihr sie einem Expertengremium vor. Habt ihr sie von eurer Kooperationsidee überzeugt, startet ihr gemeinsam mit METRO in das bezahlte Pilotprojekt. Bei erfolgreicher Umsetzung könnt ihr euch über eine langfristige Kooperation mit METRO freuen.

Zur Bewerbung

Bewerben können sich weltweit alle Startups, die nicht älter als zehn Jahre sind.

Weitere Infos zur Challenge und zur Bewerbung findet ihr hier: METRO Startup Challenge

ioki ist das Startup der Woche 29: inspiring smart mobility


IT & IKT, Mobilität

Input, Output, künstliche Intelligenz – das sind die Komponenten, die den Namen unseres Startups der Woche bilden. ioki adressiert damit das Problem, dass vor allem ländliche Regionen, aber auch einzelne Bezirke von Großstädten nach wie vor schlecht an den ÖPNV angeschlossen sind. Doch wie können diese sogenannte „letze Meile“ überbrückt und bestehende Mobilitätskonzepte innoviert werden? Wir haben uns mit iokis CEO, Michael Barillère-Scholz, getroffen und uns das ganze mal genau erklären lassen.

Hallo Michael. Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast! Gibst du uns zu Beginn bitte einen kurzen Themeneinstieg?

Gerne! Unser Motto lautet: Mobilität für alle flexibel zugänglich machen – überall, jederzeit, egal ob in Metropolen oder auf dem Land und zwar ohne eigenes Auto.

Das klingt sehr spannend! Wie genau sieht denn das Konzept hinter diesem Motto aus?

ioki wurde als Teil der Digitalisierungsoffensive der Deutschen Bahn AG gegründet und ist Komplettdienstleister für digitale Mobilitätsformen auf der Straße und bietet dabei alle Services aus einer Hand: Wir stellen aufeinander abgestimmte Systembausteine, wie Plattform und App, fahrerbasierte und autonome Fahrzeugkonzepte oder Mobility Analytics bereit, die für unsere Kunden flexibel und individuell zusammengestellt werden können. So ermöglichen wir es Dritten, wie etwa Städten, Verkehrsunternehmen oder kommunalen Aufgabenträgern, neue Mobilitätsformen im öffentlichen Verkehr auch unter eigenem Namen und Design zu betreiben. Dabei geht es um zukunftsfähige Lösungen, die unsere Mobilität langfristig sichern, wirtschaftlich tragfähig und sozial ausgewogen sind und gleichzeitig die Umwelt schonen und letztlich die Lebensqualität erhöhen.

Neuartige Mobilitätskonzepte wie On-Demand-Ridesharing oder Carsharing Angebote sind bereits in einigen, hauptsächlich großen Städten etabliert. Wo siehst du denn in euren Leistungen den Vorteil, der euch von bisherigen Anbietern dieser Lösungen differenziert?

Als Bahntochter kommen wir aus dem Öffentlichen Verkehr und tragen durch Jahrzehntelange Erfahrung ÖPNV-DNA in uns. Unser Ziel ist es den ÖPNV nicht zu ersetzen, sondern sinnvoll zu ergänzen und den Verkehr durch ein integriertes, bedarfsgerechtes Mobilitätskonzept zu entlasten. Neben der On-Demand-Plattform kann unser Mobility-Analytics-Team mithilfe von Simulationen einsehen, wo, wann und wie sinnvoll es für Kunden wie Kommunen oder Verkehrsverbünde ist, Angebote in ihre Systeme zu implementieren. Es gibt nach wie vor viele ländliche Regionen, in denen die erste und letzte Meile nicht adäquat an den ÖPNV angeschlossen ist. Hier kommt ioki ins Spiel und evaluiert die Schnittstellen zum ÖPNV. Aber auch in Großstädten wie Hamburg gibt es schlecht angebundene Stadtteile, nämlich Lurup und Osdorf. Hier kann man mit dem ioki Hamburg Shuttle von der Haustür bis zur nächsten S-Bahn-Haltestelle zum HVV-Tarif befördert werden. Diese Integration in das örtliche Tarifsystem stellt ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal dar.

Du hast gerade angesprochen, dass ihr eure Leistungen in einem White Label Modell anbietet. Welche weiteren Aspekte integriert ihr in euer Geschäftsmodell und welche Services können Kunden da erwarten?

