Bia ist das Startup der Woche 49: KI-gesteuerte Optimierung von Stromnetzen für Elektromobilität


Energieeffizienz & Umwelt, IT & IKT

Elektroautos sind aufgrund wirtschaftspolitischer und umweltbedingten Entwicklungen auf dem Vormarsch. Allerdings sind unsere Stromnetze nicht auf diese Entwicklungen ausgelegt. Denn die Elektrifizierung des Verkehrs erhöht die Spitzennachfrage und verursacht zusätzliche Kosten, Ineffizienzen und Umweltverschmutzung in den Stromnetzen. Außerdem haben die Stromnetze aufgrund von Unterbrechungen und mangelnder Dispositionskontrolle Schwierigkeiten bei der Integration erneuerbarer Energien, was zu Schwankungen im Netz führt. Unser Startup der Woche, Bia, hat sich diesen Problemen angenommen und mithilfe von Machine Learning Lösungen dafür entwickelt. Wir sprechen heute mit Anne-Lise Laurain, Head of Product Strategy bei Bia, um mehr über das Startup und seine Idee zu erfahren.

Hallo Anne-Lise! Danke, dass du dir heute die Zeit für uns genommen hast. Wir starten auch gleich schon mit der ersten Frage. Was macht ihr bei Bia?

Bei Bia entwickeln wir Softwarelösungen, um Elektrofahrzeuge und verteilte Speicher in Kernbestandteile sauberer und widerstandsfähiger Stromnetze zu verwandeln. Wir steuern den Ladevorgang von Elektrofahrzeugen so, dass die gesamte flexible Kapazität für den Netzbetrieb zur Verfügung steht, während Flotten und einzelne EV-Besitzer eine konstante Verfügbarkeit, billigere Ladung und gesündere Batterien haben.

Das klingt sehr spannend! Wie funktioniert das Ganze im Detail?

Unsere Softwareplattform bietet Werkzeuge für eine optimierte Interoperabilität zwischen E-Mobilität und Versorgungsunternehmen. Sie reduziert die Stromkosten und minimiert den Batterieabbau für EVs, indem sie den Ladevorgang optimiert und gleichzeitig das Kundenerlebnis erhält. Außerdem ist unsere Software in der Lage, die Lade- und Prognoseflexibilität aus der Ferne zu steuern. Das bietet Netzbetreibern neue Werkzeuge, um Spitzenlasten aus EVs zu bewältigen und die Integration intermittierender erneuerbarer Energien zu erleichtern.

Unser erstes Serviceangebot, Analytics for Insights, umfasst Datenanalysen zur Identifizierung des Flexibilitätswerts, ein Simulationsmodell mit Optimierungsszenarien und einen Vorschlag zur Implementierung. Wenn wir eine optimierte EV-Ladung implementieren, sparen unsere Kunden Geld, schonen die Batterie und haben die Möglichkeit, an Netzdienstleistungen teilzunehmen.

Darüber hinaus haben wir eine Optimierungssoftware namens Opti. Sie beinhaltet anpassbare Optionen wie z.B. die Anreizregulierung bei hohen Stromerzeugungszeiten. Schließlich wird die Zusammenführung und Optimierung dieser Speicheranlagen zu einem wertvollen Netzdienst, der neue Einnahmen durch Spitzenlasten, Nachfrageresponsoring und Zusatzleistungen ermöglicht und wertvolle Datensätze und Erkenntnisse für Netzbetreiber liefert.

Im Moment befassen sich viele mit der Optimierung der Ladenetze, was grenzt euch von deren Ideen ab?

Unsere Plattform basiert auf einer Cloud-Architektur, die für ein breites Spektrum von verteilten Speicherressourcen eingesetzt werden kann und für den Einsatz in großen Mengen konzipiert ist. Unsere Machine Learning Algorithmen analysieren und prognostizieren das EV-Verhalten. Dann finden unsere Optimierungs- und Aggregationsmodelle den höchsten Wert an Flexibilität, erneuerbaren Verbrauch und Beteiligung an Netzbetreibermärkten.

Im Gegensatz zu den meisten unserer Wettbewerber konzentrieren wir uns nicht auf die Hardwareentwicklung, sondern auf die Entwicklung skalierbarer und hardware-unabhängiger Software.

Darüber hinaus beziehen wir strategisch den unerschlossenen Markt der Light-EV-Flotten ein, den nur sehr wenige Unternehmen betrachten. Analytics for Insights bietet Datenanalysedienste, die Optimierungsmöglichkeiten für Kunden simulieren, bevor sie sich für die Implementierung unserer Software entscheiden.

Unsere Pilotprojekte in den Emerging Energy Markets bieten die Möglichkeit, ein breites Anwendungsspektrum zu validieren, von der Ladungsoptimierung bis hin zu V2G-Fähigkeiten, während wir Bia als globale Plattform mit positiven Auswirkungen auf ländliche Gemeinschaften und Mini-Netze bis hin zu zentralisierten Systemen in den am weitesten entwickelten Umgebungen etablieren.

Wir sind ein sogenanntes “world positive” Unternehmen mit der Überzeugung, dass Zero Carbon Grids nicht nur möglich sind, sondern dass sie widerstandsfähig, zuverlässig und für alle zugänglich sind.

Wie integriert ihr eure Cloud-Lösung inklusive der verschiedenen Leistungen denn in ein Geschäftsmodell?

Wir haben verschiedene Möglichkeiten, Umsatz zu generieren. Erstens erwirtschaftet Bia Einnahmen durch Daten- und Simulationsdienstleistungen mit Beraterverträgen im Rahmen von “Analytics for Insights“. Diese wird zu einem festen Projektpreis berechnet, der je nach Größe und Qualität des Datensatzes sowie dem Volumen der Flotte oder der Ladeinfrastrukturkapazität variiert.

Wir erzielen Einnahmen aus einer monatlichen Gebühr mit Opti-Implementierungen, da EV-Betreiber und Ladepunktinhaber von niedrigeren Stromrechnungen, optimiertem Batteriezustand und der Teilnahme an Netzdienstleistungen profitieren.

Als Aggregator werden wir Einnahmen aus der Teilnahme an der Nachfragesteuerung, der Lastverlagerung und der Erbringung von Zusatzleistungen generieren.

Für Versorgungsunternehmen können wir Flexibilitätsprognosen, Sichtbarkeit hinter dem Zähler und Datendienste für Echtzeit- und Zukunftsplanungsanforderungen gegen eine pauschale Jahresgebühr anbieten.

Auf welchen Märkten seid ihr vertreten?

Wir konzentrieren uns auf Europa und die USA, da wir das Potenzial bei der Öffnung der Märkte für EV-Wachstum und Demand Response sehen. Basierend auf dem erwarteten EV-Wachstum in den USA und Europa wird die gemeinsame Marktgröße bis 2030 mindestens 50 Mrd. $ betragen.

Uns erwarten auch bedeutende Chancen in den Schwellenländern, da das Wachstum von Light-EVs und erneuerbaren Energien in den nächsten Jahren exponentiell zunehmen wird. Insgesamt sehen wir eine globale Marktchance von 100 Mrd. $.

Wo steht ihr denn aktuell mit der Entwicklung von Bia? Ist eure Cloud Plattform bereits nutzbar?

Vor 7 Monaten haben wir offiziell gegründet und sind Mitglied im Accelerator-Programm von Telefonica. Außerdem sind wir in verschiedenen anderen Pilotprojekten und Programmen tätig. Zum Beispiel haben wir ein LEV2MG (Light-EV 2 Minigrid) Pilotprojekt in Bangladesch in Zusammenarbeit mit SOLShare, das 18 Mikronetze im ganzen Land besitzt und betreibt. Wir sehen ein großes Potenzial in Schwellenländern, um unsere Technologie zu validieren, unsere KI zu trainieren und kommerzielle Strategien zu testen. Wir arbeiten auch an einem neuen Piloten in Uganda, um die Batteriewechselstationen für E-Motorräder zu überwachen und zu optimieren.

Unser aktueller Fokus liegt auf dem Einsatz unseres MVP im kommerziellen Umfeld und der Einbindung unserer Kundenpipeline durch Analytics for Insights, die Daten und Optimierungsdienste bereitstellt.

Wir befinden uns jetzt in einer Seed-Finanzierungsrunde und suchen nach Angel-Investoren, öffentlichen Mitteln und Zuschussmitteln, um zu unseren ersten Einnahmen zu kommen.

Anne-Lise, leider sind wir nun schon am Ende des Interviews angekommen. Vielen Dank für die spannenden Einblicke in eure Idee. Wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg! Wer mehr über euch erfahren will, kann auf eurem Innoloft Profil und den entsprechenden Requests nachschauen.

Parametricos ist das Startup der Woche 48: web-basierte Visualisierungsanwendungen für die Bauindustrie


IT & IKT, Smart City & Buildings

Der Baumarkt boomt. Da die Weltbevölkerung weiter wächst, muss Raum zum Wohnen und Arbeiten geschaffen werden. In Großstädten jagt ein Bauprojekt das nächste und die Architekten, Ingenieure und Bauleiter sind sehr beschäftigt. Unser Startup der Woche, Parametricos, hat eine Software entwickelt, die den “AECs” mithilfe von BIM-Daten und genereller Verbesserung des Workflows das Leben erleichtert. Heute sprechen wir mit Marios Messios, dem CEO von Parametricos, um mehr über das Startup zu erfahren.

