SPAROX ist das Startup der Woche 13: Die Plattform für Ersatzteile im Energiesektor


Energieerzeugung, Energieversorgung, Industrie 4.0 & Logistik, IT & IKT

Ersatzteile für Energieanlagen zu beschaffen ist ein echter Kraftakt. Vor allem erfordert er viel Geduld. Die Suche nach passenden Anbietern dauert lange. Außerdem muss man mit Lieferzeiten von mehreren Monaten rechnen. Unser Startup der Woche hat die Lösung gefunden, die Energieanbietern Zeit und Geld spart. Mit ihrer Plattform bietet SPAROX einen Online Marktplatz, die Anlagenbetreiber und Lieferanten schnell vernetzt. Wir haben mit Sonja Zahradnik-Leonhartsberger, Projektleiterin von SPAROX gesprochen.

Hallo Sonja! Danke, dass du dir heute die Zeit nimmst. Beschreibe SPAROX zum Start doch mal in einem Satz.

Gerne. Wir verbinden Anlagen und Ersatzteile im Energiesektor und haben ein starkes branchenrelevantes Netzwerk im deutschsprachigen geschaffen, das sich auch im Notfall binnen kürzester Zeit hilft.

Wie kann jemand, der Ersatzteile braucht, diese auch bekommen?

Sparox ist eine Vermittlerplattform für Ersatzteile, an der Anlagenbetreiber mit kritischen Ersatzteilen und Lieferanten mit einem großen Produktspektrum beteiligt sind. Wir sind sozusagen „Amazon für Ersatzteile“. Zusätzlich haben wir eine Notfallfunktion etabliert, wenn bei einem drohenden Anlagenstillstand Ersatzteile schnell benötigt werden und mit SPAROX3D gibt es auch die Möglichkeit 3D gedruckte Ersatzteile zu bestellen.

Ist diese Notfallfunktion eines eurer Alleinstellungsmerkmale?

Ja, genau. Wir sind die größte online Plattform für Ersatzteile im Energiesektor im deutschsprachigen Raum mit einer sehr raschen Hilfe bei Notfällen. Gerade in der aktuellen Corona-Krise hat sich der Nutzen von Sparox einmal mehr unter Beweis gestellt: letztendlich geht es darum einen Anlagenstillstand zu verhindern, um die sichere Versorgung der Menschen mit Energie sicherstellen zu können.

Ist eure Plattform kostenlos? Wie generiert ihr Umsatz?

Für die Anlagenbetreiber ist die Teilnahme kostenlos. Die Lieferanten zahlen eine Transaktionsgebühr.

Da ihr Ersatzteile für den Energiesektor liefert, ist eure Zielgruppe klar definiert, oder?

Ja, das stimmt. Wir sprechen Anlagenbetreiber im Energiemarkt sowie deren Lieferanten im gesamten deutschsprachigen Raum an. Wir fokussieren uns auf alle Energieerzeugungsarten sowie auf Netzbetreiber.

Du hast eben angesprochen, dass ihr die größte Plattform seid. Von welcher Größenordnung sprechen wir dabei? In welchem Stadium befindet sich SPAROX als Startup?

Die Plattform sparox.eu ist seit 02.2019 online, wir haben aktuell mehr als 15.000 Ersatzteile. Weitere 5.000 Ersatzteile werden in den nächsten Tagen hochgeladen.Wir haben bereits mehr als 100 Partner im Netzwerk, es sind viele der größten Anlagenbetreiber aus dem deutschsprachigen Raum dabei. Wir wickelten mehrere Notfallanfragen im SPAROX-Netzwerk erfolgreich ab und tragen dadurch zu einer Reduktion der Stillstandzeiten bei. Mit dem 3D Druck erzielten wir im letzten Jahr Kosteneinsparung durch Optimierungen im 6-stelligen Bereich. Wir sind ein Corporate Start-Up der Wien Energie und haben somit einen sehr starken Eigentümer. Unser internes Team besteht aus 8 MitarbeiterInnen.

Sonja, vielen Dank für das spannende Interview! Wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg und hoffen, noch viel von euch zu hören. Wer sich für weitere Informationen über euch und euer Produkt interessiert, kann gerne einen Blick auf euer Innoloft Profil werfen.

STROMDAO ist das Startup der Woche 47: dezentralisierter Grün-Strom mit Hilfe von Blockchain


Energieversorgung

Der Wechsel zu einer klimafreundlichen und bezahlbaren Energieversorgung ist nur mit Erneuerbaren Energien möglich. Allerdings wird das Umbrüche für die bestehende Struktur bringen. Im Hinblick auf die Zukunft der deutschen Energieindustrie, sind die drei Treiber Decarbonisation, Digitalisierung und Dezentralisierung. Unser Startup der Woche fokussiert sich auf letzteres. STROMDAO bietet variable Ökostromtarife, welche Herkunft und Verbrauch auf transparente Weise aufzeigen. Außerdem benutzt STROMDAO die Blockchain Technologie. In einem Interview mit Rebekka Mutschler, COO von STROMDAO, haben wir besprochen, wofür diese Technologie verwendet wird und wie das Produkt konkret aussieht.

Hallo Rebekka! Schön, dass du dir heute die Zeit für uns genommen hast. Würdest du uns kurz erklären, was STROMDAO macht?

Na, klar. STROMDAO hat sich das Ziel gesetzt, dass jede Person sich selbst mit Elektrizität von Erneuerbaren Energien versorgen kann, auch wenn sie keine Solaranlage besitzt.

Mit unserem Produkt Corrently erhälst du mehr Ökostrom, besonders aus deiner eigenen Nachbarschaft. Wir zeigen dir, wo und wann Ökostrom in deiner Umgebung produziert wird, sodass deine Steckdose mehr Ökostrom liefert als die der Anderen.

Besonders in Zeiten von Klimawandel sehr wichtig! Wie kann man sich das Ganze im Detail vorstellen?

Wir bieten einen variablen Stromtarif an, bei dem der Arbeitspreis je nach Anteil der regionalen Ökostromversorgung höher oder niedriger ist. Dieses Angebot spiegelt unseren GrünstromIndex wider. Durch den Einsatz eines Smart Meters als zusätzliche – mögliche – Hardware kann der Verbrauch transparent verfolgt und der entsprechende GrünstromBonus ausgezahlt werden.

Alle, die Grünstrom, also Ökostrom aus Ihrer Umgebung, nutzen, können so gleichzeitig anschließend Anteile an regenerativen Energieanlagen erwerben. Wir nutzen die Blockchain-Technologie, um eine transparente und schnelle Übertragung von Anteilen an Photovoltaikanlagen zu ermöglichen. So werden Sie nach und nach Eigentümer von einer Anlage, die für Sie Strom einspeist. Damit soll der Strommarkt langfristig dezentralisiert werden.

Verstehe. Wo siehst du den Wettbewerbsvorteil eurer Lösung gegenüber anderen Ökostrom-Anbietern?