Wir verstehen uns als Mobility Tech-Enabler für ÖV-integrierte On-Demand-Mobilität. Wir helfen unseren Kunden, smarte On-Demand-Verkehre unter ihrer eigenen Marke einzurichten und zu betreiben. Das besondere ist, dass wir mit dieser Technologie Unternehmen wie Verkehrsbetreibern, Kommunen oder Städten die Möglichkeiten geben, diese neuen Mobilitätsformen selbst zu betreiben und auf die Straße zu bringen. Wir stellen dazu die notwendige Technologie bereit und helfen den Unternehmen den Sprung in digitale Mobilitätsangebote sicherzustellen, können aber auch nach Wunsch den ganzen Service bereitstellen. Unsere Unternehmenskunden können diese Dienste dann unter eigenem Namen und mit eigenem Design betreiben.
Dabei kann ioki als Vorlage und Blaupause für externe Projekte eingesetzt werden. Durch unser Reallabor und die Piloten, die wir bereits auf die Straße gebracht haben, wissen wir, wie ein Projekt konzipiert und umgesetzt werden muss – von diesen Erfahrungen können unsere Kunden profitieren. Das zählt für den nationalen Markt genauso wie für den internationalen Markt.
Sieht man sich unser Projekt ioki Hamburg an, so konnten seit der Etablierung im Juli 2018 mit einer 20 Fahrzeug starken Elektroflotte bis dato mehr als 150.000 Fahrten absolviert werden. Neben der Integration in den Tarif des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV) wird mithilfe unseres intelligenten Algorithmus ein sogenanntes Ridepooling ermöglicht: Menschen mit dem gleichen Ziel werden von unterschiedlichen Startpunkten abgeholt und gemeinsam befördert. Aufgrund des bisherigen Erfolgs wird ioki Hamburg seinen Betrieb ab Herbst dieses Jahres auch im Hamburger Stadtteil Billbrook aufnehmen. Billbrook besteht zu einem Großteil aus einem Gewerbegebiet mit mehr als 1.000 ansässigen Betrieben und über 20.000 Beschäftigten. Besonders für Berufspendler können in Billbrook deshalb mit dem Angebot von ioki Hamburg die erste und letzte Meile zum bestehenden ÖPNV überbrückt und die vorhandenen Buslinien ergänzt werden.

Als Kunden hast du bis jetzt Städte und Kommunen genannt. Könntest du noch einmal genauer auf die Zielgruppen eingehen, die ioki adressiert?

Als B2B bzw. B2G Marke und Tech-Enabler sind Städte, Kommunen und Verkehrsanbieter die relevantesten Stakeholder für ioki. Der klassische ÖPNV bildet somit eine wichtige Zielgruppe, aber auch im Rahmen von Unternehmen ergeben sich vielseitige Möglichkeiten der Mobilität. Ein Beispiel hierfür stellt unser Projekt in Kooperation mit DB Regio und dem Unternehmen Roche dar, das im März 2019 seinen Testbetrieb aufnahm. Hierfür testeten wir in Form eines Werkverkehrs für Roche-Mitarbeiter ein digital vernetztes Mobilitätskonzept zwischen Mannheim und Lampertheim. In einem weiteren Projekt mit DB Regio Bus können Reisende mit dem sogenannten “PAD Shuttle” in einem 10.000 qm großen Bediengebiet von und zum Paderborn-Lippstadt Airport gebracht werden. Auch hier handelt es sich um einen On-Demand-Service, der im April 2019 seinen sechsmonatigen Testbetrieb mit 20 Kleinbussen gestartet hat. Langfristig wird auch die Etablierung der Marke auf dem europäischen Markt angestrebt. So gab es beispielsweise im November 2018 den ersten internationalen Piloten: das Postbus Shuttle in Lustenau/Vorarlberg, in Zusammenarbeit mit der ÖBB-Postbus. Der Kernmarkt soll allerdings Deutschland bleiben.

Abschließend würde es uns noch interessieren, in welcher Entwicklungsphase ioki sich aktuell befindet und welche Ziele ihr zukünftig verfolgt. Auf welche Neuigkeiten können wir uns also gefasst machen?