Hallo Marios! Danke, dass du dir heute die Zeit nimmst! Würdest du uns zum Einstieg kurz beschreiben, was Parametricos macht?

Na klar! Parametricos entwickelt das sogenannte Studio, eine Cloud-Lösung zur Verbesserung des Workflows des AEC-Profis in allen Phasen eines Bauprojekts. Unter den Begriff AEC fallen alle Experten der Architektur-, Ingenieur- und Bauindustrie.

Könntest du uns ein paar Infos über die zugrundeliegende Technologie geben?

Parametricos Studio („Studio“) ist eine Cloud BIM+GIS Asset Management Lösung für Fachleute der Architektur-, Ingenieur- und Bauindustrie, die ihren Workflow in allen Phasen des Lebenszyklus eines Gebäudes verbessert. Von der Planung über das Facility Management bis hin zum Abbruch. Das Studio bietet ein Cloud-basiertes Toolkit, das alle digitalen Assets und Dokumentationen, die mit dem Bauprojekt verbunden sind, sicher auf einem privaten Konto speichert und visualisiert. Darunter fallen auch 3D-Modelle und Building Information Modelling. Letzteres bezeichnet ein 3D-Modell mit eingebetteten Daten. Mit diesem Ansatz können die Nutzer ihre Architekturvorschläge testen und ihre digitalen Assets auf Online-Karten mit Hilfe von Geographical Information System (“GIS”) Daten geokoordinieren.

Alles klar. Lösungen zur Workflow-Verbesserung gibt es ja schon einige. Worin siehst das USP, das Experten vom Fach dazu bewegt, eure Lösung zu nutzen?

Das rasante Arbeitsumfeld in der Bauindustrie und der Mangel an Daten während eines Projekts zwingen die meisten Architekturbüros, ein Projekt in kürzester Zeit zu visualisieren und zu realisieren. Diese Praxis entsteht isoliert, mit minimaler Berücksichtigung der Umgebung oder der Gemeinschaft, in der sich das Projekt befindet. Das Studio verdeutlicht die Bedeutung der Kontextualisierung eines Gebäudes von den frühesten Phasen des Planungskonzepts über den Bau bis hin zum Facility Management für die verbleibende Projektlaufzeit unter Verwendung von Geodaten.

Unsere Wettbewerber bringen Lösungen auf den Markt, die die Bedeutung von BIM veranschaulichen und validieren, aber noch nicht Cloud BIM mit Geospatial-Möglichkeiten wie unser Studio erkundet haben. Keiner der Wettbewerber für Cloud-Lösungen bietet eingebettete Online-Geodaten an.

Softwarelösungen werden von vielen Unternehmen als Lizenzmodell vertrieben. Ist das bei euch ähnlich oder nutzt ihr ein anderes Geschäftsmodell?

Ja genau. Wir bieten ein Basispaket namens „Professional“ zum Festpreis von 49,00 €/Monat an, das den Zugriff auf alle Funktionen und Vorteile beinhaltet. Der Benutzer kann gegen Aufpreis mehr Speicherplatz und Teammitglieder hinzufügen. Unsere Basispreise von 49,00 €/Monat gewinnen gegenüber der Konkurrenz, die durchschnittlich 63,00 €/Monat (70 $) berechnet. Das Studio, zu einem erschwinglichen und wettbewerbsfähigen Preis, skaliert nach den Bedürfnissen des Benutzers.

Seit der Registrierung des Unternehmens haben wir mehrere erfolgreiche Initiativen ergriffen, um mehrere Produkte und Veranstaltungen auf die Beine zu stellen, im Einklang mit dem Hauptprodukt, dem Studio. Diese Produkte arbeiten an Sensibilisierungsproblemen in unserem lokalen Markt in Zypern und dem internationalen Markt. Die Marketingkampagnen für beide Produkte tragen dazu bei, den Traffic für das Studio zu steigern. Wir haben einen Core Account entwickelt und einige Lösungen für unsere Kunden eingeführt, darunter „find an architect“.

Architectonic ist ein weiteres Produkt, das von Parametricos unterstützt wird: eine jährliche Hybridveranstaltung in Zypern, in der Welt der Start-ups und des Bauens mit ausländischen Referenten, Netzwerkaktivitäten und Ausstellungen.

Du hast eben schon erwähnt, dass euer Heimatmarkt in Zypern ist. Aber ihr seid auch international tätig. Kannst du uns noch mehr zur aktuellen Marktsituation und eurer Position darin erzählen?

Da die Zukunft des Bauens sich durch Building Information Modelling und digitale Akzeptanz verändert, wird der Nischenmarkt von BIM immer leistungsfähiger und profitabler. Die Marktgröße von BIM wird, laut vielen Marktforschungsberichten, bis 2025 über 11 Milliarden US-Dollar wachsen.

Basierend auf den Eigenschaften unseres Produktes, platzieren wir unsere Innovation im BIM-Markt im Segment Software, das 59% des Nischenmarktes einnimmt. Daher streben wir bis 2025 ein Marktvolumen von rund 6,49 Mrd. USD an.

Unsere Zielkunden sind Berufe in der Architektur-, Ingenieur- und Bauindustrie in kleinen und mittleren Unternehmen.

Die Pilotanwender sind in mehreren BIM-Segmenten tätig. Viele der Teilnehmer an einem Bauprojekt möchten an einem effizienteren und kostengünstigeren Asset Management beteiligt werden, indem sie ihre Projekte pünktlich und budgetgerecht halten. Beispielsweise könnten Ingenieure und Facility Manager mit Hilfe von Geo-Location in der Informationsumgebung in einer virtuellen Umgebung navigieren, die die reale Welt (d.h. die umliegenden Gebäude, bioklimatisch usw.) repräsentiert. Die Architekten und Ingenieure hingegen wären daran interessiert, die Planungszeit zu verkürzen, weniger Besuche vor Ort durchzuführen und den Flächenbedarf und die Materialverschwendung zu reduzieren. Der Bauherr könnte mit unserer Lösung, bessere strategische Entscheidungen während des gesamten Lebenszyklus des Bauwerks treffen.

Wie lange gibt es euch schon?

Wir haben am 7. September 2019 eine funktionale Studio-Plattform entwickelt und öffentlich gestartet. Wir testen und extrahieren derzeit Feedback von handverlesenen Industrieexperten, basierend auf ihrem Fachwissen und ihrer Anwendung von BIM, ihren Auswirkungen auf die BIM-Community weltweit und ihren Arbeitsbereich. Die Pilotanwender nutzen die Plattform probeweise mit einem vorher festgelegten Ablaufdatum, gefolgt von unserem Abrechnungsplan.

Marios, damit sind wir leider schon am Ende unseres Interviews angekommen! Wir danken euch für die spannenden Einblicke in euer Unternehmen. Wer mehr über euch, Parametricos, erfahren möchte, kann sich gerne das entsprechende Innoloft Profil oder eure Requests anschauen.

STROMDAO ist das Startup der Woche 47: dezentralisierter Grün-Strom mit Hilfe von Blockchain


Energieversorgung

Der Wechsel zu einer klimafreundlichen und bezahlbaren Energieversorgung ist nur mit Erneuerbaren Energien möglich. Allerdings wird das Umbrüche für die bestehende Struktur bringen. Im Hinblick auf die Zukunft der deutschen Energieindustrie, sind die drei Treiber Decarbonisation, Digitalisierung und Dezentralisierung. Unser Startup der Woche fokussiert sich auf letzteres. STROMDAO bietet variable Ökostromtarife, welche Herkunft und Verbrauch auf transparente Weise aufzeigen. Außerdem benutzt STROMDAO die Blockchain Technologie. In einem Interview mit Rebekka Mutschler, COO von STROMDAO, haben wir besprochen, wofür diese Technologie verwendet wird und wie das Produkt konkret aussieht.

Hallo Rebekka! Schön, dass du dir heute die Zeit für uns genommen hast. Würdest du uns kurz erklären, was STROMDAO macht?

Na, klar. STROMDAO hat sich das Ziel gesetzt, dass jede Person sich selbst mit Elektrizität von Erneuerbaren Energien versorgen kann, auch wenn sie keine Solaranlage besitzt.

Mit unserem Produkt Corrently erhälst du mehr Ökostrom, besonders aus deiner eigenen Nachbarschaft. Wir zeigen dir, wo und wann Ökostrom in deiner Umgebung produziert wird, sodass deine Steckdose mehr Ökostrom liefert als die der Anderen.

Besonders in Zeiten von Klimawandel sehr wichtig! Wie kann man sich das Ganze im Detail vorstellen?

Wir bieten einen variablen Stromtarif an, bei dem der Arbeitspreis je nach Anteil der regionalen Ökostromversorgung höher oder niedriger ist. Dieses Angebot spiegelt unseren GrünstromIndex wider. Durch den Einsatz eines Smart Meters als zusätzliche – mögliche – Hardware kann der Verbrauch transparent verfolgt und der entsprechende GrünstromBonus ausgezahlt werden.

Alle, die Grünstrom, also Ökostrom aus Ihrer Umgebung, nutzen, können so gleichzeitig anschließend Anteile an regenerativen Energieanlagen erwerben. Wir nutzen die Blockchain-Technologie, um eine transparente und schnelle Übertragung von Anteilen an Photovoltaikanlagen zu ermöglichen. So werden Sie nach und nach Eigentümer von einer Anlage, die für Sie Strom einspeist. Damit soll der Strommarkt langfristig dezentralisiert werden.