Als einziger Stromversorger zeigen wir den Kunden, wann und wie viel Grünstrom aus ihrer Umgebung tatsächlich aus der Steckdose kommt. Diese wird aus verschiedenen Daten berechnet und bis zu 36 Stunden im Voraus zur Verfügung gestellt, sodass der Kunde seinen Stromverbrauch an das Angebot an Ökostrom anpassen kann. Für diese Flexibilität belohnen wir ihn, indem wir ihm nach und nach PV-Anteile übertragen – nur eben nicht auf seinem Dach. Dennoch wird ihm die Einspeisung seines Anteils zugeschrieben und er muss nicht mehr dafür bezahlen, da er ihn selbst produziert hat.

Wie integriert ihr eure Blockchain-Lösung inklusive dem GrünStromIndex in ein Geschäftsmodell?

Wie jeder andere Stromversorger haben auch wir eine Marge auf den Grund- und Arbeitspreis. Wir nehmen jedoch einen Teil der Marge und investieren sie in neue Anlagen für erneuerbare Energien. Neben B2C und dem B2B2C-Portfolio mit Stadtwerken, Kommunen und Gemeinden bieten wir auch Beratungsleistungen an.

Ist euer Zielmarkt auf alle potenziellen Kunden in Deutschland ausgerichtet?

Also wir addressieren alle Stromhaushalte in Deutschland, unabhängig davon, ob es sich um Privat- oder Geschäftskunden handelt. Unsere Zielgruppe sind jedoch die 18 Millionen Haushalte, die Ökostrom beziehen. Hier sind die Weichen für eine nachhaltige Stromversorgung bereits gestellt.

Das ergibt Sinn. Wo steht ihr im Moment mit der Entwicklung von Stromdao? Ist euer Produkt bereits nutzbar?

Ja, wir haben derzeit ein Technology Readiness Level (TRL) von 7. Unser Produkt ist bereits erfolgreich am Markt und wir streben eine Marktdurchdringung an.

So haben wir beispielsweise im CloudMallBW-Projekt „Zeitvariabler Stromtarif mit Ökostromindex“ gezeigt, wie einfach es ist, einen variablen Stromtarif in der bestehenden Tariflandschaft umzusetzen.

Rebekka, vielen Dank für den spannenden Einblick in die Entwicklungen von STROMDAO. Wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg. Für weitere Informationen über STROMDAO, schaut gerne auf dem Innoloft Profil oder in den Innoloft Requests vorbei.

Urban ENERGY ist das Startup der Woche 43: Smart City von morgen


Energieversorgung, Mobilität, Smart City & Buildings

Das Thema Elektromobilität ist aus aktuellen gesellschaftspolitischen Debatten nicht mehr wegzudenken. Obwohl das 2010 von der Bundesregierung gesetzte Ziel, 2020 rund eine Million E-Autos auf deutschen Straßen zu haben, lange noch nicht erreicht ist, steigt die Anzahl der neuzugelassenen E-Fahrzeuge stetig. Was dabei jedoch immer zu beachten ist: sind viele E-Autos zum Laden an das Stromnetz angeschlossen, kann das zu neuen Ladespitzen und im schlimmsten Fall zu einer Netzüberlastung führen. Unser Startup der Woche, Urban ENERGY, adressiert genau dieses Problem und entwickelt eine Cloudlösung, die die Netzauslastung optimieren soll. Welche Technologien dahinter stecken und wie die Lösung im Detail aussieht, erfahren wir von Geschäftsführer Paul Dittrich im Interview.

Hallo Paul! Wir freuen uns sehr, dass du heute hier bist. Wir starten auch direkt mit der ersten Frage: Wie würdest du Urban ENERGY in einem Satz vorstellen?

urban ENERGY bringt das Energiemanagement mit KI auf ein neues Level und optimiert die Netzauslastung.

Und wie genau macht ihr die KI für diese Zwecke nutzbar? Erzähl‘ uns in diesem Zusammenhang gerne etwas über eure Produkte und Leistungen.

Die urban ENERGY Cloud Plattform stellt eine moderne Lösung zur Integration kosteneffizienter sowie hochskalierbarer Smart Grid Analytics in Echtzeit dar. Daten aus bestehenden Ladesäulen- oder Energiemanagementlösungen können zentral integriert und innerhalb von Millisekunden weiterverwendet werden. Kunden profitieren neben der zur Verfügung gestellten Plattform as a Service (PaaS) zur Entwicklung eigener Anwendungsfälle außerdem von der Data Analytics Funktion für Smart Grids. Die urban ENERGY Cloud Plattform, welche sowohl on-premise, öffentlich (z.B. AWS, Azure) als auch hybrid betrieben werden kann, stellt eine hochmodulare Komplettlösung bereit, um Energy Intelligence mithilfe von Predictive Analytics, Prescriptive Analytics sowie Machine Learning in Echtzeit zu operationalisieren.

Das klingt gerade im Hinblick auf die genutzen Technologien sehr zukunftsträchtig. Um langfristig am Markt bestehen zu können, müsst ihr euch jedoch trotzdem gegen konkurrierende Unternehmen durchsetzen. Mit welchem Alleinstellungsmerkmal geht ihr diesen Wettbewerb an?

Ja, es gibt bereits große Player wie Siemens mit schwergewichtigen Lösungen oder Anbieter in bestimmten Nischen wie Ladesäulen- oder klassisches Energiemanagement für Gebäude. Es gibt aber nur wenige Anbieter, die eine pragmatische Lösung im Bereich der intelligenten Vernetzung anbieten, die auf die aktuellen Probleme, wie Überlastung der Verteilnetze wirklich eingeht. urban ENERGY füllt diese Lücke und geht in die Rolle eines Energie-Vermittlers zur Integration unterschiedlicher Anwendungen, mit dem Ziel eine Smart City durch Künstliche Intelligenz so energie- und kosteneffizient wie nur möglich zu gestalten.

Wie integriert ihr eure Cloud-Lösung inklusive der verschiedenen Leistungen denn in ein Geschäftsmodell?

Noch vor Gründung von urban ENERGY haben wir über ein Jahr lang Gespräche mit möglichen Kundengruppen geführt. In dieser Zeit haben wir unseren Business Case optimiert und ein für den Kunden optimales Lizenzmodell entwickelt. Eine einschlägige Rentabilität für den Kunden ist bereits ab 5 Ladesäulen gegeben. Neben Ladesäulen sind jedoch auch andere Use Cases wie Predictive Maintenance oder Vorhersagen von Energiemengen möglich. Mit der adesso AG, einem großen IT-Unternehmen und Phoenix Contact, einem weltweit agierenden Elektrotechnik Konzern haben wir nicht nur zwei Investoren, sondern auch strategische Partner, die über ein weitreichendes Vertriebsnetzwerk verfügen. Aktuell führen wir weiterführende Gespräche in der Energie- und Immobilienwirtschaft.

Befindet sich dort auch euer Zielmarkt oder setzt dieser sich aus anderen Branchen zusammen?