Im Rahmen der Pilotprojekte kooperieren wir mit starken öffentlichen Partnern sowie etablierten Verkehrsunternehmen, mit denen in enger Zusammenarbeit zukunftsweisende Mobilitätsprojekte realisiert werden. So arbeiten wir beispielsweise mit der Stadt Wittlich, DB Regio Bus, der Rhein-Mosel-Verkehrsgesellschaft sowie den örtlichen Busreise- und Taxibetrieben daran, das Mobilitätsangebot in und um die rheinland-pfälzische Stadt Wittlich zu optimieren. Im Mai 2018 haben wir hier den bundesweit ersten, digital buchbaren Rufbus in den öffentlichen Personennahverkehr gebracht. In den ersten sechs Monaten nach dem Start konnte sogar ein Zuwachs an Fahrgästen von 400% nachgewiesen werden, was den Erfolg des Projekts unterstreicht.
Auch im autonomen Bereich nehmen wir eine Vorreiterrolle ein: Bereits 25.000 Passagiere wurden in dem ersten autonomen Linienbus in Bad Birnbach seit Oktober 2017 befördert. Auch unsere Hamburger Flotte, bestehend aus 20 elektrobetriebenen, und damit umweltschonenden ioki Shuttles, befördert täglich rund 200 Personen. Davon lässt sich etwa die Hälfte der Fahrgäste zu größeren ÖPNV-Haltestellen bringen. Aufgrund dieser positiven Resonanz wurde das Projekt um zwei Jahre verlängert. In diesem Jahr soll zudem noch ein neues Gebiet in Hamburg bedient werden: Billbrook. Dieses besteht zum Großteil aus einem Gewerbegebiet mit mehr als 1.000 ansässigen Betrieben und über 20.000 Beschäftigten. Mit dem Angebot von ioki Hamburg soll besonders für Berufspendler die erste und letzte Meile zum bestehenden ÖPNV überbrückt und die vorhandene Buslinie ergänzt werden.
Das nächste Ziel, das in den kommenden fünf Jahren angestrebt wird, beinhaltet die Einführung auf dem europäischen On-Demand-Markt als Technologie-Enabler für Kommunen, Städte, Verkehrs-(ÖPNV)-Anbieter und Unternehmen. Damit soll auch das Thema des individuellen Öffentlichen Verkehrs für Kunden, die Branche und den Mutterkonzern Deutsche Bahn weiter verbreitet werden. Der Kernmarkt soll allerdings weiterhin Deutschland bleiben.

Michael, vielen Dank für dieses überaus spannende Interview! Wir wünschen euch bei der Erreichung eurer Ziele viel Erfolg und weisen an dieser Stelle noch einmal auf euer EnergieLOFT Profil hin – dort können Interessenten sich weitere Informationen einholen.

TLK Energy ist das Startup der Woche 26: Engineering Services for Energy Systems


Energie & Umwelt, IT & IKT

Vor allem große Firmen beschäftigen sich seit einiger Zeit zunehmend mit Simulationen und dementsprechend auch mit den dazugehörigen Tools. Da diese jedoch häufig viel Expertenwissen voraussetzen und thematisch nicht unbedingt auf Spezialgebiete ausgerichtet sind, bietet TLK Energy, unser Startup der Woche, Abhilfe. Wie genau die aussieht, erklärt uns Geschäftsführer Manuel Gräber im Interview.

Hallo Manuel, vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast! Wir starten direkt mit der ersten Frage: Wie stellst du euer Startup in einem Satz vor?

Wir bieten spezialisierte Dienstleistung und Software zur Simulation von thermischen Systemen.

Und was bedeutet das konkret? Mich würden insbesondere die technischen Komponenten der Simulationen interessieren.

Wir sind Experten auf dem Gebiet der Thermodynamik, Verfahrenstechnik und Systemsimulation. Für Kunden erstellen wir individuelle Simulationsmodelle in der Modellierungssprache Modelica und führen Simulationsstudien durch. Neben diesem etablierten Geschäftsmodell wollen wir mit webbasierten Simulationstools neue Zielgruppen für die Systemsimulation begeistern. Dabei setzen wir auf die gleichen professionellen Werkzeuge, die wir in unserer täglichen Dienstleistungsarbeit nutzen. Die Modelica Simulationsmodelle werden exportiert und in moderne Webapplikationen eingebunden. Mit THEDA haben wir ein Produkt für die thermische Simulation von Gebäuden bereits kurz vor der Markteinführung. Für die Zukunft wollen wir weitere solche webbasierten anwendungsspezifischen Simulationstools entwickeln.

Verstehe. Meines Wissens nach gibt es bereits einige Simulationstools auf dem Markt, die thematisch ähnliche Schwerpunkte haben wie eure Produkte. Bietet ihr bestimmte Mehrwerte, die Konkurrenten so nicht aufweisen?

Auf jeden Fall. THEDA und zukünftige ähnliche Produkte bauen im Kern auf Simulationstechnik nach neuestem Stand der Technik auf, das betrifft sowohl die mathematischen Gleichungen als auch die numerischen Lösungsalgorithmen. Solche Methoden sind bisher nur in mächtigen Simulationstools verfügbar, deren Benutzung viel Expertenwissen voraussetzt. Mit unseren webbasierten Simulationstools wollen wir diese Technik normalen Anwendern verfügbar machen, die keine Simulationsexperten sind. Die Idee entspricht dem Grundgedanken von Apps: anstatt von mächtigen allgemeinen Simulationstools erstellen wir schlanke, intuitiv zu bedienende Anwendungen für spezielle Fragestellungen.