Verstehe. Wo siehst du den Wettbewerbsvorteil eurer Lösung gegenüber anderen Ökostrom-Anbietern?

Als einziger Stromversorger zeigen wir den Kunden, wann und wie viel Grünstrom aus ihrer Umgebung tatsächlich aus der Steckdose kommt. Diese wird aus verschiedenen Daten berechnet und bis zu 36 Stunden im Voraus zur Verfügung gestellt, sodass der Kunde seinen Stromverbrauch an das Angebot an Ökostrom anpassen kann. Für diese Flexibilität belohnen wir ihn, indem wir ihm nach und nach PV-Anteile übertragen – nur eben nicht auf seinem Dach. Dennoch wird ihm die Einspeisung seines Anteils zugeschrieben und er muss nicht mehr dafür bezahlen, da er ihn selbst produziert hat.

Wie integriert ihr eure Blockchain-Lösung inklusive dem GrünStromIndex in ein Geschäftsmodell?

Wie jeder andere Stromversorger haben auch wir eine Marge auf den Grund- und Arbeitspreis. Wir nehmen jedoch einen Teil der Marge und investieren sie in neue Anlagen für erneuerbare Energien. Neben B2C und dem B2B2C-Portfolio mit Stadtwerken, Kommunen und Gemeinden bieten wir auch Beratungsleistungen an.

Ist euer Zielmarkt auf alle potenziellen Kunden in Deutschland ausgerichtet?

Also wir addressieren alle Stromhaushalte in Deutschland, unabhängig davon, ob es sich um Privat- oder Geschäftskunden handelt. Unsere Zielgruppe sind jedoch die 18 Millionen Haushalte, die Ökostrom beziehen. Hier sind die Weichen für eine nachhaltige Stromversorgung bereits gestellt.

Das ergibt Sinn. Wo steht ihr im Moment mit der Entwicklung von Stromdao? Ist euer Produkt bereits nutzbar?

Ja, wir haben derzeit ein Technology Readiness Level (TRL) von 7. Unser Produkt ist bereits erfolgreich am Markt und wir streben eine Marktdurchdringung an.

So haben wir beispielsweise im CloudMallBW-Projekt „Zeitvariabler Stromtarif mit Ökostromindex“ gezeigt, wie einfach es ist, einen variablen Stromtarif in der bestehenden Tariflandschaft umzusetzen.

Rebekka, vielen Dank für den spannenden Einblick in die Entwicklungen von STROMDAO. Wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg. Für weitere Informationen über STROMDAO, schaut gerne auf dem Innoloft Profil oder in den Innoloft Requests vorbei.

Fincite ist das Startup der Woche 46: best-in-class wealthmanagement software


Banking & Finance, IT & IKT

Wer schon mal selbst Geld anlegen wollte, weiß wahrscheinlich, wie kompliziert und aufwändig der ganze Prozess ist. Das ist allerdings nicht nur auf Kundenseite so, sondern auch auf der Seite der Banken. Um den Banken und letztendlich auch dem Kunden zu helfen, hat unser Startup der Woche Fincite eine Softwärelösung entwickelt, die es Finanzdienstleistern ermöglicht, neue Modelle und Innovationen schneller zu realisieren. Wir haben uns mit Christian Paulus, dem Marketing Director zusammengesetzt, um etwas mehr über Fincite, dessen Werte und Ziele zu erfahren.

Hallo Christian! Danke, dass du dir heute die Zeit genommen hast. Wir beginnen direkt mit unserer ersten Frage: Wie würdest du Fincite pitchen?

Heutzutage wird es für Finanzinstitute von Tag zu Tag teurer, analoge Anlageberatung und Vermögensverwaltung anzubieten. Deswegen ermöglichen wir Banken, Asset Management und Versicherungsunternehmen, ihren Kunden digitale oder digitalunterstützte, also hybride Leistungen anzubieten.

Um das umzusetzen, habt ihr eine eigene Software entwickelt, richtig? Was kann der Nutzer mit dieser Software alles tun?

Genau. Unsere Software Fincite.CIOS ermöglicht Finanzdienstleistern hauptsächlich drei Dinge. Alle Konten, Vermögenswerte, Investmentziele und Restriktionen können in einem 360°-Profil erfasst werden. Diese Daten nutzen wir dann, um der Bank Erkenntnisse und Impulse über den Kunden zu generieren.
Außerdem kann das Finanzinstitut hochindividualisierte Portfolios erstellen und managen. Diese Portfolios entsprechen den Präferenzen, Zielen und Einschränkungen des Kunden, sowie den Anlagerichtlinien der Bank.

Das klingt sehr umfangreich. Was ist der Vorteil von Fincite.CIOS gegenüber anderen Softwaresystemen?

Unsere Software befähigt Finanzdienstleister dazu neue Service-Modelle und Innovationen rund um das Thema Investment schnell auszurollen, zu digitalisieren und kundenzentrierter zu gestalten. Heutzutage schaffen das viele Finanzinstitute nicht, da wichtige Prozessschritte softwaretechnisch nicht unterstützt werden oder nur in starren Legacy-Systemen stattfinden.

Mit Fincite.CIOS decken wir eine Vielzahl an Investmentprozessen ab. Dies reicht von der Finanzanalyse über die Beratung bis hin zur Anlagevermittlung und Vermögensverwaltung. Bei institutionellen Kunden kann sogar die Fondskonstruktion mit CIOS erstellt werden.

Wir haben damit die weltweit erste vernetzte Investmentsoftware entwickelt, die drei vorher isolierte Softwaresysteme eines Finanzdienstleisters vereint. Diese drei Softwaresysteme sind Financial Homes, Beratungsprozesse und Portfolio-Management-Systeme. Während die Softwareklasse des Financial Homes (i) noch neu ist, gibt es für Beratungsprozesse (ii) viele, eher einfache Softwarelösungen. Oft isoliert von diesen Systemen haben Banken ihre (iii) Portfolio-Management-Systeme. Diese kommen oft noch aus einer Welt in der Berater und Vermögensverwalter mehr Wert auf die Analyse einzelner Aktien als auf den Kunden gelegt haben.

Damit könnt nicht nur wertvolle Informationen über Kunden liefern, sondern auch Finanzdienstleistern die meisten Prozesse verkürzen. Wie sieht euer Geschäftsmodell aus?

CIOS ist eine Software-as-a-Service (SaaS). Das heißt, wir bieten unsere Software als Dienstleistung an. Darüber hinaus bieten wir unseren Kunden außerdem noch Leistungen zur Konfiguration. Das geschieht dann gemeinsam mit unseren Partnern.

Du hast vorhin schon kurz eure Zielgruppen angerissen. Könntest du nochmal konkretisieren, wie euer Zielmarkt aussieht?

Ja, klar. Auf der einen Seite sind unsere Zielgruppen die Finanzdienstleister, also von Direktbanken über Finanzvertriebe und Privatbanken bis hin zu institutionellen Asset Managern.

Auf der anderen Seite, also der Unternehmensebene, sind es in der Regel umsatzverantwortliche oder prozessverantwortliche Manager in den Bereichen Beratung, Wertpapier, Vermögensverwaltung, Fondsvertrieb und so weiter.

Dabei konzentrieren wir uns hauptsächlich auf die Märkte DACH, BENELUX und NORDICS.

Das heißt, ihr seid mittlerweile auch international im Markt vertreten?

Genau. In vielen europäischen Ländern sind wir bereits aktiv und zu unseren Kunden zählen neben großen Retailbanken auch renommierte Privatbanken und Vertriebe. Unser Ziel ist es die Internationalisierung in Europa weiter auszubauen. Währenddessen wollen wir unseren Marktanteil im Heimatmarkt Deutschland weiter konsistent ausbauen.

Auf der Produktseite haben wir zuletzt unsere Software um das Thema nachhaltige Investments erweitert. Der Wunsch vieler Konsumenten nach einer nachhaltigen Lebensweise spiegelt sich auch vermehrt in ihren Investments wider, weshalb es für uns wichtig war, unsere Software dahingehend auszubauen.

Christian, damit sind wir auch schon am Ende dieses Interviews. Vielen Dank für deine Zeit und dieses spannende Gespräch! Wir hoffen, auch weiterhin viel von euch zu hören! Wer an weiteren Informationen über euch interessiert ist, darf gerne einen Blick in euer Innoloft Profil oder euren Innoloft Request werfen.

Instagrid ist das Startup der Woche 45: Portable Power for Professionals


Energiespeicherung

Mobile Energie wird Vielerorts benötigt: Bei Veranstaltungen, auf Baustellen oder bei der Neugestaltung des Gartens. Da es dafür noch keine effiziente bzw. nachhaltige Lösung gibt, werden auf Baustellen bspw. noch häufig Dieselgeneratoren eingesetzt. Die Nachteile sind sicherlich für alle klar. Unser Startup der Woche, instagrid, schließt diese technologische Lücke mit seinen innovativen Batteriespeichersystemen. In unserem Interview mit Gründer Sebastian Berning erfahren wir mehr darüber.

Hey Sebastian! Schön, dass du heute hier bist. Wir beginnen direkt mit einer kurzen Frage. In einem Satz: Was entwickelt instagrid?

instagrid entwickelt und vermarktet die leistungsfähigsten mobilen Batteriespeichersysteme für professionelle Anwender, die derzeit auf dem Markt sind.