Neben Stadtwerken erfolgen Projekte in enger Zusammenarbeit mit den entsprechenden Immobilienunternehmen. urban ENERGY wird aber auch zunehmend für Logistik- und Gewerbeunternehmen interessant, die ihren Fuhrpark nach und nach elektrifizieren möchten. Mehrere LKWs oder Busse aus dem ÖPNV zeitgleich mit Strom zu versorgen wird einer der großen Herausforderungen der Zukunft, die sich urban ENERGY annehmen möchte. Aktuell konzentrieren wir uns auf den deutschsprachigen Raum, da wir immer mehr Anfragen von Stadtwerken oder auch Wohnungsbaugesellschaften erhalten, die die Herausforderungen im Verteilnetz sehen und hier nach entsprechenden Lösungen suchen.

Wo steht ihr denn aktuell mit der Entwicklung von Urban Energy? Ist eure Cloud Plattform bereits nutzbar?

Genau, die eigentliche IoT-Cloud-Plattform steht bereits. Aktuell erweitern wir diesen Energy Data Hub um weitere Use Cases: z.B. die zeitliche Verlagerung von Ladevorgängen, die Vorhersage von Energiemengen aus Erneuerbaren Energien. Aktuell sind wir daher auf der Suche nach ersten Projekten zur Verprobung des urban ENERGY Plattform und erster Use Cases. Im Rahmen eines Forschungsprojektes, welches ab Dezember 2019 startet, arbeiten wir über drei Jahre hinweg u.a. mit der Stadt, den Stadtwerken und der TU Dortmund sowie dem Fraunhofer Institut gemeinsam an einer Quartierslösung.

Damit sind wir schon am Ende unseres Interviews angelangt. Vielen Dank für die interessanten Antworten! Wir wünsche euch weiterhin viel Erfolg und wollen an dieser Stelle natürlich noch auf euer Innoloft Profil und euer Innoloft Request aufmerksam machen. Interessenten können dort weitere spannende Informationen zu euch finden.

encoord ist das Startup der Woche 38: enabling global energy transitions


Energieeffizienz & Umwelt, Energieversorgung

Unser Startup der Woche hat es sich zur Aufgabe gemacht, einen Beitrag zur globalen Energiewende zu leisten. Dabei geht es aber nicht um Maßnahmen, die öffentlichkeitswirksam von Endverbrauchern umgesetzt werden können – vielmehr setzt Encoord an der (Energie)Quelle an. Das deutsch- amerikanische Startup entwickelt Softwarelösungen für die Planung und Koordination gekoppelter Energienetze. Ein komplexes Thema, das uns von Co-Founder und Managing Director Kwabena Addo Pambour im Interview näher gebracht wird.

Hallo Kwabena. Vielen Dank, dass du dir heute die Zeit für uns nimmst! Wir starten auch direkt mit der ersten Frage: Kurz und knapp gesagt, was bietet Encoord?

Softwarelösungen zur Modellierung, Planung und zum Betrieb gekoppelter Energienetze.

Diese Lösungen vertreibt ihr aktuell unter dem Produktnamen SAInt. Könntest du uns etwas mehr darüber erzählen?

Gerne! SAInt ist eine Softwareanwendung zur Modellierung, Planung und zum Betrieb gekoppelter oder nicht-gekoppelter Energienetze in einer einzigen integrierten Simulationsumgebung und grafischer Benutzeroberfläche. Zu den Energienetzen gehören Strom-, Erdgas-, Wasserstoff-, Wärme- und Wassernetze. Diese können an verschiedenen Schnittstellen, wie z.B. Gaskraftwerken und Energieumwandlungsanlagen (z.B. Power-To-Gas und Power-To-Heat), gekoppelt werden. SAInt ermöglicht es dem Nutzer also zu untersuchen, wie verschiedene Energiesysteme integriert und koordiniert werden können.

Ich würde gerne an deinen letzen Satz anküpfen – Welche Mehrwerte und Schlüsse kann der Nutzer denn aus einer solchen Untersuchung ziehen?

Durch den Einsatz unserer Softwarelösung kann der Kunde Planungs- und Betriebskosten sparen, Treibhausgasemissionen reduzieren, die Energieeffizienz steigern und die Sicherheit der Energieversorgung verbessern. Unser Alleinstellungsmerkmal ist die Fähigkeit unserer Softwareanwendung, verschiedene Arten von Energienetzen und deren Kopplung (PowerToGas, GasToPower, PowerToHeat, PowerToPressure usw.) in einer einzigen Softwareumgebung zu modellieren. Durch die Modellierung gekoppelter Energiesysteme mit einer einzigen Softwarelösung kann der Anwender komplexe Zusammenhänge zwischen ihnen besser verstehen und Herausforderungen angehen, die von strukturell getrennten Modellierungstools nicht erfasst werden konnten. Darüber hinaus kann der Anwender den zeitaufwändigen und fehleranfälligen Datenaustausch sowie die ungenaue iterative Simulationsprozesse zwischen strukturell getrennten Modellierungsumgebungen vermeiden. SAInt ist derzeit die einzige Software, die gekoppelte reale Strom- und Erdgasnetze in einer einzigen Simulationsumgebung modellieren und berechnen kann.

Verstehe. In eurem Energieloft Profil habt ihr unter Anderem das Businessmodel „Licence“ angegeben. Wie gestaltet sich das im Detail?

Unser Geschäftsmodell ist in zwei Einnahmequellen unterteilt. Die erste stammt aus dem Verkauf von Jahreslizenzen unseres Softwareprodukts SAInt, das sowohl den Kundensupport als auch Software-Updates und Wartung für den gesamten Lizenzzeitraum umfasst. SAInt-Lizenzen sind unterteilt in ein Basismodul, das den Zugriff auf unsere grafische Benutzeroberfläche und verschiedene Simulationsmodelle beinhaltet, und zusätzliche Upgrade-Module, die den externen Zugriff auf unsere Anwendungsprogrammierschnittstelle und andere erweiterte Simulationsfunktionen beinhalten. Jedes Modul kann separat lizenziert werden, aber es wird mindestens eine Jahreslizenz des Basismoduls benötigt, um Jahreslizenzen unserer Upgrade-Module zu erwerben. Wir bieten auch permanente Lizenzen für das 2,5-fache der Kosten einer Jahreslizenz an, aber wir bieten Kundensupport, Wartung und Updates nur im ersten Jahr. Unsere zweite Einnahmequelle ist der Verkauf von Softwareschulungen, Beratungsdienstleistungen und der Entwicklung kundenspezifischer Softwareanwendungen, einschließlich Erweiterungen von SAInt.

Und wie sieht ein typischer Zielmarkt für euer Geschäftsmodell aus?

Unser Zielmarkt ist die Software zur Energiemodellierung. Laut einem Marktforschungsbericht (http://bit.ly/powsysmkt) wurde allein der Markt für Energiesystem-Software im Jahr 2015 auf 3,5 Milliarden US-Dollar geschätzt und wird sich in den nächsten 10 Jahren voraussichtlich auf mehr als 10,2 Milliarden US-Dollar verdreifachen. Als Startup mit einem neuen Softwareprodukt auf dem Markt können die Anschaffungskosten (COA) relativ hoch sein, da der Aufwand und die Zeit, die benötigt werden, um das Vertrauen der Kunden zu gewinnen, in unser Softwareprodukt zu investieren. Wir bieten eine Reihe von Live-Webinaren und eine 30-tägige Testphase an, bevor sich der Kunde schließlich für den Kauf einer Lizenz entscheidet. In Zukunft planen wir, unsere COA zu reduzieren, indem wir kostenlose Demo-Lizenzen und Schulungsmaterial online bereitstellen. Unsere Produkte werden international angeboten.