Wie gestaltet sich denn der Verkauf eurer Produkte? Setzt ihr bspw. auf Lizenzmodelle oder nutzt ihr da andere Methoden?

Eigene Simulationsprodukte wollen wir durch Mietlizenzen an professionelle Kunden vermarkten. Bei THEDA machen wir das gemeinsam mit einem Vertriebspartner, der magis consult GmbH. Der zweite Weg ist, dass wir solche Simulations-Apps für Kunden entwickeln. Wir stellen also unsere Technologie als White-Label-Produkt zur Verfügung, und eine Firma kann dann unter ihrem Namen ein schönes Simulationstool online stellen. Das könnten zum Beispiel ein Wärmepumpenhersteller sein, der mit Simulationen seinen Kunden die Auswahl eines geeigneten Produkts vereinfachen will.

Du hast gerade exemplarisch Wärmepumpenhersteller als potenzielle Kundengruppe genannt. In welchen Bereichen siedeln sich eure Kunden noch an?

Wir sind ausschließlich im B2B Markt unterwegs. Das heißt unsere Kunden sind Firmen. Ein Simulationstool für Privatkunden zu entwickeln, wäre auch denkbar. Das würden wir aber nur mit einem Partner machen, der sich um Vertrieb und Kundenservice kümmern würde. Mit unserem klassischen Dienstleistungsgeschäft sind wir international unterwegs. Als spezialisierte Experten haben wir Kunden aus allen Teilen der Welt.

Nutzen diese Kundengruppen eure Produkte auch schon oder seid ihr noch in der Entwicklung?

Die Vermarktung von THEDA startet gerade. Wir sind gespannt, wie sich das entwickelt, und welche Features sich die ersten Kunden oder Interessenten wünschen. Sobald wir Rückmeldung von den ersten Nutzern haben, planen wir die Weiterentwicklung von THEDA. Für weitere Simulations-Apps würden wir uns über Anfragen von Interessenten freuen, mit denen wir gemeinsam ein schönes Produkt entwickeln könnten.

Vielen Dank für das spannende Interview, Manuel! Wir wünschen euch für die Markteinführung von THEDA und den weiteren Ausbau eures Unternehmens viel Erfolg. Wer TLK Energy dabei bspw. in Form einer Vertriebspartnerschaft unterstützen möchte, kann gerne einen Blick in euren Energieloft Call werfen oder sich über euer Profil weitere Informationen einholen.

Wie kann künstliche Intelligenz die Energiewende unterstützen? 10 Beispiele aus dem LOFT-Ecosystem.


IT & IKT

Wenn das neue Auto über Assistenzsysteme, wie Einparkhilfen oder Spurassistenzsysteme, verfügt, dann freuen wir uns. Genauso ist es bei der Suche im Internet, bei der Online-Übersetzung von Texten oder bei der Nutzung von digitalen Assistenten, wie Siri oder Cortana. Diese Technologien nutzen wir heute im Alltag fast selbstverständlich. Wir fragen uns nicht welche Technologie dahinter steckt und ob das künstliche Intelligenz ist oder nicht. In der Energiewelt können entsprechende Systeme auch zur Selbstverständlichkeit werden, sie können sogar die Energiewende unterstützen. Ein paar Beispiele sollen zeigen, was mit KI möglich ist und wo sie die Energiewende unterstützt.

Was bedeutet künstliche Intelligenz?

Es gibt so viele verschiedene Begriffe in der Digitalisierung. In der Energiewende geht die Digitalisierung auch weit über das Thema intelligente Messsysteme hinaus. Sie fängt damit eigentlich erst richtig an, denn durch sie fallen riesige Mengen an Daten an, die nur automatisiert bearbeitet werden können. Darum geht es auch im Wesentlichen bei der künstlichen Intelligenz. Sie verarbeitet große Mengen an Daten und entscheidet selbständig, welche Schritte daraus folgen. Das bedeutet sie simuliert menschliche Entscheidungen aufgrund von Mustern, vorhandenen Daten, bestimmten Wahrscheinlichkeiten oder angelerntem Wissen…

Systeme, die auf künstlicher Intelligenz (KI) basieren, nutzen entsprechende Algorithmen, die aufgrund der Daten entsprechende Entscheidungen treffen oder Aktionen ausführen. Sie können mit sehr großen Datenmengen umgehen, schnell lernen, alle Varianten simulieren, um dann die Entscheidungen zu treffen.