Das klingt sehr spannend. Könntest du uns etwas mehr über eure Technologie erzählen?

instagrid hat Batterien entwickelt, die ohne zusätzliche Umrichter oder Umrichter am üblichen Netz aufgeladen werden können und diese auch bei hoher Leistung wieder zur Verfügung stellen können. Man kann sich das so vorstellen, als bräuchte man kein Ladegerät, um sein Smartphone aufzuladen, oder als könnte man seine Autobatterie verwenden, um einen Bohrer direkt zu betreiben. Da die Eigenschaften dieser neuen Batterien weitgehend durch die komplexe Software der Batterien definiert sind, nennen wir die Technologie eine software-defined Batterie. Die Technologie ist ausschließlich auf die Umwandlung von Strom ausgerichtet und kann mit jeder Batteriezelle kombiniert werden, z.B. Lithium-Ionen-Batterien oder Blei-Säure-Batterien.

Zu Beginn des Interviews hast du eure Batterien als „leicht“ und „kompakt“ beschrieben. Bilden diese Eigenschaften neben der „mobilität“ auch euer USP?

Genau. Da unsere Batterien keine Stromrichter benötigen, können mit ihnen Systeme für Netzanwendungen geschaffen werden, die kompakter, leichter, kostengünstiger und leistungsfähiger sind als herkömmliche Systeme. Wir nutzen die Technologie derzeit, um tragbare Energiespeicher für professionelle Anwender zu entwickeln. Unsere Kunden kommen zum Beispiel aus der Bauindustrie, dem Gartenbau oder der Veranstaltungstechnik und sparen viel Zeit bei der Verlegung von Stromkabeln und der Suche nach Steckdosen. Darüber hinaus können unsere Nutzer sicher sein, vor Ort immer einen geeigneten Stromanschluss zu haben, ohne ein Gerät zur Stromerzeugung dabei haben zu müssen. Unsere Batterie-Netzteile sind etwa 50% leichter und 65% kleiner als andere Geräte auf dem Markt und sind die einzigen Systeme, die die volle Netzspannung für den Betrieb von Großgeräten wie Hochdruckreinigern bereitstellen. Dennoch sind die Geräte absolut wasserdicht, da zur Kühlung keine Belüftung erforderlich ist.

Und wie vertreibt ihr euer Produkt?

Zum einen entwickeln wir auf Basis unserer Batteriemodule White Label-Produkte für Großkunden. Diese Produkte werden in Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten entwickelt, zertifiziert und hergestellt. Die Produkte werden dann von den White-Label-Kunden selbst vertrieben, und wir bieten auf Anfrage Kundendienste an. Andererseits werden wir ab 2020 unsere Batteriespeichersysteme unter unserer eigenen Marke für die mobile Energieversorgung anbieten. Diese Batterien werden dann ausschließlich zur Online-Miete über ein Direktkunden-Servicemodell angeboten. Auf diese Weise hoffen wir, sehr günstige und faire Einstiegspreise anbieten zu können, da neben einer monatlichen Grundgebühr auch eine nutzungsabhängige Komponente berechnet wird.

Du hast bereits eure Kunden erwähnt, die aus vielen verschiendenen Branchen kommen. Sprecht ihr dementsprechend auch unterschiedliche Märkte an?

Wir adressieren derzeit den Markt für mobile Stromerzeuger, der weltweit mehrere Milliarden Euro umfasst. Wir glauben, dass dieser Markt schnell wachsen kann, wenn eine zuverlässige und komfortable elektrische Lösung zur Verfügung steht – wie bei Pedelecs / E-Bikes in den letzten Jahren zu beobachten war. Darüber hinaus adressieren wir bereits andere Märkte mit Pilotkunden, wie beispielsweise kompakte Solarspeicher für Mietwohnungen in der Stadt oder elektrische Reservekanister für Elektroautos. Letzteres testen wir derzeit mit norwegischen und finnischen Automobilclubs. Da Skandinavien in Sachen Nachhaltigkeit oft eine Vorreiterrolle spielt, haben wir dort seit letztem Jahr ein Büro, das unsere Business Development Aktivitäten koordiniert. Unsere Produkte werden international, außerhalb der EU, z.B. in den USA, vertrieben.

Damit kommen wir zur letzten Frage: Wo steht ihr derzeit mit der Entwicklung eurer Technologie? Bestimmt habt ihr seit eurer Gründung hart daran gearbeitet.

Wir industrialisieren derzeit unsere ersten Serienprodukte mit mehreren Markenpartnern. Die Technologie ist weitgehend ausgereift und wird derzeit von diesen Partnern unter Laborbedingungen und im Feld auf Herz und Nieren geprüft. 2019 war für uns bereits ein sehr erfolgreiches Jahr. Nach unserer Seed-Finanzierung im Januar konnten wir ein tolles Team aufbauen und wurden im Frühjahr von InnoEnergy als innovativstes Energiespeicher-Startup der Welt mit einem Preisgeld von 100.000 Euro ausgezeichnet.

Sebastian, vielen Dank für das spannende Interview! Wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg und hoffen, noch viel von euch zu hören. Wer sich für weitere Informationen über euch und euer Produkt interessiert, kann gerne einen Blick auf euer Innoloft Profil werfen.

m-Bee ist das Startup der Woche 44: Wechselrichter für Batteriespeichersysteme


Energiespeicherung

Viele Experten sind sich einig, die Energiewende wird maßgeblich durch erneuerbare Energien wie Solarenergie oder Windkraft bestimmt. Die zentrale Frage ist jedoch: Wie kann eine stabile Stromversorgung gewährleistet werden, wenn der Wind ausbleibt oder die Sonne von Wolken verdeckt wird? Grundsätzllich ist die Antwort simpel. Der Strom muss gespeichert werden. Die Praxis birgt jedoch zahlreiche Herausforderungen, sodass es aktuell noch keine effizienten und zuverlässigen Speichersysteme gibt. Unser Startup der Woche, m-Bee, möchte das ändern und entwickelt zu diesem Zweck innovative Wechselrichter für Batteriespeichersysteme. Eine zukunftsweisende Technologie, über die uns Co-Founder Nam Truong im Interview mehr erzählt.

Hallo Nam! Vielen Dank, dass du dir heute die Zeit nimmst. Wir starten direkt mit der ersten Frage: Wie würdest du m-Bee kurz und knapp vorstellen?

Mit unserer neuen, modularen Wechselrichtertechnologie setzen wir einen neuen Standard für große Batteriesysteme, um den Einsatz von Batterien im Stromnetz und im Mobilitätsbereich zu beschleunigen.

Dahinter stecken mit Sicherheit komplexe technologische Feinheiten. Könntest du uns die anhand der Batteriesysteme etwas genauer erklären?

Gerne! Batteriesysteme bestehen aus Batterien zur Speicherung der Energie und Wechselrichtern, die die gespeicherte Energie in nutzbare elektrische Energie für das Stromnetz umwandeln. In heutigen Systemen werden Hochvolt-Batteriepacks mit einer Nennspannung von rund 800 Volt eingesetzt, die dann an einen großen Zentralwechselrichter angeschlossen werden, um die Verbindung zum Stromnetz zu gewährleisten.
Wir realisieren ein anderes Prinzip, bei dem der große und sperrige Zentralwechselrichter durch eine verteilte Elektronik ersetzt wird, die auf kleineren Batteriemodulen mit weniger als 60 Volt montiert ist. Anstatt die Batteriespannung zu zerhacken, um die erforderliche Wechselspannung für das Stromnetz zu erreichen, koordiniert unsere Technologie die Batteriemodule dynamisch, um die nötige Wechselspannung aktiv zu erzeugen.

Du hast eure Entwicklung gerade schon mit den aktuell genutzen Systemen verglichen. Könntest du in diesem Zusammenhang nochmal konkret auf die Vorteile der m-Bee Lösung eingehen?

Unsere neue Wechselrichtertechnologie verbessert den Aufbau von Batteriespeichersystemen. Die Vorteile sind eine personensichere Batteriespannung, Ausfallsicherheit und eine Reduzierung des Energieverlustes um 70%. Dies bedeutet unmittelbar einen schnelleren und kostengünstigeren Aufbau von Batteriesystemen und eine höhere Sicherheit für die Mitarbeiter bei Produktion, Installation und Wartung.
Die Batteriesysteme, die unsere Technologie verwenden, sind zudem zuverlässiger bei geringeren Ausfallzeiten und bieten eine höhere Effizienz und damit geringere Energiespeicherungskosten (levelized cost of storage, LCOS).

Und vertreibt ihr die Batteriesysteme als Ganzes oder lediglich eure Wechselrichtertechnologie?

Wir verstehen uns als Lieferant von Wechselrichtern für Batteriesystemintegratoren. Das Geschäftsmodell ist daher ein klassisches Produktmodell in einem Lieferantenumfeld, in dem wir mit einer überschaubaren, aber wachsenden Anzahl von Kunden adressieren. Diese dienen als Multiplikatoren für unser Produkt.
Wir werden unseren Kunden einen attraktiven Preis anbieten, der sich trotz der Vielzahl an technischen und wirtschaftlichen Vorteile, die das Produkt bietet, am Marktpreis orientiert. Zusätzliche, anspruchsvollere Funktionen, wie z.B. unterbrechungsfreie Stromversorgung oder Inselnetzfähigkeit, werden bei Bedarf gegen Aufpreis freigeschaltet. Unser Ziel ist es, maßgeschneiderte Lösungen für die Bedürfnisse unserer Kunden anzubieten.

Verstehe. Welchen Markt adressiert ihr denn mit eurem Geschäftsmodell und welches Potenzial seht ihr dort?