Das heißt, ihr habt die Markteinführung eures Produkts bereits erfolgreich hinter euch gebracht?

Genau. Unsere Softwarelösung SAInt ist seit Anfang 2018 im Handel erhältlich. Wir haben zahlende Kunden in Europa und den Vereinigten Staaten. Unser Gesamtumsatz seit Geschäftsaufnahme beträgt mehr als 200.000 Euro, wovon 25% aus dem Verkauf von Softwarelizenzen stammen. Wir haben Mittel aus einem Kfw-Bankkredit (41.000 €), E.ON agiler Beschleuniger (22.000 €, eigenkapitalfrei) und dem Grüendungszuschuss der Deutschen Arbeitsagentur (17.400 €) erhalten. In den USA haben wir kürzlich eine Schwesterfirma namens encoord, LLC gegründet, die zu gleichen Teilen im Besitz der beiden Mitbegründer der encoord GmbH ist. Das US-Unternehmen wird von unserem Mitbegründer Carlo Brancucci mit Sitz in Denver, Colorado, geleitet und wir sind daran interessiert, in der neuen Zukunft mit Investoren zusammenzuarbeiten, um unsere Fähigkeiten zu erweitern und schneller zu wachsen.

Kwabena, wir sind schon am Ende unseres Interviews angelangt! Vielen Dank für deine Zeit und das interessante Gespräch. Wir hoffen, auch weiterhin viel von euch zu hören! Wer an weiteren Informationen über euch interessiert ist, darf gerne einen Blick in euer Energieloft Profil oder euren Energieloft Request werfen.

node.energy ist das Startup der Woche 34: Dezentrale Energiekonzepte optimal planen & managen


Energie & Umwelt, Energieversorgung

Die Hardware für die Energiewende ist vorhanden. Es existiert eine breite Palette an technischen Lösungen. Nur erschweren sich beständig ändernde Gesetze, Regeln und Vorschriften eine Marktdurchdringung dezentraler Energiekonzepte. Damit sich erneuerbare Energielösungen auch ohne Fördermittel rechnen, hat unser Startup der Woche 34 Software und Services für dezentrale Energiekonzepte entwickelt. Sie vereinfachen nicht nur die Planung und das Management dezentraler Energiesysteme, sondern bieten gleichzeitig ein neues Geschäftsmodell für Energieversorger und Energiedienstleister. Wie diese dank der Software zum digitalen Komplettanbieter für dezentrale Energielösungen werden und von diesen profitieren können, erzählt uns im Interview Matthias Karger, Geschäftsführer der node.energy GmbH.

Hallo Matthias. Schön, dass du uns heute ein paar Einblicke in euer Startup node.energy gibst. Kannst du kurz in einem Satz zusammenfassen, was eure Mission ist?

Gerne. Wir haben eine Softwarelösung entwickelt, mit der Energieversorger (EVUs) die steigende Eigenerzeugung bei Gewerbekunden als eigene Geschäftschance nutzen können.

Das klingt interessant. Wie können wir uns das konkret vorstellen? Kannst du etwas mehr darüber erzählen?

Mit node.energy haben wir ein spezielles Software- und Dienstleistungsangebot entwickelt, mit dem sich EVUs schnell und kostengünstig als digitaler Full-Service Dienstleister für Ihre Gewerbekunden aufstellen können. Mit Hilfe der Software-as-a-Service Lösung opti.node können EVUs auf Basis von wenigen, meist bekannten Kundendaten Ihren Gewerbekunden in wenigen Minuten den individuell idealen Mix aus Eigenerzeugung und Netzbezug empfehlen. Durch diesen proaktiven Ansatz positioniert sich das EVU als erster Ansprechpartner für die Planung und Umsetzung der vorgeschlagenen Lösungen und Dienstleistungen. Durch das anschließende digitale Management der Energiekonzepte, sowie durch die Reststrombelieferung und Überschussvermarktung können dauerhafte und profitable Kundenbeziehungen aufgebaut werden. opti.node kann eine Vielzahl von Erzeugern und Verbrauchern, sowie Speicher und E-Mobilty Infrastruktur berücksichtigen. Dabei werden sämtliche regulatorische Wechselwirkungen, wie Umlagen und Steuern in die Optimierung der Energiekosten mit einbezogen. Damit können EVUs Ihren Kunden jeweils die günstigsten Energiekosten sicherstellen.

Verstehe. Ihr generiert für EVUs und Energiedienstleister Mehrwert, indem ihr ihnen eine Software-Lösung offeriert, die auf dezentralen Eigenstrom Konzepten basiert und die ihnen neue Umsätze verschafft. Woraus setzen sich die Umsätze zusammen?

Richtig. Mit unserer Software-as-a-Service Lösung können auch komplexe dezentrale Eigenstrom Konzepte in Minuten geplant und gemanagt werden. Somit können EVUs die wachsende Eigenversorgung ihrer Industrie und Gewerbekunden als eigene Geschäftschance nutzen. Neues Umsatzpotential entsteht durch die Planung, Bau und Implementierung von Eigenstrom Konzepten. Zusätzlich kann durch die Betriebsführung, sowie durch das automatische erfüllen von Melde- und Betreiberpflichten via opti.node eine kontinuierliche Management Fee etabliert werden. Berücksichtigt werden z.B. atypische Netznutzung, oder EEG Mengenabgrenzungen und Meldungen, sowie sämtliche E-Mobility Betreiberpflichten. Abgerundet wird das Konzept durch die Reststrombelieferung und die Überschussvermarktung durch den EVU. Durch diesen idealen Mix aus Eigenversorgung und Reststrombelieferung entsteht ein hybrides Produkt mit hoher Kundenbindung.

Somit reduziert ihr mit eurer Software und dem Service Angebot nicht nur Komplexität und Bürokratieaufwand für Kunden, sondern ihr gebt EVUs ein Erlös-Modell an die Hand, welches auf neue Marktanforderungen zugeschnitten ist. Auf welche Weise generiert ihr selbst Einnahmen?

Wir bieten unser Produkt als Software-as-a-Service Modell an für das eine jährliche Nutzungsgebühr fällig ist. Im kontinuierlichen Management wird diese nur fällig, wenn tatsächlich neue Umsätze mit Kunden generiert werden.

Und an wen ist eure Lösung adressiert?

Wir adressieren die gesamte Wertschöpfungskette der dezentralen Energieerzeugung und automatisieren diese weitestgehend.

2016 habt ihr euch gegründet und sicher einige Zeit für die Entwicklung eurer opti.node Software verwendet. Seit wann gibt es die Lösung am Markt?

Unsere Software ist seit Januar am Markt und wird ständig auf Basis von neuen Kundenforderungen weiterentwickelt. Unsere Kunden profitieren also von einem ständig wachsenden Funktionsumfang.