Zur künstlichen Intelligenz gehören auch die Themen maschinelles Lernen, Deep Learning, Advanced Analytics, Predictive Analytics und Data Mining.

10 Beispiele für KI zur Unterstützung der Energiewende

Im Rahmen der Energiewende gibt es einige Anwendungsgebiete für die künstliche Intelligenz und die dazugehörenden Themen, wie maschinelles Lernen und Predictive Analytics. Aus den Startups in der Energieloft-Datenbank habe ich zehn verschiedene Beispiele ausgesucht, wie sie künstliche Intelligenz für ihre Leistungen nutzen können.

Optimierung der Planung von Solaranlagen
Eine datengetriebene Beratung und Optimierung von Photovoltaik-Anlagen mit hochauflösenden Daten aus dem Energiemonitoring bietet freeelio.io UG. Das Startup aus München trägt dazu bei, die Planungskosten zu reduzieren und den Ertrag zu optimieren.

Intelligentes Monitoring von industriellen PV-Anlagen
Die Überwachung von großen Photovoltaik-Anlagen, Aufdach- oder Freiflächenanlagen, mit einer intelligenten Monitoring-Lösung der Solytic GmbH hilft Betreibern und Asset Managern, die Wartung zu optimieren und den Anlagenertrag zu steigern.

Analyse und Prognose von Erzeugungsdaten
Mit einer Software auf Basis neuronaler Netze kann die Sota Solutions GmbH anhand historischer Daten den Energieertrag besser prognostizieren als mit herkömmlichen Verfahren. Damit ist eine optimierte Planung von Anlagen möglich, was die Kosten reduziert und Erträge steigert.

Management und Verwertung von Windanlagen-Daten
Mit der Hilfe von entsprechenden Algorithmen kann die Onwrks Gbr proaktives Windturbinen Management betreiben und Kosten in der Wartung und Instandhaltung von Windenergieanlagen ermöglichen.

Optimierung von Energieverbrauch, -speicherung und -erzeugung 
Anhand von Daten über den Verbrauch, das Verhalten der Bewohner, dem Wetter und weiteren relevanten Größen optimiert die intelligente Software von ÜberEnergy den Energieverbrauch in privaten Haushalten wie auch die Erzeugung von Energie.

Vorausschauender Betrieb der Gebäudetechnik in Handelshäusern
Anhand der Datenströme aus den Gebäuden und Energiesysteme kann die Recogizer Group GmbH eine vorausschauende Regelung (predictive analytics) von technischen Anlagen realisieren und damit Einsparungen erzielen. In Handelshäusern sind auf diesem Weg Energieeinsparungen von 40% möglich.

Vorausschauende Wartung von Industrieanlagen
Mit einer Software für das Energiemanagement kann man nicht nur den Energieverbrauch überwachen. Die Daten lassen sich auch für eine vorausschauende Wartung oder Instandhaltung von Anlagen in der Industrie (predictive maintenance) nutzen, wie bei ENIT Systems GmbH aus Freiburg.

Identifizierung von wechselwilligen Kunden und potentiellen Kunden
Wie verhalten sich die Kunden eines Energieversorgers, welche Kunden könnten bald zu einem anderen Anbieter wechseln und welche Kunden interessieren sich für die neuen Produkte. BEN Energy AG aus Zürich kombiniert die Verhaltensökonomie mit Methoden der predictive analytics, um diese Fragen zu beantworten.

Energieeinsparung in Heizungsanlagen durch intelligente Betriebsführung
Eine intelligente Anpassung von Heizprogrammen mit Sensor-Nachrüstung und Algorithmen auf der Basis von künstlicher Intelligenz bietet die metr Building Management Systems GmbH aus Berlin, um in großen Gebäuden Heizenergie einzusparen.

Geographische Big Data Analysen mit Geodaten
Mit der Hilfe von geographischen Big Data Analysen, Deep Learning und predictive analytics erstellt die Geospin GmbH aus Freiburg zeitliche und räumliche Prognosen. Dazu gehört zum Beispiel die Optimierung der Standorte von Ladesäulen für Elektrofahrzeuge.

Künstliche Intelligenz ist heute schon in der Energiewelt angekommen
Die künstliche Intelligenz ist in der Energiewelt kein Hypethema wie Blockchain. Aber vieles davon wird auch vielleicht nicht als KI wahrgenommen oder ist noch nicht so weit verbreitet. Die genannten Beispiele zeigen immerhin, wie viele unterschiedliche Innovationen es in Deutschland in dem Bereich der künstlichen Intelligenz in der Energiewelt gibt. Sie sind auch nur eine Auswahl aus den Startups in der Energieloft Datenbank.