Wir werden uns zunächst auf den Markt für stationäre Batteriespeichersysteme in Deutschland konzentrieren. Wir befinden uns derzeit in Gesprächen mit den größten Batteriesystemherstellern, um unsere Technologie zu demonstrieren zu können. Sobald wir die ersten Produkte fertig haben, werden wir nicht nur unsere Produktion steigern, sondern auch eine Internationalisierung anstreben. Allein der Weltmarkt für Batteriewechselrichter in der stationären Anwendung soll bis 2025 auf 3,4 Milliarden Euro wachsen und weitere hohe Wachstumsraten sind prognostiziert.
Da wir über ein vielseitiges System verfügen, dessen Eigenschaften vor allem durch Software definiert sind, können wir schnell zu anderen Anwendungen übergehen, wie z.B. batteriegepufferte DC-Ladestationen für Elektrofahrzeuge oder dem Antriebsstrang von Elektrofahrzeugen. Diese weiteren Anwendungen werden wir mittelfristig angehen.

m-Bee wurde Anfang diesen Jahres gegründet und hat seitdem schon einiges geschafft. Wo steht ihr denn gerade mit der Entwicklung eures Produkts und welche Ziele wollt ihr in näherer Zukunft erreichen?

Derzeit testen wir unseren ersten Prototypen voller Größe mit einer Nennleistung von 100 kW bei einem Pilotkunden vor Ort. Wir werden die Erkenntnisse bei der Entwicklung der nächsten Version berücksichtigen, die als Grundlage für die erforderliche Zertifizierung und die Produktionsoptimierung dienen wird. Die Markteinführung ist für Mitte 2020 geplant.
Aktuell sind wir über ein Förderprogramm der Bundesregierung (EXIST Forschungstransfer) finanziert und haben zusätzlich bereits eine Investition erhalten. Derzeit arbeiten wir an einer Investition im 7-stelligen Bereich, um unsere Entwicklung und unser Wachstum zu beschleunigen. Wir laden Investoren und mögliche neue Teammitglieder ein, Teil von m-Bee zu werden und den nächsten Standard für Batteriesysteme zu setzen.

Nam, vielen Dank für das spannende Interview! Wir wünschen euch für die Markteinführung viel Erfolg und hoffen, noch viel von euch zu hören! Wer Interesse daran hat, euch bei der Unternehmensentwicklung zu unterstützen, darf gerne einen Blick in euer Innoloft Profil werfen.

Urban ENERGY ist das Startup der Woche 43: Smart City von morgen


Energieversorgung, Mobilität, Smart City & Buildings

Das Thema Elektromobilität ist aus aktuellen gesellschaftspolitischen Debatten nicht mehr wegzudenken. Obwohl das 2010 von der Bundesregierung gesetzte Ziel, 2020 rund eine Million E-Autos auf deutschen Straßen zu haben, lange noch nicht erreicht ist, steigt die Anzahl der neuzugelassenen E-Fahrzeuge stetig. Was dabei jedoch immer zu beachten ist: sind viele E-Autos zum Laden an das Stromnetz angeschlossen, kann das zu neuen Ladespitzen und im schlimmsten Fall zu einer Netzüberlastung führen. Unser Startup der Woche, Urban ENERGY, adressiert genau dieses Problem und entwickelt eine Cloudlösung, die die Netzauslastung optimieren soll. Welche Technologien dahinter stecken und wie die Lösung im Detail aussieht, erfahren wir von Geschäftsführer Paul Dittrich im Interview.

Hallo Paul! Wir freuen uns sehr, dass du heute hier bist. Wir starten auch direkt mit der ersten Frage: Wie würdest du Urban ENERGY in einem Satz vorstellen?

urban ENERGY bringt das Energiemanagement mit KI auf ein neues Level und optimiert die Netzauslastung.

Und wie genau macht ihr die KI für diese Zwecke nutzbar? Erzähl‘ uns in diesem Zusammenhang gerne etwas über eure Produkte und Leistungen.

Die urban ENERGY Cloud Plattform stellt eine moderne Lösung zur Integration kosteneffizienter sowie hochskalierbarer Smart Grid Analytics in Echtzeit dar. Daten aus bestehenden Ladesäulen- oder Energiemanagementlösungen können zentral integriert und innerhalb von Millisekunden weiterverwendet werden. Kunden profitieren neben der zur Verfügung gestellten Plattform as a Service (PaaS) zur Entwicklung eigener Anwendungsfälle außerdem von der Data Analytics Funktion für Smart Grids. Die urban ENERGY Cloud Plattform, welche sowohl on-premise, öffentlich (z.B. AWS, Azure) als auch hybrid betrieben werden kann, stellt eine hochmodulare Komplettlösung bereit, um Energy Intelligence mithilfe von Predictive Analytics, Prescriptive Analytics sowie Machine Learning in Echtzeit zu operationalisieren.

Das klingt gerade im Hinblick auf die genutzen Technologien sehr zukunftsträchtig. Um langfristig am Markt bestehen zu können, müsst ihr euch jedoch trotzdem gegen konkurrierende Unternehmen durchsetzen. Mit welchem Alleinstellungsmerkmal geht ihr diesen Wettbewerb an?

Ja, es gibt bereits große Player wie Siemens mit schwergewichtigen Lösungen oder Anbieter in bestimmten Nischen wie Ladesäulen- oder klassisches Energiemanagement für Gebäude. Es gibt aber nur wenige Anbieter, die eine pragmatische Lösung im Bereich der intelligenten Vernetzung anbieten, die auf die aktuellen Probleme, wie Überlastung der Verteilnetze wirklich eingeht. urban ENERGY füllt diese Lücke und geht in die Rolle eines Energie-Vermittlers zur Integration unterschiedlicher Anwendungen, mit dem Ziel eine Smart City durch Künstliche Intelligenz so energie- und kosteneffizient wie nur möglich zu gestalten.

Wie integriert ihr eure Cloud-Lösung inklusive der verschiedenen Leistungen denn in ein Geschäftsmodell?

Noch vor Gründung von urban ENERGY haben wir über ein Jahr lang Gespräche mit möglichen Kundengruppen geführt. In dieser Zeit haben wir unseren Business Case optimiert und ein für den Kunden optimales Lizenzmodell entwickelt. Eine einschlägige Rentabilität für den Kunden ist bereits ab 5 Ladesäulen gegeben. Neben Ladesäulen sind jedoch auch andere Use Cases wie Predictive Maintenance oder Vorhersagen von Energiemengen möglich. Mit der adesso AG, einem großen IT-Unternehmen und Phoenix Contact, einem weltweit agierenden Elektrotechnik Konzern haben wir nicht nur zwei Investoren, sondern auch strategische Partner, die über ein weitreichendes Vertriebsnetzwerk verfügen. Aktuell führen wir weiterführende Gespräche in der Energie- und Immobilienwirtschaft.

Befindet sich dort auch euer Zielmarkt oder setzt dieser sich aus anderen Branchen zusammen?

Neben Stadtwerken erfolgen Projekte in enger Zusammenarbeit mit den entsprechenden Immobilienunternehmen. urban ENERGY wird aber auch zunehmend für Logistik- und Gewerbeunternehmen interessant, die ihren Fuhrpark nach und nach elektrifizieren möchten. Mehrere LKWs oder Busse aus dem ÖPNV zeitgleich mit Strom zu versorgen wird einer der großen Herausforderungen der Zukunft, die sich urban ENERGY annehmen möchte. Aktuell konzentrieren wir uns auf den deutschsprachigen Raum, da wir immer mehr Anfragen von Stadtwerken oder auch Wohnungsbaugesellschaften erhalten, die die Herausforderungen im Verteilnetz sehen und hier nach entsprechenden Lösungen suchen.

Wo steht ihr denn aktuell mit der Entwicklung von Urban Energy? Ist eure Cloud Plattform bereits nutzbar?

Genau, die eigentliche IoT-Cloud-Plattform steht bereits. Aktuell erweitern wir diesen Energy Data Hub um weitere Use Cases: z.B. die zeitliche Verlagerung von Ladevorgängen, die Vorhersage von Energiemengen aus Erneuerbaren Energien. Aktuell sind wir daher auf der Suche nach ersten Projekten zur Verprobung des urban ENERGY Plattform und erster Use Cases. Im Rahmen eines Forschungsprojektes, welches ab Dezember 2019 startet, arbeiten wir über drei Jahre hinweg u.a. mit der Stadt, den Stadtwerken und der TU Dortmund sowie dem Fraunhofer Institut gemeinsam an einer Quartierslösung.

Damit sind wir schon am Ende unseres Interviews angelangt. Vielen Dank für die interessanten Antworten! Wir wünsche euch weiterhin viel Erfolg und wollen an dieser Stelle natürlich noch auf euer Innoloft Profil und euer Innoloft Request aufmerksam machen. Interessenten können dort weitere spannende Informationen zu euch finden.

Arkite ist das Startup der Woche 42: HELPING OPERATORS EXCEL


Industrie 4.0 & Logistik

Im Interview dieser Woche geht es um eine Lösung für Industrie 4.0. Genauer gesagt, entwickelt unser Startup der Woche ein Bedienerführungssystem, das mit Hilfe von Sensoren jede einzelne Bewegung während der Montage überwacht und bei jedem Schritt ein Live-Feedback liefert. Eine spannende und komplexe Idee, die uns Head of Sales, Jorg Hendrikx, näher erläutert. Wir freuen uns darauf, mehr über die Technologie, Produkte und Vorteile von Arkite zu erfahren.