Matthias, vielen Dank für die spannenden Einblicke in euer Startup und ganz viel Erfolg weiterhin. Wir werden eure Entwicklungen weiterverfolgen. Wer das auch tun und mehr über eure SaaS-Lösung erfahren möchte, kann einen Blick in euer Energieloft Profil oder eure Energieloft Requests werfen, denn ihr sucht noch nach weiteren Kunden und Vertriebspartnern. Wer Kontakt zu euch aufnehmen möchte, findet dort ebenso eure Kontaktinfos.

Qantic ist das Startup der Woche 32: Künstliche Intelligenz für die Zukunft der Energie


Energieversorgung, IT & IKT

Wie sieht das Energiesystem der Zukunft aus? Das fragen sich seit geraumer Zeit wohl alle Unternehmen, die in den Bereichen der Energieversorgung und -Erzeugung tätig sind. Die Reaktion auf diese Frage beinhaltet meist die Nutzung von Buzzwords wie „digital“, „smart“ oder „dezentral“. Die Botschaft ist sicherlich richtig, doch was bedeuten diese Begriffe konkret für die Umsetzung zukunftsträchtiger Energiesysteme? Unser Startup der Woche, Qantic, gibt sich nicht mit Worthülsen zufrieden, sondern beantwortet diese Frage mit einer praxisnahen und zukunftsorientierten Lösung – dem Q-System. Geschäftsführer Thomas Kalitzky erklärt uns im Interview, was dahinter steckt.

Hallo Thomas. Vielen Dank, dass du heute hier bist! Wir beginnen direkt mit einer kurzen Frage: Wie beschreibst du Qantic, bzw. eure Leistungen in einem Satz?

Mit Q-System bietet Qantic eine Lösung zur Steuerung und Planung von Energiesystemen mittels Künstlicher Intelligenz.

Würdest du uns vielleicht etwas genauer erklären, was es mit Q-System auf sich hat?

Wir entwickeln mit Q-System die nächste Generation von Steuerungsalgorithmen, um das volle Potenzial in smarten Energielösungen zu nutzen. Durch eine intelligente Abstimmung von Erzeugung, Verbrauch und Speicherung macht unsere Lösung einen höheren Anteil erneuerbarer Energien nutzbar. CO2-Emissionen und Kosten der Stromerzeugung werden durch Planung und Betrieb mittels Q-System deutlich gesenkt.

Verstehe. Anbieter für die Optimierung von Energiesystemen gibt es ja bereites einige am Markt, dieses Themenfeld ist Vielen also nicht mehr neu. Wo siehst du denn in eurer Lösung, gerade hinsichtlich der KI, einen Wettbewerbsvorteil gegenüber den herkömmlichen Verfahren?

Die herkömmlichen Optimierungsverfahren geraten meist an ihre Grenzen, wenn sie mit der Komplexität dezentraler und digitalisierter Energiesysteme konfrontiert werden. Nahe Echtzeit müssen eine Vielzahl von Sensordaten berücksichtigt und Unsicherheiten bezüglich der Produktion aus Wind- und Solarenergie eingeschätzt werden.
Der Optimierungsalgorithmus von Q-System erfüllt diese Anforderungen durch einen innovativen Ansatz auf der Basis von Deep Reinforcement Learning. Hierbei erlernt Q-System Systemverhalten, Sensordaten und sonstige Echtzeitinformationen korrekt zu berücksichtigen, um das System auf kostengünstige Weise in Echtzeit zu steuern.
Durch die verbesserte Abstimmung von Verbrauch, Speicherung und Erzeugung ist eine Reduktion der CO2-Emissionen und der Kosten von bis zu 30 Prozent erreichbar.

Verstehe. Wie gestalten sich denn Geschäftsmodell und Vertrieb eures Systems?

Es ist unser Ziel, durch den Einsatz neuester Verfahren aus dem Bereich des Maschinellen Lernens zu einer kostengünstigen und klimaschonenden Energieerzeugung beizutragen. Mit Q-System bieten wir unseren Kunden hierzu das passende Tool als Software-as-a-Service oder lokale On-Premises-Lösungen. Neben klassischen Lizenzverträgen auf Basis jährlicher Nutzungsgebühren können wir auch erfolgsabhängige Erlösmodelle realisieren. Der Nutzer zahlt in diesem Fall in Abhängigkeit der Kostenreduktion, die durch Q-System realisiert wird.

Und welchen konkreten Branchenhintergrund haben die potenziellen Nutzer, die du gerade angesprochen hast?

Unsere Lösung eignet sich insbesondere zur Planung und zum Betrieb von smarten Microgrids, virtuellen Kraftwerken und Eigenversorgungskonzepten in Industrie und Gewerbe. Zu unseren Zielkunden gehören somit Energieversoger, Industrie- und Gewerbekunden mit eigenen Energieanlagen sowie sonstige Anbieter und Anwender smarter Energielösungen.

Das bringt mich auch schon zu meiner letzten Frage: Ihr habt euch 2018 gegründet und seitdem sicherlich schon einige Meilensteine erreicht. Wo steht ihr denn aktuell in der Entwicklung von Q-System?

Q-System verfügt über zwei voneinander unabhängige Module (Planungs- und Steuerungsmodul) mit unterschiedlichem Entwicklungsstand.
Das Planungsmodul von Q-System wurde zusammen mit unseren Pilotkunden zur Marktreife entwickelt. Das Steuerungsmodul ist ebenfalls voll einsatzfähig und wurde parallel anhand sog. Digital Twins von Energiesystemen getestet. Mit unseren Pilotkunden bereiten wir nun einen ersten Einsatz des Steuerungsmoduls in einem realen Microgrid vor.
Bis Ende 2019 möchten wir weitere Kooperationen eingehen, um das Steuerungsmodul weiterzuentwickeln und für eine Vielzahl von Anwendungsfällen nutzbar zu machen.

Thomas, vielen Dank für das spannende Interview. Wir wünschen euch für eure weitere Entwicklung viel Erfolg und hoffen, noch viel von euch zu hören! Wer Qantic dabei als Entwicklungspartner unterstützen möchte, darf wie immer gerne einen Blick in euer Energieloft Profil werfen oder sich direkt bei euch melden.

Nuventura ist das Startup der Woche 31: the next generation of gas insulated switchgear


Energieeffizienz & Umwelt, Energieversorgung

Bei Diskussionen und Berichterstattungen um Treibhausgase ist der Begriff CO2 wohl am präsentesten. Weniger häufig fallen Verbindungen wie Methan oder Lachgas. Aber nur, wer sich intensiver mit dem Thema beschäftigt, ist schonmal auf die Familie der fluorierten Treibhausgase gestoßen. Anders als die klassischen Treibhausgase, werden die sogenannten F-Gase nämlich nicht als unerwünschte Nebenprodukte (bspw. bei der Verbrennung fossiler Rohstoffe) freigesetzt, sondern gezielt produziert. Dabei ist ihr Effekt auf die Ozonschicht laut Umwelt Bundesamt je nach Substanz 100- bis 24.000-mal höher als bei Kohlendioxid. Unser Startup der Woche, nuventura, sieht dort zurecht Handlungsbedarf und entwickelt daher eine Technologie, die ohne SF6 auskommt. CEO Fabian Lemke erklärt uns im Interview, was dahinter steckt.