Hallo Johan. Danke, dass du dir heute die Zeit genommen hast. Wir beginnen direkt mit unserer ersten Frage: Wie würdest du Arkite pitchen? Könntest du uns ein paar Infos über die zugrundeliegende Technologie geben?

Arkite als Unternehmen wurde 2015 mit dem ersten Produkt im Mai 2016 gegründet, aber die Wurzeln von Arkite reichen bis ins Jahr 2004 zurück. Von da an war Arkite eigentlich ein Beratungsunternehmen, das produzierenden Unternehmen bei der Prozessinnovation und Prozessoptimierung zur Verbesserung der Produktion half. Aber wir haben festgestellt, dass es viele Herausforderungen gab, denn auch in der Zeit der Automatisierung werden noch viele Operationen manuell durchgeführt. Human in Industry 4.0 ist etwas, das für Unternehmen immer noch sehr relevant ist, aber nicht alles automatisieren kann. Der Mensch hat viele Vorteile gegenüber Maschinen, da er kreativ sein kann, sehr flexibel und dynamisch ist und Probleme im Gesamtprozess erkennen kann. Aber die Arbeit mit Menschen birgt noch einige Herausforderungen. Bediener vergessen manchmal Dinge; sie können den Fokus verlieren und sind anfällig für Fehler wie das Vergessen eines Teils oder die falsche Montage eines Produkts. Dies führt zu vielen Qualitätslecks und zu vielen Effizienzlecks. Unser erstes Ziel war es also, die Qualität und Effizienz auf der Bedienerebene zu verbessern. Auf der anderen Seite gibt es auch eine hohe Mitarbeiterfluktuation. Wir haben festgestellt, dass viele produzierende Unternehmen mit der Ausbildung neuer Mitarbeiter kämpfen, die durch höhere Umsätze und meist durch mangelnde Erfahrung und technisches Wissen verursacht werden. Um diese beiden Herausforderungen tatsächlich zu bewältigen, haben wir unser Produkt auf den Markt gebracht. Das Produkt wird als Human Interface Mate (HIM) bezeichnet. Es ist eine Bedienerführungstechnologie und was sie bewirkt, ist die Schaffung einer dynamischen und digitalen interaktiven Arbeitsumgebung. Wir setzen den Sensor also über den bestehenden Arbeitsplatz und können damit die Operationen validieren, die der Bediener ausführt. Wir können sehen, ob sie etwas greifen oder zusammenbauen oder ob sie das richtige Werkzeug oder das falsche Werkzeug verwendet haben. Arkite ist eigentlich ein Softwareunternehmen, so dass der Sensor mit intelligenten Algorithmen kombiniert wird, die auf derselben HIM-Einheit laufen und den gesamten Prozess über den Sensoreingang analysieren. Es gibt auch einen integrierten Projektorsensor, der zur Interaktion mit dem Bediener dient. Der Projektor wird verwendet, um Texte, Bilder und Videos zu projizieren, mit dem Ziel, die richtige Anweisung zum richtigen Zeitpunkt an der richtigen Stelle zu haben. Alles, was wir also tun müssen, ist, alle standardisierten Aktionen und Abläufe einmal in das System einzulernen und dann zu validieren, ob der Bediener seine Aufgabe im Vergleich zur standardisierten Abfolge der Schritte erfüllt.

Das klingt wirklich effektiv. Wie einfach ist es, das Arkite-System in die bestehende Infrastruktur zu integrieren? Wie sieht die Akzeptanz bei den Endverbrauchern aus?

Die Implementierung unsere Lösung erfolgt in zwei Teilen. Ein Teil ist im Wesentlichen die Aktivierung oder das Training des Systems. Der zweite Teil ist dann die Integration mit der Produktionsumgebung. Betrachtet man den ersten Teil, d.h. die Aktivierung, erfolgt diese im Backend mit der Software unter Verwendung unserer proprietären Algorithmen. Das System erstelllt so eine Visualisierung  der Prozesse und automatisierte Abläufe. Abhängig vom Prozess und der Anzahl der Schritte, kann die Komplexität von wenigen Stunden für die Montage bis zu einigen Tagen reichen.

Der zweite Teil der Implementierung ist die Integration. Dafür haben wir eine HIM-Einheit, die in die gesamte Produktionsumgebung integriert werden muss, um mit anderen intelligenten Tools und dem gesamten Industry 4.0-Netzwerk zu kommunizieren.Wir sind ein Sliver-Partner von SAP und haben bereits eine Menge Integration mit seinen Softwareumgebungen aufgebaut. Der Grund dafür ist, Informationen über die Produktspezifikationen wie den Produktcode, die Menge, die Priorität, die Stückliste usw. zu erhalten, die unser System verwenden kann, um dem Bediener die richtige Anleitung zu geben. Darüber hinaus können wir viele Daten generieren, die wiederum mit den bestehenden Netzwerken geteilt werden können, so dass der Kunde Einblicke in seinen manuellen Betrieb hat.

Was die Akzeptanz innerhalb des Unternehmens betrifft, so möchte ich sagen, dass es für neue Mitarbeiter meist überhaupt kein Problem darstellt. Sie werden durch die Technologie unterstützt, da sie dem Unternehmen hilft, neue Mitarbeiter schneller und effizienter zu schulen. Für die neuen Mitarbeiter ist es also definitiv ein großer Mehrwert ohne Anpassungsverzögerungen an die neue Situation. Auf der anderen Seite brauchen Unternehmen jedoch ein gutes Changes Management um Akzeptanz seitens lang etablierter Mitarbeiter zu schaffen. Was wir also mit unserer Software tun, ist, dass wir die Arbeitsanweisungen auf der Grundlage eines erfahrenen Niveaus anpassen können. So können neue Mitarbeiter viele Informationen wie Texte, Bilder und Videos nutzen. Im Gegensatz dazu können sie bei erfahrenen Mitarbeitern fast keine visuelle Anleitung, sondern nur ein Feedback erhalten. Was wir in der Praxis festgestellt haben, ist, dass je mehr wir unsere Technologie integrieren, desto besser wird sie vom Betreiber genutzt. Denn so hat der Betreiber selbst die Wahl, diese virtuellen Anweisungen zu aktivieren. Was wir jedoch empfehlen, ist, das System automatisch zu aktivieren. Dies bietet verschiedene Möglichkeiten, bspw. Werkzeuge abzuschließen bzw. zu blockieren, wenn sie nicht verwendet werden dürfen. So kann die Zahl der Fehlalarme deutlich gesenkt werden, die Annahmequote bleibt jedoch sehr hoch.

Wir haben bereits darüber gesprochen, dass ihr eure Technologie im Bereich Industrie 4.0 entwickelt – einem Bereich, der sehr breit aufgestelllt ist. Welche Märkte adressieret ihr denn innerhalb dieses Sektors?

Derzeit ist unser größter Markt noch die Automobilindustrie, hauptsächlich Tier-1- und Tier-2-Lieferanten. Unsere Technologie kann aktuell nicht auf beweglichen Linien eingesetzt werden, daher konzentrieren wir uns auf Unternehmen mit Unterstationen und Kommissionierplätzen. Neben der Automobilindustrie sind wir auch sehr aktiv in der Luft- und Raumfahrt, der Halbleiterfertigung und der traditionellen Fertigung wie der Kompressor- und Pumpenindustrie. In jeder Branche, in der Unternehmen eher ein proaktives Qualitätssystem als ein reaktives Qualitätssystem benötigen, um Fehler bei der Montage zu erkennen, kann unsere Technologie zur Unterstützung eingesetzt werden. Unser Hauptsitz ist in Genk, Belgien, aber wir arbeiten mit globalen Partnern zusammen, mit einem Schwerpunkt auf Europa, Großbritannien und Asien, hauptsächlich China und Indien.

Und wie hoch ist der durchschnittliche Investitionsaufwand, den die Unternehmen für die Implementierung der Arkite-Lösung benötigen?

Wir haben derzeit zwei Versionen, Standard und Enterprise, bei denen der Investitionsaufwand pro Station hauptsächlich gering bis mittel ist und auch direkt vom gesamten Projektumfang abhängt. Das Ziel des Gesamtsystems ist die Nachverfolgung und Unterstützung einer bestimmten Station für vorzugsweise mehrere Wochen oder Monate, um den größten Wert für die Produktion zu erzielen und einen höheren ROI zu generieren. Der ROI ist sehr branchenspezifisch und hängt von mehreren Faktoren ab, bspw. wie hoch die Menge des hergestellten Produkts ist und welche Qualitäts- und Effizienzprobleme das Unternehmen während des Herstellungsprozesses hat. Im Durchschnitt können wir sagen, dass es etwa 2-3 Jahre sind.

Könntest du uns vielleicht ein paar Praxisbeispiele für die Implementierung eurer Lösung nennen?

Wir haben mehr als 150 Systeme in der Produktion installiert und aktiv in Betrieb. Ein Beispiel dafür ist Benteler. Benteler ist weltweit in den Bereichen Automobiltechnik, Stahl- und Rohrproduktion, Engineering und Vertrieb tätig. Das Unternehmen suchte nach einer Lösung, die sowohl die Montage als auch die Kommissionierung kritischer Komponenten für seine vielfältigen Produktvarianten unterstützt. HIM unterstützt zunächst den Kommissionierprozess des Hitzeschildes, des Bodenschildes und der Schäkel. Neben der Montage dieser Teile wird der Bediener durch eine virtuelle Checkliste des Armes, der Verbindung und der Schutzabdeckung in der richtigen Position (mögliche Schäden an weiteren Stationen) unterstützt. Die HIM-Einheit wurde in die Siemens S7 Liniensteuerung integriert, um bei kritischen Problemen einen Linienstopp zu ermöglichen. Alle Prozessschritte werden protokolliert, um Benteler eine lückenlose Rückverfolgbarkeit zu ermöglichen. Weitere Referenzen sind Ford Europe, Volvo, Danfoss und Atlas Copco.

Das führt uns bereits zur letzten Frage: Wie sieht Arkites Herangehensweise im Kontext der Industrie 4.0 generell aus?

Es gibt eine sehr große Herausforderung, die Betreiber im Gesamtkontext von Industrie 4.0 zu unterstützen. Auch mit Robotern, AGB’s und automatisierten Systemen wird es auch in Zukunft noch viele Akteure in der Fertigungsindustrie weltweit geben. Wenn man auf das Industrie4.0-Netzwerk schaut, wird man auch einen großen Trend in der Plattformtechnologie sehen. Unternehmen wie Siemens und SAP investieren stark in die IoT- und Industrie 4.0-Plattform und Arkite kann als Ergänzung zu diesen Plattformen angesehen werden. Da wir die Schnittstelle zum Bediener sind, kann das System die richtigen Anweisungen zum richtigen Zeitpunkt bereitstellen, so dass wir Daten von diesen Plattformen an den Bediener projizieren und anweisen können. Auf der anderen Seite ist das System auch ein Input für diese Plattformen, da das System über eine menschliche Analytik verfügt, mit der es sehen kann, was die Bediener tun. Das System kann beobachten, was ihre Leistung, ihre Effizienz, die Qualität ist, also sind es auch sehr wertvolle Daten für diese Plattformen, denn bisher haben alle diese Plattformen nur die Daten von den Maschinen, der Produktionslinie und alle diese Bediener sind Blackboxen. Die Messung auf einer solchen lokalisierten Ebene kann also mehr Raum für Verbesserungen der Gesamtqualität des Prozesses bieten, und die Arkite-Technologie kann viele Erkenntnisse über diese Maßnahmen liefern. Die Vorteile, die die Unternehmen durch den Einsatz des Arkite-Systems haben können, können zum einen die verbesserte Gesamtqualität des Prozesses, die Reduzierung von Ausschuss und Nacharbeit sein. Außerdem kann das System, wie bereits erwähnt, die Effizienz verbessern, insbesondere bei neuen Bedienern und sehr komplexen Baugruppen. Darüber hinaus können wir viele wertvolle Daten generieren, die dann Erkenntnisse über lokalisierte Herausforderungen liefern können, und dann schließlich, was meiner Meinung nach die Wichtigste ist, die Investition in das, was wir als „Human Capital“ oder „Operator Empowerment“ bezeichnen. Das System kann es den Menschen erleichtern, in Fabriken zu arbeiten, komplexere Montagen durchzuführen, eine erweiterte Anleitung der Anweisungen zu erhalten und eine wesentlich flexiblere Personaleinsatzplanung zu ermöglichen.

Johan, vielen Dank für das interessante und ausführliche Interview! Wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg und möchten die Gelegenheit nutzen, auf euer Innoloft Profil und euer Innoloft Request hinzuweisen. Interessenten finden dort weitere spannende Informationen.

ParkEfficient ist das Startup der Woche 41: Intelligente Bewirtschaftung von Unternehmensparkflächen


Mobilität

So fortschrittlich viele Unternehmen mittlerweile sind: Bei der Bewirtschaftung ihrer Parkflächen hört die Innovation auf. Parkplätze werden meist pro Mitarbeiter fest vergeben und stehen daher während Urlauben, Geschäftsreisen oder Krankheitstagen leer. Das klingt nicht nur wenig wirtschaftlich, sondern schafft zudem noch Unzufriedenheit bei den Mitarbeitern, die jeden Morgen auf (vergeblicher) Parkplatzsuche sind.
Unser Startup der Woche geht dieser Ineffizienz an den Kragen. Denn ParkEfficent entwickelt eine App, mit der freie Stellflächen ermittelt und neu vergeben werden können. Wie genau die App funktioniert und welche weiteren Mehrwerte ParkEfficient bietet, erklärt uns Geschäftsführer Konstantin Wilms im Interview.

Hi Konstantin. Vielen Dank, dass du dir heute die Zeit nimmst! Würdest du uns zum Einstieg einen kurzen Pitch geben?

Gerne! Die ParkEfficient App verhilft Unternehmen zu einer 140% Auslastung ihrer Parkflächen – und das ohne riskante Überbuchungen, sondern mit einem intelligenten Zuweisungssystem.

Das klingt nach einer sehr nutzenorientierten Lösung, erzähl‘ uns gerne mehr darüber.

Unser Produkt ist eine App, die individuell an die Bedürfnisse unserer Kunden angepasst werden kann. Das Parkplatzmanagement in Unternehmen ist häufig ein komplexes Problem, das stark von Organisationsform, Lage und Zugänglichkeit der Stellflächen abhängig ist.
Ein Großteil der deutschen Unternehmen bietet seinen Mitarbeitenden eine stark limitierte Anzahl von Stellflächen, welche nach den Prinzipien der festen Zuweisung oder durch limitierte Zugänge vergeben werden. Das führt zwangsläufig dazu, dass täglich bis zu 40% der Stellflächen nicht optimal ausgelastet werden, beispielsweise durch Urlaube, Dienstreisen, Krankheitsfälle oder mobilem Arbeiten.
Zudem gibt es große Unterschiede bzgl. der Vermietung/Subventionierung von Stellflächen: Während ein Teil der Unternehmen Parkplätze/Zugänge für ein ganzes Jahr vermietet, verlässt sich der andere Teil auf monatliche Abbuchungen oder individuelle Modelle.
Wir bieten für einzigartige Fälle einzigartige Lösungen an.
Für jeden Unternehmenskunden wird ein Profil angelegt, auf das lediglich Mitarbeitende zugreifen können. Anschließend werden modulare Features hinzugefügt. Je nach Bedarf können Parktickets monatlich oder tagesbasiert angeboten werden und kostenlos oder gegen eine Gebühr erworben werden. Die Abrechnung der Kosten kann über die App oder per Anbindung an die Lohnbuchhaltung der Kunden erfolgen.
Mit ParkEfficient haben Mitarbeitende, die auf langen Wartelisten verweilen, die Möglichkeit unternehmenseigene Stellplätze zu nutzen. Es wird keine Zeit mehr mit kostenintensiven Parkplatzsuchen in Großstädten verschwendet.
Die mittels der ParkEfficient App gesammelten Daten ermöglichen tagesindividuelle Prognosen. Für eine Auslastung von bis zu 140%.

Verstehe. Services zur Parkflächenbewirtschaftung gibt es ja bereits einige. Worin siehst das USP, das Unternehmen dazu bewegt, eure Lösung zu nutzen?

Bisherige ParkApps bieten lediglich die Vermietung von Stellflächen an Dritte. ParkEfficient hingegen konzentriert sich auf unternehmenseigene Stellflächen und Mitarbeitende. Primär soll die Mitarbeiterzufriedenheit erhöht werden. Zusätzliche Einnahmen, beispielsweise durch die Weitervermietung an Mitarbeitende, können generiert werden.
Flexibilität und Effizienz. Das macht ParkEfficient einzigartig.. Wir sind in der Lage, den Bedarf der Kunden in Echtzeit abzubilden und eine individuelle Lösung anzubieten. Zudem verfügen wir neben Know-How über eine Vielzahl von Daten, die eine Vorhersage bzgl. der sich ständig ändernden Auslastung erlaubt. Das ist besonders Interessant für Neubauprojekte – Oft ist die Anzahl neu zu bauender Stellflächen ein kritischer Faktor bei der Planung, bei dem Investoren und Städte gegeneinander verhandeln. Neue Gesetze und Verordnungen erlauben es den Investoren, die Anzahl neu zu bauender Stellflächen zu reduzieren, wenn hier nachweislich intelligente Parkmanagementlösungen eingesetzt werden. Das bietet ParkEfficient.

Softwarelösungen werden von vielen Unternehmen als Lizensmodell vertrieben. Ist das bei euch ähnlich oder nutzt ihr ein anderes Geschäftsmodell?

Für die Nutzung unserer App erheben wir in der Regel eine Lizenzgebühr. Diese variiert, basierend auf den zuvor erhobenen Potentialen, die unser App vor Ort schafft und der Anzahl der hinzugebuchten Features.
Darüber hinaus, bieten wir für unsere Kunden die Möglichkeit eines individuellen Customizings an, für das i.d.R. eine Einmalzahlung anfällt.
Wir entwickeln unser Geschäftsmodell stets weiter. Inzwischen bieten wir neben unserem Standardprodukt (der Vermittlung festvergebener Stellplätze) intelligente Lösungen zur Optimierung von First-Come-First-Serve betriebenen Parkflächen an. Außerdem entwickeln wir aktuell Optimierungsmöglichkeiten für Büroflächen-Auslastungen.

Du bist bei der Beantwortung der vorherigen Fragen schon kurz auf eure Kunden eingegangen: Unternehmen mit eigenen Stellflächen. Nehmt ihr innerhalb dieser Zielgruppe weitere Eingrenzungen vor?