Hey Fabian. Vielen Dank, dass du dir die Zeit für uns nimmst! Würdest du uns zum Einstieg einen kurzen Pitch geben?

Nuventura ermöglicht ein sichereres und effizienteres Energienetz ohne SF6 – dem stärksten Treibhausgas, das es gibt.

Ein Energienetz beinhaltet ja eine Vielzahl von Komponenten. Wo setzt eure Lösung da konkret an?

nuventura hat eine neue revolutionäre Schaltanlage erfunden – ein wesentlicher Bestandteil jedes Stromnetzes -, die frei von Treibhausgasen ist und den bestehenden Industriestandard übertrifft.
Bestehende gasisolierte Schaltanlagen (GIS) basieren auf SF6 – dem stärksten Treibhausgas, das die Menschheit kennt. Es ist 23.500 mal schlechter als CO2 in Bezug auf seine globale Erwärmungswirkung. Es handelt sich um ein synthetisches Gas, für das weder eine natürliche Senke noch eine wirksame Entsorgungsmethode zur Verfügung steht, so dass seine Anhäufung in der Atmosphäre nahezu irreversibel ist. Darüber hinaus ist das Gas extrem langlebig: Die atmosphärische Lebensdauer von SF6 beträgt 3.200 Jahre, was weit über die Lebensdauer von CO2 von 100-200 Jahren hinausgeht.
Die vorliegenden Daten zeigen, dass jedes Jahr ca. 8000t SF6 in die Atmosphäre abgegeben werden (entspricht 188.000.000.000t CO2). 80% des produzierten SF6 werden in gasisolierten Schaltanlagen eingesetzt. nuventura hat ein GIS entwickelt, das anstelle von SF6 einfach die Luft nutzt, die wir alle atmen, so dass die Verwendung dieses hochwirksamen Treibhausgases entfällt.

Das klingt sehr vielversprechend. Gibt es neben der Reduktion von Treibhusgasen weitere Vorteile, die mit eurer Schaltanlage einhergehen?

Die Technologie hat nicht nur das Potenzial, eine Treibhausgasemissionsminderung in Höhe von 100 Millionen Autos auszulösen, sondern verbessert auch die Leistung der Schaltanlagen erheblich. Es ermöglicht erstmals ein integriertes, typgeprüftes Sensorsystem. Die Technologie ebnet den Weg für Anwendungen in der Industrie 4.0, wie z.B. Zustandsüberwachung, vorausschauende Wartung oder dynamische Anpassung von maximal zulässigen Lasten. Sein innovatives Design reduziert die Gesamtbetriebskosten aufgrund der aktivierten Vorteile und der verlängerten Lebensdauer. Darüber hinaus ermöglicht es eine wettbewerbsfähige Produktion und einen wettbewerbsfähigen Betrieb, indem es den Herstellungsprozess vereinfacht und die Notwendigkeit einer Gasbehandlung und teurer Herstellungsverfahren, wie sie bei SF6-basierten Designs üblich sind, überflüssig macht.

Wie gestaltet sich denn der Vertrieb eurer Entwicklung?

Wir lizenzieren unsere Anlagen an Hersteller, die in diesem Kontext zudem als Research & Developement Center agieren. Wir arbeiten außerdem mit Endverbrauchern (DSOs und Industrie) zusammen, um sicherzustellen, dass unsere Technolgie auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist.

Du bist gerade schon am Rande auf den Industriebereich als potenziellen Markt eingegangen. Wie groß ist denn der gesamte Markt, auf dem ihr euch bewegt?

Genau, unsere Zielkunden sind die globale Gemeinschaft der Schaltanlagenhersteller und unser Produkt ist für den globalen Einsatz geeignet. Insgesamt adressiert unsere Technologie einen Markt von 11,1 Mrd. €, der bis 2024 mit einer 10 %igen CAGR zu einem 23,1 Mrd. € Markt weiter wachsen wird.

Da ist natürlich ein großes Potenzial. Welche Unternehmungen habt ihr denn bereits angestellt, um diesen Markt zu erschließen?

Nuventura hat kürzlich seine Seed-Investment-Runde mit E.ON, dem von der IBB Beteiligungsgesellschaft mbH verwalteten VC Fonds Technologie Berlin, Apex Energy Teterow und bestehenden Investoren abgeschlossen. Nach der Investition, mehreren Zuschüssen, Darlehen und nationalen und internationalen Innovationspreisen verfügt nuventura nun über einen beachtlichen 7-stelligen EUR-Betrag, um die anstehenden Ziele und Meilensteine zu realisieren. Unser Fokus liegt nun darauf, unsere nachhaltige, patentierte Technologie für gasisolierte Schaltanlagen für den gewerblichen Einsatz im Mittelspannungsbereich weiter zu zertifizieren und als Technologielizenzunternehmen in den Markt für Schaltanlagentechnologien einzusteigen. Wir führen derzeit ein Pilotprojekt mit dem deutschen Energieversorger Westnetz/Innogy durch und bereiten ein weiteres Pilotprojekt mit dem E.ON-Netzbetreiber E.DIS vor, das im Herbst dieses Jahres starten soll.

Fabian, vielen Dank für dieses spannende Interview! Wir hoffen, auch in Zukunft noch viel von euch zu hören und unterstützen euren Ansatz zur Reduktion von Treibhausgas. In diesem Zusammenhang möchten wir natürlich noch auf euren Energieloft Request aufmerksam machen, denn dort sucht ihr nach Unternehmen, die mit euch zusammenarbeiten möchten. Interessenten dürfen sich wie immer gerne bei euch melden.

Olmatic ist das Startup der Woche 28: Products and systems for Industry 4.0 and IoT


Energiemarkt & -handel, Energieversorgung, Industrie 4.0 & Logistik

Obwohl der Zusatz „smart“ schon länger die Diskussion über Energiemanagementsysteme prägt, sind konkrete Umsetzungansätze nur selten zu finden. Das findet auch unser Startup der Woche, denn herkömmliche Systeme sind meist unflexibel und plattformgebunden. Einer der Mitgründer von Olmatic, Christian Olma, stellt uns daher im Interview die Lösung des Startups vor: Das Olmatic Power Tracking.

Hallo Christian! Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast. Wir freuen uns schon sehr, Olmatic näher kennenzulernen. Würdest du uns deswegen direkt einen kleinen Pitch geben?

Klar, gerne! Wir entwickeln, fertigen und vermarkten Geräte und Systeme für das Energiemanagement 4.0 und die drahtlose Vernetzung durch zentrale Steuereinheiten im Industrie 4.0 und IoT Bereich. Unser hochinnovatives Olmatic Power Tracking ermöglicht dabei eine maximale Autarkie im Energiebereich.

Was hat es denn genau mit dem Olmatic Power Tracking auf sich?

Das sogenannte Olmatic Power Tracking (OPT) ist eine intelligente Kombination aus Hardware und Software, vereint in einem Produkt, was sich mit der völlig autarken Versorgung elektrischer Verbraucher über regenerative Energiequellen ohne die Notwendigkeit des konventionellen Versorgungsnetzes befasst. Um die durch erneuerbare Energiequellen (Solarzellen, Windturbinen, Wasserkraftwerke, usw.) verfügbare Leistung auf effektivste Weise zu verwenden, ohne überschüssige Energie in Form von Verlustleistung oder ähnlichem zu verlieren, bietet das OPT entsprechende Technologien und Systematiken, um eine dynamische Leistungsverteilung und Priorisierung der Energie- und Verbraucherquellen zu realisieren. Das bedeutet, dass bei optimaler Auslegung die Möglichkeit besteht, nahezu komplett auf das öffentliche Versorgungsnetz zu verzichten und den Energiebedarf über das konventionelle Versorgungsnetz auf < 1% zu reduzieren. Selbst beim Einsatz des Systems ohne regenerative Energiequellen, d.h. direkt über das konventionelle Versorgungsnetz, können hiermit bereits >30% an Energieeinsparung im Vergleich zu herkömmlichen Energiemanagementsystemen realisiert werden.
Das Hauptaugenmerk unseres Energiemanagementsystems liegt auf der spezifischen Behandlung jeder Eingangsquelle und jedes Verbraucheroutputs unabhängig voneinander. Dies gibt uns die Möglichkeit einer Energieverteilung an alle Verbraucher eines Systems mit höchster Effizienz. In Kombination mit einer direkten Integration in die Versorgungsleitung und offenen Schnittstellen in der Kommunikationsleitung können unsere Energiemanagementsysteme einfach an bestehende Systeme angepasst oder in diese integriert werden. Somit ist eine Energieverteilung über die Grenzen einer bestimmten Plattform oder Systems hinweg möglich.

Wie schlägt sich euer Produkt denn verglichen mit aktuell bereits etablierten Energie-Management-Systemen?

Im Gegensatz zu herkömmlichen Energie-Management-Systemen zeichnet es sich vor allem durch die zusätzliche Vernetzung des Smart Grid auf Versorgungsebene aus, welche eine stufenlose Leistungsregulierung (0-100%) und Leistungsverteilung ermöglicht. Durch die spezifische Betrachtung aller Energieverbraucher und der Plattformunabhängigkeit der Systeme, kann ein hocheffizientes Energy-Sharing zwischen verschiedenen Energiesystemen mit maximalem Wirkungsgrad betrieben werden. Herkömmliche Systeme sind plattformgebunden und können lediglich über die Kommunikationsschnittstellen kommunizieren und leiden durch das statische Ein- und Abschalten auf Basis von vorkonfigurierter Leistungshysterese unter höheren Verlusten und fehlender Dynamik. Insbesondere in sicherheitsrelevanten Systemen kann die simple Abschaltung zu enormen Sicherheitslücken oder Chaosszenarien führen, welche das OPT-Verfahren über intelligente und dynamische Leistungsregulierung und Verteilung auf Basis von Priorisierungen vermeidet. Durch kundenspezifische, individuell anpassbare Ausführungen der Module, kann eine maximale Energieeinsparung zu geringen Investitionskosten für den Hersteller/Entwickler erreicht werden, welche geringe Amortisationszeiten versprechen. Das OPT-Verfahren wird hierfür mit bereits bestehenden und am Markt etablierten Energie-Management-Modulen und zentralen Steuereinheiten des Olmatic Produktsortiments verknüpft und realisiert dadurch die zwei folgenden Kernprodukte, welche jeweils in Kombination oder autark voneinander in allen AC und DC strombasierten Energiesystemen, konventioneller und regenerativer Erzeugungsart, verwendet werden können.

Verstehe. Du hast gerade davon gesprochen, dass ihr eure Produkte kundenspezifisch und individuell anpasst. Das Pricing gestaltet sich dann sicherlich genauso, oder?

Unter Anderem. Wir verfolgen die Umsetzung von zwei unterschiedlichen Geschäftsmodellen. Einsereits verkaufen wir über den Direktvertrieb im B2B Bereich durch entsprechender Akquise unseres Vertriebsteams und im Zuge von Networking-Maßnahmen und andererseits haben wir einen großen Kooperationspartner namens Endrich Bauelemente Vertriebs GmbH, welcher für uns als Zwischenhändler fungiert und international aktiv unsere Produktreihe verkauft. Da wir stets kundenspezifische Produkte anbieten, ist das Pricing-Modell variabel und je nach Komplexität und Aufwand kalkuliert. Als zusätzliche Leistung bieten wir im Bereich des Energie Management 4.0 die komplette Energieberatung als zusätzliche Dienstleistung mit an.

Was sagst du denn zu dem Markt, den ihr aktuell adressiert? Inwieweit siehst du dort Wachstumspotenziale, Chancen und auch Risiken?

Ein Produkt wie das Olmatic Power Tracking zum richtigen Zeitpunkt in einem Markt zu platzieren, welcher momentan mehr denn je im aktuellen Fokus steht, bringt zweifelsohne eine riesige Chance mit sich, das Unternehmen als Vorreiter in einem zukünftig stetig steigenden Markt zu etablieren. Da der Markt der elektrischen Verbraucher in den kommenden Jahren eher steigen wird, die konventionellen Energieressourcen dagegen eher sinken werden, ist damit zu rechnen, dass der Markt im Segment der regenerativen Energieversorgung für die kommenden Jahrzehnte ein gesichertes Wachstum mit sich bringt. Der rechtzeitige Markteintritt, sowie der Schutz des Produkts gegenüber Mitbewerbern stellen für uns also eine riesige Chance dar, uns schon jetzt nachhaltig für die kommenden Jahrzehnte gesund aufzustellen. Nichtsdestotrotz ist der Markt hart umkämpft und bereits durch eine große Anzahl an „Big Playern“ besiedelt, welche den Konkurrenzkampf gerne und direkt annehmen werden und bereits entsprechenden finanziellen Background besitzen, um hier kurzfristig aktiv zu werden. Die große Chance ist somit also gleichzeitig ein großes Risiko, den Konkurrenzkampf und somit die Marktanteile bereits zu Beginn zu verlieren, sofern die Strategie und die Ziele nicht mit vollster Präzision verfolgt werden. Wir verfolgen die internationale Zielgruppe.

Ihr habt euch 2016 gegründet, seitdem ist bestimmt viel passiert. Einige Ergebnisse hast du uns ja im Interview schon erläutert. Wie sehen die nächsten Schritte für die Entwicklung von Olmatic aus?