Über je mehr Parkplätze und Standorte ein Unternehmen verfügt, desto lukrativer wird das Geschäft für beide Seiten. Das heißt jedoch nicht, dass wir ausschließlich Unternehmen ab einem bestimmten Parkplatz-Kontingent bedienen: auch für kleine Unternehmen bietet unsere Lösung gewinnsteigende Lösungen. In Städten wie Düsseldorf, Köln oder Dortmund kostet ein extern angemieteter Stellplatz bis zu 390 Euro im Monat, in Zürich sogar 500 Euro. Ein nicht ausgelasteter Stellplatz bedeutet dort vor allem eines: Verlust. Hier setzten wir an und bieten Unternehmen einen intelligenten und ressourcenschonenden Ausweg. Aktuell richtet sich unser Marketing an Unternehmen in NRW. Allerdings wollen wir schnellstmöglich auch Städte wie Berlin, Frankfurt, München, Zürich und Wien adressieren. Unser Geschäftsmodell ist skalierbar und lässt sich somit weltweit auf jedes Unternehmen übertragen.
Zudem unterstützen wir Neubauprojekte, die durch den Einsatz von ParkEfficient die Anzahl neu zu bauender Stellflächen reduzieren können.

Ihr habt euch 2017 gegründet und die Entwicklung eurer Produkte seitdem sicher stetig vorangetrieben. Im Sinne der Agilität: Hat sich eure strategische Ausrichtung seitdem geändert, oder verfolgt ihr nach wie vor eure Kernvision?

Das Kernprodukt wurde 2018 entwickelt. Zu dieser Zeit investierten wir in das Produktdesign, den Businessplan und das Unternehmenskonzept. Die Kernversion adressierte anfangs nur Kunden mit festvergebenen Stellflächen. Inzwischen hat sich das geändert: Features wie E-Parkplätze, ParkSecurity (Vergabe von Frauen- und Gästeparkplätzen sowie Parkplätzen für Menschen mit Einschränkungen) und in-App Zahlungsverkehr erweitern unser Produktportfolio.
Und die Liste wird immer länger; ebenso wie die Nachfrage nach der ParkEfficient App.
Mit unseren Lösungen möchten wir durch einen schonenden und effizienten Umgang mit bestehenden Ressourcen einen Beitrag für die Gesellschaft leisten.

Konstantin, das bringt uns auch schon zum Ende unseres Interviews. Vielen Dank für den spannenden Input! Wir wünschen euch natürlich bei der Weiterentwicklung von ParkEfficient viel Erfolg und hoffen, noch viel von euch zu hören. An dieser Stelle möchten wir natürlich auch nochmal auf euer Innoloft Profil sowie eure Innoloft Funding- und Kundenrequests aufmerksam machen.

Recogizer ist das Startup der Woche 40: Self-Learning Building Solutions


Energieeffizienz & Umwelt, Smart City & Buildings

Die Einsatzbereiche von Künstlicher Intelligenz weiten sich schon seit geraumer Zeit auf die unterschiedlichsten Branchen aus. Selbstverständlich werden auch die Energie- und Gebäudewirtschaft adressiert, in denen bspw. Stromnetze oder Energiesektoren durch künstliche Intelligenz gesteuert werden. Da liegt es natürlich nahe, eine so vielseitige Technologie auch zu Energieeffizienzzwecken zu nutzen. Unser Startup der Woche sieht das genauso. Recogizer hat daher ein selbstlernendes System entwickelt, das den Energieverbrauch von Gebäuden senkt und CO2-Emissionen vermeidet. Eine spannende Idee, über die wir im Interview mit Geschäftsführer Carsten Kreutze sprechen.

Hallo Carsten! Wir freuen uns, heute mehr über euer Startup zu erfahren und legen deswegen auch direkt los. Wer seid ihr bei Recogizer?

Wir sind Pioniere für selbstlernende Gebäudelösungen und sparen durch künstliche Intelligenz Energie in Gewerbegebäuden.

Gib uns gerne ein paar Hintergrundinfos zu euren Lösungen. Eine Künstliche Intelligenz muss ja bspw. mit einer Menge von Daten gefüttert werden. Woraus generiert ihr diese?

Unsere Lösung energyControl ist eine selbstlernende Regelung für klimatechnische Anlagen, die mit Hilfe von künstlicher Intelligenz den Energieverbrauch senkt. Mehr als 20% des thermischen Energiebedarfs in Gewerbegebäuden lassen sich so einsparen, und im gleichen Zuge CO2-Emissionen vermeiden.
Dazu wird zunächst ein digitaler Zwilling entwickelt, der passgenau auf das Gebäude zugeschnitten ist. Wir bedienen uns dafür bei allen Messdaten der Liegenschaft, die zum Beispiel von Sensoren, Reglern, Verbrauchszählern und Aktoren erhoben werden. Aus der strukturieren Datenaufzeichnung erlernt energyControl sehr genau das Anlagen-, Gebäude- und Nutzungsverhalten. Das ermöglicht eine vorausschauende Regelung, so dass wir vollkommen automatisiert Energie einsparen.

Das Konzept der Künstlichen Intelligenz ist den meisten Akteuren in der Energie- und Gebäudewirtschaft schon lange nicht mehr fremd, wenngleich es aktuell nur sporadisch genutzt wird. Was macht eure Lösung besonders und erschließt ihr den Weg in den praktischen Einsatz?

Das Besondere ist: Alle gebäudeindividuellen Faktoren werden einbezogen, die den Energieverbrauch wesentlich beeinflussen: Wetterdaten, Belegungsdaten, Nutzungs- oder Öffnungszeiten und komplexe Anlagenzusammenhänge. Durch intelligente Prognosen dieser Einflüsse wird genau so viel Wärme, Kälte und Frischluft bereitgestellt, wie es ein optimales Raumklima erfordert, mit so wenig Energieeinsatz wie möglich. Unser Ziel ist es, möglichst nah an das Optimum zu kommen: Das Gebäude verbraucht wirklich nur die benötigte Energie, und zwar völlig automatisiert. Voraussetzung ist eine Automationsebene im Gebäude, auf der energyControl über Standardschnittstellen aufgesetzt wird.

Und wie gestaltet sich das Pricing für energyControl?

Unser Pricing-Modell ist einfach: Es gibt einen Eimalpreis für Setup und Startphase, gefolgt von einem jährlichen Servicepreis für die kontinuierliche Dienstleistung. Da energyControl eine geringinvestive Maßnahme ist, rechnet sich die Investition häufig nach weniger als 12 Monaten.

Neben der selbstlernenden Regelung bieten wir ein Energiemonitoring an, dass für Transparenz über die Anlagen und Verbräuche sorgt. Damit können einzelne Gebäude und auch größere Bestände von Liegenschaften dauerhaft überwacht und verglichen werden. Monitoring ist die Basis für die vorausschauende Regelung und erfasst Daten in Echtzeit. Im energyPortal hat der Kunde jederzeit seine Einsparungen im Blick.

Gehen wir doch kurz ein bisschen näher auf eure Kunden ein. In welchen Segmenten und Branchen siedeln diese sich an?

Wir richten uns an Betreiber und Nutzer größerer Gewerbegebäude, z. B. von Hotels, dem Einzelhandel, Bürogebäuden, Bildungseinrichtungen. Deren Anliegen ist es, ihre Gebäude energiesparender zu bewirtschaften und Nachhaltigkeitsinitiativen auf den Weg zu bringen. Aufgrund des datenbasierten Ansatzes sind die Amortisationszeiten der Energieeffizienzmaßnahme sehr kurz, was für Gebäudebetreiber ein wichtiges Entscheidungskriterium ist. Wir agieren derzeit hauptsächlich im deutschsprachigen Raum, wobei auch die Projekte europa- und weltweit zunehmen.
Dabei haben wir unsere Lösung spezifisch für Bestandsgebäude zugeschnitten, und damit eine innovative Alternative zu aufwändigen Energieeffizienz-Maßnahmen geschaffen, die sich in kurzer Zeit bezahlt macht.

Ihr seid also bereits am Markt etabliert und dabei, euer Startup weiter auszubauen?

Genau, Recogizer ist schon seit einigen Jahren erfolgreich am Markt. So wird energyControl schon erfolgreich im Einzelhandel, Hotels und in Büro- und Verwaltungsgebäuden eingesetzt. Bei einem bekannten Department Store in Freiburg konnten wir beispielsweise schon im ersten Jahr der Regelung 92 Tonnen CO2 und 33.000€ Energiekosten sparen – Tendenz steigend. Das ist so viel CO2, wie ein Wald mit 7360 Buchen im Jahr binden würde. Mit jedem Projekt leisten wir gemeinsam mit unseren Kunden einen innovativen Beitrag zur Energiewende und zum Klimaschutz.

Durch strategische Partnerschaften agieren wir flexibel am Markt. Recogizer arbeitet insbesondere mit großen Unternehmen aus den Bereichen Energieversorgung zusammen wie MVV und Mainova, sowie dem Gebäudeautomatisierer Kieback & Peter.

Carsten, damit sind wir auch schon am Ende unseres Gesprächs angelangt. Vielen Dank für das spannende Interview. Wir hoffen, noch viel von euch zu hören und wünschen euch weiterhin viel Erfolg! Wer Interesse an euren Produkten oder einer Zusammenarbeit hat, darf für weitere Informationen gerne einen Blick in euer Energieloft Profil und euren Energieloft Request werfen.