Ein wesentlicher Meilenstein der Strategie stellt die Überführung der bereits vorhandenen Prototypen in eine Marktreife dar. Ziel soll es sein, diese schnellstmöglich am Markt platzieren zu können. Ein Proof-of-Concept der Prototypen wurde bereits erfolgreich durchgeführt, so dass der nächste Schritt gemäß der Strategie darin bestehen soll, entsprechende abschließende Entwicklungsschritte zur Serienreife durchzuführen. Diese beinhalten im Wesentlichen eine letzte Optimierung der Erkenntnisse aus den Prototypentests, die Anpassung der Konformität zu den gültigen Standards und Normen, eine Planung und Umsetzung notwendiger Produktionsprozesse sowie eine finale Zulassung der Produkte. Im Zuge der Prototypenphase wurde ein neues Energiemanagementmodul entwickelt, welches das OPT-Verfahren beinhaltet. In diesem Zuge sollen kurzfristig zwei neue Produkte entstehen, welche direkt an bereits vorhandene Kundennetzwerke und Vertriebswege vermittelt werden können. Das Energieversorgungsmodul soll das erste Produkt der neuen Universal 4.0 Reihe werden und dient in der aktuellen Ausführung als Energieversorgungsmodul für die intelligente Versorgung und das Energiemanagement gemäß OPT für Verbraucher im Niederspannungsbereich. Die um die Software-Funktionalität des OPT erweiterte wiu kann direkt als Nachfolgemodell der bereits vorhandenen plus der zusätzlichen Funktion des OPT vermarktet werden und dient zukünftig als zentrales Gateway und Steuereinheit zur digitalen Vernetzung des Systems.

Christian, vielen Dank für dieses spannende und ausführliche Interview. Wir wünschen euch für die weitere Entwicklung von Olmatic viel Erfolg. Wer euch dabei unterstützen möchte, kann gerne einen Blick in euren EnergieLOFT Request werfen, denn dort sucht ihr noch Investoren für das Olmatic Power Tracking.

SolarWorX ist das Startup der Woche 27: Solar power for rural electrification


Energie & Umwelt, Energieerzeugung, Energieversorgung

Führt man in Deutschland einen politischen Diskurs über die Stromversorgung, fallen häufig Buzzwords wie „erneuerbare Energien“, „smart grid“ oder „Speichersysteme“. Diese Begriffe sind von technologischem Fortschritt geprägt, denn ist bereits ein Stromnetz aufgebaut und etabliert, folgen Weiterentwicklungen und Optimierungsmaßnahmen. Was dabei jedoch oft nicht berücksichtigt wird: 1,2 Milliarden Menschen auf der Erde leben noch gänzlich ohne Stromzugang. Stattdessen werden fossile Brennstoffe, wie bspw. Diesel oder Kerosin eingesetzt – selbstredend mit erheblichen Auswirkungen auf Natur und Gesellschaft. Unser Startup der Woche, SolarWorX, hat daher die Initiative ergriffen und reagiert auf diese Problemstellungen. Wie? Das erläutert uns CEO Felix Boldt im Interview.

Hallo Felix, vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast! Wir freuen uns, heute mehr über SolarWorX zu erfahren. Deswegen starte ich auch direkt mit der ersten Frage: Wie würdest du euch in einem Satz vorstellen?

Wir bieten innovative Solarstromlösungen für 1.2 Milliarden Menschen ohne Stromzugang.

Ein sehr sozialer Ansatz. Könntest du da ein bisschen weiter ins Detail gehen? Wie ist eure Lösung bspw. technisch aufgebaut?

Unsere Solarstromlösungen richten sich an Menschen in Sub-Sahara Afrika, die fernab des öffentlichen Stromnetzes leben. Unsere Systeme lassen sich modular erweitern und sprechen mit unseren Kunden in lokalen Sprachen wie Suaheli und Wolof. Einzelne Anlagen können untereinander zu einem DC-Microgrid verbunden werden, wodurch Nachbarn Strom teilen und größere Verbraucher problemlos betrieben werden können. Unsere Produkte sind IoT integriert und lassen sich bequem über das Handyguthaben der Kunden in Raten bezahlen (PayGo). Wir nutzen sauberen Solarstrom, verwenden Kunststoffe auf Holzbasis für unsere Produktgehäuse und innovative Batterietechnologien ohne Verwendung seltener Erden.

Du hast gerade schon einige Aspekte aufgezählt, die eure Technologie und eure Mission auszeichnen. Schafft ihr darüber hinaus weitere Mehrwerte?

Wir haben unsere langjährige Erfahrung als Gründer im off-grid Solarsektor genutzt, um eine einzigartige, auf unsere Zielmärkte zugeschnittene Lösung zu entwickeln. Die Systeme können zum Betrieb von Haushaltsgeräten (Lampen, Fernseher, Kühlschrank) genutzt werden aber auch lokale Kleinbetriebe ohne Stromnetzzugang unterstützen. Im Vergleich zu Dieselgeneratoren und dem Anschluss an ein Stomnetz bieten wir eine kostengünstigere und ökologisch nachhaltige Alternative.

Der durch eure Anlagen produzierte Strom ist ja für den Endverbraucher gedacht. Ist euer Geschäftsmodell dementsprechend aufgebaut?

Nein, wir verfolgen da ein anderes Konzept. Aus unserer Erfahrung hat sich gezeigt, dass vertikal integrierte B2C Konzepte mit regionalem Fokus riskant sind und eine schnelle Skalierung verhindern. Wir vertreiben unsere Produkte daher auf B2B Basis an lokale, in den Zielmärkten (zurzeit West-Afrika) erfahrene Distributoren. Abgesehen davon bieten wir Beratungsleistungen für Distributoren, NGOs und weitere internationale Akteure an.

Verstehe. Zu Anfang hast du von 1,2 Milliarden Menschen gesprochen, die derzeit ohne Stromzugang leben. Welche Auswirkungen hat eine solche Lebensweise?

Genau, mehr als 1 Milliarde der ärmsten Menschen der Welt haben keinen Zugang zu Strom. 600 Millionen allein in Sub-Sahara Afrika. Die meisten von Ihnen nutzen fossile Brennstoffe, wie Kerosin für Licht und Diesel für Generatoren. Der fehlende Zugang zu einer sauberen und kostengünstigen Stromversorgung schränkt die Bildungschancen von Kindern ein, schädigt die Gesundheit von Familien und bietet nur sehr begrenzt Möglichkeiten Einkommen zu generieren. Diese Auswirkungen können dann natürlich gesellschaftlich und politisch weitergesponnen werden.

Ihr habt euch 2018 gegründet und seitdem schon einige Meilensteine bestritten. kannst du uns darüber etwas mehr erzählen?

Seit Ende 2018 testen wir unsere Solarstromsysteme in zwei Pilotprojekten mit insgesamt 250 Anlagen in Senegal und Kamerun. Die erste kommerzielle Produktion findet ab kommenden Monat statt. Parallel entwickeln wir zuzeit ein Microgrid-Modul, welches kommenden Herbst pilotiert wird. Wir konnten uns ein Seed-Investment von InnoEnergy sichern, diverse Zuschüsse und möchten nun Ende Juni unser Series-A Funding schließen. Für unsere Solar Home Systeme wurden wir u.a. mit dem „Digital Solar & Storage“ Award ausgezeichnet und haben uns für die globale Finalrunde von „Empower a billion lives“ von IEEE qualifiziert.

Vielen Dank für das spannende Interview, Felix. Wir finden euer Projekt klasse und wünschen euch auch weiterhin viel Erfolg! Um die Serienproduktion eurer Lösung und weitere Entwicklungen wie bspw. Lösungsgeschäfte für Micro-Grids und die Entwicklung und Sicherung von Q&A-Prozessen anzugehen, sucht ihr noch Investoren. Mehr dazu ist in eurem Energieloft Call zu finden.